Rentennachzahlung

von
Dirk Küster

Aufgrund einer zusätzlichen Weiterbildungsmassnahme (wird von der Rentenversicherung nicht anerkannt als Beitragszeit) habe ich meine 45 Beitragsjahre erst 15 Monate später erreicht.
Jahrgang 1959 - Rentenbeginn 1.7.2023
45 Jahre normal erreicht 1.7.2021
jetzt erst 01.10.2022

Mein Arbeitgeber hat mir aber jetzt ein Angebot gemacht für einen vorzeitigen Abschied mit Abfindung. Kann ich die 15 Monate mit einer einmaligen Nachzahlung erkaufen und lohnt sich das überhaupt.

von
Speedy Gonzales

Als im April 1959 geborener können Sie im Juli 2023 mit den 45 Jahren abschlagsfrei in Altersrente gehen. Bis dahin müsste die Wartezeit erfüllt sein, früher geht es bei dieser Rentenart nicht, insofern egal, ob die 45 Jahre zu einen beliebig früheren Zeitraum schon erfüllt sind. Bis Juli 2023 sind diese ggf. erfüllt. Jeder Rentenbeginn früher ist eine andere Rentenart und mit Abzügen.

von
Dirk Küster

Zitiert von: Speedy Gonzales
Als im April 1959 geborener können Sie im Juli 2023 mit den 45 Jahren abschlagsfrei in Altersrente gehen. Bis dahin müsste die Wartezeit erfüllt sein, früher geht es bei dieser Rentenart nicht, insofern egal, ob die 45 Jahre zu einen beliebig früheren Zeitraum schon erfüllt sind. Bis Juli 2023 sind diese ggf. erfüllt. Jeder Rentenbeginn früher ist eine andere Rentenart und mit Abzügen.

Entschuldigung, aber wahrscheinlich habe ich mich falsch ausgedrückt.
Ich möchte nicht früher in Rente gehen. Mein Rentenbeginn soll weiterhin der 01.07.2023 sein.
Aber die 45 Jahre habe ich dann (bedingt durch die nicht anerkannte Weiterbildungsmassnahme) erst am 01.10.2022 erreicht.
Normal hätte ich die 45 Jahre am 01.07.2021 voll gehabt (wäre die Weiterbildungsmassnahme anerkannt worden).

Mein Arbeitgeber würde mir eine Abfindung ab 01.07.2021 anbieten. mit den derzeitigen Voraussetzungen hätte ich dann aber Abzüge bei der Rente (weil 45 Jahre nicht voll).
Deshalb die Frage: Kann ich die verlorenen 15 Monate durch eine Nachzahlung ausgleichen. Und würde sich dass lohnen.

von
Speedy Gonzales

Zitiert von: Dirk Küster
Zitiert von: Speedy Gonzales
Als im April 1959 geborener können Sie im Juli 2023 mit den 45 Jahren abschlagsfrei in Altersrente gehen. Bis dahin müsste die Wartezeit erfüllt sein, früher geht es bei dieser Rentenart nicht, insofern egal, ob die 45 Jahre zu einen beliebig früheren Zeitraum schon erfüllt sind. Bis Juli 2023 sind diese ggf. erfüllt. Jeder Rentenbeginn früher ist eine andere Rentenart und mit Abzügen.

Entschuldigung, aber wahrscheinlich habe ich mich falsch ausgedrückt.
Ich möchte nicht früher in Rente gehen. Mein Rentenbeginn soll weiterhin der 01.07.2023 sein.
Aber die 45 Jahre habe ich dann (bedingt durch die nicht anerkannte Weiterbildungsmassnahme) erst am 01.10.2022 erreicht.
Normal hätte ich die 45 Jahre am 01.07.2021 voll gehabt (wäre die Weiterbildungsmassnahme anerkannt worden).

Mein Arbeitgeber würde mir eine Abfindung ab 01.07.2021 anbieten. mit den derzeitigen Voraussetzungen hätte ich dann aber Abzüge bei der Rente (weil 45 Jahre nicht voll).
Deshalb die Frage: Kann ich die verlorenen 15 Monate durch eine Nachzahlung ausgleichen. Und würde sich dass lohnen.

Wenn Sie zum 01.07.2023 in Rente gehen wollen (und dann auch erst die 45 Jahre brauchen!), ist es doch egal, ob diese bereits im Juli 2021 oder erst im Okt 2022 vorliegen, beides liegt vor dem gewünschten Rentenbeginn. Anders wäre es, wen Sie ihre Beschäftigung mit Pflichtbeiträgen aufgeben und dadurch das Erreichen der 540 Monate zum Juli 2023 in Frage gestellt wäre. Für diesen Fall am einfachsten: freiwillige Mindestbeiträge (83,70€ im Monat) oder am billigsten: Mini-Job mit 3,6% Eigenbeitrag (oder jemanden Pflegen)

Experten-Antwort

Hallo Dirk Küster,
vom prinzipiell hat Speedy Gonzales mit seiner Antwort ja recht. Warum so viele Gedanken um irgendwelche Nachzahlungen von Beiträgen, wenn mit Blick nach vorne bis zum anvisierten Rentenbeginn die 45 Jahre noch erreichbar sind.

