Rentenabschläge bei Bestandsrenten

von
Holger W.

Hallo,

wenn Jemandem eine unbefristete BU-Rente nach altem Recht bewilligt wurde, also eine zwei Drittel-Rente bis zum abschlagsfreien Rentenbeginn, er jedoch bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt unter Inkaufnahme der Abschläge von 10,8 Prozent Altersrente beantragen möchte, bleiben dann die bisherigen beiden Drittel abschlagsfrei oder wird der Abschlag von der gesamten Rente abgezogen?

Vielen Dank für alle kompetenten Antworten!

von
Holger W.

Zitiert von: Holger W.

also eine zwei Drittel-Rente bis zum abschlagsfreien Rentenbeginn,....

Gemeint ist natürlich der abschlagsfreie Altersrentenbeginn.

Experten-Antwort

Hallo Holger W.,

die Entgeltpunkte, die Grundlage für die Berufsunfähigkeitsrente waren, werden bei einer Umwandlung in die Altersrente mit dem gleichen Zugangsfaktor übernommen. In einfachen Worten also keine Abschläge. Lediglich für neu hinzu kommende Entgeltpunkte nach dem Leistungsfall der Berufsunfähigkeit werden Abschläge berechnet.

von
Holger W.

Zitiert von: Techniker

Hallo Holger W.,

die Entgeltpunkte, die Grundlage für die Berufsunfähigkeitsrente waren, werden bei einer Umwandlung in die Altersrente mit dem gleichen Zugangsfaktor übernommen. In einfachen Worten also keine Abschläge. Lediglich für neu hinzu kommende Entgeltpunkte nach dem Leistungsfall der Berufsunfähigkeit werden Abschläge berechnet.


Hallo,

aber das würde doch bedeuten, dass gar keine Abschläge anfallen, weil sich bei der Umwandlung einer BU-Rente in eine Altersrente meines Wissens nur der Rentenartfaktor ändert von 0.667 auf 1,0, während die Entgeltpunkte unverändert bleiben.

Da das aber kaum stimmen kann, hilft mir diese Antwort leider nicht viel weiter.

Ich könnte in 8 Jahren eine ungekürzte Altersrente beanspruchen, möchte aber eventuell bereits in 5 Jahren eine vorzeitige Altersrente wegen Schwerbehinderung mit 10,8 Prozent Abschlag beantragen.
Meine bisherige BU-Rente würde dann von zwei Drittel auf drei Drittel erhöht.
Da mir meine bisherige zwei Drittel-Rente aber unbefristet bis zum abschlagsfreien Altersrentenbeginn bewilligt wurde, fände ich es gerecht, wenn nur das hinzukommende dritte Drittel mit Abschlägen belegt würde.

Daher meine Frage, ob das tatsächlich so ist.

MfG

von
Herz1952

Ist wohl nicht als "gerecht" zu bezeichnen. Auch bei vorgezogenen Altersrenten werden die Abschläge von 100 % Rente gerechnet. Z.B. bei Arbeit bis 63 und fehlenden 3 Jahren bis zur Regelaltersrente, werden die Abschläge von 10,8 % von der Rente abgezogen, die bis zum 63. Lebensjahr berechnet wurde.

Bitte nochmal darüber nachdenken.

von
Holger W.

Zitiert von: Herz1952

Ist wohl nicht als "gerecht" zu bezeichnen. Auch bei vorgezogenen Altersrenten werden die Abschläge von 100 % Rente gerechnet. Z.B. bei Arbeit bis 63 und fehlenden 3 Jahren bis zur Regelaltersrente, werden die Abschläge von 10,8 % von der Rente abgezogen, die bis zum 63. Lebensjahr berechnet wurde.

Bitte nochmal darüber nachdenken.


