Rente und Beitragspflicht zur Krankenversicherung

von
DasWarnsignal

Nachdem zu diesem Thema hier schon hunderte von Beiträgen sind und ich dennoch nicht die gesuchte Information gefunden habe, eine kleine Übersicht und eine Frage.

Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen der Beitragspflicht zur KV zum hälftigen Beitragssatz + 0,9%, die PV muss voll vom Rentner bezahlt werden.

Renten aus der betrieblichen Altersvorsorge nach §3 Nr. 63 EStG unterliegen der vollen Beitragspflicht zur KV + 0,9% und der vollen Beitragspflicht zur PV.

Renten aus einer privaten Rentenversicherung unterliegen bei freiwillig gesetzlich Versicherten der Beitragspflicht zur KV zum hälftigen Beitragssatz +0,9% und dem hälftigen Beitrag zur PV, gegebenenfalls + 0,25%.

Renten aus einem Riestervertrag unterliegen nicht der Beitragspflicht zur KV und PV. Ausnahme wenn in den Riestervertrag die AVWL (Altersvorsorge wirksame Leistungen) fließen, dann wird die gesamte Riesterrente wie eine betriebliche Altersvorsorge behandelt.

Bitte verbessern falls ich falsch liege.

Wie sieht das nun bei Renten aus einem Vertrag zur Basisrente aus?

Danke für die Info

von
Maria L.

Hallo,

anscheinend findet sich niemand, diese konkreten Zahlen zu bestätigen. Ich kann mich nicht mit Sicherheit festlegen, aber nach meinem Eindruck stimmt Ihre Übersicht weitgehend. Für die PV gilt der Zuschlag von 0,25% für Kinderlose meines Wissens in allen drei von Ihnen genannten Fällen.

Diese Aussage von Ihnen kommt mir komisch vor:

"Renten aus einer privaten Rentenversicherung unterliegen bei freiwillig gesetzlich Versicherten der Beitragspflicht zur KV zum hälftigen Beitragssatz +0,9% und dem hälftigen Beitrag zur PV, gegebenenfalls + 0,25%."

Es ist zu unterscheiden zwischen Rentnern, die in der KVdR pflichtversichert sind und im Rentenalter freiwillig Versicherten. Im Unterschied zu früheren Regelungen kommen heute auch die während des Berufslebens freiwillig Versicherten in die KVdR, wenn sie die Vorversicherungszeit erfüllt haben. Das ist die überwiegende Mehrheit. Bei freiwillig versicherten Rentner werden meines Wissens mehr Einnahmen in die Bemessung einbezogen als bei Rentnern der KVdR. Es erscheint mir aber nicht logisch, dann vom halben Beitragssatz auszugehen, denn wer sollte hier die andere Hälfte zahlen? Ich vermute also, daß private Renten in diesem Fall entweder voll oder gar nicht verbeitragt werden.

http://www.sichere-rentenversicherung.de/pkv_rentner.php

Wenn die Informationen des genannten Links noch aktuell sind, müssen freiwillig versicherte Rentner den vollen Beitrag auf alle Einkommen zahlen, also auch z.B. auf Miet- und Zinseinkünfte (nur für die gesetzliche Rente gibt es dann den hälftigen Zuschuß der DRV). Das müßte dann meines Erachtens auch für private Renten (und für Riester- und Rüruprenten) gelten.

Zur Ergänzung Ihrer Übersicht: die volle Beitragspflicht besteht (für Rentner der KVdR) auch für Nebeneinkünfte während des Rentenbezugs, das geht aus folgenden Links hervor:

http://www.rententips.de/rententips/grv/tricks/01.php

http://www.krankenkasse-guide.de/gesetzliche_krankenkasse/rentner_gkv.htm

Bei der Rürup-Rente würde ich vermuten, daß sie wie andere privat abgeschlossene Renten auch behandelt wird. D.h. sie wäre - für Rentner in der KVdR - beitragsfrei für die KV und PV - nach derzeitiger Gesetzeslage. Wie das in der Zukunft aussieht, weiß heute keiner.

