Rentenpunkte abgeben im Versorgungsausgleich ?

von
Andrea XP

Hallo Zusammen

im Rahmen des Versorgungsausgleich soll ich jetzt Rentenpunkte an meinen Nochehemann abtreten, da ich bereits vor der Ehe die damalige volle Erwerbsunfähigkeitsrente bekam und mein Anwalt mir sagte, da ich während der Ehe keine Rentenanwartschaften erworben habe, bräuchte ich von meinen nichts an meinen Mann im Rahmen der Scheidung teilen.
Jetzt bin ich überrascht weil von dem RV-Träger die Nachricht kam, dass ich doch Rentenpunkte zu teilen habe und zwar soviel, dass es den Betrag weit über die während der Ehe erhaltene Rentenanpassung übersteigt. Mein Anwalt kennt sich da nicht so aus.
Kann mir jemand einen Hinweis geben ob das so richtig sein kann oder einen Rat, was jetzt zu tun ist weil der Scheidungstermin in Kürze ist.

Danke im Voraus !

von
Marcel

Hallo,

wenn Sie in der Ehezeit Entgeltpunkte erwirtschaftet haben, müssen diese geteilt werden. Hierzu zählen auch die Entgeltpunkte für die in der Rentenberechnung mit berücksichtigte Zurechnungszeit.
Daher ist es gut möglich, dass sich Ihre Rente mindert. Sie können aber den VAG bei Gericht ausschließen bzw. eine Anpassung wg. Unterhalt beantragen

von
taxman

So sehe ich das auch. Würde aber ggf bei der Gewerkschaft nachfragen oder einen Anwalt für Tarif- und Arbeitsrecht hinzuziehen.

Meine Scheidung ist zwar schon paar Jährchen her und da war ich paar Jährchen naiver, aber mit hat damals der RA auch nichts davon gesagt, dass ein VAG ausgeschlossen werden kann. Dem ist aber so, wie ich danach erfahren habe.

von
taxman

Zitiert von: taxman

So sehe ich das auch. Der Anwalt sollte vllt einen Kollegen, der auf Rentenrecht spezialisiert ist, kontaktieren.

Meine Scheidung ist zwar schon paar Jährchen her und da war ich paar Jährchen naiver, aber mit hat damals der RA auch nichts davon gesagt, dass ein VAG ausgeschlossen werden kann. Dem ist aber so, wie ich danach erfahren habe.

von
taxman

sorry, mein erster beitrag hier ist von falschen Grundlagen ausgegangen und hab es mir einem anderen Thread durcheinandergebracht!

von
****

Hallo Andrea XP,
warten Sie erst mal ab, denn auch der Nochehmann hat ja wahrscheinlich in der Ehezeit EP erworben, von diesen und evtl. weiteren Versorgungsansprüchen erhalten Sie im Gegenzug die Hälfte.
Sie oder ihr Anwalt werden demnächst eine Auskunft von der DRV über die Rentenanwartschaften des Gatten erhalten, dann werden sie genaueres wissen und können ggf. eine Parteienvereinbarung treffen in der sie den VAG ausschließen, dieser Vereinbarung müßte dann der Fam.richter zustimmen.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich aber nach der Scheidung/Rechtskraft des Urteils ihre Rente erhöhen, außer der Gatte hat in der Ehezeit keinerlei Versorgungsansprüche erworben dann wird sich ihre Rente verringern.

von
Andrea XP

Vielen Dank für die Antworten, habe mit meinem Anwalt gesprochen und er wird sich jetzt an die Rentenversicherung wenden um das nochmal zu überprüfen !
Gruß
Andrea

von
W*lfgang

Zitiert von: Andrea XP
habe mit meinem Anwalt gesprochen und er wird sich jetzt an die Rentenversicherung wenden um das nochmal zu überprüfen !
Andrea XP,

bevor nicht die 2. Berechnung zum Konto des Noch-Ehemannes vorliegt, gibt es da (noch) nichts zu prüfen. Die Berechnung der Abzüge Ihrer Punkte wird grundsätzlich richtig sein, die anderen Abzüge sind abzuwarten und dann in der Summe/Differenz zu vergleichen ...sollte ein (Scheidungs-)Anwalt eigentlich wissen, wie der Versorgungsausgleich seit 2009 funktioniert - und Sie wären da wohl nicht die erste Mandantin mit einer laufenden EM-Rente ;-)

Oder liegt schon ein Entwurf zum geplanten Beschluss des AG vor, wo alle zu teilenden Anrechte aufgelistet sind? Eher nicht, denn dann wüssten Sie bereits, welche Punkte Sie wieder gutgeschrieben bekommen.

Gruß
w.

von
=//=

Es ist schon ein Graus, wieviele Anwälte das Mandat für ein Scheidungsverfahren annehmen und vom VA keinen blassen Schimmer haben. :-( Man sollte sich deshalb immer einen Fachanwalt für Familie und Ehe/Scheidung nehmen.

Experten-Antwort

Ich denke, dass die bisherigen Ausführungen im Wesentlichen die Begründung für die Berechnung von Entgeltpunkten, die auf die Ehezeit entfallen, liefern.

Sollte die Anwartschaftsauskunft Ihres Rentenversicherungsträgers gleichwohl nicht schlüssig sein, werden Ihnen die zuständigen Mitarbeiter gern entsprechende Auskünfte erteilen.

Es steht Ihnen aber natürlich frei, sich unabhängigen Rechtsrat einzuholen. Im familiengerichtlichen Verfahren sind Sie ja bereits durch einen Anwalt zu vertreten.

von
Andrea XP

Danke an Alle !
Von meinem Nochmann habe ich schon Auskunft über den Ausgleich bekommen, der im Gegenzug zu meiner kleinen EU-Rente nur wenige Euro Unterschied macht obwohl er ein sehr gutes Einkommen hatte, er ist seit einigen Monaten in Altersrente, deshalb kommt mir mein Anteilsausgleich zu hoch vor oder sein Ausgleich zu gering.
Mein Anwalt, naja ...

von
W*lfgang

Zitiert von: Andrea XP
er ist seit einigen Monaten in Altersrente, deshalb kommt mir mein Anteilsausgleich zu hoch vor oder sein Ausgleich zu gering.
Mein Anwalt, naja ...
Andrea XP,

die Ausgleichsbeträge/Richtigkeit der Berechnungen können Sie sich auch in jeder Beratungsstelle DRV oder Rathaus/Versicherungsamt erklären lassen. Schließlich sind die sich daraus ergebenden Werte punktuell in den Auskünften/Berechnungen dargestellt ...ist sicher viel Text, aber Lesen und Verstehen allein reicht schon, dafür muss man nicht mal Jura studiert haben - sagt der AdvoGuard ;-)
Gruß
w.

von
Andrea XP

Herzlichen Dank ! Sie haben mir alle sehr geholfen, mein Anwalt holt sich Auskunft und ich weiss jetzt auch was ich zu tun habe.

Eine gute, frohe Zeit Allen !
Andrea

von
Andrea XP

Herzlichen Dank ! Sie haben mir alle sehr geholfen, mein Anwalt holt sich Auskunft und ich weiss jetzt auch was ich zu tun habe.

Eine gute, frohe Zeit Allen !
Andrea