Rentenbescheid

von
Marita

Hallo, ich habe heute meinen Rentenbescheid erhalten, Rentenbeginn 01.02.2011, weil der Antrag am 15.02.2011 gestellt wurde. Im Februar 2011 habe ich GDB50 rückwirkend zum 03. Januar 2010 erhalten. Deshalb lt. Rentenbescheid erst Beginn im Antragsmonat weil nicht drei Monate nach Eintreten der Voraussetzungen Rentenantrag gestellt wurde, konnte ich aber nicht, weil ich da vom GDB50 noch nichts wußte. Hatte nur im Januar 2010 Antrag wegen Verschlechterung gestellt, vorher GDB40. Wer hat hier Tipps, ob ein Widerspruch erfolgreich ist.
Frühestmöglicher Rentenbeginn (mit Abschlag) wäre nach Altersgrenze 05.2010 gewesen, bin 04.1950 geboren.
Freue mich auf Antworten!

von
Galgenhumor

Hallo Marita,
m.E. hat ein Widerspruch wenig Chancen erfolgreich zu sein. Ich denke, hier hätte bereits im Rahmen des Verschlechterungsantrages von Ihnen eine Rentenberatung in Anspruch genommen werden müssen, da der entsprechende Antrag ja von Ihnen gewollt gestellt wurde mit dem Ziel einen höheren GdB zu erlangen.
Da die RV von einen Verschlecherungsverfahren somit keine Kenntnis hatte konnte auch nicht entsprechend reagiert werden. Mit der Feststellung lagen nunmehr die Anspruchsvoraussetzungen vor und da Renten weiterhin Leistungen auf Antrag sind, werden Sie gegen sich gelten lassen müssen, dass Sie den erforderlichen Antrag zu spät gestellt haben.
Sehens Sie positiv: die Minderung ist nun geringer ausgefallen als bei einem Rentenbeginn im Jahre 2010

von
öha

Es kommt auf den Tag der Antragstellung bei der DRV an - niemand hätte Sie daran gehindert bereits zum 01.05.2010 den Antrag auf AR wegen Schwerbehinderung zu stellen. Sie hätten in dem Antrag lediglich angeben müssen, dass bereits ein 'Verschlimmerungsantrag' läuft - ggf. hätte die DRV eben im Feb. 2011 rückwirkend den Rentenanspruch auf 01.05.2010 festgestellt! Schade!
Wovon haben Sie in der Zeit vom 05/2010 bis 02/2011 Ihren Lebensunterhalt bestritten?
Gibt es einen Erstattungsbrerechtigten Leistungsträger?
Gibt es noch ein älteres, offenes Verfahren bei der DRV - z.B. Kontenklärung o.ä.?

von
Karina13

Hallo Marita,
ich schliesse mich der Antwort von User öha an. Hier haben Sie mit Verlaub einfach verschlafen. Denn Sie hätten bei Rentenantragstellung angeben müssen, dass wegen GdB ein schwebendes Verfahren läuft. Dann hätte der SB von der DRV einen Antrag für Altersrente für SB paralleel aufnehmen können und Sie hätten die Differenz nachgezahlt bekommen.Nun ist der Rentenbescheid bindend und es kann keine andere Rentenart mehr geltend gemacht werden.
Ich z.b. JG 03/49 habe im April 2009 den Vertrauensschutz zum 16.11.2000 rückwirkend prüfen lassen und habe beide Renten gleichzeitig beantragt. Nach Bestätigung des Vertrauensschutzes erhielt ich dann die Differenz (Abschläge)nachgezahlt und beziehe meine Altersrente für SB abschlagsfrei.
Tut mir leid für Sie, da ist nix mehr dran zu ändern.
MfG Karina13

von
Brille

Kann mich den Vorrednern, mit Bedauern, nur anschließen - rechtzeitige Auskunft wäre Ihnen in Ihrer Stadt-, Gemeinde- bzw. Kreisverwaltung KOSTENLOS zur Verfügung gestanden (z.B. Versicherungsämter) - in größeren Städten gibt es darüber hinaus auch 'Auskunfts- und Beratungsstellen' der DRV...!

von
zelda

Hallo Marita,

dem Grunde nach kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Sofern kein Antrag bereits bis zum 31.07.2010 gestellt wurde und auch keine Rente parallel gezahlt wurde, ist ein Widerspruch mit dem Ziel die Rente bereits am 01.05.2010 beginnen zu lassen, erfolglos.

