Rentenhöhe + Arbeitslosigkeit

von
wutz

Hallo,
ich stehe vor der Wahl, die Rente zu beantragen (mit fast 3 Jahren 0,3% Abschlag) oder mich bei der Agentur für Arbeit zu melden. Ich hatte mir ausrechnen lassen, welche Rente ich erwarten kann, wenn ich am 1.1.09 in Rente gehe und wie hoch die Rente ist, wenn ich erst am 1.1.11 in Rente gehe.

Mit der Ausrechnung bin ich so nicht zufrieden da der Unterschied lediglich die 24 x 0,3% beträgt. Das würde bedeuten dass während der Arbeitslosigkeit Beiträge eingezahlt werden, die aber in keinster Weise meine Rente erhöhen würden.
Stimmt das ? Werden die 2 Jahre nur so gewertet, als wenn ich keine Beiträge zahle ?
Gruss
wutz

Experten-Antwort

Hallo Wutz,

während des Bezuges von Arbeitslosengeld I werden als beitragspflichtige Einnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung 80 % des der Leistung zugrunde liegenden Arbeitsentgelts berücksichtigt. D.h. dass die Zeit des Arbeitslosengeldbezuges selbstverständlich eine rentenerhöhende Wirkung hat.

von
Rosanna

Hallo wutz,

>>da der Unterschied lediglich die 24 x 0,3% beträgt<<

Die Berechnung, die zum 01.01.2011 vorgenommen wurde, beinhaltete NICHT die weiteren Zeiten des Leistungsbezuges wegen Arbeitslosigkeit, da diese erst in der Zukunft liegen (s. auch Beitrag der Expertin).

Deshalb wurde nur der um 24 Monate x 0,3 % = 7,2 % niedrigere Abschlag berechnet.

MfG Rosanna.

von
wutz

Ich bekomme jährlich einen Bescheid von der Rentenversicherung in der mir mitgeteilt wird, wie hoch mein bereits erworbener Anspruch ist und wie er sein wird, wenn ich in gleicher Höhe wie bisher Beiträge weiterzahlen würde = eine Vorausschau. Demnach müsste man doch auch in der Lage sein, voraus zu berechnen, wie die Rentenhöhe wäre, wenn ich statt 100% nur 80 % einzahle.

Um Monate x 0,3 x erreichtes Altersrugegeld = Abzug auszurechenen, hätte ich mir nicht einige Stunden Urlaub nehmen müssen, hätte nicht die Zeit und Fahrtkosten zum Büro der Rentenversicherung aufwenden müssen.

Ich fühle mich verschaukelt. Ich denke, die Gehälter für all die Angestellten die einem Zahlen sagen die man selbst errechnen kann, die könnte man sparen.
Viele Grüsse
Wutz

von
Rosanna

Hallo wutz,

"Um Monate x 0,3 x erreichtes Altersrugegeld = Abzug auszurechenen, hätte ich mir nicht einige Stunden Urlaub nehmen müssen, hätte nicht die Zeit und Fahrtkosten zum Büro der Rentenversicherung aufwenden müssen."

Also Entschuldigung, dazu hat Sie doch niemand gezwungen. Ein Telefonanruf oder ein kurzer Brief mit der Frage, ob eine solche Rentenvorausberechnung möglich ist, wenn in der Zukunft anstelle von Arbeitsentgelt die Leistungen wegen Arbeitslosigkeit zu berücksichtigen sind, hätte genügt. Dann hätte man Ihnen gleich sagen können, dass dies TECHNISCH nicht möglich ist. Die Rentenauskünfte und -Informationen werden schließlich nicht manuell berechnet. :-))

"...wenn ich in gleicher Höhe wie bisher Beiträge weiterzahlen würde = eine Vorausschau" - Das ist natürlich möglich. Aber genau auf dieses BISHER kommt es an. In Ihrem Fall wären ja nicht die bisherigen Entgelte hochzurechnen gewesen.

MfG Rosanna.

von
Schade

... aber jetzt haben Sie diese Information ja und können sich entscheiden.

PS: Sie kennen ja den bisherigen jährlichen Zuwachs aus einem Jahr Beschäftigung. Davon 80% zu errechnen dürfte zu schaffen sein.
Bsp: wenn ein Jahr Beschäftigung 40 € Zuwachs brachte, bringt das Jahr Arbeitslosigkeit 32 €.

Wie geschickt sich der Berater (oder auch Sie ) bei der Beratung ausgedrückt haben, weiß ich natürlich nicht - es gibt jedoch Regionen in Deutschland, in denen Berater "selbst gestrickten Hochrechnungsprogramme (exel Tabellen)" haben und diese durchaus in der Beratung verwenden.

