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Rentenbescheid und Klage

von
peavey

Gegen meinen Rentenbescheid (EUR) habe ich widersprochen.
Wie finde ich einen Anwalt, der sich im Sozialrecht (auch für den öffentlichen Dienst) auskennt? Wie es scheint, muss ich klagen. Die &#34;Gelben Seiten&#34; geben dazu nicht viel her (nur einen Anwalt darin gefunden und dahin sind es etliche km).
Vielleicht können mir Betroffene berichten, wie sie den Weg gegangen sind und was ich dabei unbedingt zu beachten habe.

von
Schade

Welche Anhaltspunkte haben Sie denn, dass die Rente falsch sein könnte?

I.d.R. ist die Rente dann richtig berechnet, wenn alle Versicherungszeiten richtig aufgefhrt sind und die Verdienste stimmen - und das kann man eigentlich selbst prüfen, in dem man seine Unterlagen mit dem Versicherungsverlauf vergleicht.

Fehlen im Versicherungsverlauf Zeiten, kann man das auch selbst monieren und die Beweise vorlegen.
Zumal man in der Regel bevor man in Rente gegangen ist mehrfach aufgefordert wurde sein Versicherungskonto zu klären......Welcher der Tausende von Anwälten in D wirklich auf den Gebiet der Rente was taugt, wird Ihnen im Vorfeld kaum einer sagen können.

von
Stefan

Sehen Sie sich doch mal nach Rentenberatern um, das sind selbständige Rechtsberater die sich (besser als die meisten Anwälte) mit dem Rentenrecht auskennen.

Ansonsten gibts auch einen anwaltssuchdienst (mal in google eingeben) da sollte man dann einen Fachanwalt für Sozialrecht suchen.

von
Rechtspfleger

Über die Bundesrechtsanwaltskammer :

http://www.brak.de/seiten/01_03.php#brak

gelangen Sie zu ihrer ihrem Wohnort zuständigen Regionalen Anwaltskammer.

Auf der Seite befindet sich dann eine Anwaltssuche nach Fachgebieten und/oder Orten.

von
Geiler

Sparen Sie sich besser die Mühe. Ihr Rentenbescheid ist bestimmt korrekt. Anwälte kosten doch nur unnötig Geld.

Herzlichst
Ihr Geiler

von
peavey

Ist ein Anwalt oder Rentenberater so teuer?
Bei mir wurden im Bescheid ein paar Monate nicht berücksichtigt. Ich bekam noch Lohnfortzahlung und dieser Betrag erscheint nicht als Entgelt in der Rentenberechnung.
Lohnt sich das dann etwa nicht? Wirkt sich doch bestimmt demnächst auch auf die Altersrente aus, oder?

von
Rechtspfleger

Sie haden doch Widerspruch eingelegt.

Warten Sie doch erstmal ab wie dieser beschieden wird.

Wenn Sie der DRV die Sachlage im Widerspruch eindeutig erklärt und vor allem auch mit Nachweisen schriftlich belegt haben, dürfte doch ihrem Widerspruch stattgegeben werden.

Wenn nicht ist es immer noch Zeit einen - versierten - Fachanwalt für Sozialrecht einzuschalten.

Und nein, ein Fachanwalt für Sozialrecht ist im Vergleich zu anderen Fachanwälten relativ günstig.

Hier können Sie die Rechtsanwaltsgebühren im Allgemeinen nachlesen :

http://bundesrecht.juris.de/rvg/index.html

und hier im Besonderen im Sozialrecht :

http://www.rechtspraxis.de/skosten.htm

von
???

Wenn die fehlenden Zeiten sich &#34;demnächst auch auf die Altersrente&#34; auswirken, kann es sein, dass Sie derzeit eine Erwerbsminderungsrente beziehen? Bitte prüfen Sie, ob die Lohnfortzahlung evtl. erst nach dem Versicherungsfall = Eintritt der Erwerbsminderung liegt. Dann können Sie den Widerspruch gleich zurücknehmen, weil Versicherungszeiten, die nach dem Eintritt der Erwerbsminderung liegen, erst beim nächsten Leistungsfall (bei Ihnen vermutlich Altersrente) berücksichtigt werden.

von
Schiko.

Ist schon erstaunlich, wegen vermutlich ein paar Hundert Mark oder Euro
Lohnfortzahlung- selbst wenn versehentlich nicht berücksichtigt-gleich zum
Kadi rennen.
Sie haben doch sicher Ihren Einspruch begründet, warten Sie doch ab was die
Rentenversicherung als Gegenargument bringt.
Vielleicht wissen Sie es aber schon, derzeit bringen 30.879 Jahresverdienst
Euro 27,20 und in Ost 24,13 Rente .
Ist schon mehr als fürsorglich von manchen User gleich einen großen Nachteil
herbeizureden und Rechtswege aufzuzeichnen, ohne Einzelheiten zu kennen.