Lesen Sie dazu auch folgenden Thread:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=86005&dekade=2

Falls sich hier niemand meldet, der es ganz genau weiß, schafft evt. eine Anfrage bei Ihrer Krankenkasse Klarheit - oder nutzen Sie das Expertenforum der AOK (im Unterschied zu diesem hier ist es anmeldepflichtig):

http://www.aok-business.de/foren/expertenforum/baum-anzeigen.php?id=0&gt=aok07&si=AOK71210240058040342

Gruß,
Maria L.

von
Maria L.

Hier habe ich noch eine gute Übersicht über die Beitragspflicht für Rentner gefunden:

http://www.tk-online.de/centaurus/generator/tk-online.de/01__gut__versichert/060__ruhestand/025__kvdr/kvdr__nav.html

von
DasWarnsignal

Danke für die Antwort.

Habe mitlerweile recherchiert, dass die private Rüruprente nicht beitragspflichtig zur KV und PV ist.

Mit der privaten Rente ist das so eine Sache. Definitiv gilt die Regel, dass z.B. Familienversicherte versicherungspflichtig werden, wenn die PRIVATE RENTE größer 1/7 der monatlichen Bezugsgröße ist. D.h. unter Umständen hat es wenig Sinn, für die Familienversicherte Ehefrau (also nicht berufstätig) eine eigene private Rentenversicherung ab zu schließen, wenn die Rente größer 1/7 der monatlichen Bezugsgröße ist.

von
Maria L.

Hallo,

ob es wohl in 30 Jahren noch die kostenfreie Familienmitversicherung geben wird? Da habe ich so meine Zweifel. Der Trend geht meines Erachtens dahin, das Modell "Hausfrauenehe" nicht mehr wie bisher zu begünstigen. Auch am Ehegattensplitting wird in manchen politischen Konzepten bereits gekratzt.

Heutzutage muß jeder Erwachsene, egal ob verheiratet oder nicht, dafür sorgen, eine EIGENE Altersvorsorge aufzubauen. Alles andere (das Vertrauen auf einen Ehepartner und die dazu passenden gesetzlichen Regeln) hielte ich für grob fahrlässig.

Von privaten Rentenversicherungen, egal ob mit oder ohne staatliche Förderung, halte ich nicht so viel. Sie sind meiner Meinung nach sinnvoll, um ein regelmäßiges Einkommen zu erzielen und gleichzeitig die sogenannte "Langlebigkeit" abzusichern. Aber sie sind nicht sinnvoll, um Kapital aufzubauen. Ich würde das trennen. Zuerst während der Berufstätigkeit Vermögen bilden, dann bei Eintritt ins Rentenalter evt. einen Teil dieses Vermögens als Einmalbeitrag in eine sofort beginnende Rentenversicherung einzahlen.

Vorteil meines Vorschlags: wenn man bei Renteneintritt bereits absehen kann, daß man nur noch eine kurze Lebenserwartung hat (schwere Krankheit etc.), kann man sich die Rentenversicherung sparen und das Geld lieber in gute Ärzte etc. investieren. Außerdem kann man vorher viel effizienter Vermögen bilden, wenn man dies frei von Vertragsbindungen an einen Rentenversicherungsanbieter macht.

Gruß,
Maria L.

von
DasWarnsignal

Ob eine private Rentenversicherung sinnvoll ist oder nicht, ist nicht Bestandteil dieses Beitrags. Letztendlich gibt es dazu keine Aussage die für alle gleichermaßen richtig wäre. Das muss jeder für sich selbst entscheden.

Info von meiner KV:
Rentner in der KVDR zahlen nur auf die gesetzliche Rente und Versorgungsbezüge Beiträge zur KV und PV. Private Rente, RürupRente und RiesterRente (Ausnahme AVWL) sind beitragsfrei. Ebenso sind Mieteinnahmen, Pacht und Zinseinnahmen beitragsfrei.

Freiwillig versicherte Rentner (In der zweiten Hälfte der Erwerbstätigkeit weniger als 90% gesetzlich versichert) zahlen auf alle Einkünfte den vollen Beitrag zur KV und PV, Ausnahme die gesetzliche Rente. Hier erhalten Sie einen Zuschuss, ähnlich der Regelung der KVDR. Der Zuschuss wird auch bei privat Versicherte gewährt.

von
Maria L.

Danke, daß Sie die Info Ihrer KV hier weitergeben: das bringt die aktuelle Gesetzeslage ja gut auf den Punkt.

Gruß,
Maria L.