Rentenrechtliche Bewertung bei Bezug von Krankengeld und Arbeitslosengeld I-zahlung

von
Elfriede Kinser

Sehr geehrte Experten,

ich habe immer bis zur Beitragsbemessungsgrenze in die Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge und in die Renten- und Arbeitslosenversicherung Beiträge von einem monatlich Beitragseinkommen 4870,-- € gezahlt. Können Sie mir sagen in wieviel Minderung es bei dem Bezug von Krankengeld und Arbeitslosengeld I dann in etwa jährlich bzw. monatlich bei meiner Rentenversicherung ausmacht.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

MFG
Elfriede Kinser

Experten-Antwort

Zitiert von: Elfriede Kinser
Sehr geehrte Experten,

ich habe immer bis zur Beitragsbemessungsgrenze in die Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge und in die Renten- und Arbeitslosenversicherung Beiträge von einem monatlich Beitragseinkommen 4870,-- € gezahlt. Können Sie mir sagen in wieviel Minderung es bei dem Bezug von Krankengeld und Arbeitslosengeld I dann in etwa jährlich bzw. monatlich bei meiner Rentenversicherung ausmacht.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

MFG
Elfriede Kinser


Hallo Elfriede Kinser,

zunächst einmal haben die Beiträge, die Sie zur Kranken,- Pflege- und Arbeitslosenversicherung gezahlt haben, keinerlei Auswirkung auf Ihre Rente. Maßgebend für die Berechnung der Rente sind nur die Beiträge, die Sie zur Rentenversicherung gezahlt haben.

Der Bezug von Kranken- oder Arbeitslosengeld wird in der Rentenversicherung ganz unterschiedlich bewertet, je nachdem, in welcher Zeit Sie das Krankengeld oder Arbeitslosengeld bezogen haben.

Wenn Sie derzeit Krankengeld oder Arbeitslosengeld beziehen, werden daraus Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt. Diese werden aus 80 % des der Leistung zugrunde liegenden Arbeitsentgelts berechnet. Gegenüber der zuvor ausgeübten Beschäftigung erhalten Sie also um 20 % reduzierte Rentenanwartschaften.

von
W*lfgang

Zitiert von: Elfriede Kinser
Sehr geehrte Experten,

ich habe immer bis zur Beitragsbemessungsgrenze in die Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge und in die Renten- und Arbeitslosenversicherung Beiträge von einem monatlich Beitragseinkommen 4870,-- € gezahlt. Können Sie mir sagen in wieviel Minderung es bei dem Bezug von Krankengeld und Arbeitslosengeld I dann in etwa jährlich bzw. monatlich bei meiner Rentenversicherung ausmacht.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

MFG
Elfriede Kinser

Hallo Elfriede Kinser

in Zahlen wären es, was den mtl. 'Rentenverlust' bei KG/ALG-Bezug betrifft, statt rd. 66 EUR mtl. aus max. SV-Verdienst aus Beschäftigung, dann nur rd. 53 EUR Monatsrente - nach einem ganzen Jahr für die Entgeltersatzleistungen KG/ALG ...die 80 % eben, die die Experten-Antwort abstrakt dargestellt hat.

Gruß
w.
PS: Experten ...wäre es möglich, mal allgemein verständlich auf die Frage einzugehen/was sich 'NormalbürgerInn' darunter schlicht monetär aktuell vorzustellen hat, statt abstrakt das darzustellen? ;-) Von Auswirkungen auf die individuellen/möglichen/wenn überhaupt, Gesamtleistungsbewertung mal abgesehen – das kann doch nicht so schwer sein, in Zahlen zu denken/Antworten zu geben!!!

von
Kaiser

Na W*lfgang, mal wieder den Oberlehrer spielen?
Irgendwann wirst Du das sicher noch bereuen.

von
BBG

Was ist denn, wenn dem Alogeld z.B. ein Bruttoeinkommen von 100000 € zugrunde liegt?
Dann wären 80% immer noch über der BBG. Wäre dann gar kein rentenrechtlicher Verlust zu verzeichnen?

