Rentenabzug

von
Alois

Grüß Gott miteinander
Hätte gern mal geklärt wie viel Abzug man hat wenn man mit 63in Rente geht.Bin Jahrgang 1953 bisher war ich der Meinung für die 31 Monate 0,3%=9,3%nun habe ich gehört dass für die 31Monate die ich früher gehen möchte auch noch die Entgeltpunkte abgezogen werden.Dass wären nach meiner rechnung 2,8Euro pro Monat =86,8. Bitte um Aufklärung vielen Dank

von
Schiko.

Grüß Gott, lieber alois.

So sehe ich dies nicht, dies wäre je zweimal abgezogen.
Es ist dies vielmehr eine frage der darstellung. Grundsätz-
lich gilt folgendes beispiel-aber nur nach meiner meinung.

Rente für sie mit 65 jahren und sieben monat abschlagsfrei
Meinetwegen nach 45 jahren immer durchschnittsverdienst
45 EP. x 26,27 derzeitiger rentenwert = 1.182, 15 brutto.

2. Rentenfaktor 1,00 minus 9,3% abschlag 0,9070 ren-
tenfaktor x 26,27 = 23,83 RW. für ein EP x 45 jahre sind
1072,35 brutto.

3. Ausgehend von der vollrente 1.182,15 x 9.3 % - 109,94
abgezogen von 1.182,15 ergibt 1072,21. Die abweichung
zu 1072,35 nehme ich in kauf.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Alois

Ich bedanke mich für diese ausführliche Antwort,und wünsche nochneinen angenehmen Tag.Gruß Alois

von
Helmi

ganz so trivial ist die Sache nicht.
Bei Inanspruchnahme der
Rente mit 63 (mind 35 Jahre versichert ist Voraussetzung)
beträgt der Rentenabschlag - wie Sie bereits erwähnten - 9,3% der zu diesem Zeitpunkt errechneten Bruttorente.
Wenn Sie mit 63 anstatt mit 65 in Rente gehen fehlen
Ihnen logischerweise für diese 2 Jahre früheren Rentenbezug auch die Entgeltpunkte, was bei angenommenen 2 Entgeltpunkten für 2 Jahre (= Durchschnittseinkommen aller) ein Minus von 52,54 € Monatsrente ausmacht und zwar unabhängig vom Rentenabschlag

von Experte/in Experten-Antwort

Mit dem Zugangsfaktor wird bei der Rentenberechnung der vorzeitige oder hinausgeschobene Rentenbezug berücksichtigt. Der Zugangsfaktor ist niedriger als 1,0 wenn eine Altersrente nach Anhebung der Altersgrenze vorzeitig vor dem an sich maßgebenden Lebensalter in Anspruch genommen wird. Für jeden Monat der früheren Inanspruchnahme der Rente verringert sich der Zugangsfaktor um 0,003. Dies entspricht einer Rentenminderung von 0,3 Prozent pro Monat.

Ein weiterer Bestandteil der Rentenberechnung sind die Entgeltpunkte. Sie spiegeln das Arbeitsleben des Versicherten wider.

Durch die Vervielfältigung mit dem Zugangsfaktor ergeben sich persönliche Entgeltpunkte.
Da der Zugangsfaktor mit den persönlichen Entgeltpunkten multipliziert wird, verringern sich zwangsläufig die persönlichen Entgeltpunkte. Im Ergebnis verringert sich dadurch der monatlich zustehende Rentenbetrag.

von
Rentenüberprüfer

User Alois, wenn Sie schreiben:
"Bin Jahrgang 1953 bisher war ich der Meinung für die 31 Monate 0,3%=9,3%..."

Welche Bedeutung sollen denn die von Ihnen genannten 9,3% haben?

Zum Zeitpunkt Rentenbeginn ist es egal, ob man die Entgeltpunkte um 9,3% reduziert oder die ermittelte Bruttorente um 9,3%.

Der Gesetzgeber hat aber aus gutem Grund sich nicht auf die Reduzierung der Bruttorente bezogen, sondern auf die Entgeltpunkte und dies über den vom ‚Experten" genannten -Zugangsfaktor- realisiert.

Würde man sich auf einen zum Zeitpunkt Rentenbeginn ermittelten Bruttowert beziehen, müsste man den dann bei jeder Veränderung der Rente wegen Erhöhung und/oder Senkung des Rentenwertes immer neu und separat von der ermittelten neuen Bruttorente subtrahieren.

Bei jeder Erhöhung der Rente wegen Anhebung des Rentenwertes (hier beispielhaft von bisher 26,27 auf neu 26,50) profitiert der Betroffene davon. Bei Minderung dann in negativem Sinn, eine solche hat es aber bisher noch nicht gegeben. Vielleicht ab 2011.

Schiko geht von 45,0000 Entgeltpunkten (EP) aus:

Bruttorente ohne Minderung:
45,0000 * 26,27 = 1.182,15 €

Minderung wegen vorgezogenem Rentenbeginn 9,3% für 31 Mon.
oder als Faktor (1,0000 - 0,0930 = 0,9070 = Zugangsfaktor nach
Minderung.

Entgeltpunkteverlust durch Minderung:
45,0000*0,0930 = 4,1850(EP)

Danach anzurechnen für die Bruttorente:
45,0000 - 4,1850 = 40,8150 verbleibende (EP) nach Minderung.

Bruttoverlust durch Minderung:
4,1850 * 26,27 = 109,94€

Wenn Minderung über Bruttorentenreduzierung wirken würde:
Bsp.:Rentenanhebung ab 01.07.2008 von bisher 26.27 auf 26,50

Danach Bruttorente neu:
45,0000 * 26,50 = 1.192,50€
Reduzierung - 109,94€
Verbleiben 1.082,56€

Wirkung über (EP) Reduzierung
40,8150 * 26,50 = 1.081,60€

Vorteil aus Minderung über Brutto
1.082,56 - 1081,60 = + 0,96€

Bemerkung an User Schiko.
Halte es nicht gerade für glücklich gewählt, wenn von 45,0000 EP zum 65. Lbj. Ausgegangen wird, obwohl User Alois wissen will, wie die Minderung mit 63 abläuft.

Außerdem Schiko, die Minderung über den Rentenwert darzustellen und eine Differenz in Kauf zu nehmen, obwohl rechentechnisch so nicht gerechnet wird, ist auch nicht unbedingt sinnvoll gewählt, meint Lothar.