Rente wegen voller Erwerbsminderung

von
tesha

Ich beziehe seit 05/2005 Rente wegen voller Erwerbsminderung auf Zeit. Jetzt habe ich wieder zum dritten mal den Bescheid wegen voller Erwerbsminderung für drei Jahre befristet erhalten. Was muss ist zu tun, dass die Rente auf unbestimmte Dauer festgelegt wird?

von
Corletto

Erst nach 9 Jahren der Befristung würde eine EM-Rente auf " Dauer " gewährt !

Eine " Dauerrente " zu einem früheren Zeitpunkzt als nach den 9 Jahren kommt nur dann in Frage, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen aller höchster Wahrscheinlichkeit nach NIE mehr behoben werden können ( also auf Dauer bestehen bleiben ) und dies scheint bei Ihnen wohl nicht der Fall zu sein !

Diese Entscheidung trifft aber einzig und alleine der med. Dienst der RV anhand der vorliegenden ärztlichen Unterlagen/med. Gutachten .

Sollten Sie mit der jetzigen Befristigung nicht einverstanden sein, können Sie aber auch innerhalb 1 Monats nach Bescheidzustellung WIDERSPRUCH einlegen.

Ob dieser Widerspruch gegen die Befristung jedoch Aussicht auf Erfolg hat , lässt sich ohne genaue Kenntnisse der Einzelfalles nicht vorhersagen.

Persönlich halte ich so einen Widerspruch für nicht besonders sinnvoll
und eher chancenlos.

Sie haben doch jetzt schon 6 Jahre die Befristung und bei nächster Verlängerung wird event. wieder um 3 Jahre verlängert und dann haben Sie die 9 Jahre der max. Befristung doch schon erreicht.

Also bei der übernächsten Verlängerung bekämen Sie dann doch sowieso ( wenn die gesundheitlichen Einschränkungen bis dahin fortbestehen ! ) die " Dauerrente " .

von
Rosanna

Hallo tesha,

entweder Sie legen gegen den Bescheid Widerspruch ein, sofern die Wi. Frist noch nicht abgelaufen ist, oder Sie machen gar nichts (würde ich Ihnen empfehlen).

Jetzt wurde die Rente ja erst einmal für weitere 3 Jahre weitergewährt. Sind diese vergangen, stellt sich Ihr Leistungsvermögen vielleicht schlechter dar. Es wird ja niemand jünger und selten jemand gesünder!

Zumindest besteht die Möglichkeit, dass es in 3 Jahren eine Dauerrente geben wird. Oder - je nach Alter - können Sie anstelle der EM-Rente die Altersrente erhalten.

MfG Rosanna.

von
Rosanna

Hallo Corletto,

bitte Vorsicht bei den Aussagen mit 9 Jahren! Ist es eine Arbeitsmarktrente, gilt diese Begrenzung von 9 Jahren nämlich nicht. Diese Zeitrenten sind auch über die 9 Jahre hinaus IMMER zu befristen.

Wie ich hier im Forum schon öfters festgestellt habe, versteifen sich viele EM-Zeitrentner auf diese 9 Jahre. Man muß hier aber unterscheiden.

MfG Rosanna.

von
€

Hallo Rosanna,
was bitte ist eine Arbeitsmarktrente?

von
Du meine Güte

Wurde hier zigmal diskutiert. Suchfunktion nutzen!

von
Rosanna

Würde ich auch sagen. ;-))

von
Corletto

@rosanna

Sorry, Sie haben natürlich Recht.
Das mit der permanenten Befristung bei der Arbeitsmarktrente vergesse ich immer - auch deshalb , weils mich ja nie betroffen hat.

von
tesha

Hallo Rosanna,
die Zeit für einen Widerspruch wäre noch gegeben, aber warum empfehlen Sie es nicht?
Ich bin wegen einer Krebserkrankung voll erwerbsgemindert, die erblich durch einen Gentest festgestellt ist.Durch diesen Gendefekt folgen weitere Krebserkrankungen, aktueller Befund wurde bei der Verlängerung vorgelegt. Alleine diese Tatsache verbunden mit der psychologischen Anspannung und Schuldgefühlen, weil ich dieses Gen meiner Tochter (auch mit 26 Jahren an Krebs erkrankt) vererbt habe ist eine schwere Situation. Meine behandelnden Ärzte haben eingeschätzt, dass ich nicht mehr arbeitsfähig sein werde.
Ich bin jetzt 47 Jahre und weiß momentan nicht, was empfehlenswert ist? Was hat es mit den 9 Jahren EM auf Zeit? Vielen Dank!