von
Jonny

Zitiert von: Elfriede Kinser
Sehr geehrte Experten,

ich habe immer bis zur Beitragsbemessungsgrenze in die Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge und in die Renten- und Arbeitslosenversicherung Beiträge von einem monatlich Beitragseinkommen 4870,-- € gezahlt. Können Sie mir sagen in wieviel Minderung es bei dem Bezug von Krankengeld und Arbeitslosengeld I dann in etwa jährlich bzw. monatlich bei meiner Rentenversicherung ausmacht.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

MFG
Elfriede Kinser

Wie der Experte schon mitteilte, ist für die Rente nur die Beitragsbemessungsgrundlage zur Rentenversicherung von Bedeutung. Mit den von Ihnen genannten 4870 € (wohl für die Rentenversicherung) haben Sie die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung allenfalls im Jahre 2002 überschritten. Sie betrag damals 4500,00 € und ist seitdem immer höher.
Geht man einmal z.B. für 2017 von Ihren 4870 € monatlich (unterhalb der BBG von 6350 €) aus, ergibt sich dafür ein Jahresentgelt von 58440 €. Gemessen am Durchschnittsentgelt für 2017 von vermutlich 37077 € bringt das 1,5762 Entgeltpunkte d.h. eine monatliche Regelaltersrente von 50,49 €.

Hätten Sie stattdessen Krankengeld oder Arbeitslosengeld I erhalten, wären nicht 58440 € sondern nur 80 % davon, also lediglich 46752 € versichert worden. Das ergäbe dann 1,2609 Entgeltpunkte oder als Rente 40,39 €, mithin 10,10 € weniger als bei einer Beschäftigung.

Und für @BBG noch der Hinweis:
Die 80 % Bemessungsgrundlage für Sozialleistungsbezug wegen Krankengeld bzw. ALG I sollten höchstens nach der BBG der RV berechnet werden!

von
BBG

Zitiert von: Jonny
[quote=307446]

Und für @BBG noch der Hinweis:
Die 80 % Bemessungsgrundlage für Sozialleistungsbezug wegen Krankengeld bzw. ALG I sollten höchstens nach der BBG der RV berechnet werden!

Wo kann ich das nachlesen?

Experten-Antwort

Zitiert von: BBG
Zitiert von: Jonny
[quote=307446]

Und für @BBG noch der Hinweis:
Die 80 % Bemessungsgrundlage für Sozialleistungsbezug wegen Krankengeld bzw. ALG I sollten höchstens nach der BBG der RV berechnet werden!

Wo kann ich das nachlesen?


Hallo BBG,

siehe hier:

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_166R4.2

Experten-Antwort

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Elfriede Kinser

in Zahlen wären es, was den mtl. 'Rentenverlust' bei KG/ALG-Bezug betrifft, statt rd. 66 EUR mtl. aus max. SV-Verdienst aus Beschäftigung, dann nur rd. 53 EUR Monatsrente - nach einem ganzen Jahr für die Entgeltersatzleistungen KG/ALG ...die 80 % eben, die die Experten-Antwort abstrakt dargestellt hat.

Gruß
w.
PS: Experten ...wäre es möglich, mal allgemein verständlich auf die Frage einzugehen/was sich 'NormalbürgerInn' darunter schlicht monetär aktuell vorzustellen hat, statt abstrakt das darzustellen? ;-) Von Auswirkungen auf die individuellen/möglichen/wenn überhaupt, Gesamtleistungsbewertung mal abgesehen – das kann doch nicht so schwer sein, in Zahlen zu denken/Antworten zu geben!!!


Hallo W*lfgang,

Ihren Verbesserungsvorschlag nehme ich gerne an. Im vorliegenden Fall habe ich aber ganz bewusst darauf verzichtet, mit den angegebenen Daten eine Berechnung durchzuführen, da die Informationen für eine konkrete Berechnung nicht ausreichend waren.

