Rentenhöhe in Ostdeutschland

von
Wossi

Ich arbeite im Osten, wohne aber mit Hauptwohnsitz im Westen. In der "BILD" habe ich gelesen, dass angeblich das Ost-Gehalt eine höheren Rentenanspruch gibt, also 2.000 EUR, die im Osten verdient werden, einen ähnlichen Rentenanspruch ergeben, wie 2.500 EUR im Westen.
Richtet sich das nach dem Wohnort oder dem Arbeitsort?

von
Gerda

Man könnte das als symptomatisch bezeichnen. ;-)

von
Wossi

Ich hätte gerne eine sachgerechte Antwort und keine Vielosvien über Ost-Rentner!

von
Zorniger

Sage lieber nichts, mein Hals wird immer dicker.

von
Schiko.

Ich hoffe nicht, dass jetzt wieder eine lawine losgeht.

Will aber trotzdem grundsätzliches mitteilen um der
wahrheit willen. In der früheren DDR war die bemes-
sungsgrenze 600 / 7200 monatlich/ jährlich.
Dies auch zu einer zeit, nenne mal das jahr 1978, bei uns
im westen es 44.400 DM. waren.

Sie können sich vorstellen was hier an rente rausgekom-
men wäre.Es wurde deshalb ein sogenannter umrechnungs-
faktor eingeführ der lag schon mal über 3 punkte, damit
in etwa ein gleichstand gegeben war.

Dies faktor sinkt jährlich und wird sich in einigen jahren
erledigen. Derzeit gilt noch 1,1827 und ist anzuwenden
auf die vorgegeben rentenwerte für einen entgeltpunkt.
Bei uns seit 1.7.08 26,56 und in den neuen bundesländer
23,34.

Dies führt dazu, dass 23,34 RW. ( rentenwert) x faktor 1,1827
einen rentenwert von 27,60 ergeben , bei uns 26.56 RW.
Bild nannte 27,30 zu 26,73 die können sicher besser rechnen.
Uh, sehe soeben die lawine
kam schon, schlimm.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Realist

Danke @Schiko, für die Aufklärung!

Danach sind also die Ost-Renten höher als die West-Renten?

Ich verkneife mir am Besten weitere Kommentare dazu!

von
Schiko.

Als oberpfälzer, dazu noch
mit den anrüchigen beruf als
bankkaufmann, kann wirklich
nichts dafür.
Kommt hinzu, in die kirche
geh ich auch noch jeden
sonntag. Bin
51 jahre mit der gleichen frau
verheiratet und seit 56 jahren
bei der gleichen partei.
Im nebenberuf " Oberlehrer"
ist schon schlimm.
Trotzdem, schönen Sonntag.

von
Unbekannt

In der Bild steht viel drin, wenn der Tag lang ist. Ich rate Ihnen (auch) inhaltlich anspruchvollere Zeitung zu lesen.

Nun zum Thema:

West:
2500€ : 30.084 € = 0,0831
x 26,56 = Rentenanspruch mtl. € 2,21

Ost:
2000€ : 25.437 € = 0,0786
x 23,34 = Rentenanspruch mtl. € 1,83

Wie Sie sehen, hat der jenige im Osten weniger Renteanspruch, wenn man nach dem Beispiel von Bild geht.

Ist auch ganz logisch. Wer im Westen € 30084 verdient hat 1 Punkt und dieser Punkt ist € 26,56 wert.

Dagen muss man zwar im Osten um einen Punkt zu erlangen nur € 25437 verdienen, aber man kriegt dafür als Gegenwert nur € 23,34!

BILD DIR DEINE MEINUNG SAGE ICH NUR DAZU.

von
Schiko.

Dies stimmt eben nach meiner meinung so nicht, da ja
die 23,34 x 1,1827 ( Umrechnungsfaktor) 27,60 RW.
ergeben.
Grundsätzlich errechnet man ja den rentenanspruch
für das jahr aus, auch wenn später die rente monatlich
ausbezahlt wird.

23,34 rentenwert ost x 1,1827 ergeben nun mal nach
meiner meinung- mit oder ohne bild- 27,60 RW. für
das jahr.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Jürgen

never ending story...

von
LS

Schiko, bei allem wohlwollen für Deine Kenntnisse im Steuer-
recht, hier aber liegst Du falsch.

