Rentenberater

von
Kai

Hallo,

vor einigen Monaten war ich bei so einem Versichertenberater/Versichertenältesten von der DRV. Grundsätzlich ist das natürlich total nett, dass es diese Möglichkeit gibt und Menschen das ehrenamtlich machen!! Aber in diesem Fall muss ich leider sagen, ich erlebte den überhaupt nicht kompetent, sondern sehr schusselig und es gab ganz viele Fragen, die er nicht beantworten konnte.

Nun ist das Thema bei mir leider immer noch nicht geklärt und ich habe erneut Beratungsbedarf, würde diesmal aber lieber zu einem anderen Berater gehen. Der bei dem ich war, hatte sich allerdings alles mögliche über mich notiert, Personalausweis, Versicherungsnummer und Notizen zu meinen Unterlagen und ich sollte auch etwas unterschreiben, dass ich da war.

Deshalb meine Fragen: Kann ich jetzt überhaupt so ohne Weiteres zu einem anderen Berater gehen? Erfährt die DRV, wann man bei wem war (evtl. damit für erfolgte Beratungen eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden kann und auch damit man dieses Angebot nicht missbraucht indem man z.B. zu fünf verschiedenen Beratern geht)? Würde der erste erfahren, dass ich nun gewechselt habe? Müssen die Berater Bericht erstatten, zu welchem Thema ich da was gefragt habe usw.?

Und die Frage: Die Versichertenberater werden ja von der DRV geschult. Aber werden sie auch irgendwie geprüft?

Klingt jetzt irgendwie unfreundlich, aber ich überlege nur, ob ich diesmal doch lieber direkt zur DRV-Beratungsstelle gehe, oder ob ich jetzt einfach Pech in einem Einzelfall hatte. Bitte nicht falsch verstehen.

Danke und Gruß
Kai

von
Nix

Hallo Kai!
Es ist absolut egal, bei welchem Berater Sie sich wie oft beraten lassen.
Der erste Berater hat sich die Personalien etc nur aufgeschrieben, um einen Tätigkeitsnachweis seinem Arbeitgeber gegenüber zu haben, dass er Sie beraten hat.

Auch werden unter den Beratern nicht Daten abgeglichen nach dem Motto: Der war bei Dir? Der war doch schon letzte Woche bei mir.....

Sie haben das Recht, sich beliebig oft und auch von verschiedenen Beratern Informationen einzuholen.

Auch die Tatsache, dass Ihnen der erste Berater inkompetent oder zumindest nicht allwissend erschienen ist, so wird er Ihre Fragen, die er nicht beantworten konnte, sicher weitergeleitet haben durch Protokollweitergabe....

Wenn aber noch offene Fragen bei Ihnen sind, dürfen Sie sich jederzeit ....auch von einem anderen Berater....beraten lassen.

Schliesslich wollen wir, dass Sie gut informiert sind. ;-)

Viele Grüsse
Nix

von
-_-

Rentenberater sind gerichtlich zugelassene Rechtsberater für das spezielle Recht der gesetzlichen Rentenversicherung, die eine ordentliche Gebühr für Ihre Tätigkeit verlangen.

http://www.deutsche-rentenversicherung-hessen.de/nn_50602/sid_6C0993DDA934A586302ADD2BA7FD0A8C/SharedDocs/de/Inhalt/Servicebereich2/FAQ/rente/rentenberatung.html

Versichertenberater/Versichertenälteste sind geschulte Laien. Die ehrenamtlich tätigen Versichertenberater/Versichertenältesten üben "vor Ort" eine Mittlerfunktion zwischen den Versicherten und dem Rentenversicherungsträger aus. Sie beraten, betreuen und nehmen auch Anträge auf. Ihre Dienste können von den Versicherten und Rentnern sowie deren Angehörigen kostenlos in Anspruch genommen werden.