Nichts für ungut, lieber W*lfgang, aber die Rentenbeträge, die Sie in Ihrer Antwort geliefert haben (66 Euro und 53 Euro) sind leider unzutreffend und helfen daher auch nicht weiter:

Elfriede hat lediglich in die Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze eingezahlt – nicht hingegen zur Rentenversicherung. Zur Rentenversicherung wurden Beiträge aus einem monatlichen Einkommen von 4.870,- Euro gezahlt.

Rechne ich dieses Einkommen auf das Jahr hoch (4.870,- Euro x 12 = 58.440,- Euro) und teile es durch das vorläufige Durchschnittsentgelt des Jahres 2018 (37.873,- Euro) erhalte ich 1,5431 Entgeltpunkte. Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert von 32,03 Euro ergibt sich eine Rentenanwartschaft von 49,43 Euro. Statt der von Ihnen in Aussicht gestellten 66 Euro erhält Elfriede also nach meiner ersten groben Berechnung nur 49,43 Euro. Das ist ein erheblicher Unterschied, finden Sie nicht?

Aber selbst bei den berechneten 49,43 Euro muss man noch viele Fragezeichen setzen:

Hat Elfriede auch Einmalzahlungen erhalten? Lag z. B. ein 13. Gehalt vor, ergibt sich eine Rentenanwartschaft von 53,54 Euro. Bei unterstellten 45 Beitragsjahren ergibt sich gegenüber der vorherigen Berechnung dann eine um 184,95 Euro (!) höhere Rente.

Für welche Rente soll die Berechnung erfolgen? Bei einer abschlagsbehafteten Rente stimmen die zuvor berechneten monatlichen Rentenbeträge nicht mehr. Bei einer vorzeitigen EM-Rente mit 10,8 % Abschlag ergeben sich z. B. "nur" 44,09 Euro bei der Berechnung ohne Einmalzahlung und 47,76 Euro bei der Berechnung mit 13. Gehalt.

Wissen wir sicher, ob Elfriede Ihre Tätigkeit in den alten Bundesländern ausgeübt hat? Bei Ost-Entgelten ist noch der Wert der Anlage 10 in die Berechnung aufzunehmen und der aktuelle Rentenwert (Ost) zu verwenden. Dann ergeben sich wieder ganz andere Rentenbeträge.

Handelt es sich bei den 4.870,- Euro um ein Entgelt des Jahres 2018? Ich habe da so gewisse Zweifel. Elfriede schreibt, Sie habe die BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung erreicht. Diese liegt im Jahr 2018 bei 4.950,- Euro. Elfriede gibt im gleichen Satz aber nur ein Beitragseinkommen (für die RV) in Höhe von 4.870,- Euro an. Damit würde Sie allerdings die BBG in der KV/PV nicht erreichen. Die Werte passen nur zusammen, wenn Elfriede im Jahr 2018 neben den 4.870,- Euro auch eine Einmalzahlung erhalten hat (s. o.) oder die Aussage sich auf das Jahr 2017 (oder früher) bezieht und entsprechend eine niedrigere BBG in der KV/PV angesetzt werden muss. Im Jahr 2017 oder in den Jahren davor muss allerdings auch mit einem anderen Durchschnittsentgelt gerechnet werden als im Jahr 2018. Damit würden die oben aufgeführten Berechnungen auch nicht mehr stimmen. Welches Durchschnittsentgelt soll also bei der Berechnung angesetzt werden? Von welcher Einmalzahlung soll ggf. ausgegangen werden?

Sie sehen, lieber W*lfgang, dass ich mir durchaus Gedanken gemacht habe, warum ich hier keine konkrete Berechnung vorgenommen habe. Hier einfach einen (möglicherweise) völlig unzutreffenden Wert in den Raum zu stellen, hilft Elfriede meiner Meinung nach nicht wirklich weiter. In diesem Forum gibt es für individuelle Auskünfte halt gewisse Grenzen.

von
Kaiser

Zitiert von: Experte
Zitiert von: W*lfgang

Hallo Elfriede Kinser

in Zahlen wären es, was den mtl. 'Rentenverlust' bei KG/ALG-Bezug betrifft, statt rd. 66 EUR mtl. aus max. SV-Verdienst aus Beschäftigung, dann nur rd. 53 EUR Monatsrente - nach einem ganzen Jahr für die Entgeltersatzleistungen KG/ALG ...die 80 % eben, die die Experten-Antwort abstrakt dargestellt hat.

