Rentenüberprüfung Dauerrente

von
Michael66

Guten Tag,

ich bin 50 Jahre alt und leide an schweren psychischen Störungen. Ich erhalte seit 2004 eine volle befristete EMR.
Diese wurde 3 mal jeweils um Jahre verlängert bis sie dann 2013 in eine unbefristete Rente
umgewandelt wurde.

Nun habe ich im Dezember 2015 einen Fragebogen zur überprüfung erhalten den ich umgehend zurückgeschickt habe.

Ich bin seit 1997 in regelmäßiger Behandlung bei meinem Nervenarzt. Dieser hat mir dann beim letzten Termin (04.05.2016) mitgeteilt das er von der Rentenversicherung angeschrieben wurde in dem ein Befundbericht angefordert wird.

Mein Gesundheitszustand hat sich die letzten Jahre nicht verbessert sondern verschlechtert. Hinzu kommt
noch die Diagnose Prostatakrebs (März 2016).

Der Gedanke dass mir die Rente entzogen wird ist für mich schwer auszuhalten. Ist die Vorgehensweise
der Überprüfung von Dauerrenten in meinem Fall Standard? Muss ich mit dem Entzug der Rente rechnen?

von
Inka

Hallo Michael

Ja das ist standard. Es müsste schon eine erhebliche Besserung eintreten , oder ihr Hinzuverdienst über der Grenze liegen. , um in die nächst niedere Rentenstufe zu rutschen. Da Sie ja nun selbst schon sagen, wie schlecht es ihnen geht, brauchen Sie wohl nichts zu befürchten.
Ich beziehe auch die unbefristete EMR und wurde schon überprüft, ohne daß es schlechter geworden ist, halt auch nicht besser. Und mir wurde auch nichts "weg genommen ".

MfG

von
Herz1952

Es ist wohl so, dass "Inka" richtig liegt.

Interessanterweise habe ich über unseren Sohn erfahren, der wegen der Rentenüberprüfung bei "auf unbestimmte Dauer" beschiedenen EM-Renten die DRV Bund Berlin im Gegensatz zu den Regionalen RV-Stellen keine Überprüfungen mehr macht. Generell ist es auch da möglich.

Über die Gründe, kann man nur spekulieren (vielleicht wird vor diesen Bescheiden von der DRV Bund "eindringlicher" geprüft und wenn ein Gutachter schreibt, dass keine Besserung lebenslang zu erwarten ist, dies auch "stärker" berücksichtigt wird).

Am meisten Angst haben leider psychisch Erkrankte, weil Angst schon ein Teil der Krankheit ist.

Deshalb: keine Sorge.

von
Schorsch

Zitiert von: Michael66

Der Gedanke dass mir die Rente entzogen wird ist für mich schwer auszuhalten.....

Grundlos werden keine Renten entzogen und so lange Ihr behandelnder Arzt Ihre Selbsteinschätzungen bestätigt, besteht überhaupt kein Grund zur Sorge.

Leider arbeiten manche Ärzte ziemlich schlampig bei der Erstellung von Befundberichten.

MfG

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Interessanterweise habe ich über unseren Sohn erfahren, der wegen der Rentenüberprüfung bei "auf unbestimmte Dauer" beschiedenen EM-Renten die DRV Bund Berlin im Gegensatz zu den Regionalen RV-Stellen keine Überprüfungen mehr macht.

Hä?
Was auch immer Sie uns mit diesem seltsamen Satz mitteilen wollten:
Wer querschnittsgelähmt und blind im Rollstuhl sitzt, hat von gar keiner DRV-Stelle eine Überprüfung zu befürchten.

Wer jedoch nach Gutachter-Einschätzung "voraussichtlich dauerhaft" erwerbsgemindert ist, muss sehr wohl mit Überprüfungen rechnen und zwar völlig unabhängig vom RV-Träger.

Ich beziehe nun mittlerweile seit 16 Jahren eine BU-Rente nach altem Recht, weil ich nach Gutachtereinschätzung nie wieder meinen letzten Hauptberuf ausüben kann und man mir auch keine sozial zumutbare Verweisungstätigkeit benennen konnte.
Überprüfungen haben bisher noch nie stattgefunden.

MfG

Experten-Antwort

Eine Überprüfung ist auch dann möglich, wenn es sich um eine dauerhaft bewilligte Erwerbsminderungsrente handelt. Wird festgestellt, dass es für Sie möglich ist, wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig zu sein, kann die Rente entzogen werden. Wenn festgestellt wird, dass Sie, so wie zuletzt, weiterhin erwerbsgemindert sind, wird die Rente auch zukünftig gezahlt.

