Rentenbescheid Wartezeiten

von
Werner aus Westfalen

Heute (31.7.2014) habe ich meinen Rentenbescheid bekommen. Bei der Antragsstellung gab es schon die Möglichkeit für die neue Rentenregelung- Rente mit 63 oder als längjährig Versicherter nach Arbeitslosigkeit die entsprechende Rente zu beantragen. Ich habe bis zu meiner Arbeitslosigkeit 539 (Juli 2012 bis Juni 2014) Pflichtbeitragsmonate gehabt. Im Dezember 2013 habe ich einen Minijob ausgeübt. Dafür wurde ein Pflichtbeitrag von 33,08 € vom Arbeitgeber abgeführt, dieser erscheint auch in der Rentenauskunft vom Januar 2014 und auch im Rentenbescheid. In der Rentenauskunft stand auch, daß ich die Wartezeit für besonders langjährig Versicherte erfüllt habe, während jetzt im Bescheid steht, daß ich die Wartezeit nicht mehr erfüllt hätte.In der Druckschrift "Minijob-Midijob: Bausteine für die Rente steht:Wartezeitmonate aufgrund Ihres Minijobs : Die Zahl der Arbeitsmonate in einem rentenversiche­rungspflichtigen 450­ Euro­Job entspricht auch der Zahl der Monate, die man für die Wartezeit für eine Rente erwirbt.Jetzt im Rentebscheid sind 539 Pflichtbeitragsmonate angeführt und ich soll jetzt die Rente für langjährig Versicherte nach Arbeitslosigkeit mit 3,6 % Abzug erhalten. Der zusätzliche Pflichtbeitrag vom Dezember würde nicht gezählt. Ein Verweis auf die Rechtsgrundlage wurde weder im Bescheid noch im telefonischen Gepräch genannt. Die Maschine hätte das so ausgerechnet und das wäre dann so.

von
Nachfrager

Hallo Werner,

sind Sie bei der DRV Knappschaft-Bahn-See oder bei der DRV Westfalen versichert?

von
Katha

Bei den Zeiten einer geringfügigen Beschäftigung (s.g. Minijobs) ist zu unterscheiden, ob nur der Arbeitgeber Beiträge entrichtet hat oder Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nur iIm letzteren Fall kann diese Zeit zur Erfüllung der Wartezeit von 45 Jahren mitgezählt werden.

von
Werner aus Westfalen

Ich bin bei der BfA und deren Rechtsnachfolger versichert.

Den Restbetrag über die 15% hinaus vom Arbeitgeber habe ich bezahlt, wurde mir vom Nettolohn abgezogen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Werner aus Westfalen,

auch ich hätte – wie Katha – zunächst die Vermutung gehabt, dass hier ein nicht versicherungspflichtiger Minijob die Ursache gewesen sein könnte. Da dies offensichtlich nicht der Fall ist, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich an eine Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers zu wenden und dort das Problem unter Berücksichtigung der Daten Ihres Versicherungskontos klären lassen.

Im Rahmen dieses Forums und ohne Einsicht in Ihr Versicherungskonto lässt sich Ihre Frage leider nicht abschließend klären.

von
Kai-Uwe

Ich glaube nicht, dass die Rentenauskunft aus Januar rechtsverbindlich war, da zu diesem Zeitpunkt das neue Gesetz (ab 1.7.14) noch gar nicht verabschiedet war.

Es kann durchaus sein, dass die von Ihnen ausgeübte geringfügige Beschäftigung nach "altem" Recht anrechenbar war, nun aber nicht mehr.

Rufen Sie doch mal bei Ihrem RV-Träger an. Sollten Sie keine zufriedenstellende Auskunft erhalten, wäre ein Widerspruch ratsam, durch den die Sachlage dann abschließend geklärt wird.

§ 244 Absatz 3 wird wie folgt gefasst:
(3) Auf die Wartezeit von 45 Jahren werden
Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenhilfe und Arbeitslosengeld II nicht angerechnet.

