Rente wegen voller Erwerbsminderungsrente in der Zukunft - Arbeitsstunden

von
Claus

Hallo Zusammen,
ich habe folgende Situation:
Ab dem 01.04.2016 erhalte ich die voll EU-Rente lt. Bescheid. Zur Zeit bin ich noch in Vollzeitbeschäftigung tätig, reduziere meine Arbeitszeit durch angehäuften Urlaub aus der Vergangenheit.
Lt. Bescheid erhalte ich keine Rentenzahlung, da mein Arbeitgeber angeben musste wie mein Verdienst ab dem 01.04.2016 sein wird, Das ist natürlich eine Angabe mit Vollzeitbeschäftiung und Gehalt, da überhaupt nicht feststand, ob überhaupt eine EU-Rente genehmigt wird.
Nun ist das doch der Fall und das ist gut so.
Meine Fragen:
1. Ich dürfte dann nur noch höchsten 3 Stunden täglich /15 Stunden die Woche tätig sein. Damit käme ich auf eine 3/4 Rente aufgrund der Hinzuverdienstgrenze. Heisst hier bis 3 Stunden höchstens 2 Stunden 59 Minuten oder kann das an manchen Tagen mehr sein, aber die Wochenstunden von 15 nicht überschreiten ?

2. Werde evtl. Rentenzahlungen aus der ZVK (Zusatzversicherungskasse über den Arbeitgeber) beim Einkommen für die Zuverdienstgrenze mit berücksichtigt ?

Über weitere Tipps für mich Unbedarfter bin ich sehr dankbar.
Claus

von
W*lfgang

Hallo Claus,

1. zur 'zulässigen' Std.Zahl lesen Sie diesen Beitrag mit weiterführenden Links:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=46&no_cache=1&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=29215#pid234243

Nicht das, was Sie persönlich noch ackern können ist entscheidend, sondern was nach objektiv med. Maßstäben gemessen am allgemeinen Arbeitsmarkt für Sie noch möglich wäre ...warten Sie die nächsten Beiträge ab - ich verspreche Ihnen, die sind von Schnappatmung begleitet ;-)

2. ZVK-Einkommen ist unbedeutend. Es kommt nur auf Einkünfte aus Beschäftigung/Tätigkeit an.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Claus,

„W*lfgang“ hat Ihnen bereits die zutreffenden Hinweise/Antworten gegeben. Im Zweifel können Sie sich im Übrigen auch in einer Auskunfts- und Beratungsstelle individuell und umfassend zu Ihrer persönlichen Fallkonstellation beraten lassen.

von
Schorsch

Nach der gesetzlichen Definition liegt bei einem Leistungsvemögen von MINDESTENS 3 Stunden/täglich keine volle Erwerbsminderung vor.

Der Experte @W*lfgang und der abnickende Ober-Experte legen diese Regelung offenbar immer großzügig zu Gunsten der Betroffenen aus.

Andere DRV-Sachbearbeiter sind aber eventuell nicht so großzügig sondern verdammt kleinlich und könnten zumindest eine erneute Überprüfung des beruflichen Leistungsvermögens veranlassen, wenn der gesetzlich definierte Zeitrahmen nicht eingehalten wird.

Wenn Sie Nerven wie Drahtseile haben, können Sie ja mal versuchsweise die individuellen Schmerzgrenzen Ihrer zuständigen DRV-Sachbearbeiter austesten.
Mir persönlich wäre das allerdings zu gefährlich, weil ich bereits diverse Erfahrungen mit der DRV gesammelt habe. ;-)

von
Claus

Hallo zusammen,

Erstmal vielen Dank für eure Beiträge und Kommentare.
Dadurch bin ich natürlich an weitere Infos gekommen und in die Tiefe gelankt.
Ich habe daraufhin mit der Sachbearbeitung der Rentenversicherung Kontakt aufgenommen, welche sich auch meine Akte zu Hand genommen hat, und geschildert dass ich nicht weiß ob mein Arbeitgeber überhaupt bereit ist mir etwas mit unter 15 Stunden pro Woche anzubieten.
Eine volle Erwerbsminderungsrente würde das Arbeitsverhältnis laut Tarifvertrag ruhen lassen bei einer Teilerwerbsminderungsrente hätte ich Anspruch auf eine Teilbeschäftigung.