Wenn man sich die gesetzlichen Vorgaben zur Ermittlung des
vorläufigen und amtlichen Rentenwertes mal ansieht, wird
man unschwer feststellen, dass sie von denen abweichen, die
für die Ermittlung des Umrechnungsfaktors ausschlaggebend
sind.
Und weil dem so ist, kann ich nicht einfach den aktuellen Ren-
Rentenwert Ost mit dem zutreffenden Umrechnungsfaktor mul-
tiplizieren.

Der Rentenwert Ost ist grundsätzlich der Maßstab der Annähe-
rung der Renten Ost an West. Und der sagt aus, dass gegenwär-
tig nur 87,877 % vom Wert West erreicht werden, es fehlen
12,123 %.

Der Umrechnungsfaktor hingegen, der ausschließlich auf die
Lohnunterschiede Ost und West (Vorjahr zum Vorvorjahr)
abstellt und gegenwärtig mit 1,1827 als vorläufiger Wert be-
stimmt ist sagt aus, das im Lohnniveau zwischen Ost und West
eine Differenz von 18,27% vorhanden ist, im Osten durch-
schnittlich nur 81,73 % des Durchschnittslohnes der alten Bun-
desländer erzielt werden.

Wenn also im Durchschnitt im Bereich Ost weniger verdient
wird, ist ergo auch die darauf basierende Rente geringer.

Wenn nun aber im untypischen Einzelfall eine Person im Osten
den gleichen Verdienst in Relation zum Bundesdurchschnitt ver-
dient wie die Person im Westen, erhält sie in der Tat im Umfang
des Umrechnungsfaktors mehr Entgeltpunkte.

Auf keinen Fall aber kann ich so rechnen, wie Du gerechnet hast

von
Schiko.

Ich weiß, deutsche sprache
schwere sprache.

Aber englisch kann ich noch
weniger.

MfG.

von
Jürgen

@Schiko. deutsch: eine nie endende Geschichte
@LS sollte es im Osten wirklich jemanden geben, der das Gleiche verdient, wie der Bundesdurchschnitt, so sei ihm die höhere Rente von Herzen gegönnt. Dies gehört aber ins Reich der Fantasie.

von
LS

Natürlich gibt es eine nicht geringe Zahl, die Verdienste oberhalb des Bundesdurchschnitts erzielen.

Wäre dem nicht so, würden ja alle im Osten höchstens nur einen EGPT pro Jahr maximal nach Hochrechnung bekommen.

Die Realität sieht aber schon etwas anders aus.

Im Durchschnitt aber eben nur 81,xx%

von
Heinz

Es richtet sich nach dem Beschäftigungsort, nicht nach dem Wohnort.

von
Aufmerksamer Leser

Man kann es nicht mehr hören, es ist nicht mehr zum aushalten, immer wieder das Gejammer um Ostrenten, d.h. "geschenkte" Renten, für die nie auch nur ein Pfennig als Vorleistung gezahlt wurde (vor 1990). Wie hatte Herr Blüm damals gesagt: "Jeder bekommt die Rente, für die er eingezahlt hat". Um meine Rente kümmert sich kein A--, und ich habe insgesamt ca. T€ 250 zwangshalber einzahlen müsssen!!!!!!!!!!. Jeder Ossi mit der richtigen Vergangenheit bekommt mit den verschiedenen Zuschlägen mehr Rente als ich ! Merken Sie was ???? Ich schon !!!

von
Gerechter

Ja,
diese DDR Schikanöre werden für ihre verwerflichen Taten an den eigenen Genossen und den Westdeutschen Transitreisenden nun fürstlich belohnt.
Bravo Deutschland,so muss es sein !

von
PEPSY

es gibt auch westdeutsche ( beamte ) die nur ihre arbeitszeit absitzen und auf den feierabend warten.

Experten-Antwort

Die in den neuen Bundesländern erzielten Bruttoarbeitsentgelte werden mittels eines gesetzlich festgelegten Faktors auf "West-Niveau" angehoben.

von
Claudia

...diese werden aber trotzdem nur mit dem geringeren aktuellen Rentenwert (Ost) bewertet.

Ich kann diese Diskussion wirklich nicht mehr hören. Zum Glück gibt es aber doch noch einige die die Systematik des Rentensystems verstanden haben!