Rentenanspruch trotz Minijob

von
Emma

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Dez.49 geb.habe bis Dez.2010 Minijobs gemacht,nun bin ich krank und bekomme Hartz 4 da mein 2 Mann von dem ich mich getrennt habe nicht genug Rente hat um Unterhalt für mich zu zahlen, muss ich nun bis zum 65 Geb.mit dem Rentenantrag warten oder kann ich wenn ich einen Schwerbehindertenausweis bekomme vorzeitig in Rente gehen.
Für Ihre Antworten bedanke ich mich im Voraus.

von
-_-

Ob und wann die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Rentenbezug bei Ihnen vorliegen, kann im Forum nicht geprüft werden.

Vereinbaren Sie einen Termin zur Klärung weiterer Fragen oder zur eventuellen Antragsaufnahme mit einer der Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung und lassen Sie sich dort neutral und für Sie kostenfrei beraten.

Adressen und Telefonnummern unter
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/de/Navigation/Beratung/beratungsstellen/Yellowmap_node.html
oder den Termin online selbst buchen unter
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/de/Navigation/Beratung/Online_node.html

von
Elisabeth

Hallo Emma!
Wenn man Eu-Rente haben möchte, sind die versicherungsrechtlichen und die medizinischen Voraussetzungen zu prüfen. Ob bei dir die formellen Voraussetzungen vorliegen, kann dir natürlich wie mein Vorredner bereits gesagt hat, niemand von uns beurteilen. Natürlich ist ist das Vorliegen der Schwerbehinderteneigenschaft nützlich für die Feststellung der eu. Allerdings hat man selbst bei Vorliegen der Schwerbehinderteneigenschaft selbst mit Merkzeichen die eu noch nicht in der Tasche.

von
-_-

"Eu-Renten" gibt es schon längst nicht mehr (außer bereits laufende Bestandsrenten). Die Vorschrift des § 44 SGB 6 regelte bis zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, die am 01.01.2001 in Kraft getreten ist, die Voraussetzungen für den Anspruch auf Rente wegen Erwerbsunfähigkeit. § 44 SGB 6 ist durch Art. 1 Nr. 11 des Gesetzes zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vom 20.12.2000 (BGBl. I S. 1827) mit Wirkung vom 01.01.2001 aufgehoben worden. An seine und an die Stelle des bisherigen § 43 SGB 6 ist als Nachfolgevorschrift § 43 SGB 6 in der Fassung ab 01.01.2001 getreten. Ein Versicherter, dessen berufliches Leistungsvermögen aufgehoben, zumindest aber in einem rentenrechtlich relevanten Ausmaß eingeschränkt ist, kann danach nunmehr Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung statt Rente wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit erhalten.

Das Vorliegen der Schwerbehinderteneigenschaft nützt für die Feststellung der medizinischen Voraussetzungen einer Rente wegen Erwerbsminderung gar nichts. Die Beurteilungskriterien sind völlig unterschiedlich. Nach der Legaldefinition des § 43 Abs. 1 S. 2 SGB 6 ist teilweise erwerbsgemindert der Versicherte, dessen Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zwischen 3 und unter 6 Stunden täglich liegt; volle Erwerbsminderung kann nach § 43 Abs. 2 S. 2 SGB 6 dagegen erst dann angenommen werden, wenn das Restleistungsvermögen auf unter 3 Stunden täglich herabgesunken ist. Nach dem Wortlaut des Gesetzes ist damit allein entscheidend das zeitliche Leistungsvermögen, das regelmäßig anhand der sozialmedizinischen Gutachten und Unterlagen festzustellen ist (abstrakte Betrachtungsweise). Für einen Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung ist nicht nur die gesundheitsbedingte Einschränkung des Leistungsvermögens des Versicherten maßgebend (abstrakte Betrachtungsweise), sondern es ist auch die jeweilige Arbeitsmarktlage zu berücksichtigen (konkrete Betrachtungsweise).

von
RFn

Die Frage von Emma ging eindeutig in die Richtung: Altersrente für schwerbehinderte Menschen oder nur Anspruch auf die Regelaltersrente (hier nach nach 65 Jahren und drei Monaten wegen der Anhebung der Regelaltersgrenze).
-------------------------------------------------------

Emma, verfahren Sie nach der ersten Anrwort von "-_-".

