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Rentenanspruch für jedes geborene Kind?

von
WIebke

Hallo,
folgender Fall, eine Frau hat 3 Kinder geboren, wobei nur 2 davon bei ihr aufgewachsen sind. Das dritte Kind wuchs ab einem Alter von ca. 6 Monaten in einer Pflegefamilie auf. Besteht Rentenanspruch für das dritte Kind? Der Pflegemutter wurde die Anrechnung des Kindes auf die Rente verwehrt. Steht dann der leiblichen Mutter der Anspruch zu? Vielen Dank für Ihre Hilfe!

von
Anke

Für die Monate, wo das Kind bei der Mutter war, stehen die Zeiten der Kindererziehung der Mutter zu. Ab dem Zeitpunkt, wo das Kind bei der Pflegemutter untergebracht war, stehen der Pflegemutter die Zeiten zu.

von
Karl-Heinrich

Das kann man so pauschal nicht sagen, da die Anerkennung bei der Pflegemutter nicht nur vom Aufenthalt des Kindes abhängt. Nicht umsonst wurden die Zeiten bei der Pflegemutter ja wohl abgelehnt. Ich würde der leiblichen Mutte raten, die Anerkennung der Zeiten zu beantragen und prüfen zu lassen.

von
Wiebke

kurze Zwischenfrage? Wenn das Kind bei der Pflegemutter nicht anerkannt wurde, muß es dann nicht automatisch der leiblichen Mutter anerkannt werden?
Pflegemutter ist zwischenzeitlich verstorben, bei ihr wurde es damals abgelehnt. Leibliche Mutter beantragt jetzt Rente und es wird wieder abgelehnt?

Kann es sein, dass das Kind dann keiner Mutter &#34;gutgeschrieben&#34; wird?

von
Anke

Die Frage ist, warum wurde es damals bei der Pflegemutter abgelehnt?
Hat das Kind bei der Pflegemutter gelebt? Oder bei der leiblichen Mutter?

von
Wiebke

gelebt hat das Kind bei den Pflegeeltern, seid es ca. ein halbes Jahr alt war.
Vorher lag das Kind im Krankenhaus und wurde von der leiblichen Mutter betreut.

von
Karl-Heinrich

Es kommt zB darauf an, ob es aus der Fürsorge der leiblichen Eltern ausgeschieden und in die Fürsorge der Pflegeeltern übergetreten ist.... Die beste Lösung wäre sicherlich die Klärung mit dem Rentenversicherungsträger, da hier aufgrund der zahlreichen Gesichtspunkte keine endgültige Klärung möglich sein wird....

Experten-Antwort

Grundsätzlich stehen Kindererziehungszeiten/Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung im Umfang bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes der leiblichen Mutter zu, wenn diese ihr Kind tatsächlich erzogen hat. Soweit das &#34;häusliche Band&#34; zur Mutter in dieser Zeit gelöst war, und das Kind womöglich noch unter Einfluss des Jugendamtes bei einer Pflegemutter gemeldet war, sind die Kindererziehungszeiten für die Zeit der Pflege auf Antrag der Pflegemutter zuzuordnen. Entscheidend für die Anerkennung sind letztendlich die Nachweise:
Die leibliche Mutter muss eine Geburtsurkunde des Kindes vorlegen und eine besondere Erklärung in einem Vordruck zur Erziehung abgeben.
Die Pflegemutter sollte darüber hinaus noch Unterlagen des Jugendamtes oder des Einwohnermeldeamtes vorlegen.
Soweit dann noch Unstimmigkeiten bestehen, sollte der Rentenversicherungsträger weitere Ermittlungen führen, zum Beispiel in Form einer gemeinsamen Betrachtung beider Anträge auf Kindererziehungszeiten oder Rückfrage beim Jugendamt.
Wenn alle Dokumente und Erklärungen vorliegen und damit der tatsächliche Erziehungszeitraum für die Erziehungspersonen nachgewiesen ist, sollte eine entsprechende vollständige Anerkennung erfolgen.
Ausnahmen kann es dennoch für Zeiten geben, in denen das Kind zum Beispiel in einem Heim untergebracht war. Hier würde tatsächlich keiner Erziehungsperson die Kindererziehungszeit gutgeschrieben.
Da mir der von Ihnen geschilderte Fall nicht bekannt ist, empfehle ich einen Überprüfungsantrag zu stellen, und zwar sowohl für die leibliche Mutter wie auch für die Pflegemutter. Die vollständigen Unterlagen zu den Kindererziehungszeiten sollten in dem Verfahren miteinander verglichen werden.
Zur individuellen Abklärung der Situation können Sie vorsorglich einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vereinbaren. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link &#34;Service/Beratungsstellen&#34; ermitteln.