Mir wurde klar gesagt dass ich die einzelnen Hinzuverdienstgrenzen jeweils für volle halbe und ein Viertel nicht überschreiten darf um entsprechend eine Rente zu beziehen.
Auf mehrmalige Frage, ob bei drei oder vier Arbeitsstunden pro Tag es dann zu einem Wegfall der Vollrente führen würde teilte die Person mit, dass ich das zu Lasten meiner Gesundheit machen würde aber deswegen, solange die Höchstgrenzen nicht überschritten werden, in meinem Fall nicht zu einem Wegfall führen würde. Dies wurde noch mal durch Rückfrage bei einem Kollegen im gleichen Gespräch bestätigt.
Meine Bedenken, dass es irgendwann mal zu einer Nachprüfung kommt wegen mehr als 3 Stunden wurde verneint.
Somit muss ich annehmen dass es eventuell noch Sonderfälle gibt. Diese klare Aussage macht mich weiterhin unsicher.
Ich werde nächste Woche meinen Arbeitgeber informieren und erstmal feststellen lassen ob sie mir einen Teilzeitvertrag geben trotz voller Erwerbsminderungsrente.
Andernfalls sehe ich mich gezwungen einen Widerspruch einzulegen und einen Antrag in die Abänderung zu einer Teilerwerbsunfähigkeitsrente zu stellen.

Stellt sich eventuell jetzt jemand die Frage, warum ich das denn überhaupt möchte obwohl das Ergebnis auf volle Erwerbsunfähigkeit festgestellt wurde, liegt es daran, dass ich immer gesagt und geschrieben habe: Halbtags schaffe ich, das geht gut und ich möchte weiterhin in meinem Beruf bleiben ich möchte weiterhin nichts versäumen und am Ball bleiben.

von
Schorsch

Zitiert von: Claus

Auf mehrmalige Frage, ob bei drei oder vier Arbeitsstunden pro Tag es dann zu einem Wegfall der Vollrente führen würde teilte die Person mit, dass ich das zu Lasten meiner Gesundheit machen würde aber deswegen, solange die Höchstgrenzen nicht überschritten werden, in meinem Fall nicht zu einem Wegfall führen würde. Dies wurde noch mal durch Rückfrage bei einem Kollegen im gleichen Gespräch bestätigt.

Bitten Sie die Personen, die Ihnen das (vermutlich telefonisch) mitgeteilt haben, um eine schriftliche Bestätigung.
Ich bezweifle allerdings, dass die dazu bereit sind, weil schriftliche Aussagen verbindlich sind.

Auch der User @W*lfgang wird Ihnen keine offizielle schriftliche Bestätigung unter Angabe seines Klarnamens zukommen lassen.
Da bin ich mir ganz sicher.
(Der würde höchstens "Schnappatmung" bekommen. ;-))

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
Der Experte @W*lfgang und der abnickende Ober-Experte legen diese Regelung offenbar immer großzügig zu Gunsten der Betroffenen aus.
, Schorsch' Law geht natürlich vor - vor anerkannten Rechtsauslegungen ;-)

Dass es im Individualfall anders aussehen kann, wird hier niemand in Abrede stellen ...kommen Sie von Ihrer allgemeinen '3-Std-Regel' runter und widmen sich mehr dem Begriff 'Leistungsvermögen'.

Gruß
w.
PS: Ich sagte es schon die vergangenen Tage, dass volle EM mit zulässigem Hinzuverdienst durchaus zur halben EM mit mehr als 3 Std. führen kann ...quasi 'Wiedereingliederung', weil die Mitarbeiter 'wollen' und sich nicht zu schade sind, dabei über ihre gesundheitlichen Grenzen zu gehen.

von
Schorsch

Zitiert von: W*lfgang

...kommen Sie von Ihrer allgemeinen '3-Std-Regel' runter und widmen sich mehr dem Begriff 'Leistungsvermögen'.

Mir ist durchaus bekannt, dass die "3-Std.-Regel" flexibel ist:

Zitiert von: Schorsch

Andere DRV-Sachbearbeiter sind aber EVENTUELL nicht so großzügig sondern verdammt KLEINLICH und KÖNNTEN zumindest eine ERNEUTE ÜBERPRÜFUNG des beruflichen Leistungsvermögens veranlassen, wenn der gesetzlich definierte Zeitrahmen nicht eingehalten wird.

......ansonsten hätte ich wohl kaum die hervorgehobenen Formulierungen benutzt. ;-)

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
......ansonsten hätte ich wohl kaum die hervorgehobenen Formulierungen benutzt. ;-)
Schorsch,

so gesehen, haben wir uns wieder lieb :-)

Gruß
w.

von
Schorsch

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Schorsch,

so gesehen, haben wir uns wieder lieb :-)

Gruß
w.


Na, wenn DAS kein schönes Weihnachtsgeschenk ist..... ;-)

DANKE !

MfG