Rentenbeginn EM-Rente

von
Unwissend

Hallo,

von der DRV wurde mir mitgeteilt, dass meine Erwerbsfähigkeit wegen einer erfolglosen Reha bereits seit dem 11.05.2009 auf Dauer voll eingeschränkt ist. Ein Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung bestehe daher seit 01.10.2009.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen könnte ich jedoch meinen Rentenantrag vom 10.08.2010 als maßgeblichen Antrag bestimmen, womit sich ein Rentenbeginn ab 01.08.2010 ergäbe.

Für die Bescheiderteilung soll ich jetzt mitteilen, ob ich mit einer Umdeutung des Erstantrages zum 01.10.2009 einverstanden bin oder ob als maßgebliches Datum für den Rentenbeginn der 01.08.2010 gelten soll.

Ich bin 57 Jahre alt, falls das von Bedeutung ist.

Ich habe keine Ahnung, welche Entscheidung ich hier treffen soll und welche die für mich vorteilhaftere ist. Kann mir da vielleicht ein Experte einen Rat geben?

von
KSC

Ist doch eigentlich ganz einfach.

Sie schreiben einen kurzen Brief an die Sachbearbeitung (oder rufen kurz an), dass Sie eine Berechnung der beiden Alternativen wünschen.

Dann haben Sie eine Entscheidungshilfe.

Im Forum kann Ihnen niemand den "todsichen Tipp" geben, weil keiner Einblick in Ihr Rentenkonto hat und somit obigen Vergleich nicht machen kann.

von
Unwissend

Danke!

Auf die naheliegendste Idee bin ich wieder gar nicht gekommen.

von
Klemens

Der steeurliche Aspekt des ganzen sollte vielleicht auch nicht so ganz unberücksichtigt bleiben.

Bei Rentenbeginn in 2009 müssen Sie lebenslang nur 58 % der Rente versteuern , statt 60% bei Rentenbeginn erst in 2010.
Also 2 % weniger wenn Sie den früheren EM-Rentenbeginn wählen. Ist zwar nicht viel, kann aber im Einzelfall schon einiges an Euros ausmachen.

von
Anita

In der Situation war ich auch.
Allerdings wäre bei mir beim früheren Termin auch noch ein Teil der Lohnfortzahlung in die Rentenzeit gefallen, und ich habe befürchtet, dass sich die erste Zahlung mit Eratattungsansprüchen von Arbeitgeber UND Krankenkasse noch weiter verzögern würde; es waren ohnehin mehrere Monate.
Außerdem hatte ich noch ein paar Monate vom Arbeitgeber Aufzahlung aufs Krankengeld erhalten, die ich laut Tarivertrag (TVÖD) und Rückfrage beim AG hätte zurückzahlen müssen - war mir zu kompliziert.
Die DRV Bund hatte mir gleich mit dem Formular eine Berechnung für beide Termine mitgeschickt, der Unterschied war minimal.

von
-_-

Dazu lassen Sie sich besser bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle oder telefonisch durch die zuständige Sachbearbeitung beraten.

Besteht ein Erstattungsanspruch anderer Sozialleistungsträger? Ist das Dispositionsrecht durch die Krankenkasse eingeschränkt worden? Welcher Rentenbeginn ist für Sie finanziell günstiger? Bestehen arbeitsrechtliche Aspekte (Weihnachtsgeldanspruch?), etc.?

Hier spielen auch steuerliche Aspekte eventuelle eine Rolle (falls Sie während des Rentenbezugs weiterhin steuerpflichtig sind).

Experten-Antwort

Hallo Unwissend,
wie Ihnen bereits zutreffend geraten wurde, könnten Sie eine Probeberechnung mit den beiden Rentenbeginnsdaten anfordern. Dies könnte die Entscheidung erleichtern.

von
Unwissend

Zwischenzeitlich habe ich auf Anraten des Steuerberaters das Formular ausgefüllt und an die DRV Bund zurückgeschickt.

Nun macht mir aber Kopfzerbrechen, wie das mit der Kündigung ist. Ich stehe ja offiziell noch im Arbeitsverhältnis.

Lohnfortzahlung hatte ich bis zum 22.10.2009, Krankengeld bekam ich bis zum 22.10.2010 und Rentenbeginn ist jetzt der 01.10.2009.

Wenn ich Anita jetzt richtig verstanden habe bedeutet das, ich muss alles Geld, das ich nach dem 01.10.2009 erhalten habe zurückzahlen? Der Steueberater sagte mir nämlich, dass nur die Rente einbehalten wird.

von
RFn

Bei der Erteilung des Rentenbescheides wird die bis zum Beginn der laufenden Zahlung entstandene Nachzahlung vorerst einbehalten. Nach der Befriedigung der Ersatzansprüchen Dritter (diese erfolgt taggenau bis maximal in Höhe des anteiligen Rentenbetrages). Die verbleibende Nachzahlung wird an Sie ausgezahlt.
Da erfahrungsgemäss das Krankengeld höher als die Rente ist, würde also bei einem Rentenbeginn am 01.10.2010 von der Krankenkasse ein Erstattungsanspruch auf die anteilige Rente für den Zeitraum 01.10.-22.10.2010 entstehen.
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Bei einem Rentenbeginn am 01.10.2010 würde wegen der Lohnfortzahlung die Berechnung der Rente bis zum 22.10.2009 unterdrückt, für den Zeitraum 23.10.2009 bis 22.10.2010 würde die Krankenkasse einen Erstattungsanspruch haben.
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Nach Zusendung der beantragten Berechnungsauskunft können Sie sehen, bei welchem der beiden Beginn-Terminen die höheren Entgeltpunkte entstehen. Da in beiden Fällen nur die Versicherungszeiten bis zum Monat des Eintritts der Erwerbsminderung, also bis zum 31.05.2009, in die Berechnung einbezogen werden, dürfte kein bzw. kaum ein Unterschied entstehen.
Beachten Sie dabei den Hinweis von Klemens zur Steuer.
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Wegen Kündigung oder nicht, das ist eine Frage des Arbeitsrechtes. Da müssen Sie sich mit Ihrem AG verständigen. Sie müssen ihn sowieso vom erteiltem Rentenbescheid informieren.