Sie können jederzeit wechseln oder die Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung kontaktieren, die Sie professionell beraten.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_6234/SharedDocs/de/Navigation/Beratung/beratungsstellen/Yellowmap__node.html__nnn=true

von
Arnold

Habe persönlich genau diesselbe Erfahrung mit 2 von diesen
Versichertenältesten von der DRV gemacht und kann mich der Kritik nur anschliessen.

Es ist eigentlich eine Unverschämtheit das solche Leute und mit einem solch gefährlichem Halbwissen auf die Menschheit losgelassen werden. Als Laie vertraut man denen ja und merkt gar nicht - mangels eigenem fehlendem Fachwissen - , das man u.U. fehlerhaft beraten wird.

Ich kann niemanden raten sich bei diesen Leuten beraten zu lassen .
Man kann und sollte diese Kritik an den Ehrenamtlichen sicher nicht verallgemeinen, aber ich habe auch von einigen anderen schon ähnliches gehört, die von diesen Amateuren und Möchtegern Experten die sich Versichertenälteste schimpfen , falsche oder nicht befriedigende Auskünfte erhalten haben.

Sie sollten sich auf jeden Fall jetzt bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung beratehn lassen.

von
mialein

Hallo,

nur zur Info.
Im Zus. mit der Beantragung einer EMR habe ich mich auch bei einm Versi.-Ä. beraten lassen, bzw. wollte dies tun. Ich hatte mich im Vorfeld schon intensiv mit der Materie durch Internet, Fachliteratur etc. beschäftigt. Bereits nach den ersten Sätzen mußte ich erkennen, daß der sog. Fachmann mir wirklich falsche Auskünfte gab, die letztendlich mit der Feststellung endeten, daß ein Rentenantrag von mir völlig aussichtslos sei.
Ich habe daraufhin das Gespräch beendet, meinen Rentenantrag wieder mitgenommen, mich nochmals intensiv mit dem Thema beschäftigt, den Antrag selbst gestellt, mit den entspr. Unterlagen eingereicht und ohne Probleme die Rente genehmigt bekommen.
Soweit meine Erfahrungen, die ich natürlich nicht verallgemeinern möchte.

von
RFn

Die Versichertenberater (Versichertenältesten) sind keine gelernten oder studierten Fachkräfte, sondern ehrenamtlich tätige Bürger, die eine Grundeinweisung erhalten haben haben. Die Hauptaufgabe ist es, in kleineneren Städten Gemeinden ohne Auskunfts- und Beratungsstelle die Verbindung zwischen den Versicherten und dem Rentenversicherungsträger herzustellen, bei der Ausfüllung von Anträgen und Vordrucken Hilfestellung zu geben und grundsätzliche Fragen zum Rentenrecht zu beantworten.
Spezielle und ausgefallene Fragen kann dieser Personenkreis natürlich nicht beantworten.
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Gelernte oder studierten Fachkräfte sitzen in den Auskunfts- und Beratungsstellen. Diese sind in der Lage, fast jede gestellte Frage zu beantworten, sofern es sich nicht um spezielle Sachverhalte handelt, die nur mit der Akte vor Augen oder/und nur durch spezielle Fachabteilungen beantwortet werden kann.

Experten-Antwort

s. Antwort von Rfn. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Selbstverständlich können Sie jederzeit auch einen anderen Versichertenältesten oder eine Auskunfts- und Beratungsstelle aufsuchen, bei Bedarf auch mehrfach oder verschiedene Stellen. Ein Abgleich hierüber, ob und ggf. wieviele oder welche Berater Sie aufgesucht haben erfolgt nicht.

von
Kai

Vielen Dank für alle Antworten!

Hat mir sehr weitergeholfen, zum allg. Verständnis und auch für meinen eigenen Fall. Habe heute einen Termin bei der DRV vereinbart (leider erst im September, aber ich fühle mich da sicherer und habe glücklicherweise eine Auskunfts- und Beratungsstelle in meiner Stadt).

Viele Grüße
Kai