Gruß
w.
PS: Experten ...wäre es möglich, mal allgemein verständlich auf die Frage einzugehen/was sich 'NormalbürgerInn' darunter schlicht monetär aktuell vorzustellen hat, statt abstrakt das darzustellen? ;-) Von Auswirkungen auf die individuellen/möglichen/wenn überhaupt, Gesamtleistungsbewertung mal abgesehen – das kann doch nicht so schwer sein, in Zahlen zu denken/Antworten zu geben!!!


Hallo W*lfgang,

Ihren Verbesserungsvorschlag nehme ich gerne an. Im vorliegenden Fall habe ich aber ganz bewusst darauf verzichtet, mit den angegebenen Daten eine Berechnung durchzuführen, da die Informationen für eine konkrete Berechnung nicht ausreichend waren.

Nichts für ungut, lieber W*lfgang, aber die Rentenbeträge, die Sie in Ihrer Antwort geliefert haben (66 Euro und 53 Euro) sind leider unzutreffend und helfen daher auch nicht weiter:

Elfriede hat lediglich in die Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze eingezahlt – nicht hingegen zur Rentenversicherung. Zur Rentenversicherung wurden Beiträge aus einem monatlichen Einkommen von 4.870,- Euro gezahlt.

Rechne ich dieses Einkommen auf das Jahr hoch (4.870,- Euro x 12 = 58.440,- Euro) und teile es durch das vorläufige Durchschnittsentgelt des Jahres 2018 (37.873,- Euro) erhalte ich 1,5431 Entgeltpunkte. Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert von 32,03 Euro ergibt sich eine Rentenanwartschaft von 49,43 Euro. Statt der von Ihnen in Aussicht gestellten 66 Euro erhält Elfriede also nach meiner ersten groben Berechnung nur 49,43 Euro. Das ist ein erheblicher Unterschied, finden Sie nicht?

Aber selbst bei den berechneten 49,43 Euro muss man noch viele Fragezeichen setzen:

Hat Elfriede auch Einmalzahlungen erhalten? Lag z. B. ein 13. Gehalt vor, ergibt sich eine Rentenanwartschaft von 53,54 Euro. Bei unterstellten 45 Beitragsjahren ergibt sich gegenüber der vorherigen Berechnung dann eine um 184,95 Euro (!) höhere Rente.

Für welche Rente soll die Berechnung erfolgen? Bei einer abschlagsbehafteten Rente stimmen die zuvor berechneten monatlichen Rentenbeträge nicht mehr. Bei einer vorzeitigen EM-Rente mit 10,8 % Abschlag ergeben sich z. B. "nur" 44,09 Euro bei der Berechnung ohne Einmalzahlung und 47,76 Euro bei der Berechnung mit 13. Gehalt.

Wissen wir sicher, ob Elfriede Ihre Tätigkeit in den alten Bundesländern ausgeübt hat? Bei Ost-Entgelten ist noch der Wert der Anlage 10 in die Berechnung aufzunehmen und der aktuelle Rentenwert (Ost) zu verwenden. Dann ergeben sich wieder ganz andere Rentenbeträge.

