Rentenbeiträge für einmalige Honorare?

von
Betty

Meine Frage bezieht sich auf folgende Konstellation:

Sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze und zusätzlich gelegentliche (i.d.R. einmalige) freiberufliche Vortragstätigkeiten für verschiedene Auftraggeber (Workshops, Tagungen - keine Dozententätigkeit).

Unterliegen diese nicht planbaren Zusatzeinkünfte der Rentenbeitragspflicht - ggf. ab einer bestimmten Höhe?

Experten-Antwort

Um über das Vorliegen der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung entscheiden zu können, bedarf es einer umfangreichen Prüfung.
Erstens muss festgestellt werden ob ggf. Versicherungspflicht kraft Gesetz nach §2 Satz 1 Nr.1 SGB VI vorliegt (Lehrer= Übermitteln von Wissen in Gruppen- oder Einzelunterricht).
Eventuell ist dabei der sogenannte Übungsleiter-Pauschbetrag zu berücksichtigen (2100 € p.a.).
Sollte die Versicherungspflicht in der selbständigen Tätigkeit vorliegen und die Beitragsbemessungsgrenze bereits durch die abhängige Beschäftigung überschritten sein, so muss unter Umständen eine anteilige Beitragsbemessungsgrenze errechnet werden (nach Ihren Angaben liegt keine dauerhafte selbständige Tätigkeit vor). Bei Überschreitung der Beitragbemessungsgrenze und Vorliegen von Versicherungspflicht in der Selbständigkeit als Honorarkraft, erfolgt dann eine Aufteilung der Beiträge gemäß des Verhältnisses der Höhe der Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung und selbständiger Tätigkeit (§22 SGB VI).
Die Einkünfte bleiben prinzipiell versicherungsfrei bis zu einer Höhe von 400€ (ab 2013 i.H.v. 450€) mtl. Bitte lassen Sie durch die Deutsche Rentenversicherung prüfen ob in Ihrem geschilderten Fall Versicherungspflicht vorliegt. Ob die Tätigkeit gelegentlich ist bzw. einmalig ausgeübt wird spielt für die Beurteilung der Versicherungspflicht hier keine Rolle (monatliche Betrachtungsweise).