Rente wegen voller Erwerbsminderung auf Dauer

von
Falko

Ich habe eine Krebserkrankung des Lymphatischen Systems mit Besserung (die Chemo hat den Knoten vernichtet) aber ich fühle mich insgesamt nicht arbeitsfähig. Ausserdem habe ich GdB 60 wegen künstlicher Hüfte (TEP mit Pfannendachplastik, fühle mich depressiv wegen dieser jahrzehntelangen Körperbehinderung, die Chemo hat mein Knochensystem völlig schmerz-/und sehr kälteanfällig werden lassen und vieles mehr). Ich habe dann letztes Jahr eine einjährige Rente wg. voller Erwerbsminderung bekommen, welche am 30. Sept. 2009 endet. Habe vor Wochen einen Antrag auf Verlängerung gestellt. Daraufhin musste ich mich vor ca. 3 Wochen einem neuen Gutachten unterziehen und nun warte ich auf das Ergebnis. Habe große Sorge, dass die Rente nicht verlängert wird. Ich weiß aber aufgrund meines gesamten körperlichen und seelischen Zustandes (nicht mehr lange belastungsfähig), dass ich nicht mehr den Arbeitsanforderungen werde standhalten können. Die Krebserkrankung wurde m.E. auch durch die hohen Anforderungen im Beruf, welche ich aufgrund meiner Körperbehinderung dann psychisch nicht mehr in Einklang bringen konnte ausgelöst. Der bösartige Lymphknoten ist weg. Der Onkologe spricht jedoch jetzt von totaler Remission, aber ich bin nicht arbeitsfähig und werde es auch nicht mehr werden. Ich bin 53 Jahre alt und lebe allein.
Was kann ich tun, wie kann ich korrekt vorgehen, um eine dauerhaufte Rente der vollen Erwerbsminderung zu bekommen.
Wäre für eine kompetente Antwort dankbar, evtl. von jemandem, der diese Rente auf Dauer über die Instanzenwege letztendlich erhalten hat.
Besten Dank für hilfreiche Antworten.
Falko

von
Bernd

Hallo Falko,

Mein Tipp geh mal ins Erwerbslosen Forum.
Da sind genügend Leute
die dir gut weiterhelfen können.

von
Falko

Hallo Bernd,

danke Dir für Deinen Hinweis. Darf ich dich fragen, wo ich den Link '"Erwerbslosenforum" finde, wahrscheinlich bin ich so blind/zu blöd und kann das nicht sehen/finden. Wäre dir dankbar, wenn du mir nochmal antworten könntest.
Danke dir - Gruß Falko

von
Schade

Auch wenn es schwer fällt, momentan müssen Sie ganz einfach die Entscheidung über den Verlängerungsantrag abwarten.
Bislang haben Sie ja alles richtig gemacht.

Heute Mitte Juli ist noch 10 Wochen Zeit bis die Rente wegfällt - aus Sicht der DRV ist noch genügend Zeit zu entscheiden.

Sollten Sie bis Anfang September noch nichts gehört haben, sollten Sie telefonisch bei Ihrer Sachbearbeitung den Sachstand erfragen.

Mehr kann Ihnen das Forum nicht bieten, ob die Rente verlängert wird und wenn wieder befristet oder diesmal auf Dauer, weiß hier keiner.

Dazu müsste man hellsehen können oder als Sachbearbeiter genau Ihren Vorgang bearbeiten....

Alles Gute

von
Kennich

Leider kann ich da mitreden (Krebskrankheit). Vollremission bedeutet nichts anderes, als dass es ZUR ZEIT keine medizinischen Anhaltspunkte für ein Fortschreiten (oder Wiederauftreten) der Erkrankung gibt.
Was es NICHT heißt:
Dass Sie GESUND sind.

Auch meine Krebserkrankung wurde durch Op und Chemo erfolgreich behandelt.

ABER: viele Krebskranke leiden nach einer Chemo unter extremer Müdigkeit, Schlappheit, Antriebslosigkeit, depressiven Gedanken.
Auch das Denkvermögen kann nachlassen (bei mir waren es extreme Wortfindungsstörungen).

Im Beruf muss man aber zu 100% einsatzfähig sein und dazu war und bin ich bis heute nicht in der Lage.

Aber nun zu MEINEM Werdegang in Sachen Rente:

Der 1. Antrag wurde problemlos bewilligt.
Der 2. Antrag wurde durch einen unmöglichen Gutachter fast zum Fiasko (O-Ton: Sterben müssen wir alle mal, ein paar Jährchen mehr oder weniger... was macht das schon).
Trotzdem wurde die Rente für 1 Jahr weiterbewilligt.

