Rentenb erechnung nachgerechnet.

von
Schiko.

Ein stammtischfreund, geb.2.10.1947 erhielt am 27.7.07
von der rentenversicherung bund folgende daten genannt:

Erwerbsminderungsrente zum 27.7.07 Euro 1.582,02.

Regelaltersrente am 20.02.2012 aufgrund bisher gespeich-
erten daten bei derzeit 26,27 RW. 1.738,49. rente.
Regelaltersrente bei weiterer beitragszahlung als
durchschnitt der letzten fünf jahre-ohne rentenerhöhung-
€. 2.021,47.

Soweit sind mir die einzelnen stufen klar.
Unklar aber, die erwerbsminderungsrente ist sogar
niedriger als die altersrente.

Bei jüngeren jahrgängen ist es gerade umgekehrt, die
erwerbsminderungsrente, weil ja hochgerechnet bis 60
jahre, ist höher als der aktuelle berechnung zum 27.07.07

Für eine antwort bis morgen 12 uhr danke ich im voraus,
bevor ich nach bodenmais entschwinde.

Da ist auch lotscher, mein freund, gefragt.

Mit freundlichen Grüßen.

Mit freundlichen Grüßen.

von
lotscher

Schiko, da muss ich mir ja Mühe geben als Dein Freund dich auch nicht zu enttäuschen. Vielleicht gelingt es mir.

Die Ursache, warum die Ew-Rente geringer ausgefallen ist als die Altersrente bis heute liegt in dem Umstand begründet, dass, im Gegensatz zur Regelaltersrente, die Ew-Re zum Zeitpunkt der Berechnung mit dem Lebensalter <= dem 60. Lbj. gerechnet wurde, und da sind dann auch 10,8% Rentenminderung mit enthalten für die 36 Monate, die noch bis zum 63. Lbj. fehlen.

Es grüßt lotscher

von Experte/in Experten-Antwort

Der Auskunft von "Lotscher" ist zuzustimmen.
Im vorliegenden Fall ist zu beachten, dass der Stammtischfreund bereits am 02.10.2007 sechzig Jahre Alt wird. Eine fiktive Zurechnungszeit fällt damit so gut wie nicht mehr an, so dass der Rentenabschlag sich im Ergebnis voll auswirkt.

von
Schiko.

Ist es aber nicht so, seit 2001
gilt der abschlag von 10,8%
für die erwerbsminderungs-
rente.
Dies ist inzwischen umstritten.
Galt dies aber nur für rentner
die noch keine 60 jahre waren.
Der genannte war aber doch
bereits am 21.01.2007 60 jahre alt.
Die ausrechnung erfolgte
aber erst zum 27.07.2007.

von Experte/in Experten-Antwort

Bei Eintritt der Erwerbsminderung vor Vollendung des 63. Lebensjahres sind Rentenabschläge nach wie vor zu berücksichtigen. Eine gefestigte Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zur Rechtmäßigkeit dieser Abschläge liegt noch nicht vor. Bisher sind mehrere Verfahren bei den Instanzgerichten der Sozialgerichtsbarkeit anhängig.
Entsprechend der Ausgangsfrage ist der genannte Stammtischfreund am 02.10.1947 geboren. Das 60. Lebensjahr wird danach am 01.10.2007 vollendet (nicht am 21.01.207!). In der fiktiven Rente wegen voller EM, abgestellt auf den Leistungsfall am 27.07.2007, ist daher noch eine Zurechnungszeit enthalten. Der Rentenabschlag ist weiterhin mit 10,8 % zu berücksichtigen. Erst bei Eintritt des Leistungsfalls nach Vollendung des 60. Lebensjahres verringert sich der Abschlag um 0,3 % monatlich.

von
lotscher

Schiko, die Problematik hinsichtlich der Rechtmäßigkeit wegen Minderungen bezieht sich auf Personen, die zum Zeitpunkt der Gewährung noch nicht 60 Jahre alt sind.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass bis zur höchstrichterlichen Entcheidung weiterhin danach verfahren wird.

In Deinem Fall kann davon ausgegangen werden, das der Berechnungszeitpunkt noch vor der Vollendung des 60. Lebensjahres lag.
Für die fehlenden Monate bis zum 60. Lebensjahr wird noch eine Zurechnungszeit berücksichtigt, für die Monate, die zwischen dem 60. und 63. Lebensjahr liegen wird die Rente gemindert, das wären hier 36 Monate, sprich 10,8%.

Für den Zeitraum Rentenbeginn zwischen 2001 und 2003 gab es eine gestaffelte Anhebung.

Die 10,8% werden erst voll wirksam, wenn der Rentenbeginn nach 2003 liegt und die Person noch nicht 60 Jahre alt ist.

An einer bestimmten Stelle in der Renteninfo steht, bis zu welchem Zeitpunkt Sachverhalte in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Sollte dies tatsächlich der Monat Juli sein, würde die Minderung dann nicht 10,8% betragen, sondern 9%.

Wie immer auch, Deine Ausgangsfrage war aber, woran es liegen kann, warum die Ew-Re. geringer ist als die dargestellte Höhe für die Altersrente.

In einer Renteninfo wird weder für die Altersrente zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch für die Altersrente mit Hochrechnung eine Minderung berücksichtigt, weil man als Rentenbeginn von einem Alter ausgeht, in dem man sie ohne Minderung in Anspruch nehmen kann.

von
lotscher

Schiko, weil man während der Beitragsschreibung nicht den Inhalt eines anderen Beitrags sehen kann, habe ich mich von Deiner korrigierten Darstellung des Geburtsjahres verleiten lassen.
Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass auch der Experte sich da noch mal geäußert hat, stimmen unsere Auffassung völlig überein.

von
Fragender

@Experte

Eine Frage weg vom eigentlichen Thema!

Sie schreiben, daß die Angelegenheit "Abschläge bei EM" vor dem Bundesverfassungsgericht entschieden wird.

Ist das korrekt?

Ich frage, weil es mich betrifft und ich bisher von Seiten der DRV keinerlei Aussagen diesbezüglich vernommen habe!

Gruß