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Rente und neidische Nachbarn

von
Robert123

Hallo.
Ein Bekannter hat eine Rente die laut Bescheid die nächsten 2 Jahre geht. Kann man auf so etwas "bauen" oder kann z.B. ein neidischer Nachbar (ein "Mr. Irgendwer" ohne med. Kenntnisse) irgendwas behaupten/melden und das wird wieder geprüft? Mfg.

von
Nix

Hallo Robert123!
Sicher handelt es sich bei Ihrem Nachbarn um eine Erwerbsminderungsrente, welche heutzutage fast immer als Zeitrente bewilligt wird. Meistens wird eine Länge von 2 Jahren bewilligt, um den Gesundheitszustand nach 2 Jahren nochmal neu zu beurteilen. In aller Regel darf eine Zeitrente bis zu 3 mal verlängert werden, längstens jedoch bis zu einer Gesamtlänge von 6 Jahren. Danach sollte eine Entscheidung über eine Dauerrente getroffen werden oder über den kompletten Wegfall derselben.

Was die von Ihnen angesprochene "Neidischer Nachbar-Mentalität" angeht, würde ich als Nachbar einfach die Klappe halten. Sicher hat man als Mensch immer irgendwelche Wehwechen, die man dem Nachbarn nicht unbedingt erzählt. Dadurch erscheint Ihnen Ihr Nachbar äußerlich betrachtet als gesund und sie wissen garnicht, welche Erkrankung er wirklich hat. Handelt es sich z. B. um psychische Leiden, wird Ihnen Ihr Nachbar dieses bestimmt nicht "unter die Nase binden".

Ich würde mich daher an Ihrer Stelle einfach aus dem Thema raushalten. Eine Rente wegen Erwerbsminderung zu bekommen, bedeutet, daß man auch tatsächlich krank ist, entweder lebensbedrohlich (Krebs etc) oder eben etwas stimmt mit den Knochen oder wie oben beschrieben mit den Nerven(psychisch) nicht.

Deshalb würde ich mich da an Ihrer Stelle einfach mal zurückhalten. Es geht Sie nichts an, was Ihr Nachbar hat. Und sollten Sie meinen, ihn bei der DRV zu "verpfeiffen", dann sollten Sie wissen, daß Sie selbst ohnehin keine Antwort von der Behörde bekommen werden nachdem Motto: "Sie haben Recht gehabt, wir haben die Rente eingestellt, hähä , danke für den Tipp".
Deshalb ist Ihr Beitrag in diesem Forum moralisch etwas bedenklich.

Denken Sie einmal darüber nach.
Trotzdem ein schönes Langes Wochende!

Viele Grüße
Nix

von
-_-

Zitiert von: Nix

Sicher handelt es sich bei Ihrem Nachbarn um eine Erwerbsminderungsrente, welche heutzutage fast immer als Zeitrente bewilligt wird. Meistens wird eine Länge von 2 Jahren bewilligt, um den Gesundheitszustand nach 2 Jahren nochmal neu zu beurteilen. In aller Regel darf eine Zeitrente bis zu 3 mal verlängert werden, längstens jedoch bis zu einer Gesamtlänge von 6 Jahren.

Das ist leider nicht richtig!

Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden auf Zeit geleistet. Die Befristung erfolgt für längstens drei Jahre nach Rentenbeginn. Verlängerungen erfolgen für längstens drei Jahre nach dem Ablauf der vorherigen Frist. Renten, auf die ein Anspruch unabhängig von der jeweiligen Arbeitsmarktlage besteht, werden unbefristet geleistet, wenn unwahrscheinlich ist, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit behoben werden kann; hiervon ist nach einer Gesamtdauer der Befristung von n e u n Jahren auszugehen.

