Rentenbescheid

von
Joachim Korb

Guten Tag,

seit Mai bin ich nun Rentner. Altersrente mit 65 Jahren. Meinen Rentenbescheid habe ich anfang des Jahres erhalten. Die Bemessungsgrundlage der Rente wurde für die letzten Monate 2014 geschätzt. Nun wurde mir im April mehr ausgezahlt als erwartet. Das 4,5 fache des Bruttobetrages des auf dem Rentenbescheid geschätzen Betrags. Nun müsste sich auch der Entgeltpunktwert für 2014 ändern. Ist dieser nun fest weil der Bescheid schon festgeschrieben ist oder kann man das nun rückwirkend ändern. Der Frist für den Einspruch ist im März abgelaufen. Wie und wo kann ich das beantragen oder wird das automatisch nochmal berechnen?
Vielen Dank im voraus.

von
Jonas

Hallo Herr Korb,

Sie können einen Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X stellen.

Einfach ein freies Schreiben aufsetzen, Sachverhalt schildern , Nachweise beifügen und Neuberechnung beantragen.

Hinweis:
Im Rentenantrag haben Sie (wahrscheinlich) angegeben, dass Sie einer Hochrechnung zustimmen. Damit ist diese Entscheidung nicht zu beanstanden, auch wenn Sie tatsächlich mehr bekommen haben.

In vielen Fällen erfolgt bei einer solchen Differnenz trotzdem eine Neuberechnung.

Hilfreich kann noch sein, wenn die Zahlung für Sie unvorhersehbar war. Das würde dem Antrag auf jeden Fall eine gute Begründung liefern.

Ggf. können Sie den Sachverhalt vorab mit dem zuständigen Sachbearbeiter erörtern.

Viel Erfolg.

MfG

Jonas

von
....

Sofern Sie der Hochrechnung im Rentenantrag zugestimmt haben und die gesonderte Meldung durch den Arbeitgeber richtig ist, ergibt sich für den Rentenversicherungsträger keine Veranlassung die Rente neu zu berechnen.
Wäre es weniger geworden, würde eine Neuberechnung auch nicht durchgeführt.

siehe auch http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_70R6.1.2

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geehrter Herr Korb,

da Sie wahrscheinlich im Rentenantrag angegeben haben, dass Sie eine Hochrechnung des Entgelts für letzen (max. 3) Monate wünschen, ist eine nachträgliche Änderung nicht mehr möglich. Hierfür haben Sie bei Rentenantragstellung unterschrieben. Auf dem Unterschriftenblatt wird auch darauf hingewiesen, dass bei einer Abweichung des tatsächlichen des Entgelts die Berechnung der Rente nicht mehr korrigiert werden kann.
Eine Änderung wäre leider nur innerhalb der Widerspruchsfrist möglich gewesen.

von
Nika G.

Ich habe das gleiche Problem und bin seit Februar in Rente. Auf diese "Zustimmung" hat mich auch Niemand aufmerksam gemacht. Da ich auch Abfindung gekriegt habe, wir schön alles abgezogen aber nicht mehr berechnet. Ich finde das nicht Richtig und vermute Absicht dahinter. So kann man auch weniger Rente zahlen. Ich hätte mindestens noch 0,6 Punkte dazu. Wen man in Jahren rechnet, hat die Renteversicherung ganz schön gesparrt auf meine Kosten. Wie kann man sich doch noch wehren ? Vielleicht muss man Anwalt fragen ?

von
GroKo

Zitiert von: Nika G.

Ich habe das gleiche Problem und bin seit Februar in Rente. Auf diese "Zustimmung" hat mich auch Niemand aufmerksam gemacht. Da ich auch Abfindung gekriegt habe, wir schön alles abgezogen aber nicht mehr berechnet. Ich finde das nicht Richtig und vermute Absicht dahinter. So kann man auch weniger Rente zahlen. Ich hätte mindestens noch 0,6 Punkte dazu. Wen man in Jahren rechnet, hat die Renteversicherung ganz schön gesparrt auf meine Kosten. Wie kann man sich doch noch wehren ? Vielleicht muss man Anwalt fragen ?

0,6 Punkte, Du kannst 100% nicht rechnen.

von
....

Zitiert von: Nika G.

Vielleicht muss man Anwalt fragen ?

oder nicht alles blind unterschreiben. Das Unterschriftenblatt besteht aus 2-3 Seiten und die sind relativ groß geschrieben. Man sollte sich die 3 Minuten Zeit nehmen bevor man unterschreibt das Ganze mal durchzulesen. Da ist nix mit "Kleingedruckten".

von
W*lfgang

...im Normalfall wird hier bei der Antragsaufnahme breit und deutlich auf die Vor- und Nachteile der 'Hochrechnung' hingewiesen - manche hören vielleicht nur nicht richtig zu ;-)

Der eine sagt "vielleicht 3 EUR mehr, ist mir scheißegal, Hauptsache pünktlich" - die andere überlegt wegen 41 Cent geschlagen 20 Min und rechnet das für die nächsten 150 Jahr hoch, alles erlebt und täglich wieder.

TIPP: wenn die BBG eh überschritten sein sollte, haben Abfindungen keinen weiteren Nutzen - hier hat die Hochrechnung jahresüberlappend wirklich nur marginale Nachteile im kleinen Cent-Bereich. Aber, wenn man sowieso nicht auf die pünktliche Zahlung angewiesen ist, dann eben keine Hochrechnung.

Wenn es antragaufnehmende Stellen gibt, die das nicht besonders darstellen oder/und die Abweichung tatsächlich 'dramatisch' ist, siehe Beitrag von Jonas (da geht noch was :)

Gruß
w.