Rente und Reha

von
Jil

Hallo,
ich habe ein paar Fragen und hoffe dass sie mir jemand beantworten kann weil ich völlig unsicher bin.

Ich bin 41 jahre alt und bekomme seit 2006 Erwerbsminderungsrente, unbefristet, wegen Depressionen, gen. Angststörung, ängstl. vermeidender Persönlichkeitsstörung und chron. Schmerzen in der HWS. Ich hatte 2005 meine letzte stat. Therapie und 2002 war ich in der Reha. Nun bin ich am überlegen ob ich mal wieder in eine Klinik gehen soll. Steht mir als Rentnerin eine Reha zu oder müsste ich eine stat. Therapie machen? Wer wäre dafür zuständig? Die Krankenkasse oder die Rentenversicherung?

Gesetz den Fall mein Bericht würde positiver ausfallen als die letzten könnte mir die Rentenversicherung meine Rente wieder wegnehmen? Es braucht ja nur ein Arzt etwas zu schreiben was der Rentenversicherung nicht gefällt.

Ich weiss nicht recht was ich machen soll. Ich möchte in keine Klinik gehen und meine Rente auf´s Spiel setzen weil ich nicht arbeitsfähig bin. Andererseits hätte ich einen Klinikaufenthalt mal wieder bitter nötig.

Kann mir jemand einen Rat geben?

von
Schade

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker...

nein im Ernst, wenn die Ärzte zu einem Klinikaufenthalt raten, beantragen Sie dies bei der Krankenkasse - sind die der Meinung, die RV wäre zuständig, werden die den Antrag abgeben.

Und dass die Rente wegfallen kann, falls Sie wieder besser dran sind, das ist eine Tatsache - nur wer im Forum soll darüber etwas sagen?

Keiner kennt Ihre Gesundheit und kann in die Zukunft schauen...möglicherweise sorgen Sie sich völlig unbegründet...

von
Jonas

Hallo Jil!

Als Bezieherin einer Rente wegen voller Erwerbsminderung auf Dauer ist die Krankenversicherung für Ihre Reha-Maßnahmen zuständig.

Ob diese Reha auswirkungen auf den Rentenbezug hat, kann hier niemand sagen. Wenn Sie wieder so gesund werden, dass Sie arbeiten können, kann eine Rente natürlich entzogen werden. Damit so etwas passiert, müsste der RV-Träger erstmal etwas von der Maßnahme wissen. Das eine Maßnahme durchgeführt wird, wird der RV höchstwahrscheinlich von keinem der Verfahrensbeteiligten mitgeteilt.

MfG

Jonas

von
chipsy

Hallo Jil,
die RV wird in jedem Fall erfahren, dass sie eine Reha gemacht haben, nämlich dann, wenn die Weiterzahlung der Erwerbsminderungsrente überprüft wird. In den von der RV zugesandten Unterlagen wird nach ambulanten und stationären Behandlungen gefragt und es muss natürlich wahrheitsgemäß geantwortet werden. Und wenn dort die Reha aufgeführt wird, kann ich mir vorstellen, dass von dort der Entlassungsbericht angefordert wird und das Ergebnis bei der Beurteilung der weiteren Rentenzahlung mit einfließt. Auch ene unbefristete volle Erwerbsminderungsrente wird regelmäßig überprüft.
Gruß Chipsy

von
Corletto

Da für Sie als EM-Rentner die Krankenkasse für die Reha zuständig ist, wird die RV
von der Reha NICHT automatisch erfahren und den Rehabericht erhalten !

Bei jeder Reha müssen Sie ein Formular ausfüllen, WER den Rehabericht zur Kenntnis erhalten soll.

Nur die von Ihnen ausdrücklich gewünschten Personen / Institutionen bekommen dann auch den Bericht zur Kenntnis und niemand anderes ( z.b. ihr Hausarzt, Facharzt etc. pp)

Die Krankenkasse bekommt als Kostenträger der Massanhme natürlich automatisch den Bericht.

Außerdem wird in einen Rehabericht für die Krankenkasse ( im Gegensatz zu dem Rehabericht für die RV ) nicht unbedingt und zwangsläufig auch eine sozial-medizinische Prognose abgegeben und nur diese wäre für die RV im Rahmen ihrer EM-Rente dann eventuell von Interesse.

Insofern könnten Sie ohne Probleme eine Reha über die Krankenkasse antreten , ohne Konsequenzen für ihre Rente fürchten zu müssen.

Ob eine med. Reha jedoch aus gesundheitlichen Gründen angebracht, sinnvoll und ihre Leiden verbessen kann , darüber lässt sich jedoch sicher diskutieren.....

Persönlich halte ich die Möglichkeiten die eine med. Reha bietet für relativ eingeschränkt auf die Gesundung wirksam.

von
Jonas

Hallo!

Wollte nur anmerken, dass lediglich ein Bruchteil der Dauerrenten überprüft wird. Normalerweise wird eine Rente auf Dauer nicht überprüft, da davon ausgegangen wird, dass sich der Gesundheitszustand nicht bessert (daher DAUERRENTE). Wenige Ausnahmen gibt es natürlich.

MfG

Jonas

von
Jil

Hallo an alle,

vielen Dank für die Antworten. Ich weiss dass hier Keiner meinen Gesundheitszustand beurteilen kann. Ich hatte gehofft dass man mir Erfahrungen berichten kann. Einige Antworten haben mir schon sehr geholfen. Meine Psychotherapeutin hat mir zu der Reha geraten und ich denke dass auch mein Psychiater dafür sprechen würde. Dass die Renten gelegentlich überprüft werden ist mir klar. Dafür hätte ich ebenfalls Unterstützung von meiner Therapeutin und meinem Psychiater. Eine Reha halte ich für sehr sinnvoll da man aus dem Alltäglichen herauskommt und in Gruppen Therapien bekommt die man zu Hause nicht machen kann. Vielen Dank für die vielen Antworten. Wenn mir noch jemand dazu schreiben möchte gerne!

Viele Grüße Jil

von
Corletto

Und wenn eine " Dauerrente " überprüft würde, dann nur rein papiermässig (mit Fragebogen und Anfrage an den behandelnden Arzt )
und nicht gutachterlich mit persönlichem Erscheinen !

Eine " Dauerrente " zu entziehen, ist für die RV nicht ganz so einfach wie es sich der Laie vielleicht vorstellt.

Außerdem würde ja jeder per Widerspruch und Klage vor dem Sozalgericht gegen die Entziehung vorgehen ( mit Weiterzahlung der Rente bis zum endgültigen Rechtsentscheid ! ) und spätestens dann wird normalerweise aus der " Dauerrente " wirkllich eine Rente auf Dauer bzw. bis zur Regelaltersgrenze !

von
chipsy

Ich erhalte seit 2004 die "Dauerrente" und auch wenn nur per Papier die weitere Bewilligung dieser Rente überprüft wird ergeben sich Rückschlüsse auf meinen gegenwärtigen Krankheitszustand. Die Zeit bis zum Weiterbewilligungsbescheid ist immer mit einer Zitterpartie verbunden.