Was Ihre übrigen Einlassungen betrifft, verstehe ich die Frage anders. Der Bekannte hat Bedenken, dass ein Person im Umfeld ihn bei der DRV denunzieren könnte. Aus Erfahrung kann ich dazu sagen, dass auch die Ärzte der DRV solchen Denunzierungen eher kritisch bis angewidert gegenüber stehen. Meistens ist an den Anschuldigungen nichts bis gar nichts dran. Ich habe bisher in 36 Jahren Praxis bei einigen solcher Fälle noch nicht erlebt, dass eine Rente wegen einer anonymen Anzeige tatsächlich entzogen worden wäre. Die DRV muss dem allerdings nachgehen. Man kann aber davon ausgehen, dass die medizinischen Sachverständigen mehr von ihrem Fachgebiet verstehen als irgend ein missgünstiger Nachbar, der nichts besseres zu tun hat, als anderen Menschen Schwierigkeiten zu bereiten.

von
Robert123

Zitiert von: -_-

Was Ihre übrigen Einlassungen betrifft, verstehe ich die Frage anders. Der Bekannte hat Bedenken, dass ein Person im Umfeld ihn bei der DRV denunzieren könnte. Aus Erfahrung ...

Genau das sind die Bedenken:
Bei psychischen Sachen kann man von "hat nichts" bis "totkrank" begutachtet werden, je nach dem, wie viel man dem Gutachter erzählt, also sich einem völlig Fremden Gutachter öffnet.

Daher war er froh über die Bewilligung, die in seinem Umfeld auf Unverständniss bis Beleidigung stösst.

Ist ein Arm ab, ist der Arm ab und jeder kann es sehen. Er hatte jetzt eben nur Angst gehabt, dass dieser ganze Hick-Hack mit den Gutachtern, welche wohl immer andere sind, wieder los geht (und alles bei Null anfängt), nur weil ein gelangweilter (*und verfeindeter*) Nachbar meint, ihm eines beipulen zu müssen...

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Allen ein schönes Wochenende.
Mfg.

von
-_-

Zitiert von: Robert123

Bei psychischen Sachen kann man von "hat nichts" bis "totkrank" begutachtet werden, ...
... Bewilligung, die in seinem Umfeld auf Unverständnis bis Beleidigung stößt.
... Nachbar meint, ihm eines beipulen zu müssen...

Dafür gibt es eine relativ einfache Lösung: Nichts erzählen in der Nachbarschaft! Wer nichts weiß, kann sich auch nicht aufregen, einen anderen "anschwärzen" oder über ihn schlecht reden.

von
Robert123

Ja, das wäre wohl das Beste gewesen. Aber der kennt den, und der kannte wen und : "hast du schon gehört..." > Flurfunk eben.

Aber wie ich vorhin erfahren habe, ist die (Alt-)Rente von 2 Jahren VERLÄNGERT worden UM 2 weitere. Also mit anderen Worten: 2 Jahre Rente waren schon mal bewilligt und waren jetzt um und jetzt wurde geprüft und 2 Weitere ausgesprochen. Hatte ich nicht ganz verstanden beim ersten mal... ganz nebenbei erwähnte er, dass er einen Schwerbehindertenausweis hat und eine Betreuung irgendwie... und die wurden auch gerade erst VERLÄNGERT von nem Amtsarzt. Also kann ja wohl eher nicht von einer Besserung seiner Gesundheit die Rede sein, oder? Oder weiss das Rentenamt gar nix von so was?

von
Detlkefsen

Nein, von einer Schwerbehinderung erfährt die Rentenversicherung nichts - zumindest nicht automatisch. Beide Behörden ( RV und Versorgunsgamt ) arbeiten nicht zusammen.

Jeder kocht da sein eigenes " Süppchen "....

Die RV erfährt dies nur vom Antragsteller selbst,
indem er z.b. eine Kopie des Schwerbehindertenausweises oder des Bescheides beim EM-Antrag beilegt. Hilft zwar - meistens - nicht viel, schadet aber auch nicht. Die ärztlichen Berichte / Atteste und Gutachten die aber im jeweiligen Verfahren und von der " anderen " Behörde in Auftrag gegegebn wurde, sollte man in jedem Falle auch der " anderen " Behörde dann zur Verfügung stellen. Diese können sehr hilfeich sein.

Oft reicht ein Gutachten im Auftrag des Versorgungsamtes erstellt auch für eine EM-Rentenverlängerung sogar ganz aus - wie bei mir. Es sind ja meistens die selben Fachärzte die als Gutachten für beide Institutionen tätig sind...

Und letztlich ist es auch einfach so, das je öfter die Rente verlängert wurde umso schwieriger wird es dann für die RV diese dann nicht mehr zu verlängern. Aklso wenn z.b. schon 3 x verlängert wurde kann man beim 4 Antrag dann nicht einfach so zumindest die weitere Verlängerung der EM- Rente ablehnen.

