Rentenentzug durch Überschreitung der Hinzuverdienstgrenze

von
bechti

Guten Tag zusammen, ich möchte mich auf ein Gespräch mit einem Rentenberater vorab informieren und vielleicht kann mir jemand helfen.
Folgendes Szenario tritt vermutlich bei mir ein: Im Jahr 2021 (!) überschreite ich die Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 6.200.- €/ jährlich. Die Abzugsberechnung, also der 40% -ige Anteil der Anrechnung..., ist mir bekannt. Der Hinzuverdienst wird vermutlich so hoch sein, dass die vorgezogene Altersrente komplett gestrichen wird. Soweit alles verstanden.
Es werden jedoch, gerade durch den Hinzuverdienst, weiterhin Beiträge zur Rentenversicherung eingezahlt. Dadurch steigen meine EP - oder?
Bzw. werden durch diese Einzahlungen die Abschläge von 0,3% monatlich im Ergebnis doch reduziert?
Für eine hilfreiche Antwort wäre ich dankbar.
Beste Grüße
bechti

von
W°lfgang

Hallo bechti,

wenn Sie alles richtig machen + Ihren Berater gezielt fragen, wird voraussichtlich/erfahrungsgemäß ab 01.07.2021 der erneute Beginn einer Altersteilrente mit max. Teilrentensumme bis Jahresende möglich sein.

Die reduzierten Abschläge werden nur auf die neuen EP angewendet, die mit Erreichen der Regelaltersgrenzen dann ausgeschüttet werden. Ihr Berater wird Ihnen das konkret erläutern können.

Gruß
w.

von
bechti

Hallo Wolfgang,
ich habe Sie in extrem guter Erinnerung. Zunächst vielen Dank erstmal. Aber das habe ich nicht so recht begriffen. Zunächst beabsichtige ich, zum 01.08.2020 in die vorgezogene Altersrente für schwerbehinderte Menschen zu gehen. Abschläge sind mir bekannt. Bei der diesjährigen Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 44.590.-€ (ab diesem Zeitpunkt) kein Problem. Der Hinzuverdienst läge in gleicher Höhe 2021 vor. Können Sie mir Ihre Antwort näher erläutern? Wäre klasse.
Beste Grüße
bechti

von
Frage

Wenn der Hinzuverdienst dafür sorgt, dass keine Rentenzahlung mehr erfolgt, endet dann nicht der Rentenanspruch und die Rente muss neu beantragt werden?

von
bechti

Nein, die Rente wird ja nicht entzogen, es besteht die Verpflichtung der Rückzahlung, falls die Hinzuverdienstgrenze überschritten wird. Dazu existiert folgende Formel: Von der Summe, um die die Hinzuverdienstgrenze überschritten wird, werden 40 % berechnet und diese Summe wird zurück gefordert. Wenn die Rente neu beantragt werden müsste, würden ja steuerlich andere Bedingungen gelten, die wiederum nachteilig für den Rentner wären.
bechti

von
Valzuun

Zu Ihren konkreten Fragen kann ich Sie beruhigen:

a) werden für neue Beitragszeiten neue Entgeltpunkte gutgeschrieben, die je nach dem wann die Rente erneut beginnt einen neuen Zugangsfaktor (Abschläge) erhalten.

b) Endet die Rente tatsächlich, werden die "alten" Abschläge für jeden Monat in dem Sie die Rente nicht mehr beziehen (und die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben) um 0,3 % reduziert.

Es ist entgegen Ihrer Annahme in diesem Fall aber tatsächlich so, dass die kein Anspruch mehr auf die Altersrente besteht, die Renten -wenn Sie so wollen- also tatsächlich, ggf. aber nachträglich, "entzogen" wird. Und ja, auch steuerlich wird es dann (je nachdem wie lange kein Rentenanspruch besteht) kompliziert.

Bei Erwerbsminderungsrenten ist das anders, aber das steht hier ja nicht zur Debatte.

Experten-Antwort

Hallo bechti,

"Von Valzuun" hat Ihre Anfrage bereits zutreffend beantwortet. Sollte der Rentenanspruch tatsächlich wegfallen, müssen Sie dann später auch wieder einen neuen Rentenantrag stellen, wenn Sie die Rente erneut beanspruchen wollen.