Rentenpunkte Bundeswehrzeit

von
Alfons

Ich war 1961-1962 bei der Bundeswehr (Wehrpflichtiger).Da sind mir pro Jahr 0,7 Prozentpunkte für die Rente gutgeschrieben worden. Ich habe gehört, das es pro Jahr 1 Punkt gibt.
Kann mir jemand genaue Auskunft geben.
Ich bedanke mich schon mal im vorraus.

von
lt. DRV Bund

Die Höhe der Rentenbeiträge hängt ab von dem Zeitraum, in dem der Grundwehrdienst abgeleistet wurde:

März 1957 bis April 1961
Die Rentenbeiträge richteten sich nach dem Wehrsold, zuzüglich eines Betrags für Sachbezüge wie Unterkunft und Verpflegung; Rentenversicherungspflicht trat in dieser Zeit aber nur ein, wenn der Grundwehrdienstleistende zum Zeitpunkt der Einberufung als Arbeitnehmer pflichtversichert war.

Mai 1961 bis Dezember 1981
Die Rentenbeiträge wurden aus dem Durchschnittseinkommen aller Versicherten berechnet.

1982
Die Rentenbeiträge wurden aus 75 Prozent des Durchschnittseinkommens aller Versicherten ermittelt.

Januar 1983 bis Dezember 1991
Die Rentenbeiträge wurden aus 70 Prozent des Durchschnittseinkommens berechnet.

Januar 1992 bis Dezember 1999
Die Rentenbeiträge wurden aus 80 Prozent der Bezugsgröße ermittelt; die Bezugsgröße ist ein Berechnungswert, der jedes Jahr vom Bund festgelegt wird.

Seit Januar 2000
Der Rentenbeitrag berechnet sich aus 60 Prozent der Bezugsgröße. Für 2010 beispielsweise werden Grundwehrdienstleistende so gestellt wie ein Arbeitnehmer, der monatlich 1.533 Euro brutto verdient.

Bis April 1961 wurde der Wehrsold noch als Arbeitsentgelt in die Versicherungskarten der Soldaten eingetragen. Heute dagegen werden die den Grundwehrdienstzeiten entsprechenden Rentenbeiträge den Rententrägern direkt mitgeteilt.

Die Bescheinigungen über den Grundwehrdienst, wie zum Beispiel die Dienstzeitbescheinigung oder der Wehrpass sollten aber auf jeden Fall als Nachweis für die Rentenversicherung aufgehoben werden.

von
Wechselstabenverbuchselung?

"Heute dagegen werden die den Grundwehrdienstzeiten entsprechenden Rentenbeiträge den Rententrägern direkt mitgeteilt."

Wie ist das gemeint? Vermutlich: "Heute dagegen werden die Grundwehrdienstzeiten den Rentenversicherungsträgern direkt mitgeteilt."

Experten-Antwort

Hallo Alfons,

im Zeitraum vom 1.4.1957 bis 30.4.1961 wurde in die Versicherungskarten der gezahlte Wehrsold und der Wert der erhaltenen Sachbezüge eingetragen.
Aus diesen relativ niedrigen Werten sind grundsätzlich die Entgeltpunkte zu ermitteln. Auf Antrag des Versicherten werden jedoch für jedes volle Kalenderjahr 0,75 Entgeltpunkte zugrundegelegt. Wenn aus dem Versicherungskonto derartige Sachverhalte eindeutig zu erkennen sind, wird die Bewertung mit 0,75 Entgeltpunkten von Amts wegen vorgenommen.
Im Zeitraum 1.5.1961 - 31.12.1981 war für die Berechnung der Beiträge einheitlich das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt aller Versicherten zugrunde zu legen. Entsprechend dieser Regelung werden Dienstzeiten in dieser Zeit mit 1,0 Entgeltpunkten für jedes volle Kalenderjahr bewertet.