rentenbeiträge bei 400€ Job

von
lilly

hallo,
ich bin 21 jahre alt und zur zeit studienplatzwartend(möchte medizin studieren oder lehramt gymnasium kunst) und übe einen 400 Euro job aus wo ich meistens nur so ca. 100 Euro verdiene.
die Schulzeiten ab den 17ten lebensjahr würden mir bereits anerkannt bei der rentenversicherung...also so ca. 2,5 jahre.
ansonsten hab ich nichts, da die zeit der wartezeit auf einen studienplatz bei der rentenversicherung nicht zählt.
meine frage an sie:
den 400 euro job übe ich schon seit september 2008 aus. Jetzt wurde mir durch diesen arbeitgeber(400 Euro Job) ein formular übergeben wo ich ankreuzen soll ob ich bei der rentenversicherung aufstocken möchte oder nicht.
ich hab mich da mal kurz informiert und herausgelesen, dass immer von 155 Euro ausgegangen wird wenn mann weniger als diese 155 Euro verdient und dass ich so 4,9 % bezahlen müsste.
Soll ich das machen? Hat es überhaupt Sinn? Wie zählen eigentlich die zeiten wenn ich es nicht mache?
Wieviel müsste ich bezahlen?

Vielen Dank und liebe Grüße
lilly

von
Schiko.

Mit 21 Jahren hat man ja das Leben noch vor sich, es ist davon auszugehen ,
dass wegen der Anrechnung eines vollwertigen Beitragsjahres sich die Zu-
zahlung von monatlich 15,85 nicht lohnt.

In der Tat sind auch bei nur 100 Euro monatlich als Gesamtbeitrag 19,90%
aus 155 fällig, somit 30,85 bei Aufstockung.

Mit 15% aus 100 steuert der Arbeitgeber 15 Euro bei. Da ja ein Voll-
beitrag mit monatlich 79,60 bei 400 Verdienst 4,23 Rente bringt-immer-
hin 955,20 Jahresbeitrag- rechnet sich dies nicht, bei nur 100 Verdienst sind
es 1,06 monatliche R ente trotz Zuzahlung.

Das Einzige was hierbei sticht könnte das Recht für eine Erwerbminderungsrente oder Rehaleistung sein, dies ist ohne Zuzahlung
ausgeschlossen. Über den Daumen werden auch nur 4 Monate angerechnet
für 12 Monate Beschäftigung.

Mit freundlichen Grüßen.

Experten-Antwort

Hallo lilly,

die Entscheidung, ob Sie "Aufstocken" oder nicht kann Ihnen niemand abnehmen.

Einige Fakten für Ihre Entscheidung möchten wir Ihnen liefern:

1. Ein Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente können Sie nur geltend machen, wenn Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden. Wie von Schiko angedeutet kann dieser Anspruch nur dann aufgebaut werden, wenn Sie vollwertige Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt haben. Dies erreicht man durch das "Aufstocken".

Grundsätzlich müssen in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung 3 Jahre mit solchen vollwertigen Pflichtbeiträgen vorhanden sein.

Für Berufsanfänger gibt es eine Sonderregelung "vorzeitige Wartezeiterfüllung": Neben weiteren Voraussetzungen müssen hier allerdings in den letzten zwei Jahren 1 Jahr mit Pflichtbeiträgen vorhanden sein.

Sie können also insofern Ihren Anspruch auf eine Erwerbminderungsrente aufbauen.

2. Auch ein Anspruch auf medizinische Leistungen zur Rehabilitation durch die gesetzliche Rentenversicherung kann durch das "Aufstocken" aufgebaut werden.

3. Bei Zahlung von Aufstockungsbeiträgen bei dem Mindestwert von 155 würde die monatliche Rentensteigerung ca. 0,22 Euro betragen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist jedoch festzustellen, dass durch den vorzeitigen Bezug von Rentenleistungen diese auf den ersten Blick geringe Rentensteigerung ausgeglichen werden kann.

Nach heutigem Rentenrecht wirken sich Fehlmonate bei der sogenannten Gesamtleistungsbewertung negativ aus. Monate für die keine Rentenbeiträge gezahlt werden (z.B. Zurechnungszeiten bei Erwerbsminderungsrenten) werden über diese Bearechnungsvorschrift bewertet. Je weniger Fehlzeiten Ihr Versicherungskonto ab dem 17.Lebensjahr aufweist desto besser.

Daher macht es Sinn diese Fehlzeiten zu schließen.

4.Übergangszeiten zwischen zwei Ausbildungen von max. 4 Monaten können ebenfalls in der Rentenversicherung berücksichtigt werden. Ob die Übergangszeit schon länger wie 4 Monate andauert, kann aus Ihrem Beitrag nicht eindeutig entnommen werden.

Anzumerken ist allerdings, dass die Aufstockung erst ab dem Zeitpunkt gilt in dem Sie die Erklärung über den Verzicht auf die Versicherungsfreiheit bei Ihrem Arbeitgeber abgeben.

Welche Zeiten Ihnen tatsächlich angerechnet werden können, kann Ihnen am besten in einem Beratungsgespräch bei einer Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung erläutert werden.

5. Berechnung der Beiträge beim "Aufstocken" wenn das tatsächliche Entgelt geringer als 155 Euro ist; hier Ihr Beispiel 100 Euro/mtl.:

155 Euro x 19,9 %= 30,85 Euro

abzüglich Arbeitgeberanteil 100 Euro x 15% = 15 Euro

Beitrag des Arbeitnehmers= 15,85 Euro