Rentenanspruch bei Erwerbsminderung

von
Johann Reiter

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich (Jahrgang 1975) war bis 31.12.14 rentenversicherungspflichtigt beschäftigt und bin seit 1.1.15 freiberuflich tätig ohne rentenversicherungspflichtig zu sein. Die allgemeine Wartezeit für eine Rente wegen Erwerbsminderung ist erfüllt. Wenn bis 31.12.16 Erwerbsminderung eintreten sollte habe ich einen Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung, weil in den letzten 5 Jahren für 3 Jahre Pflichtbeiträge entrichtet wurden. Wie ist die Rechtslage, wenn eine Erwerbsminderung erst nach dem 31.12.16, also z.B. im Juni 2017 eintritt? Was kann oder soll ich tun, damit der Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung nach Ablauf des 31.12.16 nicht verloren geht? Vielen Dank für eine baldige Antwort.
Freundliche Grüße
Johann Reiter

von
KSC

Sie könnten weiterhin pflichtversichert sein, weil Sie als Selbständiger beispielsweise die Pflichtversicherung beantragen und dann Pflichtbeiträge zahlen - das kann aber "sauteuer" werden....
Oder Sie finden nebnher einen Minijob und zahlen den Eigenanteil von 3,7%, oder sonstige Pflichtbeiträge wie Pflege, Kinder, etc.....

Freiwillige Beiträge nützen nichts, weil Sie auf Grund Ihres Alters 1983 wohl kaum bereits 5 Beitragsjahre voll hatten.

von
=//=

Was bedeutet "freiberuflich"? Sind Sie selbständig tätig? Wenn Sie nicht nur vorübergehend selbständig sind, ist dann die einzige Möglichkeit, während Ihrer selbständigen Tätigkeit Versicherungspflicht gemäß § 4 Sozialgesetzbuch 6 zu beantragen, wenn Sie nicht von Gesetzes wegen versicherungspflichtig sind.

Lassen Sie sich unbedingt direkt bei Ihrer zuständigen DRV beraten.

von
W*lfgang

Hallo Johann Reiter,

jo, nach 2 Jahren 'Luft' in der DRV wäre der EM-Anspruch erst mal weg (berechnungstechnisch nach meist 25 Monaten 'keine Pflichtbeiträge').

Wie KSC schon sagt, ist der ideale Weg für weitere Pflichtbeiträge der über einen Minijob ...haben Sie keinen Geschäftspartner, der Sie zur Rasenpflege seines Betriebsgeländes/alternativ zur Lochung seiner Geschäftsunterlagen anstellen würde? ;-)

Die Wahl der Pflichtversicherung als Selbständiger wäre 'ne Möglichkeit, dann Aufwand/Ertrag gegenrechnen lassen UND auch den Steuerberater fragen, ob sich das steuerrechtlich weiter zu Ihren Gunsten auswirken könnte.

Die Wahlmöglichkeiten zwischen halbem Regelbeitrag/voller Regelbeitrag/Beitrag nach Einkommen/die 'Kosten' dafür und hypothetischem Rentenzugewinn lassen Sie sich besser in der nächsten Beratungsstelle DRV oder Rathaus/Versicherungsamt mal erklären/durchrechnen.

Gruß
w.
PS: KV ...doch wohl weiterhin in der GKV geblieben, auch wenn das für Selbständige mit geringeren Einkünften 'sauteuer', im Rentenalter aber zum Pluspunkt werden kann.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Johann Reiter ,

sofern nach dem 31.12.2016 der Leistungsfall einer Erwerbsminderung eintreten würde, wären die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt, da keine 36 Monate Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren mehr vorliegen.

Eine freiwillige Rentenversicherung zur Absicherung des Risikos ist ebenfalls nicht möglich, da Sie aufgrund Ihres Geburtsjahrgangs keine Vorversicherungszeit von 5 Jahren vor dem 1.1.1984 erfüllen können.

Ihr Versicherungsschutz kann daher nur durch Entrichtung weiterer Pflichtbeiträge aufrecht erhalten werden. Diese können alternativ über eine geringfügige Beschäftigung oder eine Antragspflichtversicherung für Selbständige eingezahlt werden. Wir empfehlen Ihnen daher eine zeitnahe persönliche Beratung in einem unserer Service Zentren.