Der 3. Antrag (2007) wurde erst einmal gar nicht bewilligt; stattdessen hat man mich in eine Reha geschickt.
Davon habe ich mich bis heute nicht erholt. :-(
Danach wieder ein Jahr Zeitrente.

Der 4. Antrag (2009) wurde dann überraschenderweise nur nach Aktenlage entschieden (kein Gutachter, nur von mir eingereichte Atteste meiner Ärzte) und DANN erst wurde aus der Zeitrente eine unbefristete.

Der gesamte Vorgang war die absolute HÖLLE für mich.

Und EINES habe ich gelernt:
Es ist völlig uninteressant, welche Erkrankung man hat.
Was zählt, sind die Einschränkungen, welche diese Erkrankung mit sich bringt.

Und gegenüber meiner RV kann ich mich nur entschuldigen mit den Worten:

Sorry, dass ich lebe; ich verspreche auch, es nie wieder zu tun.

von
Falko

Kennich, du schreibst, man hat dich in die Reha geschickt und davon habest du dich nicht erholt. Der mich kurzlich zu begutachtende Arzt hat das auch gleich erwähnt, dass ich unbedingt eine Reha machen solle. Wie kann ich das vermeiden. Denn ich vermute stark, dass der Arzt der DRV, welcher jetzt die endgültige Entscheidung zu treffen hat über die Fortsetzung der vollen EU, mich zunächt in die Reha schickt und dann erst mit deren Entscheidung sein "Urteil fällt" und das möchte ich vermeiden. Ich fühle mich gestresst durch dieses lange warten und bin es durch das Matyrium der Erkrankung während der letzten beiden Jahre und durch die jetzigen "starken Nachwehen" ohnehin.
Gruss Falko

von
Kennich

Leider kann man so eine Reha nicht ablehnen. :-(
Sonst ist die Rentenverlängerung automatisch zum Scheitern verurteilt (es sei denn, der Onkologe sieht eine gesundheitliche Gefahr (Verschlimmerung) und hält Sie nicht für Reisefähig).

Für die RV ist der Reha-Entlassungsbericht wichtig; er gilt als zusätzliches Gutachten; vor allem, was das darin enthaltene positive und negative Leistungsbild bei Ihnen angeht (erwerbsfähig UNTER 3 Stunden (volle Erwerbsminderung)... erwerbsfähig für 4 bis 6 Stunden (noch für halbe Tage erwerbsfähig)... vollschichtig erwerbsfähig (8 Stunden)).

Offiziell soll diese Beurteilung zwar nur als eine Empfehlung für die RV gelten... inoffiziell wird praktisch IMMER danach entschieden, welches Kreuzchen wo gesetzt wurde.

Nun ja... mich hat man in der Reha als Simulant hingestellt (Merk- und Wortfindungsstörungen).
WIE man so etwas simulieren kann... keine Ahnung.
Außerdem hat man mir die ganzen Wochen eingetrichtert, ich sei jetzt wieder völlig gesund (darüber hat meine Onkologin später nur noch den Kopf geschüttelt).
Meine Erkrankung wurde leider erst im fortgeschrittenem Stadium erkannt... und es ist fast ein Wunder, dass ich überhaupt noch lebe.

Ach ja... und dann mein damaliges Alter.
Ich hab nicht gezählt, wie oft ich zu hören bekam, ich sei zu jung für Rente (war 48 J.).

Am Abreisetag war ich ein totales nervliches Wrack und was das bedeutet für Krebskranke, können sich nur Betroffene vorstellen.

Richtig erholt von diesem Aufenthalt habe ich mich immer noch nicht.
Noch entwürdigender als dort habe ich mich noch nie gefühlt.
"Die Würde des Menschen ist unantastbar"... darüber kann ich nur noch müde lächeln.

Während der gesamten Verfahrensdauer konnte ich praktisch kein Fünkchen Würde mir gegenüber finden.

Aber IHNEN wünsche ich von ganzem Herzen einen problemloseren (menschlichen) Umgang mit Ihnen.

PS: ICH weiß sehr genau, wie Sie sich fühlen!