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

unser Sohn hat aus einem anderen Grund bei der örtlichen Rentenberatungsstelle der DRV nachgefragt und gleichzeitig die Frage gestellt, wie es sich mit einer Überprüfung verhält.

Er hat von ihm die Antwort bekommen, dass die DRV Bund Berlin nicht mehr nachprüft, die Regionalstellen aber schon. Natürlich hat/hätte die DRV Bund Berlin das Recht nachzuprüfen, es wird aber zumindest zur Zeit nicht praktiziert.

Ich weis natürlich nicht, ob im Gutachten unseres Sohnes "voraussichtlich" steht. Vermutlich steht da dauerhaft, weil bekannt ist, dass sich solche Krankheiten lebenslang hinziehen und sich auch nicht wesentlich bessern lassen ("wellenartig" immer wieder auftreten und auch die Medikamente helfen nicht, dass eine wesentliche Besserung eintritt).

Ich bin auch nicht mehr überprüft worden. Bei mir war biologisch sicher, dass es keine Besserung mehr gibt.

Ich weis nicht, was in den Regional-Rentenbescheiden steht. Ich habe mal gelesen, dass dort drin steht, das eine Überprüfung jederzeit vorgenommen werden kann. In den DRV-Bund Rentenbescheiden, steht davon nichts drin, sondern es ist nur (angekreuzt) auf unbestimmte Dauer. Auf unseren beiden Bescheiden steht nichts von "voraussichtlich dauerhaft".

Ich vermute deshalb auch dass in den Gutachten nichts von "voraussichtlich" steht sondern nur "dauerhaft". Wie gesagt: nur Vermutung. Leider kenne ich beide Krankheiten so gut, dass ich weis, dass medizinisch-biologisch, keine Besserung erfolgen kann. Die Diagnose möchte ich hier natürlich nicht nennen. Außerdem kommt es auch auf die Ausprägung einer Erkrankung bei gleicher Diagnose an und die Aussicht auf Besserung oder nicht.

Wenn es eventuell zu einer Besserung kommen könnte, vermute ich, hätte er nicht schon beim ersten Verlängerungsantrag die Rente "auf unbestimmte Dauer" bekommen.

Außerdem ist ja nicht gesagt, dass jede Regionalstelle überprüft. Bei Ihnen braucht auch nichts mehr überprüft werden, Sie haben Ihre BU-Rente nach altem Recht. Was soll sich da noch ändern. Es ist keinesfalls bei Ihnen damit zu rechnen, dass Sie wieder berufsfähig werden. Dies hat auch der Gutachter bei Ihnen festgestellt "nie wieder" und nicht "voraussichtlich nie wieder". Oder?

Ich habe nur geschrieben, was ein "Offizieller" der Rentenversicherung unserem Sohn mitgeteilt hat.

Noch was zur "Auflockerung". Mein Schwiegervater war unterschenkelamputiert und war deshalb "aG". Trotzdem wollte ihn das Versorgungsamt immer wieder sehen. Bis er eines Tages sagte, ob die Gutachter nachsehen wollten, ob das Bein wieder nachgewachsen sei. (smile).

von
Herz1952

Zur Verdeutlichung: ich hätte vielleicht schreiben sollen, dass die DRV Bund "routinemäßig" nicht mehr überprüft. Natürlich könnte bei einer Arbeit, die Stundenzahl mal "unter die Lupe" genommen werden. Vielleicht war die Aussage des Mitarbeiters der RV auch so gemeint.

Experten-Antwort

Da medizinisch gesehen ein unter 3 stündiges Leistungsvermögen vorlag wurde die Erwerbsminderungsrente nach 9 Jahren Rentenbezug in eine Dauerrente umgewandelt. Dies schließt aber nicht aus, dass die weitere Entwicklung des Gesundheitszustandes weiter geprüft werden kann
bzw. muss. Ob man hierauf verzichtet, kann nur im Einzelfall nach Rücksprache mit dem Sozialmedizinischen Dienst der Rentenversicherung entschieden werden.

von
Iris

Weshalb werden keine Zahlen veröffentlicht??Um sich nicht zu blamieren?Wie viele Renten wurden schon entzogen?Und wie viele (unnötige) Überprüfungen vollzogen,die Geld kosten?