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Kai-Uwe
Ich glaube nicht, dass die Rentenauskunft aus Januar rechtsverbindlich war, da zu diesem Zeitpunkt das neue Gesetz (ab 1.7.14) noch gar nicht verabschiedet war.
Kai Uwe, Hallo Werner

...wenn nach alter Rechtslage schon 540 Monate bestätigt worden sind, kann es nach neuer Rechtslage nicht weniger werden ;-)

ABER, keine Rentenauskunft ist rechtsverbindlich, so falsch sie inhaltlich auch sein mag (schon erlebt). Lediglich die Aussagen zu bestätigten Vertrauensschutzregelungen genießen "Rechtsschutz".

Für Werner die einzige Möglichkeit, gegen die 'fehlerhafte' Rentenauskunft vorzugehen wäre, den/die Mitarbeiter/in, die das 'ausgedruckt' hat, im Wege des Amtshaftungsanspruchs in Regress zu nehmen.

Werner sollte in jedem Fall erst mal Widerspruch einlegen UND gleichzeitig die freiwillige Versicherung für Juli 2014* beantragen, auch gegen die Ablehnung der Alo-Pflichtbeiträge 2012-2014 (wer weiß, was da gerichtlich noch 'zu klären' sein wird).

*wenn alle Stricke reißen, wird der Rentenbeginn um einen Monat verschoben.

Rechtliche Arbeitsanweisungen zur Renteninformation/Rentenauskunft:

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_109R0

Gruß
w.

von
Katja

Hallo @Werner,

Sie beziehen sich ja auf eine Rentenauskunft aus dem Jahr 2014. Nur passt so einiges nicht zusammen.

Als Rentenarten sind voraussichtlich in dieser Auskunft aufgeführt:

1. Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit
(Alter 60 + X mit Abschlag)

2. Altersrente für langjährig Versicherte
(Alter 63 + X mit Abschlag)

3. Altersrente für besonders langjährig Versicherte,
Alter 65 Jahre

Die unter Ziffer 3) aufgeführte Rentenart kommt ja wohl nicht Betracht.

Eine Rentenart wie Sie beschreiben
"Rente für langjährig Versicherte nach Arbeitslosigkeit"
gab und gibt es nicht.

Frage:
Was für eine Altersrente wurde denn tatsächlich bewilligt (bitte konkret aus dem Bescheid zitieren)?
Wann sind sie geboren (Monat/Jahr)

Vielleicht können wir dann im Forum auch zu einer Lösung kommen.

Katja

von
Werner aus Westfalen

Hallo,
der Rentenbescheid sagt aus: Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach.......
Geboren bin ich im Juni 1950.
In der Rentauskunft stand: Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Die Wartezeit für diese Rent beträgt 45 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten, Ersatzzeiten .... Diese Wartezeit ist erfüllt.
Warum ist hier die Wartezeit (540 Monate) erfüllt und jetzt für die Rente mit 63 nicht mehr.
Dann ist ja die Aufregung vor ca. 14 Tagen, die durch die Presse ging, mit Minijobs diese Alg1 Zeit zu überbrücken bzw. Wartezeiten zu erwerben, vollkommen daneben. Oder weiß hier die Linke (Gesetzgebende) mehr oder weiger als die Rechte (Ausführende).
Für mich ist das alles sehr mekwürdig.

von
W*lfgang

Hallo Werner,

Experten/in-Rat wird morgen früh lauten: rufen sie mal die Hotline an oder schauen Sie auf der Website von DRVxyz.de nach. Mit 'Glück' verweist er/sie noch an die nächste Beratungsstelle ;-)

Und wie Katja sagte:
"Vielleicht können wir dann im Forum auch zu einer Lösung kommen."

Hier wohl kaum, solange Werner nicht seinen VV/Rentenauskunft aus 01.2014 hier veröffentlicht – DAS ist ein Fall zur individuellen Beratung, da hilft auch kein Forum.