Alles Gute für die Zukunft!

von
Falko

Welche sinnvollen Schritte sind jetzt für mich zu gehen, damit ich die Erwerbsunfähigkeitsrente auf Dauer bekomme. Habe die Krebserkrankung, wie bereits beschrieben, seit Mai 2007. Ein Jahr Chemo. Ergebnis volle Remission. Starke Nachwirkungen der Chemo. Ich selbst sage: Nicht belastbar für berufliche Tätigkeit jeglicher Art. GdB 60.
Wie muss ich vorgehen: Schritt für Schritt. Das Ergebnis einer erneuten Gutachtens gemacht vor 3 Wochen steht an. Was gilt es für mich zu tun, wenn ich als arbeitsfähig in welchem Status auch immer, erklärt werden.
Wer kann mir kompetente Hilfe angedeihen lassen. Wäre sehr dankbar.
Gruss Falko

von
Stefan

Mein Vorschlag :
Warten Sie die Entscheidung der DRV ab. Wenn es dann nicht zu einer Rente auf Dauer kommt und sie dies unbedingt wollen (evtl. sind 3 Jahre auch erst mal in Ordnung ?) dann sollten Sie Widerspruch einlegen. Verlangen sie dann unbedingt Kopien der ärztlichen Gutachten und gehen Sie diese mit IHrem behandelnden Artz durch . Dann begründen Sie Ihren Widerspruch und legen eine Stellungnahme ihres Arztes bei. Darin sollte dann möglichst ausfürlich begründet werden, warum eine Besserung unwahrscheinlich ist.
Sollte dies nicht zum Erfolg führen, legen Sie Klage ein. Hierbei ist es jedoch empfehlenswert sich vertreten zu lassen (Sozialverband (VdK etc.) , Rechtsanwalt oder Rentenberater). Fechten Sie es durch , meiner Meinung nach dürfte dies mit weniger Stress verbunden sein , als alle Jahre wieder vor einer ungewissen Zukunft zu stehen.

von
Kennich

Auch ich rate dringend zu einem Beistand (VdK).
Dort gibt es Anwälte, die Tag für Tag mit Rentenwidersprüche zu tun haben.
Ich rate auch dringend davon ab, die Begründung bei einem Widerspruch selbst zu verfassen.
Es gibt da so viel zu beachten, dass man so etwas wirklich einem Anwalt überlassen sollte.

Zur Zeit denke ich, brauchen sie einfach nur starke Nerven.
Ich weiß sehr wohl, wie das Warten auf einen Bescheid an die Nerven geht.

Aber es nutzt alles nichts; ein Schritt nach dem nächsten.

Alles andere wäre vergeudete Kraft, welche ein Krebskranker viel sinnvoller nutzen sollte.

In der Zwischenzeit sollten Sie sich über den VdK oder auch andere Verbände erkundigen (online kann man viel erfahren); die Geschäftsstelle sollte natürlich in Heimatnähe sein.

Niemand kann Ihnen eine Garantie geben, eine unbefristete Rente zum jetzigen Zeitpunkt zu erstreiten.

Sie können nur in den Widerspruch gehen, falls das erwünschte Ergebnis nicht erreicht wird.
Ob der dann von Erfolg gekrönt ist,
weiß niemand hier im Forum.

Der GdB erhöht sich allerdings, wenn noch zusätzlich eine Krebserkrankung auftritt.

Bei mir waren es beim ersten Antrag 40%, dann 80 für 5 Jahre.

Nochmals alles Gute!

von
Detlef

Aber zu beeachten ist dabei, das der GdB nach der sog.
" Heilungsbewährung "
2-5 Jahre ( je nach Art und Ausdehnung der Krebserkrankung ) komplett wegfällt !

Wenn Sie also z.B. 50 % auf den Krebs bekommen haben, wird der nach Ablauf der Heilunsgbewährung - und falls kein Rezidiv/Rückfall aufgetreten sein sollte ! - komplett auf 0 % herabgesetzt.

Außerdem hat ein Grad der Behinderung keinerlei Auswirkungen auf die Zuerkennung einer EM-Rente.

Jemand kann 100 % GdB haben - aber trotzdem voll arbeits-und erwerbsfähig sein !!