Es geht um was ganz anderes.Es soll sich niemand sicher fühlen...

von
Herz1952

Hallo Iris,

bitte nicht ganz so streng mit der RV umgehen. Ich weis nicht, ob überhaupt Statistiken existieren.
Außerdem gibt es verschiedene Gründe (z.B. dass überprüft wird, ob die erlaubte Stundenzahl bei einer Arbeit eingehalten wird, oder doch nicht Zweifel am Ursprungsgutachten gerechtfertigt sind).

Es gibt auch Krankheiten, die sich wieder bessern könnten. Besonders tragisch kann Krebs sein. Wenn da innerhalt von 5 Jahren kein "Rezidiv" auftritt, wird in der Regel die Rente gestrichen. Aber die Krankheit ruht ja nicht. Aber auch nicht jeder Krebs macht erwerbsunfähig. Schlimm, dass diese Menschen nur schlecht wieder eine Arbeit finden, durch die lange "Auszeit".

Zur "Statistik" kann ich nur sagen, dass ich schon mit dem Sekretariat des Ministerium für Arbeit und Soziales gesprochen habe. Mir wurde gesagt, dass Renten auf unbestimmte Dauer "so gut wie nie" wieder entzogen werden. Hintergrund war die erhöhte Zurechnung auf EM-Renten um 2 Jahren (auf 62 statt auf 60), die nur für Neurentner gelten. Aber diejenigen die jetzt noch nicht in Rente sind, hätten ein wesentlich höheres Risiko zumindest zeitweise keine Arbeit zu haben und irgendwann doch erwerbsfähig zu werden. Außerdem wurde beschlossen, dass ab diesem Zeitpunkt eine sog. "Günstigerprüfung" durchgeführt wird für die letzten 4 Jahre vor der Rente, weil durch Krankheiten Lücken entstanden sein könnten, die zu einer Minderung der EM-Rente geführt haben könnten.

Vielleicht sagt diese Auskunft dem Ministeriums mehr aus, als jede Statistik. Die Angst vor Überprüfungen ist allerdings verständlich. Sie hat auch damit zu tun, weile viele glauben (die so was noch nicht mitgemacht haben), die EM-Rente sei durch die Hochrechnung ein "Geschenk".

von
Aufmerksamer Nachbar

Zitiert von: Iris

Weshalb werden keine Zahlen veröffentlicht??Um sich nicht zu blamieren?Wie viele Renten wurden schon entzogen?Und wie viele (unnötige) Überprüfungen vollzogen,die Geld kosten?

Es geht um was ganz anderes.Es soll sich niemand sicher fühlen...


Also ich weiß z.B., dass alleine auf meine Veranlassung hin 2 Frührentner überprüft wurden und seitdem von Hartz4 leben müssen, weil deren Renten entzogen wurden.
Das waren garantiert nicht die einzigen schwarzen Schafe!

Das JobCenter habe ich auch schon vorgewarnt, damit die beiden bevorzugt mit Stellenangeboten versorgt werden. ;-)

von
Herz1952

Natürlich gibt es überall schwarze Schafe. Die AOK, eine BKK und die Knappschaft wollen "Spione" zu den Ärzten schicken, die dem Arzt eine Krankheit vorgaukeln sollen. Dann ruderten sie doch zurück und meinten, 99 % der Krankmeldungen sind gerechtfertigt.

Sie sollten nicht vergessen, dass auch Arbeit unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes krank machen kann und gewisse Freizeitbeschäftigungen die Gesundheit fördern. Das heißt noch lange nicht, dass man danach auch wieder voll fit für den Arbeitsmarkt ist.

Ich würde an Ihrer Stelle vorsichtiger mit Vorurteilen umgehen. Sie könnten unter Umständen auch leicht ein Opfer Ihrer "Denunzianten-Kollegen" werden. Da geht schneller als manche glauben. Da spüren Sie selbst auch, dass Sie doch nicht mehr den Arbeitsbelastungen gewachsen sind, aber Ihnen die Rente "versagt" wird.

Also bitte nicht aufgrund Ihrer Einzelfälle auf alle schließen. Vielleicht haben Sie diese Leute auch um ihre Existenz gebracht und Ihnen könnte es aufgrund Ihrer allgemeinen Unwissenheit - oder auch von sich auf andere schließen - genau so gehen.

Deswegen brauchen Sie wirklich kranken Menschen auch nicht noch zusätzlich die Angst verstärken. Aber wie heißt es mitunter in der freien Wirtschaft? Die Arbeiter "machen" ja nur krank.

Ja, manche übertreiben es auch. Lassen sich krank schreiben und arbeiten bei einem anderen Arbeitgeber - der sogar davon weis - auf Probe. Dieser wundert sich dann, dass mit ihm das gleiche Spiel getrieben.