Handelt es sich bei den 4.870,- Euro um ein Entgelt des Jahres 2018? Ich habe da so gewisse Zweifel. Elfriede schreibt, Sie habe die BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung erreicht. Diese liegt im Jahr 2018 bei 4.950,- Euro. Elfriede gibt im gleichen Satz aber nur ein Beitragseinkommen (für die RV) in Höhe von 4.870,- Euro an. Damit würde Sie allerdings die BBG in der KV/PV nicht erreichen. Die Werte passen nur zusammen, wenn Elfriede im Jahr 2018 neben den 4.870,- Euro auch eine Einmalzahlung erhalten hat (s. o.) oder die Aussage sich auf das Jahr 2017 (oder früher) bezieht und entsprechend eine niedrigere BBG in der KV/PV angesetzt werden muss. Im Jahr 2017 oder in den Jahren davor muss allerdings auch mit einem anderen Durchschnittsentgelt gerechnet werden als im Jahr 2018. Damit würden die oben aufgeführten Berechnungen auch nicht mehr stimmen. Welches Durchschnittsentgelt soll also bei der Berechnung angesetzt werden? Von welcher Einmalzahlung soll ggf. ausgegangen werden?

Sie sehen, lieber W*lfgang, dass ich mir durchaus Gedanken gemacht habe, warum ich hier keine konkrete Berechnung vorgenommen habe. Hier einfach einen (möglicherweise) völlig unzutreffenden Wert in den Raum zu stellen, hilft Elfriede meiner Meinung nach nicht wirklich weiter. In diesem Forum gibt es für individuelle Auskünfte halt gewisse Grenzen.

Bumms der saß!

von
BBG

Zitiert von: Experte
Zitiert von: BBG
Zitiert von: Jonny
[quote=307446]

Und für @BBG noch der Hinweis:
Die 80 % Bemessungsgrundlage für Sozialleistungsbezug wegen Krankengeld bzw. ALG I sollten höchstens nach der BBG der RV berechnet werden!

Wo kann ich das nachlesen?


Hallo BBG,

siehe hier:

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_166R4.2

Danke!

von
Palimpalim

Ob W*lfgang hierzu wohl noch etwas einfällt?

von
Forenleser

Zitiert von: Experte
Zitiert von: W*lfgang

Hallo Elfriede Kinser

in Zahlen wären es, was den mtl. 'Rentenverlust' bei KG/ALG-Bezug betrifft, statt rd. 66 EUR mtl. aus max. SV-Verdienst aus Beschäftigung, dann nur rd. 53 EUR Monatsrente - nach einem ganzen Jahr für die Entgeltersatzleistungen KG/ALG ...die 80 % eben, die die Experten-Antwort abstrakt dargestellt hat.

Gruß
w.
PS: Experten ...wäre es möglich, mal allgemein verständlich auf die Frage einzugehen/was sich 'NormalbürgerInn' darunter schlicht monetär aktuell vorzustellen hat, statt abstrakt das darzustellen? ;-) Von Auswirkungen auf die individuellen/möglichen/wenn überhaupt, Gesamtleistungsbewertung mal abgesehen – das kann doch nicht so schwer sein, in Zahlen zu denken/Antworten zu geben!!!


Hallo W*lfgang,

Ihren Verbesserungsvorschlag nehme ich gerne an. Im vorliegenden Fall habe ich aber ganz bewusst darauf verzichtet, mit den angegebenen Daten eine Berechnung durchzuführen, da die Informationen für eine konkrete Berechnung nicht ausreichend waren.

Nichts für ungut, lieber W*lfgang, aber die Rentenbeträge, die Sie in Ihrer Antwort geliefert haben (66 Euro und 53 Euro) sind leider unzutreffend und helfen daher auch nicht weiter:

Elfriede hat lediglich in die Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze eingezahlt – nicht hingegen zur Rentenversicherung. Zur Rentenversicherung wurden Beiträge aus einem monatlichen Einkommen von 4.870,- Euro gezahlt.

Rechne ich dieses Einkommen auf das Jahr hoch (4.870,- Euro x 12 = 58.440,- Euro) und teile es durch das vorläufige Durchschnittsentgelt des Jahres 2018 (37.873,- Euro) erhalte ich 1,5431 Entgeltpunkte. Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert von 32,03 Euro ergibt sich eine Rentenanwartschaft von 49,43 Euro. Statt der von Ihnen in Aussicht gestellten 66 Euro erhält Elfriede also nach meiner ersten groben Berechnung nur 49,43 Euro. Das ist ein erheblicher Unterschied, finden Sie nicht?

