Rentennachzahlung

von
Armin Wöhrle

Hallo. Mir fehlen noch 19 Monate für 35 Beitragsjahre. Ich bin 51 Jahre alt und will mit 63 in Rente gehen. Ich werde voraussichtlich bis dahin keine Rentenversicherungspflichtigen Einkommen haben. Ich habe eine ehrenamtliche Betreuung ohne Pflege. Hierfür kann ich vom Pflegling etwas Geld bekommen. Etwa 400,00 im Jahr. Evtl. mehr, wenn es dafür Beitragszeiten geben sollte. Bringt die Betreuung Beitragszeiten?
Ist es ansonsten richtig und sinnvoll, dass ich noch vor meinem 63 Lebensjahr die 19 Monate mit 19 mal 79,60 nachzahlen kann? Ziel ist Regel Rente minus 12 % ab 63.

Bedanke mich für eine verbindliche Antwort.

Liebe Grüße

Armin Wöhrle

von
Claire Grube

Eine ehrenamtliche Betreuung ohne Pflege bringt keine Beitragszeiten?

Eine umfassende Beratung erhalten Sie bei den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/sid_CC50141BEE3BE5CDB077BE0A75F435D2.cae01/SharedDocs/de/Navigation/Beratung/Beratungsstellen_node.html

von
Armin Wöhrle

[quote=166169]
Eine ehrenamtliche Betreuung ohne Pflege bringt keine Beitragszeiten?

Warum das Fragezeichen? Bringt es oder bringt es nicht?

von
Pfostenpfleger

Zitiert von: Armin Wöhrle

[quote=166169]
Eine ehrenamtliche Betreuung ohne Pflege bringt keine Beitragszeiten?

Warum das Fragezeichen? Bringt es oder bringt es nicht?


Warum geben Sie Ihre Fragen als Zitat aus?

Es ist doch ersichtlich, dass es sich um ein Versehen handelt. Der Rentenversicherungspflicht unterliegen laut Entscheidung des Bundessozialgerichts (BSG) nur solche nicht erwerbsmäßig tätigen Pflegepersonen, die die hierfür erforderliche (Mindest)Pflegezeit von 14 Stunden wöchentlich mit Zeitaufwand für Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erreichen.

von
Claire Grube

Sorry, es war tatsächlich ein Versehen.

Der Rentenversicherungspflicht unterliegen laut Entscheidung des Bundessozialgerichts (BSG) nur solche nicht erwerbsmäßig tätigen Pflegepersonen, die die hierfür erforderliche (Mindest)Pflegezeit von 14 Stunden wöchentlich mit Zeitaufwand für Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erreichen.

Eine ehrenamtliche Betreuung ohne Pflege bringt k e i n e Beitragszeiten!

von
Armin Wöhrle

Schade, wegen der Betreuung. Aber vielen Dank für Ihre Antworten. Den Rest muss ich dann ja wohl in einem persönlichen Gespräch klären? Hab aber ja noch 11 Jahre dafür Zeit.

Liebe Grüße

Armin Wöhrle

von
öha

bevor hier nur über Satzzeichen geschrieben wird:

1. freiw.Mindestbeitrag aktuell 19,6% aus 400 EUR = 78,40 EUR (außer Sie wollten ernsthaft für das abgelaufene Jahr nachzahlen?! - möglich bis 02.04.12)
2. Lassen Sie sich von der DRV eine Probeberechnung mit fiktiver Einzahlung der fehlenden Monate erstellen - evtl. können Sie neben dem Vorbezug der Rente auch von der 'Rente nach Mindesteinkommen' etwas profitieren, je nachdem wie Ihre Jg.1960 Biografie bis zum 31.12.1991 aussieht)
3. Wenn Sie mit 63 kein anrechenbares EInkommen haben ist die Auffüllung der 35 Jahre sicher interessant, da Sie den Rentenbeginn ja um 40 Monate vorziehen können (Bsp.: 500 EUR Anwartschaft minus 12% (60 EUR) gibt 40x 440 EUR Rente = 17.600 EUR Vorbezug. 500 EUR abschlagsfrei müssten also rund 293 Monate oder knapp 25 Jahre bezogen werden um die nicht genommene Rente mit 63 wieder einzuholen - Sie müssten sich also erst im Alter von 90 Jahren beginnen zu ärgern ;-) )
Anm. für kritische Leser: Rentenanpassungen, Abzüge bzw. Zuschüsse KV, Zinseffekte etc. wurden zur Vereinfachung ausgeblendet
4. Legen Sie Ihre Einzahlung ggf. so, dass Sie den fehlenden 420. Monat unmittelbar vor dem Beginn der Rente einzahlen - die RV bzw. Versichertengemeinschaft freut sich aber auch über einen zinslosen Kredit bei frühestmöglicher Einzahlung
5. Die fehlenden Monate können Sie aber auch mittels Minijob und Aufstockung schenll und günstig erreichen - ggf. auch ohne Aufstockung über die Zuschläge an Wartezeitmonate, dann greift aber Ziff.2 nicht zwingend!