Ich kenne manchen, der geglaubt hat, er werde mal nie arbeitslos und hat es auch noch "ausposaunt". Doch auf einmal ist die "Posaune" verstummt.

von
Aufmerksamer Nachbar

Zitiert von: Herz1952

Ich würde an Ihrer Stelle vorsichtiger mit Vorurteilen umgehen....

Ich habe keine Vorurteile sondern einen guten Riecher.
Außerdem bin nicht ich derjenige, der ungerechtfertigte Renten entzieht, sondern die DRV.
Und die macht so etwas auch erst nach sorgfältiger Prüfung.

Insofern habe ich auch keinerlei schlechtes Gewissen.
Das sollten viel eher diejenigen haben, die skrupellos unseren Sozialstaat besch......

von
Herz1952

so gut sind die Beurteilungen der RV auch nicht, sonst hätten die beiden Personen evtl. schon keine Rente erhalten dürfen. Jeder Gutachter kann leider nun mal Fehler machen. "Zugunsten" oder zu "Ungunsten" eines Antragstellers.

Ich will auch nicht sagen, dass "Ihre Fälle" nicht die Rente zu Unrecht entzogen bekamen.

Aber sicher ist bei "Gesundheit" und "Krankheit" nun mal nichts.

Das von mir immer wieder "angeprangerte" subjektive Urteilsvermögen ist auch nicht zu vermeiden, weder in der einen, noch in der anderen Richtung. Subjektiv kann heißen: "meines Erachtens ist der Patient doch nicht so krank, wie er angibt" oder auch umgekehrt: "Bei dieser Person tritt keine Besserung ein". Beides ist objektiv nicht feststellbar.

Allerdings weis man von verschiedenen Krankheiten, dass bei denen keine Besserung eintreten kann. Das ist aufgrund der biologischen Erfahrungen eben nicht möglich. Die Ausprägung der Krankheit ist natürlich dabei auch ein wichtiges Kriterium.

von
Aufmerksamer Nachbar

Zitiert von: Herz1952

Ich will auch nicht sagen, dass "Ihre Fälle" nicht die Rente zu Unrecht entzogen bekamen.

Die Renten wurden völlig zu Recht entzogen. Da können Sie ganz beruhigt sein.
In einem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen sogar wegen des Verdachst auf Sozialleistungsbetrug, weil "versäumt wurde", dem Jobcenter Nebeneinkünfte in beträchtlicher Höhe mitzuteilen. ;-)

von
Polli

Zitiert von: Herz1952

. Die AOK, eine BKK und die Knappschaft wollen "Spione" zu den Ärzten schicken, die dem Arzt eine Krankheit vorgaukeln sollen. Dann ruderten sie doch zurück und meinten, 99 % der Krankmeldungen sind gerechtfertigt.

Wo haben Sie denn diesen Verschwörungsblödsinn her?

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Die AOK, eine BKK und die Knappschaft wollen "Spione" zu den Ärzten schicken, die dem Arzt eine Krankheit vorgaukeln sollen. Dann ruderten sie doch zurück und meinten, 99 % der Krankmeldungen sind gerechtfertigt.

Tatsächlich haben diverse seriöse TV-Magazine schon öfter sogenannte "Testpatienten" zu verschiedenen Ärzten geschickt, und mit versteckter Kamera dokumentiert, dass fast jeder zweite Arzt dazu bereit war, ein "Gefälligkeitsattest" auszustellen.

Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass jede 2. AUB falsch ist, sondern dass viele Ärzte ihre Patienten eher als Kunden betrachten, die man bei Laune halten muss.

MfG

von
Max

Hallo Herz 1952!

Danke für die Information.....dass die DRV Berlin anscheinend Ihr Dauerüberprüfungssystem eingestellt hat!

Ich habe mich letzttes Jahr schon gewundert als ich wieder auf den Fragebogen gewartet habe.......ich habe das 7 xmal im Abstand von 2 Jahren erleben dürfen ...jedesmal eine Tortur für mich......und immer stand im Anschreiben das wird bei allen Dauerrentern durchgeführt.....Pustekuchen nur bei wenigen Rententrägern......wenn ich das hier immer gelesen habe ....ich wurde noch nie überprüft.......habe ich immer gedacht ich habe also wieder die Arschkarte gezogen.....

MfG

Max

von
Schorsch

Zitiert von: Max

Hallo Herz 1952!

Danke für die Information.....dass die DRV Berlin anscheinend Ihr Dauerüberprüfungssystem eingestellt hat!


Sie sollten nicht so leichtgläubig sein!

MfG