Rentenbeitrag bei Minijob

von
Renate

Hallo,

ich fange im nächsten Monat einen Minijob an und muss mich entscheiden, ob ich freiwillig in die Rente einzahlen möchte.

Ich selbst bin 66 Jahre alt und beziehe bereits eine 99% Teilrente, weil ich meinen Ehemann mit der Pflegestufe 3 Pflege.

Daneben arbeite ich noch täglich 2 Stunden in der Buchhaltung, ich mache hier den Wochenabschluss. Mein Monatsbruttoverdienst ist hier etwa 1.000,- €, bei dem mir aber auch noch Rentenbeiträge abgezogen werden.

Jetzt hat mich ein bekannter gebeten, ob ich für seine doch sehr kleine Firma, die gleiche Tätigkeit im Rahmen eines Minijobs machen könnte. Ich würde hier ein mal pro Woche ca. 2 Stunden benötigen bei einem Monatsverdienst von 150,- €. Ich habe hier die Möglichkeit, monatlich ca. 10,- € noch in die Rentenkasse einzuzahlen.

Wäre es für meinen Arbeitgeber günstiger wenn ich mich von der Rentenversicherung befreien lasse und was meint ihr, lohnt sich das überhaupt in meinem Fall?

Viele Grüße

Renate

Experten-Antwort

Hallo Renate,

für Ihren Arbeitgeber macht es prinzipiell keinen Unterschied, ob Sie im Minijob versicherungspflichtig sind oder nicht. Dieser muss so oder so den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung abführen.

Für Sie bedeutet die Versicherungspflicht im Minijob jedoch ein entsprechender Zuwachs bei der Rente zu vergleichsweise kleinen Beiträgen. Ob sich dies für Sie im konkreten Einzelfall rentiert, lässt sich im Rahmen dieses Forums jedoch nicht abschließend beurteilen. Im Zweifel sollten Sie sich daher persönlich und individuell in einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers beraten lassen.

von
Renate

Erst mal vielen Dank für die schnelle Antwort. Könnt ihr mir bitte allgemein mitteilen, wird die Rente aus der Minijob Tätigkeit genauso berechnet, wie aus einer "normalen" Vollzeit Beschäftigung.

Soweit mir bekannt ist, werden die Rentenpunkte berechnet, aus dem Verhältnis zum Durchschnittsentgelt.

Ich würde im Monat ca. 10,- € einzahlen also im Jahr ca. 120,- €. Das vorläufige Durchschnittsentgelt für das Jahr 2019 beläuft sich auf 38.901,- €.

Könnt ihr mir bitte sagen, ob meine Rechnung dann ganz grob stimmt, das 120 € / 38.901 € zu 0,003 Rentenpunkten führt? Ein Rentenpunkt hat aktuell einen Wert von 33,04 €, dies würde mir also eine Rentenerhöhung von 0,10 € im Monat bringen.

Irgendwie scheint mir meine Rechnung nicht plausible, das ich mit 120,- € im Jahr, nur eine Rentenerhöhung von 1,20 € im Jahr erhalte.

Viele Grüße

Renate

Experten-Antwort

Hallo Renate,

nein, das passt so nicht. Vielmehr würden sich folgende Beträge ergeben:

Beiträge:

Entgelt aus der geringfügigen Beschäftigung: 150 €
Mindestbeitragsbemessungsgrundlage aus geringfügiger Beschäftigung: 175 €

(Pauschal-)Beitrag des Arbeitgebers: 150 € x 15% = 22,50 €
Beitrag des Arbeitnehmers (Differenz zum normalen Beitrag, mindestens auf Basis der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 175 €):
175 € x 18,6% = 32,55 € abzüglich Beitragsteil des Arbeitgebers =
32,55 € - 22,50 € = 10,05 €

monatliche Rentenerhöhung aus o. g. Tätigkeit (1 Jahr):

(Mindest-)Beitragsbemessungsgrundlage (Entgelt) aus der Beschäftigung: 12 x 175 € = 2.100,00 €
(vorl.) Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung: 38.901,00 €
Beitragsbemessungsgrundlage : Durchschnittsentgelt = 2.100,00 € : 38.901,00 € = 0,0540 EP
zu erwartende Rentenerhöhung: EP x aktueller Rentenwert = 0,0540 EP x 32,02 € = 1,73 €

Die Rente würde sich somit mit einer Beschäftigungsdauer von einem Jahr um etwa 1,73 € mtl. erhöhen. Dieser Wert kann allerdings nur der groben Orientierung dienen, da bei der Rentenberechnung noch weitere Faktoren eine Rolle spielen, die sich hier nicht abbilden lassen. Insoweit kann es bei der tatsächlichen Rentenberechnung durchaus Abweichungen geben. Genaueres hierzu kann Ihnen im Rahmen eines Beratungsgesprächs in einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers erläutert werden.