Renten-Entgeltpunkte bei Leistungsbezug von Arbeitslosengeld (selbständig, freiwillig versichert)

von
CL

Guten Tag,
ich bin freie Journalistin, hatte mich bei Beginn der Selbständigkeit freiwillig arbeitslosenversichert und bin Mitglied der Künstlersozialkasse (KSK). Nun muss ich coronabedingt ALG beantragen und habe gelesen, dass ich dann weiterhin Beiträge für den Rentenversicherung zahlen soll, dafür aber auch Entgeltpunkte erwerbe (entsprechend dem bei der KSK gemeldeten Einkommen). Sehe ich es richtig, dass dann zu diesen Entgeltpunkten noch Entgeltpunkte entsprechend der Bemessungsgrundlage für das ALG kommen? Leider habe ich keine Ahnung, wie diese in meinem Fall aussieht, da das ALG ja von der Qualifikation und nicht vom Einkommen abhängt (in meinem Fall Hochschulabschluss, also Q-Gruppe 1, Steuerklasse II, 2 Kinder). Danke für eine kurze Info dazu.

von
Siehe hier

Lesen Sie bitte die Informationen bei der KSK nochmal GENAU durch.

Sie können (bzw. müssen) nicht selbst Beiträge bezahlen, wenn Ihr Hauptverdienst aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung stammt.
In diesem Fall ist also ALG I Ihr Hauptverdienst.

Zusätzliche Beiträge fallen dann nur an, wenn Sie trotz ALG I eine Tätigkeit ausüben.

Für die Berechnung der EPs werden dann die gemeldeten Beiträge aus ALGI und "Nebenbeschäftigung" zusammen errechnet. Wenn es keine "Nebenbeschäftigung" gibt, sind die Beiträge entsprechend geringer.

Aber die genauen Richtlinien zur Beitragszahlung und Anrechnung finden Sie für Ihren Fall bei der KSK direkt!

von
CL

Zitiert von: Siehe hier
Lesen Sie bitte die Informationen bei der KSK nochmal GENAU durch.

Sie können (bzw. müssen) nicht selbst Beiträge bezahlen, wenn Ihr Hauptverdienst aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung stammt.
In diesem Fall ist also ALG I Ihr Hauptverdienst.

Zusätzliche Beiträge fallen dann nur an, wenn Sie trotz ALG I eine Tätigkeit ausüben.

Für die Berechnung der EPs werden dann die gemeldeten Beiträge aus ALGI und "Nebenbeschäftigung" zusammen errechnet. Wenn es keine "Nebenbeschäftigung" gibt, sind die Beiträge entsprechend geringer.

Aber die genauen Richtlinien zur Beitragszahlung und Anrechnung finden Sie für Ihren Fall bei der KSK direkt!

Hallo, danke für die schnelle Antwort, das hatte ich dazu auf der Webseite der KSK gefunden: "Neben der zuvor erwähnten Beitragszahlung der Agentur für Arbeit muss der selbständige Künstler/Publizist weiterhin Beiträge zur Rentenversicherung an die KSK zahlen. Dies wird bei der späteren Berechnung der Rentenansprüche berücksichtigt. Das bedeutet: Der Künstler/Publizist erwirbt Rentenanwartschaften sowohl aufgrund des Leistungsbezuges von der Agentur für Arbeit wie auch aufgrund der Einkünfte aus selbständiger Arbeit."

von
Siehe hier

Hallo CL,
ich habe nun selbst noch mal etwas noch genauer nachgelesen, damit Missverständnisse ausgeschlossen werden.

Zunächst zur begrifflichen Klarstellung: mit "Nebenbeschäftigung" meinte ich nicht einen Nebenbeschäftigung aus Minijob oder ähnlichem, sondern Ihre eigentliche Einnahmequelle aus selbstständiger Tätigkeit - die neben dem Bezug von ALGI ja noch erfolgen darf (Achtung! wird beim ALGI evtl. angerechnet - bitte dann dort nachfragen!), aber aufgrund der veränderten Auftragslage vermutlich aktuell nur zweitrangig ist.

Grundsätzlich ist es ja so, dass Sie die Beiträge (auch die zur RV) aufgrund Ihrer Einschätzung monatlich bezahlen. Und wenn Sie dies, neben Ihrem Bezug von Arbeitslosengeld weiterhin tun, wird auch beides für die Berechnung der EP später berücksichtigt (wie in dem von Ihnen zitiertem Text beschrieben).