Mit freundlichen Grüßen.

von
peavey

@ Schiko
Ich gehe mal von Ihren 27,20 Euro aus. Das machen dann bei mir bis zur Altersrente gerechnet 5542,-- Euro aus.
Unabhängig davon, dass ich bei dieser Rechnung in meinem Fall sogar höhere Zahlen zu Grunde legen müsste. Für mich ist das viel Geld. Letzendlich ist aber der Bescheid falsch. Darum auch mein Einspruch.

von
Richtig

Ich denke das Schiko.Recht hat.Sie haben Einspruch eingelegt und das war genau richtig.Wenn die Zeiten wirklich nicht berücksichtigt worden sind, wird dies nun neu geprüft und falls Beiträge aus dem Arbeitsentgelt geflossen sind, werden diese Zeiten problemlos anerkannt.Bevor sie da einen Anwalt einschalten, würd ich erst den Widerspruch abwarten.

Da können sie schonmal eine Menge Geld sparen.Denn sonst haben sie von den fünftausend Euro nicht viel.

von
Schiko.

Entschuldigen Sie bitte wenn ich nachbohre, glaube aber Sie machen mir und uns eine große Freude wenn Sie hier erklären wie Sie bei 30.879 Jahresverdienst 2009 und hierfür 27,20 Rentenwert einen Bezug von
27, 20 und 5520 bis zur Altersrente herstellen.
Für welchen Betrag und Zeitraum wurden keine Beiträge abgeführt bzw.
fehlen bei der Kontoauskunft/Rentenbescheid die Beträge.
Merkwürdig auch der Satz&#34; Das machen bei mir bis zur Altersrente gerech-
net&#34;
Erst bei Rentengewährung fehlt doch dann der Rentenbetrag und ist hoch-
zurechnen für ? Jahre der Verlust gilt.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Zweifler

Das mit den 5532 Euro stimmt niemals...

Außerdem gfibt es Lohnfortzahlung nur für max.
6 Wochen und nicht für einige Monate....

Beitrag von peavey, 29.08.2009, 18:05 Uhr

Ist ein Anwalt oder Rentenberater so teuer?
Bei mir wurden im Bescheid ein paar Monate nicht berücksichtigt. Ich bekam noch Lohnfortzahlung und dieser Betrag erscheint nicht als Entgelt in der Rentenberechnung.
Lohnt sich das dann etwa nicht? Wirkt sich doch bestimmt demnächst auch auf die Altersrente aus, oder?

von
Harald

Es gibt allerdings auch tariflich geregelte Lohnfortzahlungsansprüche von mehr als 6 Wochen.
Ich habe auch meine Zweifel an der Rechnung.
Vielleicht ist die Erwerbsminderung sogar vor dem 60. Lebensjahr eingetreten, dann fällt die Lohnfortzahlung in die Zurechnungszeit und wirkt sich praktisch gar nicht aus.
Aber was soll es.
@peavey will ja gar nichts konkretes fragen; er will ja nur fragen, wa ein Anwalt kostet

Harald

von
peavey

Bis zu meiner Altersrente dauert es ca. 17 Jahre. Folgendes habe ich gerechnet: 27,20 mal 12 Monate = 326,40 Euro. 17 mal 326,40 = 5548,80 Euro. Meine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist 6 Monate. Nach diesen 6 Monaten kam es zur Leistung der Erwerbsminderungsrente.

von
Zweifler

Die 27,20 &#8364; sind pro JAHR - nicht pro Monat !!!!

Dann sind es nur noch 462,40 &#8364; und selbst das stimmt nicht,
da man nicht einfach diesen Betrag mit den jahren bis zum 60. Lebensjahr multiplizieren kann.

Wenn Rentenberechnung so einfach wäre könnte dies ja jeder !

Das sind im Grunde Peanutsbeträge um die es bei ihnen geht.

Wenn die 6 Monate nicht mitgerechnet wurden ( was ich nicht glaube ) , kann es sich höchstens also um ca. 13 Euro handeln

Für den Betrag können Sie sich höchstens dann als Altersrente jeden Monat mal 1 Pizza kaufen...

von
???

Liegt der Versicherungsfall der Erwerbsminderung evtl. vor der Lohnfortzahlung?

Beispiel: Eintritt der Arbeitsunfähigkeit 30.05.2008 gilt als Eintritt der Erwerbsminderung
Lohnfortzahlung 01.06.2008 bis 30.11.2008 =&#62; liegt somit nach dem Versicherungsfall und wird daher erst bei einem späteren Leistungfall (z.B. 65. Lebensjahr) berücksichtigt.

von
peavey

@???
Ja. Der Antrag auf Erwerbsminderungsrente wurde gestellt und bis darüber entschieden war, bekam ich für 6 Monate Lohnfortzahlung. Wann ist der Leistungsfall dann eingetreten; mit Datum der Antragstellung oder mit Datum des Bescheides über die Gewährung der EM-Rente?
Wenn ich Sie richtig verstehe, wird diese Zeit bei meiner späteren Altersrente berücksichtigt.

von
Schiko.,

Tut mir leid, Sie haben scheinbar die 27,20 bei 308799 Jahresverdienst
missverstanden. Es sollte doch nur ein Hinweis sein, , dass selbt bei 30879
Jahresverdienst- nicht erfasst- der Verlust von 27,20 bei der Jahresrente
ist.
Einmal angenommen der monatliche Verdienst 2.000 Euro und bei Lohn-
fortzahlung in 6 Wochen der Ausfall 3.000 Euro.