von
Chris

Zu den 9 Jahren EM auf Zeit: Nachzulesen im § 102 SGB VI
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(2) ... Renten, auf die ein Anspruch unabhängig von der jeweiligen Arbeitsmarktlage besteht, werden unbefristet geleistet, wenn unwahrscheinlich ist, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit behoben werden kann; hiervon ist nach einer Gesamtdauer der Befristung von neun Jahren auszugehen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,
Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden grundsätzlich auf Zeit geleistet.
Die Zahlung einer Dauerrente kann nur ausnahmsweise erfolgen, wenn es aufgrund schwerwiegender medizinischer Gründe unwahrscheinlich ist, dass die Erwerbsminderung behoben werden kann.

Eine Befristung erfolgt zunächst für längstens drei Jahre ab Rentenbeginn. Eine wiederholte Befristung kann nur für längstens neun Jahre erfolgen,
ausgenommen sind Renten, die aufgrund des verschlossenen Arbeitsmarktes zu zahlen sind. Diese sind auch über den Zeitraum von neun Jahren hinaus immer zu befristen.

Durch Ihre vierte Antragstellung auf Gewährung der Rente wegen voller Erwerbsminderung vor Ablauf der neuen Dreijahresfrist wird der Rentenversicherungsträger prüfen, ob Ihnen die Dauerrente zu gewähren ist.

Aber bei der Einzelfallprüfung besteht durchaus auch die Möglichkeit, dass es bereits vor Ablauf dieser Zeitspanne zu einer
Dauerrente kommen könnte.

von
tesha

Hallo,
auf Grund ihrer Aussage; Zitat: Aber bei der Einzelfallprüfung besteht durchaus auch die Möglichkeit, dass es bereits vor Ablauf dieser Zeitspanne zu einer
Dauerrente kommen könnte, empfehlen Sie damit gegebenenfalls jetzt in das Widerspruchsverfahren zu gehen oder ...? Vielen Dank im voraus!

von
Rosanna

Hallo tesha,

weshalb Ihnen nur wieder eine Zeitrente gezahlt wird, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht halten die DRV-Ärzte eine Besserung in ein paar Jahren doch für WAHRSCHEINLICH? Ich bin kein Arzt und kann das nicht beurteilen, aber es soll schon Krebskranke gegeben haben, bei denen der Krankheitsverlauf einige Jahre später doch positiv war. Ich hatte einen Kollegen in Ihrem Alter, der trotz Leukämieerkrankung noch über 5 Jahre weitergearbeitet hat, und zwar ganztags. Leider ist er letztes Jahr an einer anderen Krankheit verstorben.

Warum ich es Ihnen nicht unbedingt empfehle?

1. Wollen Sie sich momentan WIRKLICH des Streß mit einem Widerspruchsverfahren antun? Ob am Ende eine Dauerrente dabei herauskommt, weiß kein Mensch. Auch eine Dauerrente bwahrt Sie nicht unbedingt vor einer Nachprüfung.

So wissen Sie, dass zumindest die nächsten 3 Jahre Ruhe ist. Dann sind Sie 50. Hat sich Ihr Gesundheitszustand bis dahin nicht wesentlich gebessert oder sogar noch verschlechtert, wird die Rente wohl weitergewährt. Nur bei einer WESENTLICHEN Änderung wird eine Zeitrente nicht weitergewährt.

2. Wenn die Rente - so wie es sich darstellt - tatsächlich aus rein medizinischen Gründen gezahlt wird, haben Sie nach 9 Jahren eine Dauerrente zu erwarten. Das bedeutet noch 1 x Weitergewährung!

Aber das müssen natürlich Sie alleine entscheiden.