Sie KÖNNEN diese monatliche Belastung mit einer Änderungsmitteilung an die KSK reduzieren, indem Sie Ihr voraussichtliches Einkommen aufgrund der Auftragseinbrüche neu angeben. Dies geht nur im Voraus, nicht rückwirkend (entsprechend hierzu siehe die Hinweise der KSK zum Thema 'Corona').
Dann allerdings ändern sich natürlich auch die zu berücksichtigenden Einnahmen für die zu erwerbenden EP.

Also wenn Sie nun erst mal Ihren monatlichen Beitrag weiter bezahlen, wird dieser später auch berücksichtigt!

Wenn die Krise länger andauert und die Auftragslage also auch weiterhin schlecht bleibt, sollten Sie noch mal nachdenken, ob eine Beitragsreduzierung in Ihrem persönlich Fall sinnvoller ist, um Ihre monatlichen Ausgaben schmal zu halten, oder doch lieber in Hinblick auf eine spätere Rente es unverändert belassen.

Informieren Sie sich hierzu laufend weiter auf der Seite der KSK
und bleiben Sie gesund!!

Experten-Antwort

Zitiert von: CL
Guten Tag,
ich bin freie Journalistin, hatte mich bei Beginn der Selbständigkeit freiwillig arbeitslosenversichert und bin Mitglied der Künstlersozialkasse (KSK). Nun muss ich coronabedingt ALG beantragen und habe gelesen, dass ich dann weiterhin Beiträge für den Rentenversicherung zahlen soll, dafür aber auch Entgeltpunkte erwerbe (entsprechend dem bei der KSK gemeldeten Einkommen). Sehe ich es richtig, dass dann zu diesen Entgeltpunkten noch Entgeltpunkte entsprechend der Bemessungsgrundlage für das ALG kommen? Leider habe ich keine Ahnung, wie diese in meinem Fall aussieht, da das ALG ja von der Qualifikation und nicht vom Einkommen abhängt (in meinem Fall Hochschulabschluss, also Q-Gruppe 1, Steuerklasse II, 2 Kinder). Danke für eine kurze Info dazu.

Hallo CL,

ja, Sie würden dann für beide Beitragszeiten entsprechende Entgeltpunkte erhalten.

von
CL

Hallo siehe hier und Experte der DRV, vielen Dank noch einmal für die Erläuterungen, das hilft mir schon einmal weiter.

Eine Frage bleibt noch offen: Was gilt denn als Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Entgeltpunkte aufgrund des ALG? In meinem Fall richtet es sich ja nach meiner Qualifikation und nicht nach Einkommen (Q-Gruppe 1, Hochschulabschluss, Steuerklasse II, 2 Kinder). Ich habe dazu bislang nur herausgefunden, wie hoch das ALG für Q-Gruppe 1 bei Steuerklasse III, kinderlos wäre (1.625 Euro). Davon würde ich jetzt rückwärts hochrechnen und käme auf 2.708 Euro brutto (60 Prozent ergeben dann ja 1.625 Euro). Soweit ich weiß, werden ja 80 Prozent des Gehalts für die Rentenentgeltpunkte berücksichtigt, also wäre die Basis für die Berechnung der Entgeltpunkte dann 2.167 Euro? So verstehe ich das jetzt.

Für mich ist die Frage wichtig, weil ich mein Einkommensangaben bei der KSK nun deutlich reduziert habe, was natürlich auch bedeutet, dass in diesem Jahr kaum Entgeltpunkte anfallen werden.

von
Siehe hier

Guten Morgen CL,

Berechnung der Entgeltpunkte:
Wenn Sie genau so viel verdienen, wie das rentenrechtlich maßgebliche Durchschnittseinkommen, erhalten Sie 1 EP.
Wenn Sie weniger verdienen ist der EP-Wert <1,0
wenn Sie mehr verdienen >1,0.

Der Durchschnittverdienst für 2020 ist 40.551,00/Jahr
(das sind 3.462,50/Monat).

Vorausgesetzt, der von Ihnen festgestellte Betrag stimmt, müssten Sie 2.167,00 EUR durch 3.462,50 teilen, das ergibt 0,63 EP/Monat.

Wenn Sie dann den tatsächlichen Betrag wissen, können Sie mit dieser Formel noch mal neu rechnen.

Einen schönen Wochenstart und passen Sie auf sich auf!

von
CL

Vielen Dank für die Infos, das hilft schon mal weiter. leider habe ich jetzt nach wie vor noch keine Antwort der DRV-Experten auf die Frage zu den Rentenentgeltpunkten bei Arbeitslosengeld nach Qualifikation statt Einkommen erhalten. (Das ist eine Besonderheit bei Selbständigen und anscheinend sehr kompliziert). Das war die noch wichtigere Frage ;-)
Wie auch immer: Schöne Ostertage!