Evtl. fehlerhafte Satzzeichen bitte ich vorab zu entschuldigen!

von Experte/in Experten-Antwort

Dem vorherigen Artikel ist grds. nichts hinzuzufügen. Sollten Sie nicht andersweitig Beiträge zur Rentenversicherung entrichten, wäre meine Empfehlung die Entrichtung des frw. Mindestbeitrages unter beachtung der Nr. 4 der vorherigen Artikels.

von
Armin Wöhrle

1. Rente nach Mindesteinkommen etwas profitieren, je nachdem wie Ihre Jg.1960 Biografie bis zum 31.12.1991 aussieht)

2. mittels Minijob und Aufstockung schnell und günstig erreichen - ggf. auch ohne Aufstockung über die Zuschläge an Wartezeitmonate, dann greift aber Ziff.2 nicht zwingend!

Das ist aber eine super Ausführung. Vielen Dank für die Vermittlung Ihres Fachwissens. Jetzt blicke ich fast schon durch. Nur der Punkt 1, Rente nach Mindesteinkommen ist noch etwas unklar. Bin 1960 geboren und habe dann normal die Lehre gemacht. Gleich Beruf mit gutem Einkommen bis 2007. 1.100,00 Rente nach heutigem Stand erwirtschaftet. Da entfällt dieser Punkt sicher, oder hab ich was falsch verstanden?

Zuschläge an Wartezeitmonate: Können Sie das in einfachen Worten erklären. Im Netz ist es für mich als Laien unverständlich.

Und noch was: SUPER, dass es dieses Forum gibt.

von
öha

ich versuche es:

1. 'Mindestentgeltpunkte bei geringem Arbeitsentgelt' gibt es nach § 262 SGB VI für vollwertige Pflichtbeiträge vor dem 1.1.1992 - aufgrund Ihres Jahrgangs und der Tatsache einer beruflichen Ausbildung (die als solche gekennzeichnet sein müsste?!) bleiben etwa 12 Jahre zur 'Aufwertung' - wenn Sie nach eigener Einschätzung ein gutes Einkommen (Anwartschaft jetzt 1100 EUR - wenn Sie den richtigen Wert aus der Renteninformation genommen haben 8-))hatten dürfte die 'Aufwertung' vmtl. hinfällig sein.

2. Minijobs sind grds. versicherungsfrei - d.h. Ihr AG zahlt eine Pauschale u.a. in Ihr Rentenkonto, diese ist mit 15% aber geringer als der aktuelle Beitragssatz von 19,6%. Daraus gibt es Zuschläge an Entgeltpunkten gem. § 76b SBG VI und daraus wieder zusätzliche Wartezeitmonate gem. § 52 SGB VI.

Also: für 1 Jahr auf 400 EUR gibt es 3-4 Monate für die Wartezeiten, wenn Sie die fehlenden Prozente aufzahlen (bei 400 EUR 18,40 EUR), dann zählt jeder Monat Minijob für die Wartezeit als vollwertiger Pflichtbeitrag!

von
Armin Wöhrle

Ihnen allen vielen Dank für die fachkundigen Antworten. Ich habe jetzt alles verstanden.

Liebe Grüsse

Armin Wöhrle