Grundsätzlich gilt die Regel: Antrag innerhalb von drei Kalendermonaten nach Erfüllung der Antragsvoraussetzungen stellen, damit die Rente pünktlich beginnt.

Hieße in Ihrem Fall: Der Antrag hätte bis zum 31.07.2010 gestellt werden müssen, damit die Rente zum 01.05.2010 beginnt. Die Anspruchsvoraussetzungen waren im April 2010 mit Erreichen des 60. Lebensjahres erfüllt, die Schwerbehinderung lag bereits vorher vor. Allerdings würde die Rente dann auch mit 10,8 Prozent Abschlägen gezahlt worden.

Allerdings ist „noch nicht alles verloren“, wenigstens ein Beginn der Rente zum 01.12.2010 (dann allerdings mit mehr Abschlägen) machbar:

Weisen Sie den Rentenversicherungsträger auf das Rechtshandbuch zu § 99 Punkt 2.6 (sofern Ihr Rentenversicherungsträger die DRV Bund ist) bzw. die Arbeitsanweisung zu § 99 R2.2.5 (fall Ihr Rentenversicherungsträger ein Regionalträger, z.B. die DRV Nord ist) hin:

Der reguläre Rentenbeginn Ihrer Altersrente für schwerbehinderte Menschen ohne Abschläge wäre der 01.05.2013 (nach Vollendung des 63. Lebensjahres).

Bei einem Rentenbeginn zwischen dem 01.05.2010 und 01.04.2013 wäre Ihre Altersrente also mit mehr oder weniger Abschlägen behaftet. Die obigen Quellen besagen, dass Sie in diesem Zeitraum selbst bestimmen können, wann die Anspruchsvoraussetzungen für die Altersrente erfüllt sind und wann somit die Dreikalendermonatsfrist für die Antragstellung beginnt und endet.

Zitat aus dem Rechtshandbuch der DRV Bund:

„…. Wird die Altersrente mit dem regulären (angehobenen) Lebensalter beansprucht, kann der Versicherte ausgehend von dem nach § 99 Abs. 1 SGB VI unter Beachtung des Rentenantrags festgestellten Rentenbeginn für den Beginn der Altersrente jeden Ersten eines späteren Kalendermonats wählen. Hierbei ist zu beachten, dass die Voraussetzungen für diese Altersrente auch zu diesem Zeitpunkt noch vorliegen müssen (zum Beispiel Anerkennung als schwerbehinderter Mensch für die Altersrente nach § 236a SGB VI)….“

und

„ ….Inanspruchnahme der Altersrente vor der angehobenen Altersgrenze

Bestimmt der Versicherte im Rentenantrag, dass die Altersrente unter Berücksichtigung einer Minderung des Zugangsfaktors (§ 77 Abs. 2 Nr. 1 SGB VI) von einem früheren Zeitpunkt als dem 'regulären' Rentenbeginn geleistet werden soll - macht er also von der vorzeitigen Inanspruchnahme Gebrauch - und sind die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, kann die Rente zu diesem Zeitpunkt beginnen, sofern der Rentenantrag innerhalb von drei Kalendermonaten nach dem Eintritt der Anspruchsvoraussetzungen gestellt wurde. …. „

In Ihrem Fall bedeutet dies konkret:

Sie legen Widerspruch ein, mit der Begründung, die Rente müsste bereits am 01.12.2010 beginnen.

Zur Begründung des Widerspruchs machen Sie von Ihrem Wahlrecht derart entsprechend der oben angeführten Quellen Gebrauch, dass Sie erklären, die Anspruchsvoraussetzungen seien aufgrund es angehobenen Lebensalters erst im November 2010 erfüllt und Sie den Rentenbeginn am 01.12.2010 wünschen.

Dann endet die Frist für die Rentenantragstellung mit Ablauf des 28.02.2011. Diesen Termin haben Sie aufgrund der Antragstellung am 15.02.2011 erfüllt.

Beachten Sie bitte, dass die dann ab dem 01.12.2010 zu zahlende Rente aufgrund des erhöhten Abschlages (0,6 % zusätzlich) allerdings etwas geringer ausfällt.

(Die hier beschriebene Regelung gilt allerdings nur, solange die Rente mit Abschlägen behaftet ist. Davon gehe ich in Ihrem jedoch aus, da Sie am 16.11.2000 noch nicht schwerbehindert waren und somit die sogenannte Vertrauensschutzregelung für vor dem 17.11.1950 Geborene nicht erfüllen).

MfG

zelda

von Experte/in Experten-Antwort

Dem Beitrag von zelda wird voll und ganz zugestimmt.