Danke für die Mühe, aber eine eindeutige Antwort auf meine Frage ist das immer noch nicht.

von
BU-Rentner

Auch ich bin mit diesen Thema konfrontiert.
Ich denke die Frage wurde noch richtig verstanden.
Ich versuch es mal zu schreiben wie ich sehe.
2/3 Rente wurde bereits erarbeitet/durch Krankheit bewilligt/hochgerechnet/gekürzt.
Also: 2/3 bleiben unverändert.
Rest 1/3 + evtl. seit Beginn der BU-Rente dazugekommen EP(unwahrscheinlich oder gering)
- 10.8% .wegen vorzeitigem Bezug.
Dies soll keine Antwort sein.

von
Holger W.

Zitiert von: BU-Rentner

Auch ich bin mit diesen Thema konfrontiert.
Ich denke die Frage wurde noch richtig verstanden.
Ich versuch es mal zu schreiben wie ich sehe.
2/3 Rente wurde bereits erarbeitet/durch Krankheit bewilligt/hochgerechnet/gekürzt.
Also: 2/3 bleiben unverändert.
Rest 1/3 + evtl. seit Beginn der BU-Rente dazugekommen EP(unwahrscheinlich oder gering)
- 10.8% .wegen vorzeitigem Bezug.
Dies soll keine Antwort sein.

Danke, @BU-Rentner-Kollege ;-)

Sie haben meine Frage richtig verstanden.
Jetzt fehlt nur noch eine verbindliche Antwort!

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Holger W.
Jetzt fehlt nur noch eine verbindliche Antwort!
Holger W.

die erhalten Sie ausschließlich auf schriftlichem Weg von Ihrer DRV. HIER ist 'lediglich' ein Forum, in dem jegliche Beiträge/auch von Experten/in unverbindlich sind! Allerdings erhalten Sie auch heute keine 'verbindliche' schriftliche Aussage für eine zukünftige Leistungszusage fiktiver Rentenansprüche in der Zukunft ;-)

Und ja, die Experten/in-Antwort ist aktuell schon richtig ...2/3 wg BU-Rente ohne Abschlag, das 'neue' 1/3 ohne Abschläge. Trotzdem kann die Gesamtaltersrente kleiner ausfallen, da auch das in der Zwischenzeit etwas 'umgebaute' Rentenrecht auf alle Ihre Versicherungszeiten anzuwenden ist und so das eigentliche Rest-Drittel deutlich nach unten fahren kann.

Tipp: Fordern Sie eine Probeberechnung vor Zeitpunkt AR/Schwerbehinderung an und vergleichend für die spätere AR ohne Abschläge - dann können Sie anhand der Beträge Ihre Wahl treffen.

Gruß
w.

von
Herz1952

Sorry Holger W.,

vergessen Sie meinen letzten Beitrag.

Allerdings bin ich jetzt auch noch nicht ganz klar, was der Experte mit "neu hinzugekommenen" Entgeltpunkten" meint.

Auf der einen Seite war die Grundlage für die BU-Rente die volle hochgerechnete Punktzahl aus dem der Faktor 0,666 berechnet wurde, deswegen wären es für die vorgezogene Altersrente auch die Grundlage für die kein Abschlag anzurechnen ist.

Dann wären "die neu hinzugekommenen" Punkte nur diejenigen die zusätzlich zur Altersrente nach dem Leistungsfall (Eintritt der Erwerbsunfähigkeit) hinzuverdient wurden. Dies ist ja bei dieser Rente ohne weiteres möglich. Dann wären nur von diesem Hinzuverdienst Abschläge fällig.

Also ich tendiere dazu, dass Sie keine Abschläge von der "vollen EU-Rente", also Faktor 1 befürchten müssen. Auch nicht von dem letzten Drittel, da es sich ja nicht um "neue" Punkte handelt.

Vielleicht nimmt doch noch jemand dazu Stellung, damit Sie Sicherheit haben. Ansonsten würde ich vorschlagen: Noch einmal fragen mit Bezug auf Ihre Frage vom 21.03.17 - 13.48 Uhr.

von
GroKo

Zitiert von: Herz1952

Sorry Holger W.,

vergessen Sie meinen letzten Beitrag.

