Rentenbescheid Erwerbsminderunngsrente

von
A.

Guten Abend, ich habe da mal ein paar Fragen zur befristeten Rente wegen voller Erwebsminderungsrente.

Es wurde eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk absolviert (36 Monate), zuvor 8 Monate ein Berufsvorbereitendes Jahr absolviert.
Beides ist im Versicherungsverlauf als "Pflichtbeitragszeiten, berufliche Ausbildung, beitragsgeminderte Zeit" gekennzeichnet.

So weit, so verständlich.

Nun werden aber nur 36 Monate dieser insgesamt 44 Monate bewertet, für die letzten 8 Monate steht dort: "Ein Gesamtleistungswert ist für folgende Zeiten nicht zu berücksichtigen, weil sie nicht zu bewerten sind."

Warum ist das so?
Ich meine, es wurden doch vom AG bzw. BBW Beiträge gezahlt und es ist doch auch im Versicherungsverlauf gekennzeichnet und auf einer anderen Seite des Rentenbescheids mit Entgeltpunkten belegt.

Eventuell kann mir da jemand weiter helfen und Licht ins Dunkle bringen, dafür wäre ich sehr dankbar.

Eine weitere Frage habe ich noch: Was sind belegungsfähige Kalendermonate?

"Der belegungsfähige Gesamtzeitraum umfasst 103 Mon: nicht belegungsfähige Kalendermonate: 30 Mon, verbleiben als belegungsfähige Kalendermonate 73 Mon."

Das entzieht sich absolut meiner Kenntnis, woher jetzt diese 73 Mon. kommen, im Versicherungsverlauf sind eben lediglich die 44 Monate gekennzeichnet worden, das heißt, es sind 29 Monate zu viel und nirgends herauszufinden, was dort überhaupt bewertet worden ist.

Ich habe genau den gleichen "Werdegang" wie eine Freundin, Schule (ist meiner Kenntnis nach nur Anrechnungszeit), dann BVB, anschließend Berufsausbildung in einem BBW und dann gleich in Rente. Und ihr Versicherungsverlauf sieht eben genauso aus wie meiner, daher verstehe ich das absolut nicht, dass jetzt bei mir aufgrund dieser omminösen 73 Mon. die Rente eklatant geringer ist als ihre, da es ja die Entgeltpunkte deutlich senkt.

Vielleicht hat jemand eine Idee, was sich hinter diesen belegungsfähigen Kalendermonaten verbirgt, evtl. auch einen Link, in dem man mal nachlesen kann, wie das alles bewertet wird.

Liebe Grüße

von
A.

Ich bin jetzt schon ein bisschen schlauer.

Die 29 Monate könnten das "Abitur mit Ausbildung" gewesen sein (der Schulbesuch ergibt zumindest genau diese 29 Monate), wobei dort ja der Schwerpunkt eindeutig auf dem Abitur lag und daher müsste das meiner Kenntnis nach auch als Schulzeit gewertet sein und so ist es ja auch im Versicherungsverlauf angegeben.

Vermutlich hat die Bearbeiterin bei der Schulbescheinigung nur auf das Kreuz bei "Berufsschule" geachtet (es war eben ein Fachgymnasium und da war dann natürlich auch eine Berufsschule).
Wie kann man das Missverständnis (zumindest gehe ich davon aus, dass es eines ist) denn aus dem Weg räumen?
Würde es genügen, evtl. noch vorhandene Zeugnisse dorthin zu schicken, auf denen ersichtlich ist, dass die Noten ja in Punkten angegeben wurden, was ja nur beim Abitur der Fall ist?

Oder eignet sich etwas anderes?
Eine andere Bescheinigung habe ich ja leider nicht und die Zeugnisse wären gerade das einfachste für mich, die liegen hier gut aufbewahrt im Schrank.

Aber eigentlich haben sie es ja im Versicherungsverlauf auch als Schulzeit bewertet....

von
Werner67

Zur ersten Frage:
"Ein Gesamtleistungswert ist für folgende Zeiten nicht zur berücksichtigen, weil sie nicht zu bewerten sind".

An dieser Stelle geht es um die Frage, ob Sie zusätzlich zu den gezahlten Beiträgen einen Zuschlag für diese Zeiten erhalten (also eine Höherbewertung.)
Diesen Zuschlag gibt es maximal für 36 Monate Ausbildungszeiten (Fachschule und Pflichtbeiträge berufliche Ausbildung zusammen). Das ist gesetzlich so festgelegt.
Wenn Sie mehr Ausbildungszeiten haben, bekommen diese keinen Zuschlag, sondern werden ausschließlich aus den tatsächlich gezahlten Beiträgen bewertet.

zweite Frage:
Was sind belegungsfähige Monate?

Belegungsfähige Monate ist nichts, was Ihre Rente mindert, sondern an dieser Stelle der Rentenberechnung geht es um die Ermittlung des Gesamtleistungswertes.
Der Gesamtleistungswert drückt aus, wie hoch Ihr Durchschnitt aus dem gesamten Versicherungsleben ist.
Dazu nimmt man die vorher ermittelte Summe Ihrer Entgeltpunkte und teilt sie durch die belegungsfähigen Monate.
Die belegungsfähigen Monate wiederum ergeben sich, indem man den Gesamtzeitraum ab dem 17. Lebensjahr (oder ab dem ersten Beitrag, falls Sie vor 17 schon Beiträge gezahlt haben) bis zum Leistungsfall nimmt und davon die beitragsfreien Zeiten (z.B. Schule, Studium, Mutterschutz) abzieht, sofern diese nicht mit Berücksichtigungszeiten (Kindererziehung) zusammentreffen.
In Ihrem Fall war offenbar der Gesamtzeitraum 103 Monate und die beitragsfreien Zeiten 30 Monate (29 Monate Schule + ein weiterer Monat, der sich aus Ihrer Berechnung ergeben müsste)

Im Endergebnis errechnet man aus dem Gesamtleistungswert z.B. den oben schon erwähnten Zuschlag für die 36 Monate berufliche Ausbildung.
Diese wird mindestens mit 75% des Gesamtleistungswertes, maximal jedoch 0,0625 EP pro Monat bewertet.
Wenn Ihr Gehalt unter diesem Wert lag, bekommen Sie den Zuschlag in Höhe der Differenz.

Ich hoffe, dass diese Erläuterung etwas gehalten hat.
Wenn Sie noch Fragen haben, empfehle ich Ihnen, dass Sie einen Termin in einer Beratungsstelle vereinbaren und sich den Rentenbescheid ausführlich erläutern lassen.

Experten-Antwort

Dem Beitrag von „Werner67“ können wir uns anschließen. Sollten Ihnen die Erläuterungen nicht ausreichen, empfehlen wir eine persönliche Beratung um das komplexe Thema (Gesamtleistungsbewertung) dargelegt zu bekommen.