von
Falko

Update - heute Nachricht bekommen, dass ein 2. Gutachten erforderlich wird. Dieses sei ein neurologisches. Hat jemand Erfahrung damit.
Wie gesagt. Bis Ende letzten Jahres Chemo (1 Jahr lang) - Lymphsystem erkrankt mit Lymphknoten gutartig. Insofern Erwerbsunfähigkeitsrente bis jetzt Ende September 2009. Antrag auf Verlängerung gestellt. Vor 3 Wochen Gutachten bei einem Internisten mit Schwerpunkt Onkologie. Jetzt vom DRV Nachricht: Ein weiteres Gutachten bei einem Neurologen.
- Auf was ist hier zu achten.
- Wie muss ich argumentieren, dass ich - wie ich selbst weiß es auch erforderlich ist - die Rente fortgesetzt bekomme
- ich möchte jetzt in diesem Jahr KEINE Reha mehr. Bin komplett alleinstehend, habe keine Familie, fühle mich jedoch noch nicht fit genug für Reha. Brauche eher ein Haustier, das wäre bei meiner Lebenslage sicherlich aufbauend.
- Wie argumentiere ich richtig mit Blick auf den mich zu begutachtenden Neurologen
- Wer hat ähnliche Erfahrungen bereits gemacht und kann hilfreiche Tips geben zu neurologisch ausgerichteten Gutachten.
Die werden auf eine Reha abzielen und dann erst entscheiden. Das möchte ich sauber und zu meinem besten Interesse verhindern.
- Wie wird für mich nun machbar, dass meine Rente fortgesetzt wird.

Danke Euch sehr !
Gruss Falko

von
Falko

Update von Update (Lymphknoten natürlich bösartig - leider !)- heute Nachricht bekommen, dass ein 2. Gutachten erforderlich wird. Dieses sei ein neurologisches. Hat jemand Erfahrung damit.
Wie gesagt. Bis Ende letzten Jahres Chemo (1 Jahr lang) - Lymphsystem erkrankt mit Lymphknoten bösartig. Insofern Erwerbsunfähigkeitsrente bis jetzt Ende September 2009. Antrag auf Verlängerung gestellt. Vor 3 Wochen Gutachten bei einem Internisten mit Schwerpunkt Onkologie. Jetzt vom DRV Nachricht: Ein weiteres Gutachten bei einem Neurologen.
- Auf was ist hier zu achten.
- Wie muss ich argumentieren, dass ich - wie ich selbst weiß es auch erforderlich ist - die Rente fortgesetzt bekomme
- ich möchte jetzt in diesem Jahr KEINE Reha mehr. Bin komplett alleinstehend, habe keine Familie, fühle mich jedoch noch nicht fit genug für Reha. Brauche eher ein Haustier, das wäre bei meiner Lebenslage sicherlich aufbauend.
- Wie argumentiere ich richtig mit Blick auf den mich zu begutachtenden Neurologen
- Wer hat ähnliche Erfahrungen bereits gemacht und kann hilfreiche Tips geben zu neurologisch ausgerichteten Gutachten.
Die werden auf eine Reha abzielen und dann erst entscheiden. Das möchte ich sauber und zu meinem besten Interesse verhindern.
- Wie wird für mich nun machbar, dass meine Rente fortgesetzt wird.

Danke Euch sehr !
Gruss Falko

Experten-Antwort

Hallo Falko,
ich habe Ihnen was unter Ihrem Beitrag vom 21.07.2009 geschrieben.

von
Falko

Hallo Experte,

Wo hast Du Deinen Kommentar hingeschrieben. Wahrscheinlich bin ich zu "schmalspurit/blind oder was auch immer . Kann es nicht finden.
Gruss Falko

Experten-Antwort

An einen "falko" (mit kleinem f) habe ich auf einen Beitrag vom 21.07.2009 unter dem Titel "2. Gutachten wird verlangt nach Verlängerungsantrag von auf 1 Jahr begrenzter, voller Erwerbsunfähig". Mehr kann ich als Vertreter der gesetzlichen Rentenversicherung zu diesem Thema nicht beitragen.

Hier nochmals der Beitrag:

Hallo Falko,
die Untersuchungen der Ärzte sollen feststellen, ob tatsächlich noch volle Erwerbsunfähigkeit besteht oder ob die Erwerbsfähigkeit durch eine Rehamaßnahme wiederherstellt werden kann. Oftmals sind für diese Feststellung mehrere Untersuchungen notwendig. Während den Untersuchungen sollten Sie die Ihnen gestellten Fragen ehrlich beantworten und alle, Ihrer Meinung nach, wichtigen Tatsachen darlegen. Daraufhin wird dann entschieden, ob in Ihrem Einzelfall die Erwerbsunfähigkeitsrente wei-tergezahlt werden kann oder ob eine Leistung zur Teilhabe (Reha) erfolgsversprechend scheint.
Sollten Sie den Termin der Begutachtung nicht wahrnehmen, könnte dies zur Folge haben, dass nach Aktenlage, d.h. auf Grundlage des ersten Gutachtens, entschieden wird und somit die Rente eventuell ganz entzogen werden könnte, wenn das erste Gutachten nicht zur Feststellung der Erwerbsunfähigkeit ausreicht.