Gruß
w.

von
Schade

Wenn die AR wegen Arbeitslosigkeit bewilligt wurde, hat das mit den neuen Gesetzen auch nichts zu tun.

Entweder wurde dann die falsche Rentenart angekreuzt.
Oder die falsche Rentenart bewilligt.

Wenn 45 Jahre vorliegen, müsste die AR für besonders langjährig Versicherte bewilligt worden sein - nur die wäre abschlagsfrei.

Das können wir im Forum nicht klären.

von
Katja

Zitiert von: Werner aus Westfalen

Hallo,
der Rentenbescheid sagt aus: Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach.......
Geboren bin ich im Juni 1950.
In der Rentauskunft stand: Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Die Wartezeit für diese Rent beträgt 45 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten, Ersatzzeiten .... Diese Wartezeit ist erfüllt.
Warum ist hier die Wartezeit (540 Monate) erfüllt und jetzt für die Rente mit 63 nicht mehr.
Dann ist ja die Aufregung vor ca. 14 Tagen, die durch die Presse ging, mit Minijobs diese Alg1 Zeit zu überbrücken bzw. Wartezeiten zu erwerben, vollkommen daneben. Oder weiß hier die Linke (Gesetzgebende) mehr oder weiger als die Rechte (Ausführende).
Für mich ist das alles sehr mekwürdig.

Hallo @Werner,
wenn in der Rentenauskunft die Wartezeit von 45 Jahren als erfüllt angesehen worden ist bezog sich diese Passage auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, also auf die Rente mit 65 Jahren.
Die Lösung zum Sachverhalt ist aber eine andere Baustelle.
Sie haben offensichtlich die Altersrente wegen "Arbeitslosigeit .... " beantragt und auch bewilligt bekommen.
Hier spielen die 45 Jahre keine Rolle und diese Rente bedingt auch den Abschlag,
Was jetzt tun:
Sie schreiben dem Rentenversicherunngsträger ganz kurz >> ich beantrage die Altersrente für langjährig Versicherte (nicht "besonders" langjährig Versicherte) da ich die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie Rente erfülle

von
Feli

Das machen Sie besser nicht!
Denn die Altersrente für langjährig Versicherte hätte einen Abschlag in Ihrem Fall von 4,8%.
Nur die Altersrente für besonders langjährig Versicherte bei 45 Jahren wäre ab 01.07.14 abschlagsfrei.

von
Katja

Hallo Werner,
@Feli hat natürlich recht.
Nach dem unverändert geltenden § 38 SGB VI besteht ein Anspruch erst ab dem 65. Lebensjahr.
Der neu eingefügte § 236b SGB VI erweitert diese Rentenart auf das 63. Lebensjahr.

Sorry, mein Fehler.

Sie schreiben dem Rentenversicherunngsträger also ganz kurz >> ich beantrage die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, da ich die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie Rente erfülle

von
W*lfgang

Zitiert von: Werner aus Westfalen
In der Rentauskunft stand: Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Die Wartezeit für diese Rent beträgt 45 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten, Ersatzzeiten .... Diese Wartezeit ist erfüllt.
Werner,

wahrscheinlich noch ein Programmfehler bei der DRV Bund. Das haut die letzten 2 Jahre Alo komplett aus den 45 Jahren raus und 'nimmt' den Mini-Job-Pflichtbeitrag gleich mit in Quarantäne.

Da Sie bereits im 1. Beitrag schreiben, dass die 'neue Rente' antragsmäßig schon möglich war (Sie die dann vermutlich auch beantragt haben ...eigentlich wurscht, was Sie beantragen, die DRV hat nach dem Best-Option-Prinzip die für Sie beste Rente zu ermitteln) müssen Sie auch keinen 'neuen' Antrag stellen, ein Satz reicht: "Bitte prüfen Sie nochmals meinen Antrag auf AR für bes. langj. Vers., da Sie mir mit Rentenauskunft vom xyz bereits 45 Jahre Pflichtbeiträge für diese Rente bestätigt haben". Oder gehen in die nächste Beratungsstelle, die erledigen das für Sie (wenn die Rentenauskunft damals richtig/nicht fehlerhaft war).

