Rentenabschläge auch bei Rentenumwandlung?

von
Fritz

Ich (geb. Sept. 1944) habe bisher Erwerbsunfähigkeitsrente bezogen und hatte einen Rentenabschlag (Zugangsfaktor 0,892 (statt 1,0).
Nunmehr habe ich ab 1.1.2008 Altersrente wegen Schwerbehinderung beantragt in der Hoffnung, dass der Rentenabschlag wegfällt.
Im neuen Rentenbescheid steht aber: Entgeltpunkte, die bereits Grundlage einer früheren Rente waren, behalten den Zugangsfaktor der früheren Rente von 0,892.
Ist das richtig?
Ich habe auf Empfehlung eines Sozialverbandes gegen die Rentenabschläge bei der EU-Rente Widerspruch eingelegt, muss ich nun gegen den neuen Rentenbescheid auch Widerspruch einlegen?

von
Schiko..

Viel erfolg für den widerspruch der jetzigen 10,8%,
vermute stark hier werden sie keine nachzahlung er-
warten können.
Die optische darstellung dieser abschläge mit 0,892
rentenfaktor finde ich prima.
Erneuten widerspruch für die rente als schwerbehin-
deter halte ich nicht notwendig.
Waren die 50% bereits schon am 16.11. 2000 vorhanden,
steht ihnen bereits mit 60 jahren die rente abschlags-
frei zu.
Habe ich richtig gerechnet, waren sie im September 2007
bereits 63. Ich meine deshalb, sie könnten die rente be-
reits zum 1.10.07 rückwirkend abschlagsfrei bekommen. Rentenfaktor 1,00.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Markus

Leider sind die Ausführungen von Schiko so nicht ganz richtig.

Es gibt bei Renten mit Abschlägen den sog. "Verminderungszeitraum", d.h. die Zeitspanne, die zwischen frühestmöglichem Rentenbezug mit Abschlag und Rentenbeginn ohne Abschlag liegt.

Bei der Erwerbsminderungsrente und bei der Altersrente wegen Schwerbehinderung ist dies der Zeitraum zwischen 60 und 63 (=36 Monate * 0,3% Abschlag => 10,8% Minderung max.).

Laut § 77 Abs. 3 SGB
VI vermindert sich der Abschlag bei Renten nur für Zeiträume innerhalb dieses Verminderungszeitraumes, in dem keine Rente bezogen wurde.

Hier wäre es, selbst wenn Vertrauensschutz für die Altersrente vorläge, bei einem Rentenbeginn zum 63. Lebensjahr zu spät, da der Verminderungszeitraum bereits abgelaufen wäre.

Eine Rückabwicklung der Rentenminderung ist nur bei einem Rentenbeginn der ALtersrente vor Vollendung des 63. Lebensjahres und dann auch nur um die Anzahl der Monate möglich, in denen der Rentenbezug der geminderten Rente entfällt.

Bsp.:

Vertrauensschutz liegt vor;

Rentenbezug EM-Rente ab 56. Lebensjahr;

Bei Umwandlung der Rente mit 60 => kein Abschlag in der Altersrente;

Bei Umwandlung mit 61 (weil verspätet bemerkt) => noch 24 Monate rückgängig zu machen => noch 3,6 % Abschlag auch in Altersrente, selbst wenn eigentlich Vertrauensschutz vorliegt.

Hoffe geholfen zu haben,

MfG Markus

von
Karl-Heinrich

Ich glaube da liegt Schiko falsch. Die Entgeltpunkte, die bisher schon Bestandteil der vorherigen Rente waren, behalten den verminderten Zugangsfaktor. Nur neu berücksichtigte EP würden 1,000 erhalten.

von
Jens

Gehst auch nen Ton freundlicher?

von
Fritz

Vielen Dank für die bisherigen Antworten.
Zur Klarstellung vielleicht noch:
Ich habe ab 7/2004 Rente wg. teilw. Erwerbsminderung und ab 1/2005 Rente wg. voller Erwerbsminderung bezogen.
Im April 2007 habe ich einen Überprüfungsantrag (keinen Widerspruch) wegen der Abschläge gestellt.
Die Schwerbehinderung ist seit 8/2004 gültig, sodaß ich -so wurde mir gesagt- nicht unter den Vortrauensschutz fale.

von
Forum

Unglaublich, was Sie hier ablassen. Schiko ist -im Gegensatz zu Ihnen- ein User, der stets fachlich fundierte Auskünfte gibt. Und Fehler machen alle einmal, wahrscheinlich sogar Sie.

Das Einrichten eines "Gegenforums" bleibt Ihnen unbenommen. Nennen Sie es doch "Neumans Stammtischforum - Skat herzlich willkommen"

Gruß!

von
Schiko.,

Macht doch nichts, war mir
auch schon unsicher.