Es kommen ja jedesmals immer neue frische fachärztliche Unterlagen dazu und irgendwann ist dies in der Gesamtheit dann so umfangreich und komplex, das die RV quasi die Rente immer und immer weiter verlängern muss - bis es dann spätestens nach 9 Jahren zur unbefristeten EM-Rente kommt. Meine rein med. Akte umfasst z.b. alleine an die 200 Seiten nach 6 Jahren. Aus der Nummer ( also der EM-Rente ) kommt die RV dann im Normalfall jedenfalls nicht mehr raus - späestens nicht mehr vor dem Sozailgericht.

von
Simone52

Robert123

Das sind so Fragen wo ich senkrecht durch die Decke gehen könnte!

Unsere ewige Neidgesellschaft wenn Ihm das zu steht dann ist das nun mal so!

Wenn der Staat die Banken mit Millardenbürgschaften absichert steht der Michel doch auch nicht auf und marschiert nach Berlin!
Nein wenn der doofe Nachbar von nebenan ist der gelackmeierte obwohl der durch die Hölle geht!

Schön Sonntag!

von
Hägar der Gerechte

Es gibt 2 Arten von Menschen, die einen sind die Gutmenschen und die anderen sind die Bösmenschen. Die Bösmenschen sind die, die ihnen auf die Füße treten, obwohl sie denen vorher überhaupt nichts angetan haben. Die Gutmenschen sind die, welche ihnen nur dann auf die Füße treten, nachdem sie ihnen auf die Füße getreten haben.
Mein Tipp: Verhalten sie sich wie die Gutmenschen. ("Auge um Auge, Zahn um Zahn)"

von
-

Hallo,
grds. gilt, dass ohne eine Änderung der Verhältnisse keine Rente wegen Erwerbsminderung entzogen werden kann. Auch (anonyme) Anzeigen sind kein geeignetes Instrument hierfür. Natürlich kann im Einzelfall eine Überprüfung der "Erwerbsfähigkeit" erfolgen; auch aufgrund einer Anzeige, sofern entsprechende Informationen / Nachweise / genaue und überprüfbare Angaben gemacht werden. Ihr Bekannter soll sich aber nicht verrückt machen lassen. Die bestehende Minderung seiner "Erwerbsfähigkeit" wurde durch einen medizinischen Sachverständigen der gesetlichen Rentenversicherung festgestellt. Darauf kann er sich verlassen. Im Übrigen ist zutreffend, dass Renten auf Zeiten wegen Erwerbsminderung auf insgesamt längstens neun Jahre befristet werden können.

von
Annemi Fe.

Zitiert von: Hägar der Gerechte

Es gibt 2 Arten von Menschen, die einen sind die Gutmenschen und die anderen sind die Bösmenschen. Die Bösmenschen sind die, die ihnen auf die Füße treten, obwohl sie denen vorher überhaupt nichts angetan haben. Die Gutmenschen sind die, welche ihnen nur dann auf die Füße treten, nachdem sie ihnen auf die Füße getreten haben.
Mein Tipp: Verhalten sie sich wie die Gutmenschen. ("Auge um Auge, Zahn um Zahn)"

Hallo Härar der Gerechte (damit wohl "Gutmensch")!

Wie schön, dass Sie anscheinend differenzieren können, wer Gut oder wer Böse ist; ich persönlich hab das in meinem nunmehr halben Jahrhundert Leben wohl nicht geschafft..., und überhaupt...die Gutmenschen sind Ihrer Meinung nach die, die nach dem Verfahren "Aug um Aug, Zahn um Zahn vorgehen"...interessant, aber wohl lächerlich, weil..Rache is net süss, Rache is billig und vergiftet letztendlich das eigene Herz, nur mal so nebenbei...weil...hier gings ja wohl um neidvolle Nachbarn...wegen der (Früh)Rente, und mit denen sollte man doch versuchen auszukommen, nix Zahn um Zahn.

Frührentner sollte nur die Meinung ihrer Ärzte, Gutachter und letztendlich der RV interessieren, und wer da nix zu verbergen hat, ist auf der sicheren Seite, egal was die (neidvollen) -worauf neidisch, auf den miesen Gesundheitszustand- Nachbarn plappern....

Sodele...lieber Hägar und alle anderen Interessierten...
guts Nächtle wünscht...
...Annemi