Allerdings bin ich jetzt auch noch nicht ganz klar, was der Experte mit "neu hinzugekommenen" Entgeltpunkten" meint.

Auf der einen Seite war die Grundlage für die BU-Rente die volle hochgerechnete Punktzahl aus dem der Faktor 0,666 berechnet wurde, deswegen wären es für die vorgezogene Altersrente auch die Grundlage für die kein Abschlag anzurechnen ist.

Dann wären "die neu hinzugekommenen" Punkte nur diejenigen die zusätzlich zur Altersrente nach dem Leistungsfall (Eintritt der Erwerbsunfähigkeit) hinzuverdient wurden. Dies ist ja bei dieser Rente ohne weiteres möglich. Dann wären nur von diesem Hinzuverdienst Abschläge fällig.

Also ich tendiere dazu, dass Sie keine Abschläge von der "vollen EU-Rente", also Faktor 1 befürchten müssen. Auch nicht von dem letzten Drittel, da es sich ja nicht um "neue" Punkte handelt.

Vielleicht nimmt doch noch jemand dazu Stellung, damit Sie Sicherheit haben. Ansonsten würde ich vorschlagen: Noch einmal fragen mit Bezug auf Ihre Frage vom 21.03.17 - 13.48 Uhr.


"vergessen Sie meinen letzten Beitrag."
Das war der beste Spruch den Du je in diesem Forum geschrieben hast.

von
BU-Rentner

Sorry dass ich mich nochmal einmische bei den meist antwortenden Wissenden.

Dem Fragesteller geht es nur darum., ob seine bereits bewilligten/gezahlte (2/3) Rente auch um 10.8% gekürzt wird, wenn er das "Restdrittel" jetzt 3 Jahre vorzeitig in Anspruch nimmt.

von
Herr Benzin

An der Höhe Ihrer BU-Rente wird sich nichts ändern. Wenn Sie, nachdem Sie die BU-Rente erhalten haben, noch weiter gearbeitet und weitere Zeiten hinzugekommen sind, wirken sich diese Zeiten auf die Höhe der späteren Altersrente positiv aus. Wenn Sie dann eine vorgezogene Altersrente beziehen wirken sich auf die Entgeltpunkte die dazugekommen sind, ein Abschlag aus.

von
Jonny

Siehe im Detail auch
http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_77R5
Insbesondere Seite 10 und 11

von
Holger W.

Zitiert von: W*lfgang

Und ja, die Experten/in-Antwort ist aktuell schon richtig ...2/3 wg BU-Rente ohne Abschlag, das 'neue' 1/3 ohne Abschläge.

Das "neue" Drittel auch OHNE Abschläge?
Dann kann ich also unbesorgt meine vorgezogene Altersrente beantragen ohne Abschläge befürchten zu müssen.

Wer DAS glaubt wird selig.....

Danke für Ihre Bemühungen, die mich eher verwirrt als beruhigt haben.

von
Schorsch

Zitiert von: W*lfgang

Und ja, die Experten/in-Antwort ist aktuell schon richtig ...2/3 wg BU-Rente ohne Abschlag, das 'neue' 1/3 ohne Abschläge.

Falls das vorletzte Wort nicht "ohne" sondern "mit" lauten sollte, bitte ich um eine entsprechende Korrektur.
Zitiert von: Techniker

die Entgeltpunkte, die Grundlage für die Berufsunfähigkeitsrente waren, werden bei einer Umwandlung in die Altersrente mit dem gleichen Zugangsfaktor übernommen. In einfachen Worten also keine Abschläge. Lediglich für neu hinzu kommende Entgeltpunkte nach dem Leistungsfall der Berufsunfähigkeit werden Abschläge berechnet.

Bei der Umwandlung einer BU-Rente in eine Altersrente ändert sich nicht die Höhe der Entgeltpunkte sondern nur der Rentenartfaktor.
(Eventuelle Hinzuverdienste oder "Rentenrechts-Umbauten" lassen wir mal unberücksichtigt.)

