rentenanteil für eigene kinder

von
hansi

hallo,alle zusammen,
ich habe folgende frage:
meine schwester hat drei kinder zur welt gebracht.eines,von einem zwillingspaar,starb innerhalb des ersten viertel jahres nach der geburt.da meine schwester schon zu ddr-zeiten invalide wurde,bekam sie anrechnungzeiten für jedes "lebend"geborene kind.
nach der wende,wollte der rentenbearbeiter auch nur die geburtsurkunden sehen.zur rentenumstellung in eine altersrente ,wurde aber darauf hingewiesen,dass jedes kind mindestens 10 jahre gelebt haben muss.was ist denn da nun richtig?sind die bestimmungen des ehemaligen ddr-rentenrechts nicht mehr binden?muss sie sich selbst anzeigen?und muss sie rente zurückzahlen?
sie ist sehr verunsichert.wer kann da kompetente antwort geben?

herzliche grüsse: hansi

von
Nix

Versuche mal das Ganze auseindanderzustricken, was Sie da schreiben:
1) Es gibt bei Kindern - geboren vor dem 01.01.1992 - 12 Monate Kindererziehungszeit und 10 Jahre Kinderberücksichtigungszeit.
Da das Kind mit 4 Jahrne verstorben ist, werden die KINDERERZIEHUNGSZEITEN für volle 12 Monate anerkannt.

Die KINDERBERÜCKSICHTIGUNGSZEITEN enden mit dem Tod des Kindes.

Wurde das Kind nach dem 31.12.1991 geboren, dann gibt es 3 Jahre KIndererziehungszeit.
Da das Kind 4 Jahre alt geworden ist, werden volle 3 Jahre Kindererziehungszeit anerkannt und ebenfalls nur 4 Jahre Kinderberücksichtigungszeit.

Der Hinweis "10 Jahre gelebt haben müssen" bezieht sich auf DIESE - für Sie unwichtige - KINDERBERÜCKSICHTIGUNGSZEIT - nicht auf die -WICHTIGE - 1 - oder 3-jährige KINDERERZIEHUNGSZEIT.
Nur DIESE (KIndererziehungszeit) zählt übrigens als Pflichtbeiträge. Die 10jährige Kinderberücksichtigungszeit dient nur als "Lückenfüller", wenn in diesen 10 Jahren nicht voll gearbeitet wurde.

Rente zurückzahlen braucht Ihrer Schwester deshalb nicht.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihren RV-Träger.

Es ist also alles richtig anerkannt worden.

Viele Grüsse
Nix

von
hansi

vielen dank für die
expertenmeinung.leider ist hier ein fehler unterlaufen,denn das
kind ist nicht vier jahre alt geworden,sondern hat ein viertel
jahr gelebt,also drei monate.

hansi

Experten-Antwort

Dann sind die Zeiten leider auf jeweils 4 Monate zu kürzen.

von
Rese

Hallo,

hier treffen sich zwei unterschiedliche Rechtsgebiete.

Die Invalidenrente wurde nach dem Recht der DDR bewilligt. Damals war es für die Anrechnung von Geburten bei der Rente ausreichend, dass das Kind zum Zeitpunkt der Geburt gelebt hat. Zum 01.01.1992 wurde die Invalidenrente in eine EU-Rente umgewertet. Die damals gespeicherten Daten wurde dazu verwendet, d. h. drei Kinder wurden auch für die umgewertete Rente berücksichtigt. Das war korrekt.

Jetzt hat Ihre Schwester die Altersgrenze erreicht und es steht die Berechnung der Altersrente nach dem heute geltenden Recht an. Nun kommt es für die Anrechnung von Kindererziehungszeiten auf die tatsächlich ausgeübte Erziehung an. Da ein Kind bereits nach 1/4 Jahr verstarb, kann sie für dieses Kind auch nur für diese Zeit die Kindererziehungszeit angerechnet erhalten.

Sofern die EU-Rente nahtlos in die Altersrente übergeht, hat Ihre Schwester keine Nachteile. Die Altersrente wird zwar formal neu berechnet, wenn diese aber niedriger sein sollte als die bisherige Rente, gibt es einen Besitzschutz sowohl auf die Entgeltpunkte als auch auf den Zahlbetrag. Die Altersrente wird also nicht niedriger und zurückzahlen muss sie auch nichts.

MfG Rese