Rentensplitting möglich/sinnvoll?

von
Mico

Da die Ehe erst wenige Wochen vor dem Tod des Ehemanns geschlossen wurde und keine Ausnahmen vorliegen, besteht für eine (junge) Witwe kein Anspruch auf eine Witwenrente.

Kann in diesem Fall trotzdem ein Rentensplitting durchgeführt werden, damit - falls die Witwe zukünftig ein Kind bekommen und nicht wiederheiraten sollte - für sie ein Anspruch auf eine Erziehungsrente bestehen würde?

von
.

Um sich für ein Rentensplitting entscheiden zu können muss grundsätzlich auch ein Anspruch auf Witwenrente bestehen!

von
Mico

Danke für die schnelle Antwort - können Sie mir auch noch eine gesetzliche Grundlage nennen?
Bei den im § 120a SGB VI genannten Voraussetzungen wird ein tatsächlicher Anspruch auf eine Witwenrente nicht genannt - oder liege ich falsch?

von
Feli

Für das Rentensplitting unter Ehegatten ist der tatsächliche Anspruch auf Witwenrente nicht erforderlich, daher wird er im §120 auch nciht genannt.
Voraussetzung ist, dass beide Ehegatten Rentenansprüche erworben haben und bei der überlebenden Ehefrau insgesamt mindestens 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorhanden sind, dabei wird die Zeit vom Versterben des Ehemannes bis zum Erreichen der Regelaltersrente der Ehefrau z.T. (in Abhängigkeit von der Ehedauer) mit dazu gezählt.
Da gerade kein Witwenrentenanspruch besteht, ist ein Splitting sinnvoll. Es kann längstens 12 Monate nach Versterben des Ehemannes beantragt werden.

von
SZ

Da treffen nun 2 gegensätzliche Antworten aufeinander; Witwenrentenanspruch notwendig und nicht notwendig. Sollte man sich hier nicht besser nur dann äußern, wenn man sich 100 % sicher ist?

von
Schade

Auch ich halte die Antwort des users "von ." für falsch.

M.E. ist im genannten Fall das Rentensplitting möglich.

Aber eigentlich ist es doch ganz einfach: da ein Witwententenanspruch wegen der kurzen Ehezeit nicht besteht (Vermutung der Versorgungsehe), kann der überlebende doch an seine DRV schreiben und formlos die Frage zum Rentensplitting einreichen.....dann wird geprüft und ggfls. eine Splittingauskunft erteilt.....

von
Mitarbeiter

Stimme "Schade" zu. Das Splitting ist eben n i c h t an einen Witwenrentenanspruch gebunden.

z. B. wird die kleine Witwenrente nur für max. 2 Jahre bezahlt, danach kann ebenso ein Splitting durchgeführt werden und es würde ggf. ein Anspruch auf Erziehungsrente nach diesen Vorschriften bestehen.

Besser still sein, als falsche Auskünfte geben.

von
Berta

Zitiert von: Feli

...Voraussetzung ist, dass beide Ehegatten Rentenansprüche erworben haben und bei der überlebenden Ehefrau insgesamt mindestens 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorhanden sind, dabei wird die Zeit vom Versterben des Ehemannes bis zum Erreichen der Regelaltersrente der Ehefrau z.T. (in Abhängigkeit von der Ehedauer) mit dazu gezählt...

Die Zeit vom Versterben bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze des überlebenden Ehegatten zählt NICHT zu den 25 Jahren rentenrechtliche Zeit, wenn Rentensplitting wegen des Versterbens eines Ehegatten durchgeführt wird (§120a (4) Satz 2 SGB VI!

Zitiert von: Feli

Da gerade kein Witwenrentenanspruch besteht, ist ein Splitting sinnvoll.

Muss nicht unbedingt sein! Das Splitting wird nur für die Ehezeit durchgeführt und wenn die/der Hinterbliebene genau in der Ehezeit mehr Rentenansprüche erwirtschaftet hat, als der/die Verstorbene, kann das auch nach hinten losgehen!

von
Berta

Zitiert von: Mitarbeiter

Besser still sein, als falsche Auskünfte geben.

Lieber "Mitarbeiter", das war wohl ein Eigentor, denn...

Zitiert von: Mitarbeiter

z. B. wird die kleine Witwenrente nur für max. 2 Jahre bezahlt, danach kann ebenso ein Splitting durchgeführt werden und es würde ggf. ein Anspruch auf Erziehungsrente nach diesen Vorschriften bestehen.

... das stimmt so nicht. Das Rentensplitting kann nur in den ersten 12 Monaten nach Versterben eines Ehegatten beantragt werden!

von
Mitarbeiter

Wieso, heißt doch "maximal"!

Aber o. k. hab´s verpennt.

von
Vincenz

Zitiert von: Feli

Da gerade kein Witwenrentenanspruch besteht, ist ein Splitting sinnvoll.

Muss nicht unbedingt sein! Das Splitting wird nur für die Ehezeit durchgeführt und wenn die/der Hinterbliebene genau in der Ehezeit mehr Rentenansprüche erwirtschaftet hat, als der/die Verstorbene, kann das auch nach hinten losgehen!
[/quote]

Nachdem die Ehe nicht mal ein Jahr bestanden hat, wäre ein möglicher Verlust sicher überschaubar.

von
Knut Rassmussen

Auch ein Verlust in der eigenen Rente kann durch ein eventuell entstehendes Anrecht auf Erziehungsrente für das Splitting sprechen.

@ Berta

Die Zeit vom Tod bis zur Regelaltersgrenze des Überlebenden zählt GERADE als rentenrechtliche Zeit, sonst wäre die Norm für Jüngere ohne Auswirkung. "...gilt auch die Zeit ..." - Zu beachten ist natürlich die Verhältnisrechnung, die der von Ihnen ins Feld geführte Satz 2 des Abs. 4 nennt.