Gruß
w.

von
Werner aus Westfalen

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Werner aus Westfalen
In der Rentauskunft stand: Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Die Wartezeit für diese Rent beträgt 45 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten, Ersatzzeiten .... Diese Wartezeit ist erfüllt.
Werner,

wahrscheinlich noch ein Programmfehler bei der DRV Bund. Das haut die letzten 2 Jahre Alo komplett aus den 45 Jahren raus und 'nimmt' den Mini-Job-Pflichtbeitrag gleich mit in Quarantäne.

Da Sie bereits im 1. Beitrag schreiben, dass die 'neue Rente' antragsmäßig schon möglich war (Sie die dann vermutlich auch beantragt haben ...eigentlich wurscht, was Sie beantragen, die DRV hat nach dem Best-Option-Prinzip die für Sie beste Rente zu ermitteln) müssen Sie auch keinen 'neuen' Antrag stellen, ein Satz reicht: "Bitte prüfen Sie nochmals meinen Antrag auf AR für bes. langj. Vers., da Sie mir mit Rentenauskunft vom xyz bereits 45 Jahre Pflichtbeiträge für diese Rente bestätigt haben". Oder gehen in die nächste Beratungsstelle, die erledigen das für Sie (wenn die Rentenauskunft damals richtig/nicht fehlerhaft war).

Gruß
w.

Hallo,
das ist zu vermuten, weil am Montag (ich hatte mich dem Bearbeitungsstand erkundigt) sprach die Sachbearbeiterin bei der DRV noch von einer Punktlandung mit den 540 Monaten. Am Donnerstag dann konnte Sie mir keine vernünftige Erklärung für den ausgestellten Rentenbescheid geben. Am Montag bin ich bei der Rentenstelle in der benachbarten Großstadt und ich hoffe das dort die Angelegenheit geklärt werden kann
Grüße Werner

von
Werner aus Westfalen

Hallo,

heute morgen habe ich die Beratungsstelle der DRV aufgesucht. Es wurde bestätigt das mein Rentenkonto 540 Monate Pfichtbeitragszeiten enthält. Ich habe Anspruch auf die Rente mit 63 ohne Abschläge. Es wurde Widerspruch gegen den vorliegenden Rentenbescheid eingelegt und zur Richtigstellung aufgefordert,
Es scheint bei der DRV nicht alles richtig zu laufen, die Gesetzesänderung überfordert wohl die vorhandenen Ressourcen.

von
W*lfgang

Hallo Werner,

schön, dass es doch noch so relativ unkompliziert klappt! ...Ressourcen - die verbraucht der Gesetzgeber zwar schnell im Gesetzesbeschluss, aber stellt sie nicht für die umsetzenden Verwaltungen bereit ...da 'lügt' er sich/der Öffentlichkeit was in die Tasche - die DRV war trotzdem sehr sehr schnell in der Umsetzung des Möglichen – Kompliment! (weitere bissige Kommentare kann ich mir dazu ganz schwer nahles ...öhm, naheliegend verkneifen ;-).

Gruß
w.

von
Werner aus Westfalen

Hallo,

heute (22.8.2014) habe ich mich bei der "Widerspruchstelle" der DRV in Berlin telefonisch nach dem Bearbeitungsstand erkundigt.
Meinem Widerspruch wurde stattgegeben, die Daten sind schon Erststellung des korrigierten Rentenbescheides an die für mich zuständigen Sachbearbeiter weitergeleitet worden.
Der neue Rentenbescheid müßte in den nächsten Tagen eintreffen.