Aber selbst bei den berechneten 49,43 Euro muss man noch viele Fragezeichen setzen:

Hat Elfriede auch Einmalzahlungen erhalten? Lag z. B. ein 13. Gehalt vor, ergibt sich eine Rentenanwartschaft von 53,54 Euro. Bei unterstellten 45 Beitragsjahren ergibt sich gegenüber der vorherigen Berechnung dann eine um 184,95 Euro (!) höhere Rente.

Für welche Rente soll die Berechnung erfolgen? Bei einer abschlagsbehafteten Rente stimmen die zuvor berechneten monatlichen Rentenbeträge nicht mehr. Bei einer vorzeitigen EM-Rente mit 10,8 % Abschlag ergeben sich z. B. "nur" 44,09 Euro bei der Berechnung ohne Einmalzahlung und 47,76 Euro bei der Berechnung mit 13. Gehalt.

Wissen wir sicher, ob Elfriede Ihre Tätigkeit in den alten Bundesländern ausgeübt hat? Bei Ost-Entgelten ist noch der Wert der Anlage 10 in die Berechnung aufzunehmen und der aktuelle Rentenwert (Ost) zu verwenden. Dann ergeben sich wieder ganz andere Rentenbeträge.

Handelt es sich bei den 4.870,- Euro um ein Entgelt des Jahres 2018? Ich habe da so gewisse Zweifel. Elfriede schreibt, Sie habe die BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung erreicht. Diese liegt im Jahr 2018 bei 4.950,- Euro. Elfriede gibt im gleichen Satz aber nur ein Beitragseinkommen (für die RV) in Höhe von 4.870,- Euro an. Damit würde Sie allerdings die BBG in der KV/PV nicht erreichen. Die Werte passen nur zusammen, wenn Elfriede im Jahr 2018 neben den 4.870,- Euro auch eine Einmalzahlung erhalten hat (s. o.) oder die Aussage sich auf das Jahr 2017 (oder früher) bezieht und entsprechend eine niedrigere BBG in der KV/PV angesetzt werden muss. Im Jahr 2017 oder in den Jahren davor muss allerdings auch mit einem anderen Durchschnittsentgelt gerechnet werden als im Jahr 2018. Damit würden die oben aufgeführten Berechnungen auch nicht mehr stimmen. Welches Durchschnittsentgelt soll also bei der Berechnung angesetzt werden? Von welcher Einmalzahlung soll ggf. ausgegangen werden?

Sie sehen, lieber W*lfgang, dass ich mir durchaus Gedanken gemacht habe, warum ich hier keine konkrete Berechnung vorgenommen habe. Hier einfach einen (möglicherweise) völlig unzutreffenden Wert in den Raum zu stellen, hilft Elfriede meiner Meinung nach nicht wirklich weiter. In diesem Forum gibt es für individuelle Auskünfte halt gewisse Grenzen.

Endlich mal ein Dämpfer für den selbstgefälligen und oft zynischen W*lfgang. Das war lange überfällig. Sein Ego wird das vertragen müssen. Wer austeilt muss auch einstecken können.

von
W*lfgang

Zitiert von: Experte
Sie sehen, lieber W*lfgang, dass ich mir durchaus Gedanken gemacht habe, warum ich hier keine konkrete Berechnung vorgenommen habe. Hier einfach einen (möglicherweise) völlig unzutreffenden Wert in den Raum zu stellen, hilft Elfriede meiner Meinung nach nicht wirklich weiter. In diesem Forum gibt es für individuelle Auskünfte halt gewisse Grenzen.

Hallo Experte,

:-) Ihre Kritik ist berechtigt! BBG KV/PV (mein *Schnellschuss) ist eben nicht BBG RV ...wo nur war meine Lese-Brille für *Gleitsicht/verschiedene Rechtsgebiete? ;-)

Dennoch war Ihre Korrektur sehr hilfreich, die Unterschiede aufzuzeigen!

Gruß
w.