MfG Rosanna.

von
tesha

Hallo Rosanna,
vielen Dank für ihre Informationen. Sie sind sehr hilfreich auf die Entscheidung Widerspruchsverfahren ja oder nein. Aber bitte geben Sie mir noch die Information, wie das Verfahren ist bzw. was mich erwartet bei einem Widerspruch?
Ich bedanke mich.

von
Corletto

Könnte eigentlich so ein Widerspruchsverfahren auch dazu führen ( weil ja die gesundheitliche Situation völlig NEU überprüft wird ) , das dann die EM-Rente entweder wieder gänzlich aberkannt oder die Befristung von 3 auf zb. nur 2 oder 1 Jahr verkürzt wird ??

Oder hat man quasi einen "Bestandschutz" und
die EM-Rente kann durch einen Widerspruch nicht negativ verändert werden ???

von
Chris

Durch einen Widerspruch/Klage kann man nicht schlechter gestellt werden als vorher.

von
Rosanna

In so kurzer Zeit (Widerspruchsfrist 1 Monat) und einem anschließenden Widerspruchsverfahren ist dies so gut wie unmöglich! Ich habe einen solchen Fall noch nie erlebt. Denn das würde ja bedeuten, dass die DRV-Ärzte bei der 1. Untersuchung und Feststellung des Leistungsvermögens so total daneben gelegen hätten.... undenkbar, dass in einem Widerspruchsverfahren eine EM-Rente wieder aberkannt oder das Zeitrentenende verkürzt wird. Mit Bestandsschutz hat dies nichts zu tun.

Die einzige Möglichkeit, dass in einem Widerspruchsverfahren so was passieren würde, wäre eine Wunderheilung! Und die ist doch sehr selten. ;-))

von
Rosanna

Sie müßten im Widerspruchsverfahren ganz aktuelle ärztliche Berichte Ihrer behandelnden Ärzte vorlegen, werden evtl. nochmals von der DRV ärztlich begutachtet etc. Da ein Widerspruchsverfahren immer individuell abläuft, kann ich Ihnen beim besten Willen nicht im voraus sagen, wie das bei Ihnen wäre. Es könnte natürlich auch sein, dass nur nochmal eine Vorlage an den Ärztlichen Dienst der DRV erfolgt (ist aber eher unwahrscheinlich).

Sorry, ich kann Ihnen da leider nicht weiterhelfen.

Mein Standpunkt ist der, dass ich bei einer Weitergewährung der Rente auf Zeit keinen Widerspruch einlegen würde (aus den von mir bereits genannten Gründen), NUR wenn die Rente abgelehnt worden wäre, würde ich Widerspruch einlegen!

Selbst wenn Sie jetzt eine Dauerrente bekommen, würde bei Ihrem Krankheitsbild und Ihrem noch relativ jungen Alter vielleicht in 2, 3 Jahren eine Nachuntersuchung anstehen. Dann haben Sie das gleiche Problem, dass eine Überprüfung erfolgt, als wenn Sie eine Zeitrente erhalten. Und nach 9 Jahren gibt´s eh die Dauerrente.

Aber das müssen Sie selbst wissen.

MfG Rosanna.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,
sicherlich haben Sie die gesetzliche Möglichkeit, innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Wochen nach Zugang des Rentenbescheides Widerspruch einzulegen.
Da aber momentan die Rente aufgrund einer "begründeten Besserungsaussicht in absehbarer Zeit" befristet wurde, erscheint ein Widerspruch
nur dann erfolgsversprechend, wenn neue medizinische Beweismittel zwecks Begründung vorgelegt würden, die diese Leistungseinschätzung widerlegen würden.

Wenn Ihrem Widerspruch nicht entsprochen werden kann, würde es ja trotzdem bei der befristeten Rentenzahlung für die nächsten drei Jahre verbleiben, so dass kein Risiko entstehen kann.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,

da das Widerspruchsverfahren in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der vorherigen ärztlichen Entscheidung steht, ist es sehr unwahrscheinlich, dass seitens der Ärzte der Rentenversicherung nunmehr in einem Widerspruchsverfahren eine gänzlich andere Entscheidung zu Ihren Ungunsten getroffen wird. Das Vorliegen einer Leistungseinschränkung wurde ja bereits festgestellt. Im Allgemeinen ist nicht davon auszugehen, dass Ihr Gesundheitszustand seit Erteilung des Rentenbescheides deutlich besser geworden ist.