Hier wären allerdings noch ein paar Fragen zu klären, was Sie bitte persönlich und individuell in einer Auskunfts- und Beratungsstelle tun sollten. Hier geht es z.B. um die Fragen nach möglichen Arbeitslosengeldansprüchen, ggf. nach Verhängung einer Sperre und Berücksichtigung der Abfindung (= evtl. noch Wartezeitmonate über den AloGeld Bezug, wenn diese Zeit nicht in den letzten 2 Jahren vor Rentenbeginn liegt).
Bei AloGeld Bezug können nebenher keine freiwilligen Beiträge gezahlt werden. Falls Sie einen reinen Vorruhestand planen (ohne Leistungen der Arbeitsagentur), dann wäre für die zukünftigen Monate freiwillige Mindestbeiträge möglich.
Auch spannend ist ihre individuelle Zukunftsgestaltung. Tatsächlicher, reiner Vorruheständler oder doch irgendwas nebenher, z.B. Minijob (= weitere Monate über den Minijob).

Nachzahlung von Beiträgen (also Jahre/Jahrzehnte rückwärts), ist i.d.R. nicht möglich (theoretisch denkbare Schulzeitennachzahlung ist max. bis zum 45. Lebensjahr möglich).

Fazit:
Nachzahlung (für Jahre in der Vergangenheit) regelmäßig eher nicht möglich, aber mit Blick nach vorne wären viele Fallvariationen denkbar (und sollten ergriffen werden), um die 45 Jahre trotzdem voll zu bekommen.

Ob das lohnt?
Da werden die Meinungen sicher unterschiedlich sein.
Um die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahre beanspruchen zu können, sind freiwillige Beiträge sicher interessant (die Alternative der abschlagsbehafteten Rente ab 63. wäre zu hinterfragen, hier würde die Rentenzahlung mehr als 1 Jahr früher beginnen können). Auch kann man freiwillige Beiträge bei der Steuererklärung ansetzen und kann ggf. ein paar Steuervergünstigungen erhalten. Laut Finanztest sind freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung im Vergleich zu ähnlichen Privatmarktprodukten momentan wohl durchaus konkurrenzfähig. Allerdings bleibt die gesetzliche Rente ein überwiegend Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanzierte System. Wenn dann ein kompletter Beitrag nur vom (ehem.) Arbeitnehmer alleine getragen wird, dann ist das natürlich weniger lukrativ, als wenn der Chef den halben Rentenbeitrag zuzahlt(wie bei Arbeitnehmern). Und schlussendlich geht es bei allen Fragen eines lohnenden Altersvorsorgebeitrages (egal ob in die gesetzliche Rente oder in eine private Vorsorge) immer um die Frage, wie alt werde ich, wie lange werde ich von diesem Beitrag profitieren können.
Der Vorteil einer möglichen abschlagsfreien Rente kann (muss aber nicht) ein wichtiger, evtl. der ausschlaggebende Punkt sein. Die Entscheidung muss allerdings jeder für dich individuell treffen

von
W°lfgang

Ergänzend zu den Vorbeiträgen:

Wer mit null Einkommen ab frühestmöglichem Rentenbeginn/mit Abschlag die Rentenzahlung um 14 Monate verzögert, nur um keinen Abschlag zu haben, muss wirklich spitz rechnen. Neben ggf. erforderlichen/freiwilligen KK-Beiträgen und ggf. Verzicht auf Betriebsrentenansprüche – und der Lebenserwartung bis zur Amortisation dieses Verzichts ...11 bis xxJahre – kann man machen ;-)

@Dirk Küster, wann hätten Sie denn den Verzicht auf die in den 14 Monaten schon mögliche Rente mit dann dem Vorteil von 11,4 % mehr/abschlagsfreie Rente (und den oben erwähnten ggf. erforderlichen zusätzlichen finanziellen Einbußen) wieder raus? ...sehen Sie, das dauert ein paar Jahre mehr, ehe Sie damit 'glatt' sind.

Zudem könnte die Abfindung genutzt werden, den Rentenabschlag durch eine Ausgleichszahlung bei erwarteter Rentenminderung einzusetzen – mit etwaigen Steuervorteilen/da fließt Geld zurück, und hintendran doch 100 % Altersrente ab 63.

Gruß
w.

Experten-Antwort

@W*lfgang,
Danke für die Ergänzung.

Bestimmt könnte man ganz, ganz viel kleine Punkte für und wieder Abschlagsrente bzw. Aussitzen bis zur abschlagsfreien Rente benennen (z.B. Ehegatte vorhanden, wegen mgl. Hinterbliebenenansprüche, etc.).
Am Ende bleibt eine sehr individuelle Entscheidung eines jeden Einzelnen.