Vorsichtshalber gleich der Hinweis, habe keine Ahnung, Gehaltsabrechnungen
war meine Aufgabe 1955 schon, weiß als nicht ob die 3.000 realistisch sind.
Berechnung:

30879 Jahresverdienst bringen 27,20 Jährliche Rente die naturgemäß
monatlich als Auszahlung zu berücksichtigen wäre.

Als Vergleich nenne ich nur 400 Eurojob bei 4,90 % Zuzahlung sind es 4.800
im Jahr mit 19,90 % RV. Beitrag und bringt 4,23 Rente im Jahr, da ja monatliche Auszahlung eben x 12 50,76 Euro.

Nun können Sie die angenommenen 3.000 in Relation setzen.

Dies vermisse ich immer, wäre schön wenn Sie uns später mitteilen was sich geändert, bzw. die Antwort der RV. auf Ihren Einspruch war.

Nur Mut dazu.

Mit freundlichen Grüßen.

von
zelda

Hallo peavey,

für die Berechnung der Erwerbsminderungsrente werden alle Zeiten berücksichtigt, die bis zum Ende des Monats des Leistungsfalls zurückgelegt wurden (§ 75 Abs. 2 SGB VI).

Der Leistungsfall hat weniger mit dem Tag der Antragstellung noch mit dem Tag des Remtenbeginns zu tun.

Vielmehr wird dieser Zeitpunkt durch den RV- Träger anhand Ihrer Angaben und insbesondere den med. Untersuchungen festgelegt. Nicht selten ist dies der Tag des Beginns der Arbeitsunfähigkeit.

In Ihrem Rentenbescheid sollte dieser Zeitpunkt auch genannt sein (evt. auf der ersten Rückseite).

Als Beispiel (ohne dass ich den Grund Ihrer Erwerbsminderung kenne):

Versicherter X erleidet am 13.02.2009 einen Schlaganfall, aufgrund dessen er von der RV ab diesem Zeitpunkt als erwerbsgemindert auf Dauer eingestuft wird. Ab diesem Tag ist er krankgeschrieben und erhält bis zum 12.08.2009 Lohnfortzahlung vom AG. Der Rentenantrag wird z.B. am 15.03.2009 gestellt, der Rentenbescheid wird am 15.07.2009 erstellt, die Rente wird laufend ab September 2009 gezahlt, die Nachzahlung vom März 2009 bis August 2009 wird vorerst wegen evt. Erstattungsansprüche einbehalten

(Alles fiktive Werte !!!)

Die RV berechnet nun die Rente wie folgt:

- Rentenbeginn am 01.03.2009 gem. § 99
da Rente auf Dauer

- Berechnung der Rentenhöhe mit Zeiten bis zum 28.02.2009 gem. § 75 (2), da Leistungsfall am 13.02.2009

Sollte die Rente nur auf Zeit gewährt werden, (weil die RV der Ansicht ist, die Erwerbsminderung besteht nur auf Zeit oder es handelt sich um eine sogenante Arbeitsmarktrente, beginnt die Rente bei gleichem Zeitpunkt des Leistungsfall erst am 01.09.2009 (§ 101(1) SGB VI).

An der Berücksichtigung der Entgelte nur bis zum 28.02.2009 ändert sich gem. § 75 (2) jedoch nichts.

Aus dem, was ich Ihren Angaben entnehmen kann, wäre die Berchnung der RV m. E. korrekt. Vergleichen Sie doch mal bitte mit Ihrem Rentenbescheid:

Monat des Leistungsfalls = Monat bis zu dem die Entgelte in Anlage 2 aufgeführt sind (danach evt. noch Zurechnungszeit) ??

Wenn dem so ist, sollte in diesem Punkt die Rentenberechnung richtig sein, eine Klage wäre (hinsichtlich dieses Punktes) m.E. dann eher zwecklos.

Die Beiträge aus den Zeiten nach dem Monat der Lohnfortzahlung sind aber nicht verloren, sie werden spätestens bei der Altersrente berücksichtigt (da dann vor dem neuen Rentenbeginn).

Da Sie so explizit den öffentlichen Dienst ansprechen, sehe ich bei Ihnen eher eine andere "Baustelle":

Durch die Bewilligung der Erwerbsminderungsrente (teilweise oder volle ??/ auf Zeit oder auf Dauer ??) ergeben sich Veränderungen in Ihrem Arbeitsvertrag und evt. Rückforderungsansprüche Ihres AG für Zeiten des Rentenbezugs und der gleichzeitigen Lohnfortzahlung über die gesetzlichen 42 Tage hinaus (vgl. § 33 Abs. 2 ff TVÖD und § 22(4) TVÖD). Evt. gilt für Sie ein anderer Tarifvetrag (z.B. Kommune ), die Regelungen sind aber meist ähnlich.

Vielleicht sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit eher diesen Regelungen und den Folgen daraus schenken (und sich bei Bedarf eher einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht suchen, falls Ihr AG "Mist baut")

zelda