Rentenerhöhung zum 01.07.2011

von
Jürgen

Wie kommt denn die Rentenerhöhung zum 01.07.2011 um 0,99% genau zustande?

Ich habe dazu im Internet folgende Werte für die alten Bundesländer gefunden:

Erhöhung der Löhne: + 3,10%, abzüglich der Dämpfungsfaktoren von
1. Riesterfaktor: - 0,64%
2. Nachhaltigkeitsfaktor: - 0,46%
3. Nachholfaktor: - 3,81%

Danach würde sich ja sogar trotz der gutenLohnerhöhung eine Rentenkürzung ergeben (die es ja aber nicht geben darf).

Wie kommt jetzt der Wert 0,99% zustande?

Vielen Dank für Ihre Hilfe

von
Rentner

War doch alles schon mal da! Suchfunktion nutzen!

Rentner

von
Michl

Zitiert von: Rentner

War doch alles schon mal da! Suchfunktion nutzen!

Rentner

Die Suchfunktion funktioniert aber nicht.

von
Knut Rassmussen

Der nachholfaktor wird ja nicht komplett abgebaut, sondern sorgt nur für de Halbierung der Anpassung.

von Experte/in Experten-Antwort

Der Hinweis "war alles schon mal da...Suchfunktion nutzen" ist nicht richtig.

Hier die Begründung aus dem Entwurf der Rentenanpassungsverordnung 2011:

Die Bestimmung des aktuellen Rentenwerts berücksichtigt Folgendes:

– die Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen) nach der Systematik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen in den alten Ländern im Jahr 2010 gegenüber dem Jahr 2009 um 3,10 Prozent, wobei die Entwicklung der Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung (Verhältnis der Veränderung der beitragspflichtigen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Beamte einschließlich der Bezieher von Arbeitslosengeld zu der Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer nach den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen vom Jahr 2008 zum Jahr 2009) berücksichtigt wurde,

– die Veränderung bei den Aufwendungen für die geförderte private Altersvorsorge (Altersvorsorgeanteil) des Jahres 2010 gegenüber 2009 mit 0,5 Prozent und

– den Nachhaltigkeitsfaktor mit 0,9954.

Der durchschnittliche Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung des Jahres 2010 von 19,9 Prozent hat sich gegenüber dem durchschnittlichen Beitragssatz des Jahres 2009 von ebenfalls 19,9 Prozent nicht verändert. Daher wirkt sich der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung nicht auf die Berechnung des aktuellen Rentenwerts zum 1. Juli 2011 aus. Auf dieser Basis würde sich der bis zum 30. Juni 2011 maßgebende aktuelle Rentenwert ab dem 1. Juli 2011 von 27,20 Euro auf 27,74 Euro erhöhen. Dies entspricht einem Anpassungssatz von 1,99 Prozent. Ab dem Jahr 2011 ist der seit der Rentenanpassung des Jahres 2005 aufgrund nicht realisierter Dämpfungseffekte der Rentenanpassungsformel entstandene Ausgleichsbedarf abzubauen(!). Der Abbau erfolgt, indem der aktuelle Rentenwert nur mit dem hälftigen Anpassungsfaktor von 1,0100 anzuheben ist. Der bis zum 30. Juni 2011 maßgebende aktuelle Rentenwert erhöht sich daher ab dem 1. Juli 2011 von 27,20 Euro auf 27,47 Euro. Dies entspricht einem Anpassungssatz von 0,99 Prozent.

von
P. Lilienthal

Sei es wie es sei, ob nun, 0,99 oder 1% völlig Wurst, ein Armutszeugnis des "Sozialstaates"?.
Milliarden und Aber-Milliarden an die Banken, ins Ausland, im großen EU-Topf oder sonst wohin, für das eigene Volk - egal, wen es betrifft - ist das Wenigste übrig, pfui Deivel!
Jedes Jahr das Gleiche, es wird entweder eine Null-Runde, oder ein paar F....sechser!
MfG, P.L.

von
Moninger

Zitiert von: P. Lilienthal

Sei es wie es sei, ob nun, 0,99 oder 1% völlig Wurst, ein Armutszeugnis des "Sozialstaates"?.
Milliarden und Aber-Milliarden an die Banken, ins Ausland, im großen EU-Topf oder sonst wohin, für das eigene Volk - egal, wen es betrifft - ist das Wenigste übrig, pfui Deivel!
Jedes Jahr das Gleiche, es wird entweder eine Null-Runde, oder ein paar F....sechser!
MfG, P.L.

Es gibt ja soviele Rentner zur Zeit, scheinbar kennen die aber ihre Interessen nicht und wählen immer die falschen Parteien.

von
Sozialröchler?

Zitiert von: Moninger

Es gibt ja soviele Rentner zur Zeit, scheinbar kennen die aber ihre Interessen nicht und wählen immer die falschen Parteien.

In Ihrer Aufzählung haben Sie die teure Begünstigung durch eine 4%Partei für reiche Hoteliers noch vergessen.

Jedoch können Sie wählen, wen Sie wollen. Die Altersstruktur der Bevölkerung ändert sich davon nicht und damit auch nicht die Realität der Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Das Problem haben aber die noch vor kurzer Zeit hoch gelobten alternativen Kapitalstock finanzierten Sicherungssysteme ebenfalls. Sogar Lebensversicherungen müssen ihre Renditen erheblich nach unten berichtigen. Kapitalstock finanzierte Systeme haben nur einen für den Rentner ganz erheblichen Nachteil: Wenn es knallt ist die Kohle weg! Und es wird wieder knallen! Wie bei den angeblich absolut sicheren Atomkraftwerken. Warum sonst steigt der Goldpreis unaufhörlich?

Die Umlage finanzierte Rente hat Inflation, Währungsreform und Wiedervereinigung dagegen heil überstanden und sofort weiter Renten zahlen können. Zu Ihrer Wahlempfehlung: Ich stimme Ihnen zu, dass der nicht "meckern" darf, der seine Wahlmöglichkeit nicht wahrnimmt. Erhebliche Eingriffe in die gesetzlichen Renten sind jedoch von a l l e n Parteien vorgenommen worden. Das war auch erforderlich, eben wegen der Altersstruktur. Wenn man früher deutlich kürzere Bezugszeiten der Rente (und um Jahrzehnte kürzere Lebenserwartung) notierte, die Familien 5, 7 oder 10 Kinder hatten, muss sich das auswirken. Die Kinderzahl abhängige Rentenhöhe des "Erfinders" unseres dynamischen Rentensystems hat Adenauer damals mit der Bemerkung vom Tisch gewischt: "Kinder bekommen die Menschen immer!" Doch dann kam die Pille und eine längere Lebenserwartung. So haben heute Menschen mit Kindern die Renten-A...karte gezogen, besonders die Mütter, wenn sie mehrere Kinder haben und viele Jahre aussetzen. Die Kindererziehungszeit von 1 oder 3 Jahren mit einem Entgeltpunkt ist da nicht viel mehr als "Sozialkosmetik".