-------------------------------------------------------------
Übrigends, Sie müssten ab dem 55.Lebensjahr bereits mindestens zwei Rentenauskünfte erhalten haben, in denen ausführlich dargelegt ist, wann Sie mit welchen Voraussetzungen die einzelnen Altersrenten bekommen könnten.
Für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen sind u.a. die Erfüllung der Wartezeit 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten Voraussetzung. Die erreichten Wartezeiten finden Sie in der letzten Rentenauskunft.
Minijobs allein sind keine versicherungspflichtigen Zeiten. Wenn Sie in Ihrem Leben wirklich nur Minijobs ausgeübt haben, könnte sogar kein Rentenanspruch bestehen.
Aber lassen Sie sich beraten.

von
W*lfgang

> oder nur Anspruch auf die Regelaltersrente (hier nach nach 65 Jahren und drei Monaten

...ich korrigiere ja ungern ;-)

65 + 4 ist richtig - auch wenn Jg. 47 bis 50 auf den ersten mathematischen Blick nur '3' ergibt ...immer +1 dazu zählen, dann passt es (richtigerweise ab Jg. 46 rechnen, der letzte, der keine Anhebung hat, dann fällt der Rechenschritt leichter).

Gruß
w.
> "Eu-Renten" gibt es schon längst nicht mehr

...hätte ich beinahe auch noch was angemerkt, vor diesem Hinweis - aber manche sehen eben den Kaiser mit der Kutsche noch durchs Reich fahren ...auch wenn er WUL-FF 2011 auf dem Nummernschild trägt ;-)

von
RFn

Hallo Wolfgang, wir haben beide Recht. Das kommt auf den Betrachtungsstandpunkt an.

Im Gesetz heisst es:

235 SGB VI - (Anhebung der Altersgrenze für die) Regelaltersrente

(1) Versicherte, die vor dem 1. Januar 1964 geboren sind, haben Anspruch auf Regelaltersrente, wenn sie
1. die Regelaltersgrenze erreicht und
2. die allgemeine Wartezeit erfüllt
haben. Die Regelaltersgrenze wird frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres erreicht.

(2) Versicherte, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Versicherte, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze wie folgt angehoben:
...
Geburtsjahr 1949 / Anhebung um drei Monate / auf ein Alter von 65 Jahren und drei Monaten.
--------------------------------------------------------
Sie haben dann Recht, wenn man den Monat ausrechnet, an dessem ersten Tag die Rente beginnt. Und das ist der Monat, der dem Monat folgt, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wird.
Die Addition von 4 klappt aber bekanntlich nicht, wenn der Geburtstag auf den Ersten eines Monats fällt, weil ja das entsprechende Lebensjahr am Tag vor dem Geburtstag, also in diesem Sonderfall am letzten Tag des Vormonats vollendet wird.
Die Glücklichen, die an einem Ersten geboren sind, können deshalb einen Monat früher in Rente gehen.
----------------------------------------------------------
Übrigends, in Spanien wurde nach der Republik das Königtum wieder hergestellt, wer weis, was die Zukunft für Deutschland bringt ? (Kleiner Scherz am späten Abend)

Gruß
RFn

von
W*lfgang

> Die Glücklichen, die an einem Ersten geboren sind, können deshalb einen Monat früher in Rente gehen.

Hallo RFn,

auch das ist richtig ...vergesse ICH immer wieder, ohne besonders auf den Geburts-Tag der 'Königstreuen' zu achten 8)

Gruß
w.

von
chris

In Spanien wurde bekanntlich nach dem Franco-Faschismus eine konstitutionelle Monarchie eingeführt. Meinen Sie deshalb, es wäre auch in Deutschland Zeit für einen Wechsel der Staatsform?....

Immerhin, in Spanien besuchen auch Menschen mit Behinderung die Regelschule und jemand mit Trisomie 21 darf erfolgreich ein Hochschulstudium absolvieren (der erste in Europa) ....

Experten-Antwort

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen können Sie erhalten, wenn Sie die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 35 Jahren erfüllen.