Rentenblicker

von
realschüler

Guten Tag,

wir haben am vergangenen Freitag in der Schule den Rentenblicker bekommen.Er wurde an uns ausgeteilt,weil wir nächstes Jahr den Abschluss machen und somit voraussichtlich ins Berufsleben einsteigen werden.Ich habe dieses Heftchen mal meinem Vater zum lesen gegeben.Er hat interessiert darin gelesen.das wäre einmalig,dass es sowas gibt meinte er.Er meinte aber das Heft enhält wohl einen Fehler und zwar bei der Selbstverwaltung der Rentenversicherung.Die Beitragszahler würden bestimmen wo es lang geht mit der Rentenversicherung.Diese stehe so im Rentenblicker sagte mir mein Vater.Er meinte dazu,dass ihn keiner gefragt hätte,ob er noch länger als bis 65 arbeiten wollte.Auch hätte er nicht mit bestimmt darüber,dass die Rentner keine Rentenerhöhung in den letzten Jahren erhalten hätten.
Wenn das so ist dann frage ich mich als Schüler,warum steht das dann im Rentenblicker so?
Unser Lehrer in Sozialkund meinte heute das ist halt so gewollt und Ende.

Gruss Thomas

von
Tom

Was im Heft steht, stimmt schon. Nur Gesetze werden nicht von der Selbstverwaltung gemacht sondern von den Politikern.

Vielleicht hat der Vater schon mal Post bekommen wo was von "Sozialwahlen" drin stand. Bei den Sozialwahlen wird eben die Selbstverwaltung gewählt.

Näheres kann mit Sicherheit der Experte erklären

von
Realschüler

Das ist dann in etwa so wie in der Schule.Wir wählen die Schülerselbstverwaltung und die haben nach der Wahl dann nichts mehr zu sagen.Außer es nützt der Schule was.

von
Schade

der Vergleich mit der SMV ist gar nicht so schlecht: sie ist bei einigen internen Angelegenheiten der Schule beteiligt, macht aber natürlich keine Schulgesetzte.

Die Rentenversicherungsträger haben auch so eine "Selbstverwaltung", die heißen Vertreterversammlung und Vorstand; diese Gremien regeln interne Angelegenheiten der einzelnen Träger (z.B. wer Geschäftsführer bei der der DRV Rheinland wird).

Das was Ihr Vater anspricht, die Frage, wann man in Rente geht, wie hoch die Rentenerhöhung ist - das bestimmen die Parlamente (Bundesrat / Bundestag) und nicht die einzelnen "Behörden der Rentenversicherung"

von
Realschüler

Danke für Ihre tolle Auskunft.Das habe ich jetzt verstanden.In er Broschüre heist es halt der Beotragszahler bestimmt die Richtung der Rentenversicherung.Vielleicht hat das mein Vater missverstanden.

Nochmals danke.

von
_.

Lesen Sie doch mal selber den Rentenblicker. Vielleicht kommen Sie zu einer anderen Erkenntnis wie Ihr Vater.

von
Realschüler

Hallo,

ich habe das Heft übers Wochenende gelesen,weil wir heute nach dem Innhalt befragt wurden.Nun,es heist hier der Beitragszahler würde die Richtung bestimmen.Dann könnte man das ja auch so verstehen.Aber wenn man nicht die Gesetze kennt interpretiert man das halt falsch.In der Klasse waren viele der Ansicht,dass der Beitragszahler was zu sagen hat.

Danke

von
Wissender

Einfach mal "Sozialwahl" und "Selbstverwaltung+Rente" googlen.

Indirekt hat ihr Vater durch die Sozialwahl die Selbstverwaltungsorgane der RV-Träger mitgewählt, die dann die Geschicke des RV-Trägers mitbestimmen. Jedoch haben diese keinen Einfluss auf die Entscheidung der Politik zum Thema Rente.

von
.

Aber mal was anderes, ich finde es klasse das Sie sich so mit dem Thema auseinandersetzen und auch schon in der Schule versucht wird eine gewisse Sensibilität zu wecken.