Wichtig für mich, hauptsache
das richtige erfahren zu haben.
Auch vor weihnnachten scheint " Gottes Tierreich"
sich noch zu erhöhen.

MfG.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo!

Ja, nach § 77 SGB VI bleibt tatsächlich der bisherige Zugangsfaktor für die persönlichen Entgeltpunkte erhalten, die bereits Grundlage der Vorrente waren.
Sollte nach Abschluss des Verfahrens bei der Erwerbsminderungsrente der Zugangsfaktor erhöht werden, gilt dies aufgrund des § 77 SGB VI auch für die nachfolgende Altersrente. Ob Sie also gegen den Bescheid Widerspruch einlegen wollen, bleibt Ihnen überlassen.

von
Karina13

Hallo,
wenn ich das richtig verstanden habe, hat man als jetziger EM -Rentner die 10,8% für immer an der "Backe" Wie kommt es dann, daß ein Berater der DRV mir geraten hat:
1. den GdB von 50% feststellen zu lassen(30 % habe ich bereits unbefristet)Die meiner Berentung zugrundeliegende Erkrankung ist vom VA bisher noch nicht bewertet
2. prüfen zu lassen, ob nach alten Rentenbedingungen (vor 2001) schon EU bzw BU bestanden hat
So würde ich dann meine "volle" RAR erhalten, weil es dann eine andere Rentenart wäre.
Was soll ich denn nun glauben?Und kann ich mir den ganzen Aufwand beim VA sparen?Bitte um Info
MfG karina 13

von
Rentenüberprüfer

Entgeltpunkte, die bereits Grundlage einer früheren Rente waren, behalten den Zugangsfaktor der früheren Rente von 0,892.

Diese Aussage in Ihrem neuen Rentenbescheid folgt der Logik, nach der eine vorgenommene Rentenminderung wegen früherem Rentenbeginn als vom Gesetzgeber festgelegt, lebenslänglich gilt, gelten soll, unabhängig davon, welche Altersrentenart ich gewählt habe.

Im Normalfall kann ja eine Altersrente nicht mehr in eine andere gewandelt werden.

Für Erwerbsdminderungsrenten ist aber spätestens mit Erreichen der Voraussetzungen für die Regelaltersrente die Wandlung vorgeschrieben.

Sollte die Neuberechnung zu mehr Entgeltpunkten (EP)führen als für die Erwerbsminderungsrente ermittelt, wird Ihre neue Bruttorente in zwei Schritten errechnet.

1.Schritt
(EP) bisher mal Zugangsfaktor bisher (hier die 0,8920

2. Schritt
(EP) neu aus Differenz ((EP ges). minus (EP alt)) * Zugangsfaktor 1,0000, sofern dieser Faktor für die neu gewählte Rentenart gilt.

Wenn in Verbindung mit einer Wandlung der Rente bisherige Minderungen wegfielen, hätte die gesetzliche Regelung wohl ihren Sinn verfehlt, aus der Sicht des Gesetzgebers betrachtet.
Würde auch alle diejenigen benachteiligen, die eine vorgezogene Altesrente in Anspruch genommen haben, wo eben auch die Minderungen lebenslänglich gelten.

von
Neumann

schiko liegt leider des öfteren

falsch! s. mein gelöschter

Beitrag v. heute mittag!

Er wird aaber von der Redaktion

mitgetragen! Evtl. ist er mit

denen verwandt oder ........!

Danke für die vielen

Zusendungen betr. eines

Gegenforums um die gelöschten

Beiträge dort zu plazieren um

der DEMOKRATIE gerecht zu

werden!

Mfg

Neu mann

von
Jens

die antworten waren schon erschöpfend,
antworten sie lieber mal auf die fälle wo sie falsch lagen

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Karina,

wir bereits gesagt, der bisherige Zugangsfaktor und somit auch die Abschläge bleiben in der Folgerente erhalten.

Falls Sie allerdings nur eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhalten, könnten Sie bei Vorliegen der Schwerbehinderteneigenschaft (d.h. 50% mdE), der Erfüllung der 35jährigen Wartezeit und Erreichen der entsprechenden Altersgrenze die Altersrente für Schwerbehinderte beantragen. In dieser Rente wären dann weiterhin in einem gewissen Umfang Abschläge erhalten, aber dies wäre keine Teilrente mehr. ("Volle Rente")

Weitere Auskünfte zu Ihrem konkreten Fall erhalten Sie bei einer der Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung in Ihrer Nähe . Die nächstgelegene Beratungsstelle können Sie auf dieser Internetseite unter "Service, -> Beratungsstellen" heraussuchen.