Vielleicht haben Sie nur den falschen Berater erwischt, würde mir leid tun.

von
wutz

Nö, am Telefon bekam ich keine Auskunft, d.h. der Sachbearbeiter von der Telefonauskunft sagte mir, dass ich für diese Berechnung persönlich bei denen vorbeikommen müsste und dann erhielt ich den Termin.
Die Frau, die mir die Ausrechnung gab, sagte mir ebenfalls nicht, dass sich die Rente, wenn ich erst 2 Jahre ALG1 beziehe, erhöht. Sie sagte lediglich, dass, weil meine Berechnung von 2007 wär und ich 2008 noch arbeite, dass daher der erreichte Anspruch hoch gehen würde, d.h. sowohl mehr zu erwarten ist wenn ich 01.01.2009 in Rente gehen würde als auch, wenn ich am 01.01.2011 in Rente gehe.

Gruss
wutz

von
M

Selbst wenn man keine selbstgemachten Exel-Tabellen hat muss man als Berater doch wohl in der Lage sein, ein Hochrechnung incl. der 24 KM ALG-Bezug zu fertigen.

@Rosanna : Das Argument "Technisch nicht möglich" ist hier eine gaaaanz billige Ausrede, wer die Hochrechnung von 2 (in Worten ZWEI) Jahren ALG nicht manuell auf die Reihe bekommt, der ist (in meinen Augen) als Berater ein klein bißchen ungeeignet.

Würde mich übrigens an "wutz" Stelle auch nerven...

von
Rosanna

Klar. Verstehe ich ja auch ein bißchen. Man kann sich aber auch über ALLES aufregen. Schadet nur der Gesundheit. :-))

Ich habe mich auch schon über das Finanzamt geärgert, weil man mir eine (für den Beamten einfache) Frage nicht beantworten wollte.

Aber würde ich mich über jeden Sch... ärgern, bekäme ich nur einen Herzinfarkt. Das ist es mir nicht wert.

"Technisch" ist und bleibt es trotzdem ein Problem, diese Vorausberechnung zu machen. Das ist keine Ausrede.

von
!

Aber ob technisch oder manuell ausgerechnet wäre wutz sicherlich egal gewesen! Er benötigt diese Zahlen zumindest annähernd, um für sein Leben eine wichtige Entscheidung zu treffen. Da hilft einem die Aussage: "wird auf jeden Fall noch steigen" nicht wirklilch weiter. Und ich stimme M absolut zu: Wer als Berater nicht in der Lage ist, die Rentensteigerung für 2 Jahre auch ohne Computer auszurechnen, ist falsch in dem Job... oder sollte sich nach Feierabend nochmal auf den Hosenboden setzen!

@wutz: oftmals ist das Arbeitslosengeld I höher als die Rente (zumindest wenn Sie zuletzt nicht grad teilzeit beschäftigt waren) - das allein führt meist schon dazu, daß es finanziell für Sie günstiger ist, das AloGeld erst auszuschöpfen. Ob man sich jedoch mit den Methoden der Agentur für Arbeit 2 Jahre lang beschäftigen möchte, muß jeder selbst entscheiden...

von
wutz

Ich habe mal ein wenig mit Zahlen gepielt und komme drauf, dass mich die 2 Jahre ALG1 zurück werfen, ohne dass ich die 0,3 pro monat berechne.

Ich weiss jetzt natürlich nicht, ob ich so richtig gerechnet habe.
Also : für jeweils 2 Jahre habe ich 100, 55 und 60% vom Durchschnitt genommen, dann 39 Jahre 70 % das macht zusammen 3160 / 45 Jahre = im durchschnitt habe ich vom Duchschnitt dann 70.22 % verdient

Wenn ich jetzt 2 Jahre 80 % von 70% = 56% vom Durchschnitt einzahle, dann sieht das so aus 3272 / 47 =
69,61 habe ich dann nur noch vom Durchschnitt verdient.

Würde das AA keinen Beitrag während der beiden Jahre zahlen, würde ich ja wohl auf 70.22 stehen bleiben.

Ich habe das auch mit anderen Prozentsätzen probiert, egal ob ich 50 oder 200 % vom Durchschnitt verdient habe, die 2 Jahre 80% drücken mich runter.

Jetzt die Frage, warum können die Berater von der Rentenversicherungsanstalt nicht sagen, wie sich meine Rente verändert, wenn ich ALG1 beziehe ?

Warum bitte, zahlt die Agt.für Arbeit an die Rentenversicherung Beiträge ?

Oder bin ich da auf dem Holzweg, wie ich das so überschlägig berechnet habe ?

von
!

Jedes weitere Jahr Beitragszahlung (egal ob durch Beschäftigung oder Arbeitslosengeld I-Bezug) erhöht die spätere Rente (mal abgesehen von der Verringerung der Abschläge).