Ich weis, dass gehört eigentlich nicht zu der Frage, wollte es aber einfach nur mal loswerden.

von
Realschüler

Hallo,

vielen Dank für Ihr Lob.Aber wenn wir uns nicht rechtzeitig kümmen dann wirds wohl nix mehr für uns geben.Und wenn ich meinen Vater so anschaue was der dann nach gut 50 Berufsjahren zu erwarten hat.Oh Oh

Gruss Thomas

von
Realschüler

Mein Vater sagte grade das bedeutet dann wieder mal,dass man dem Bürger den Eindruck vermittelt er hätte Mitspracherecht wenns aber um was ein Einschneidendes geht sind wir außenvor.
Wir haben in der Schule eine Umfrage bearbeitet in der die Frage gestellt war,wieviel % der Bevölkerung ist bereit bis 67 zu arbeiten.Dabei kam heraus,dass angeblich 77 % freiwillig dies tun würden.Als wir auf der Strasse selber fragten kam aber was ganz anderes dabei heraus.Komisch.

Thomas

von
.

Ich würde mal sagen : Unterschiedliche Fragestellung führt zu unterschiedlichen Antworten.

Es ist doch so, wenn ich eine bestimmte Antwort will, stelle ich meine Frage so, dass ich die Antwort bekomme die ich haben will.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Thomas,

natürlich haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass man dem Bürger den Eindruck vermittelt er hätte Mitspracherecht.
Aber stellen Sie sich mal vor, die Rentenversicherung muss z.B. über Ihren finanziellen Haushalt entscheiden und man müsste Millionen von Beitragszahler hierzu befragen. Das dürfte wohl unmöglich machbar sein. Oder?
Deshalb bedient man sich der bereits beschriebenen Lösung der Sozialwahl etc.
Das gleiche "Problem" haben wir auch in der Politik. In Deutschland, in der einzelnen Bundesländern etc. werden jährlich tausende Entscheidungen getroffen bzw. Gesetze verabschiedet. Stellen Sie sich hier mal vor, jeder von uns wollte hier sein persönliches Mitspracherecht nutzen!?!? Aus diesem Zweck wählen wir ja unsere Vertreter für den Bundestag / Landtag etc.
Sie sehen also: es ist alles nicht so einfach!
Trotzdem finde ich es toll, dass Sie sich mit diesem Thema auseinander setzen. Das ist eigentlich auch ein großes Ziel des "Rentenblicker". Nämlich, dass junge Leute sich rechtzeitig mit Ihrer Altersvorsorge vertraut machen.
Denn mal Hand aufs Herz: Hätten Sie sich in Ihrem Alter ansonsten mit dem Thema RENTE beschäftigt? Dieses Thema ist ja noch soooo weit weg....

von
Realschüler

Das Ganze um die Rente kommt ja nicht von uns Schülern sonder von unseren Lehrern.Nach dem was bei diesem Thema in der Klasse kommt,merkt man,dass das eigentlich niemanden interressiert.Da heist es dann wer kann so blöd sein,bis 67 Jahre zu arbeiten wenn man dann evt.2 Jahre später in den Graben springt.Oder wenn ich sehe was mein Vater für eine Rente mal zu erwarten hat nach 45 Jahren Arbeit kannste das vergessen.Mein Vater kommt oft heim und ist völlig alle.Dann ist der Abend meist für uns alle gelaufen so ne Laune hat der.Und es stimmt wenn ich sehe ws da mal an Rente kommen soll.Das ist die Arbeit über all die Jahre nicht Wert.Das ist doch verarsche.
Und zu dem was Sie sagen mit den Volksvertretern.Wenn ich mal so lange arbeiten soll und werde da als Wähler nicht gefragt,ob ich das eigentlich so will dann stimmt was nicht.Das ist doch was einschneidendes im Leben eines Menschen.Bei einer Volksbefragung wären die Politiker da sicher abgestunken.Aber so haben die es einfach beschlossen und fertig.Und das ist dann also Demokratie?

Danke Thomas

von
M

Wenn sie bei allen Gesetzesänderungen eine Volksbefragung durchführen würden, dann wäre das Rentenalter sicherlich mittlerweile bei 50 Jahren und die Rentenversicherung / der Staat noch mehre pleite als er es so schon ist .