Vermutlich hat der Experte gemeint, dass 2 Drittel der Entgeltpunkte, die die Grundlage für die Berufsunfähigkeitsrente waren, bei der Umwandlung in eine vorzeitige Altersrente ungekürzt übernommen werden und dass das hinzukommende Drittel um 10,8 Prozent Abschlag gekürzt wird.

Sollte ich mit meiner Vermutung richtig liegen, bitte ich um eine Bestätigung.

MfG

von
GroKo

Zitiert von: Schorsch

Zitiert von: W*lfgang

Und ja, die Experten/in-Antwort ist aktuell schon richtig ...2/3 wg BU-Rente ohne Abschlag, das 'neue' 1/3 ohne Abschläge.

Falls das vorletzte Wort nicht "ohne" sondern "mit" lauten sollte, bitte ich um eine entsprechende Korrektur.
Zitiert von: Techniker

die Entgeltpunkte, die Grundlage für die Berufsunfähigkeitsrente waren, werden bei einer Umwandlung in die Altersrente mit dem gleichen Zugangsfaktor übernommen. In einfachen Worten also keine Abschläge. Lediglich für neu hinzu kommende Entgeltpunkte nach dem Leistungsfall der Berufsunfähigkeit werden Abschläge berechnet.

Bei der Umwandlung einer BU-Rente in eine Altersrente ändert sich nicht die Höhe der Entgeltpunkte sondern nur der Rentenartfaktor.
(Eventuelle Hinzuverdienste oder "Rentenrechts-Umbauten" lassen wir mal unberücksichtigt.)

Vermutlich hat der Experte gemeint, dass 2 Drittel der Entgeltpunkte, die die Grundlage für die Berufsunfähigkeitsrente waren, bei der Umwandlung in eine vorzeitige Altersrente ungekürzt übernommen werden und dass das hinzukommende Drittel um 10,8 Prozent Abschlag gekürzt wird.

Sollte ich mit meiner Vermutung richtig liegen, bitte ich um eine Bestätigung.

MfG


Bestätigt!

von
Schorsch

Zitiert von: GroKo

Zitiert von: Schorsch

Sollte ich mit meiner Vermutung richtig liegen, bitte ich um eine Bestätigung.

Bestätigt!

Vielen Dank, @GroKo ;-)

von
Jonny

Aufgrund einer mir vorliegenden Auskunft eines RV-Trägers zu genau dieser Frage hier mal am Beispiel erläutert, der Einfachheit halber mit einem aktuellen Rentenwert von 30 € / persönlichem Entgeltpunkt (pEP):

BU-Rente hatte 30 Entgeltpunkte (EP), daraus wird eine 2/3 Rente aus 20 EP ohne Abschläge also aus 20 pEP in Höhe von 600 € gezahlt.

Für die Altersrente ergeben sich insgesamt 40 EP.

Für diejenigen Entgeltpunkte, die bereits Grundlage von persönlichen Entgeltpunkten einer früheren Rente waren, bleibt der frühere Zugangsfaktor maßgebend (§ 77 Abs. 3 S: 1). Grundlage der früheren Rente waren alle 30 EP (nicht nur die 20 EP) * 1,000 = 30,0000 pEP

Der Zugangsfaktor beträgt grundsätzlich 1,000 für Entgeltpunkte, die noch nicht Grundlage einer Rente waren, also 40 EP abzüglich 30 EP = 10 EP. Er vermindert sich aber für jeden Kalendermonat, für den die Rente wegen Alters vorzeitig in Anspruch genommen wird, um 0,003. Die Verminderung beträgt für 36 Kalendermonate 0,108, was einen Zugangsfaktor von 0,892 ergibt und somit 8,9200 pEP ergibt.

Die Rente ist mithin aus 38,9200 pEP zu ermitteln und macht mit 1167,60 fast das Doppelte der bisherigen BU-Rente aus. Einverstanden?

von
Bu-Rentner

Endlich. Alle Unklarheiten beseitigt.
Danke auch von mir.