Rentenbeiträge nachzahlen

von
Benjamin

Hallo,

ich überlege freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, da eine jährliche Steigerung von ca. 2 Prozent und quasi Inflationsschutz unübertroffen ist (da die Rente an die Lohnentwicklung gekoppelt ist) im Gegensatz zu einer Riesterrennte oder eine andere private Vorsorge. Ich weis nun aber nicht exakt, für wieviel Monate ich nachzahlen kann.

Mein Geburtsdatum: 25.07.1984

Zwischen dem 16. und 17. Lebensjahr ging ich zur Schule und habe somit nichts verdient. Somit müsste ich für diesen Zeitraum 12 Monate nachzahlen können ?

Zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr hatte ich Schule und Studium. Diese 8 Jahre werden angerechnet, somit dürfte da keine Nachzahlung möglich sein.

Mein Studium ging über das 25. Lebensjahr hinaus. Meine Diplomarbeit hatte ich am 04.11.2011 abgegeben. Die Exmatrikulation erfolgte aber erst am 13.01.2012 (hab mich von der Uni erst abgemeldet, nachdem ich die Sicherheit hatte meine Diplomarbeit bestanden zu haben). Einen Job in diesem Zeitraum hatte ich nicht und somit auch nichts in die Rentenkasse eingezahlt.

Meine Frage:
Für wieviel Monate kann ich nun exakt freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung nachzahlen ?

Nochmal die wichtigsten Daten zur Übersicht aufgelistet:
Geburtsdatum: 25.07.1984
Abgabedatum Diplomarbeit: 04.11.2011
Exmatrikulation: 13.01.2012

Wenn mir jemand dies beantworten kann, wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Benjamin

von
=//=

Sie können bis zum vollendeten 45. Lebensjahr für ALLE AB DEM 16. LEBENSJAHR NICHT ANRECHENBAREN SCHULISCHEN AUSBILDUNGSZEITEN freiwillige Beiträge nachzahlen (§ 207 Sozialgesetzbuch 6).

Wenn Sie bereits alle Zeiten, auch die des Studiums, der Rentenversicherung mitgeteilt und bereits einen Feststellungsbescheid erhalten haben (aus dem Versicherungsverlauf gehen die nicht anrechenbaren Ausbildungszeiten hervor), können Sie exakt für diese Monate freiwillige Beiträge zahlen. Wenn die Zeiten noch nicht geltend gemacht und festgestellt wurden, beantragen Sie das unter Vorlage entsprechender Nachweise und beantragen gleichzeitig die freiwillige Versicherung nach § 207 SGB 6. Die DRV kann Ihnen dann genau sagen, für welche Monate Sie nachzahlen können.

Experten-Antwort

Hallo "Benjamin",

stellen Sie bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger einen Antrag auf "Nachzahlung für Ausbildungszeiten", dann werden Ihnen die genaue Anzahl der Monate und die Höhe der Nachzahlung verbindlich mitgeteilt. Das kann auch formlos erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Rentenversicherung

von
W*lfgang

Zitiert von: Techniker
(...)
änzend:

Da der Antrag bis 45 wiederholt möglich ist *) und da durchaus hohe Beiträge (aktuell: knapp 1.200/Monat) möglich sind, sollte Benjamin vielleicht auch einen Steuerberater zurate ziehen, um nicht nur von der 'Rendite' der DRV zu partizipieren, sondern auch die möglichen steuerlichen Komponenten bei 'Splitting' der Beitragsnachzahlung zu checken.

Gruß
w.
*) ähnlich wie bei Ausgleichszahlungen zur Minderung des Rentenabschlags dürften aber auch 'Blindzahlungen' verteilt über die Folgejahre bis 45 möglich sein und nur die 'Schlussrate' genau hinterfragt werden - oder?

von
Batrix

Zitiert von: W*lfgang

[*) ähnlich wie bei Ausgleichszahlungen zur Minderung des Rentenabschlags dürften aber auch 'Blindzahlungen' verteilt über die Folgejahre bis 45 möglich sein und nur die 'Schlussrate' genau hinterfragt werden - oder?

Hallo Wolfgang,

nein, da die Nachzahlung für Schulzeiten - wie bei "normaler" freiwilliger Beitragszahlung die Höchstbeiträge nicht überschreiten darf (hier erfolgt eine zeitliche Zuordnung, die auch auf die Wartezeiten angerechnet werden).
Die Ausgleichszahlung ist ein rein finanzieller Ausgleich ohne zeitliche Zuordnung und damit nur auf den maximalen Ausgleichsbetrag begrenzt. und wie dieser eingezahlt wird (also in welchen Teilzahlungen) ist nicht relevant.

von
=//=

Genau. Und die freiwilligen Beiträge werden den Monaten zugeordnet, in denen die nicht anrechenbaren schulischen Ausbildungszeiten liegen.

Es brauchen auch nicht alle freiwilligen Beiträge auf einmal gezahlt werden. Die Beiträge müssen nur vor dem 45. Lebensjahr im Jahr 2029 entrichtet werden.

von
W*lfgang

Zitiert von: Batrix
nein, da die Nachzahlung für Schulzeiten - wie bei "normaler" freiwilliger Beitragszahlung die Höchstbeiträge nicht überschreiten darf (hier erfolgt eine zeitliche Zuordnung, die auch auf die Wartezeiten angerechnet werden).
Die Ausgleichszahlung ist ein rein finanzieller Ausgleich ohne zeitliche Zuordnung und damit nur auf den maximalen Ausgleichsbetrag begrenzt. und wie dieser eingezahlt wird (also in welchen Teilzahlungen) ist nicht relevant.
Batrix,

denke ich jetzt drüber nach, war das natürlich ein 'unscharfer' (blöd wollte ich nicht sagen ;-)) Gedanke von mir - also wiederholte Antragstellung für konkret bestimmte/kürzere Teilzeiträume der möglichen Gesamtnachzahlungszeiten der zur Verfügung stehenden nicht anrechenbaren Ausbildungszeiten. Im Falle von Benjamin jedes Jahr einen Antrag für einen gewählten Monat (16 - 17) mit Höchstbeitrag ...12 Jahre Zeit bis 45 hat er ja noch :-)

Naja, ob das steuerrechtlich sinnvoll ist, statt gleich mehr/alles zu wuppen ...diese 'Optimierung' nimmt sein Steuerberater vor.

Gruß
w.

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Altersvorsorge mit Aktien: 5 häufige Fehler

Beim Investieren in Fonds und Aktien kann viel schiefgehen. Was hilft, kein Geld zu verlieren.

Rente 

Hinzuverdienst zur Rente: Was ist erlaubt?

Was darf ich zu meiner Rente hinzuverdienen? Muss ich meinen Hinzuverdienst melden? Wir geben einen Überblick, für wen welche Bestimmungen gelten.

Rente 

Rente für Schwerbehinderte: Wenn der Behindertenstatus verloren geht

Der Schwerbehindertenausweis verhilft Betroffenen häufig zur Frührente. Dafür muss allerdings unbedingt bei Rentenbeginn Schwerbehindertenstatus...

Altersvorsorge 

Die richtige Altersvorsorge für Selbstständige

Nur etwa ein Viertel der Selbstständigen in Deutschland ist zur Altersvorsorge verpflichtet. Wir erklären, was die anderen unbedingt wissen sollten.

Altersvorsorge 

Prämiensprung bei BU-Versicherungen: Lohnt noch der Abschluss?

Berufsunfähigkeitsversicherungen werden bald teurer. Warum das so ist und wie Verbraucher jetzt reagieren sollten.