Die Wähler wählen Ihre Vertreter in die Regierung, diese beschließen dann Gesetze, so funktioniert die Demokratie eben.
Und wem diese (von seinem gewählten Vertreter) beschlossenen Gesetze(-sänderungen) nicht passen, dem steht es frei bei der nächsten Wahl eine andere Partei zu wählen.

von
Realschüler

Das ist mir sogar als Schüler schon bekanntwas Sie da sagen.Aber muss es denn so laufen?Das was nicht so wichtig ist da werden wir dazu gefragt und bei solch einer Sache wie die Rente bis 67 Jahre arbeiten das wird dann einfach beschlossen und dem Volk übergstülpt?Warum demonstriert eigentlich dagen bisher niemand?Auch das war eine Frage bei uns im Unterricht.Könnt es sein,das es vom Volk noch gar nicht richtig verstanden wurde?Oder ist das alles noch in so ferner Zukunft?Oder das nächstliegende.Es werden bis dahin noch einige Regierungen kommen die das wieder alles auf den Kopf stellen werden!?Meine Meinung ist,dass unsere Generation das überhaupt nicht versteht was es bedeut bis 67 zu arbeiten.Dabei hilft auch ein buntes Heftchen mit dem Namen Rentenblicker nichts.

von
.

Also auf zum Auswandern in den Kongo und die Segnungen des dortigen Sozialstaates geniesen lernen ;-)

von
Realschüler

Entschuldigen Sie Bitte aber so einen Mist sagt nicht mal mein Opa oer Vater zu mir.Wenn Sie es in Ordnung finden in Ihrem Leben einmal so abgespeist zu werden für Ihre Arbeit.Mein Vater ist Maurer und arbeitet bestimmt nicht wenig.Oft werden Zusatzstunden angesetzt.Er sagt immer ich soll mal was Besseres mir als Beruf auswählen.Was ist denn daran falsch wenn man sich Gedanken darüber macht ob das so in Ordnung geht im Land wo man lebt?In der Zeitung steht heute,dass das der Lohn der arbeitenden Bevölkerung um 4,2 % gestiegen sein in den letzten Jahren aber der Unternehmer hat gleich 42% Gute gemacht.Das ist also so Ok?
Da habe ich aber Zweifel.Warum lässt sich das der Deutsche denn gefallen?

Gruss Thomas

von
Ludwig

Hallo Realschüler,
mal aus meiner heutigen Sicht - wäre ich damals mit 14 Jahren zur Bundesbahn in die Lehre gegangen und Lokführer geworden (was noch heute mein Hobby ist), hätte ich mit 55 Jahren in Pension gehen können, mit einer wohl wesentlich höheren Pension als meine Rente nun mit 65 sein wird - aber das konnte niemand wissen, wie es 45 Jahre später aussehen wird.

Also lerne fleißig weiter und mach einen Beamten irgendwo bei der Polizei oder bei der Steuer, die wird man aus meiner Sicht immer brauchen - garantieren kann Dir das jedoch auch keiner.

Deine Vater hat als Mauerer in den ersten 20 Berufs-Jahren garantiert mehr verdient als ein Lokführer oder Verwaltungsangestellter.

Am besten Du heiratest "reich" und wirst Chef - aber das ist auch nicht so einfach.

Gruß von Ludwig, der dann auf anraten der Eltern und der Berufsberatung Schriftsetzter lernte - und dieser Beruf wurde nach 10 Jahren von den beginnenden elektronischen Möglichkeiten überholt - also der Lokführer wäre im nachhinein wohl die bessere Wahl gewesen, trotz unregelmäßiger Arbeitszeiten und schmutziger Dampfloks, von ICE usw. ahnte noch niemand etwas.

von
Realschüler

Dafür hat er sich ja auch bis heute krummgelegt als Maurer um gutes Geld zuverdienen.Das nützt aber nichts bei der Rente.Das Verhältinis Beiträge und Rente ist doch sehr ungleich.Oder etwa nicht?Natürlich werden von den Beiträgen mehr als nur die Rente bestritten.Aber trotzdem ist das keine Verhältnismäßigkeit.So denken zumindest heute viele jungen Leute wie in mienr Schule.