1. Nehmen Sie sich bitte Ihre letzte Renteninformation. Oben im ersten Satz steht drin bis zu welchem Zeitpunkt die Beiträge in dieser Berechnung enthalten sind.
2. Dann nehmen Sie sich den mittleren der 3 Rentenbeträge (aktueller Stand).
3. Dann rechnen Sie für jedes Jahr weitere Beitragszahlung aus der Beschäftigung pro 1000,-Euro Bruttoverdienst ca. 0,88Euro Rentensteigerung. (z.B. Jahresbrutto = 42.500Euro: 42,5 x 0,88 = mtl. Rentensteigerung für ein Jahr)
4. für die Zeit des Arbeitslosengeldbezuges setzen Sie 80% des letzten Bruttogehaltes an...
5. Von der so errechneten Rente ziehen Sie die Abschläge (0,3% pro Monat vorzeitiger Rentenbezug) ab.

= der sich ergebende Betrag ist Ihre Brutto-Rente (ggf. abzüglich ca. 10% Kranken- und Pflegeversicherung, wenn Sie immer gesetzlich krankenversichert waren)

Und das sollte JEDER Berater in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Dt. Rentenversicherung auf ohne PC hinbekommen...

MfG

von
Klaus

Hallo liebe Experten, nach 43 ununterbrochenen Berufsjahren werde ich am 01.01.2009 Arbeitslos. Ich werde im September 2008 60 Jahre alt. Meine Frage: Kann ich zum 01.01.2009 in Rente gehen, natürlich leider mit Abstrichen, oder muss ich eine Mindestarbeitslosigkeit nachweisen?

Freundliche Grüße
Klaus

Experten-Antwort

Hallo Klaus,
mit Vollendung des 60. Lebensjahres ist ohne Arbeitslosigkeit nur eine Altersrente wegen Schwerbehinderung möglich. In diesem Fall muss zu Rentenbeginn mindestens ein Grad der Behinderung von 50 vorliegen.
Ansonsten müssen Sie für eine Altersrente wegen Arbeitslosigkeit unter anderem noch die Voraussetzung erfüllen, dass Sie mindestens 52 Wochen arbeitslos sind.
Aufgrund Ihres Geburtsjahrgangs ist jedoch bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit frühestens ein Rentenbeginn mit 62 Jahren und 9 Monaten möglich. Außerdem würde dann ein Abzug von 8,1 % zu berücksichtigen sein.

von
Klaus

Vielen Dank für die Information, dennoch eine Frage: Kann ich trotz Arbeitslosigkeit die frühere Rente für langjährig Versicherte mit 62J/7Mon in Anspruch nehem? Sie schreiben "unter anderem" was ist das Andere?
Vielen Dank und Gruß
Klaus

von
Happy

Hallo an alle,

also ich bin verwirrt jetzt...

Ich rechne das für mich einfacher.

bsp.
Jahresarbeitsverdienst = 45.000 EUR
(davon 80%=36.000)
ALG I = (also) 36.000 EUR

Geitelt durch den vorläufigen Durchschnittsverdienst 30.084 EUR

Rentensteiderung durch Arbeit = 39,29 EUR pro Jahr
Rentensteigerung durch ALG I = 31,44 EUR pro Jahr
(ab Juli '08 ARW= 26,55 EUR)

Also wenn die bislang errechnete Rente z.B. 1.500 EUR (brutto) beträgt, dann rechne ich einfach zwei Jahre ALG I mit rauf und ziege dann meinetwegen 7,2 % ab.

1.500 + 62,88 = 1562,88 EUR minus 7,2 % =1450,35 EUR minus etwa 10 % KV + PV ergibt Netto ca. 1305,32 EUR !!!

LG
Happy

Experten-Antwort

Hallo Klaus,

bei der Altersrente für langjährig Versicherte besteht nur noch dann die Möglichkeit des von Ihnen genannten frühestmöglichen Renteneintritts, wenn man vor dem 01.01.1955 geboren ist und vor dem 01.01.2007 Altersteilzeit vereinbart hat.

von
nochmal Happy

Nochmal deutlicher...
also nehmen wir mal an, Ihre Rente (mittlerer Wert der Renteninfo) beträgt mit Stand 2007 1.500 EUR ok?

für 2008 erhalten Sie noch eine Steigerung aus einem fiktiv angenommen AE i.H.v. 45.000 EUR (Sie können ja hier dann Ihre echten Werte nehmen) = 39,29 EUR
Für 2009 + 2010 erhalten Sie eine Stegerung durch ALG I i.H.v. 62,88 EUR.

Dann haben Sie eine Bruttorente zum 01.01.09 i.H.v 1.602,17 EUR
jetzt Abschlag (sind 7,2 % bei Ihnen hier tatsächlich richtig?) = 1486,81 EUR
und dann KV + PV (10%),
ergibt eine Nettorente von 1338,13 EUR!

Happy

von
Happy

natürlich muss es heißen: "dann haben sie eine Bruttorente zum 01.01.2011!!!"
Sorry