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Rentenversicherung als freiberufler

von
Sébastien Fournereau

Guten Abend,

ich bin Physiotherapeut und habe eine eigene Praxis mit angestellte. Ich habe bis jetzt den halben Regelbetrag in der Rentenversicherung eingezahlt (250€/Monat), jetzt müsste ich ab Januar 500€ pro Monat bezahlen. Jetzt ist meine Frage ob ich dann mich befreien lassen kann und dann in Januar weiterhin meine 250€ pro Monat bezahlen kann und ob dies sich lohnt. Dazu habe ich noch einen 450€ Job, lohnt es sich das ich da Rentenversicherungsbeiträge bezahle? Ich habe natürlich noch private Rentenversicherungen laufen (Rürup und Fondgebundener Vertrag mit Sicherheit). Oder soll ich die 250€ lieber Privat investieren?
Vielen Dank.

von
-/-

Zur Beantwoertung der Frage fehlen zu viele Infos. Ein Besuch in der nächsteen Beratungsstelle mit Termin erscheint mir da eher angezeigt.

von
Yann Baude

Zitiert von: Sébastien Fournereau

ich bin Physiotherapeut und habe eine eigene Praxis mit angestellte.

Also Kraft Gesetzes sind zunächst nicht versicherungspflichtig.

Ergo müssen Sie einen Antrag auf Versicherungspflicht gestellt haben um Regelbeiträge/halber Regelbeitrag zu zahlen, richtig?
Oder Sie haben es dem Rentenversicherungsträger versämt mitzuteilen, dass Sie mehr als geringfügig entlohnte Angestellte haben.

Bei bestehender Antragspflichtversicherung können Sie sich davon nicht befreien lassen.
Einzige Möglichkeit wäre, dass Ihr Gewinn in der selbständigen/freiberuflichen Tätigkeit die Geringfügigkeitsschwelle unterschreitet (wodurch Sie keine Beiträge mehr zahlen dürfen)
und zeitgleich, damit keine Lücke im Versicherungsverlauf entsteht bzw. der Erwerbsminderungsschutz nicht verloren geht, über Ihrem Minijob dann Pflichtbeiträge zahlen.

von
Sébastien Fournereau

Zitiert von: Yann Baude

Oder Sie haben es dem Rentenversicherungsträger versämt mitzuteilen, dass Sie mehr als geringfügig entlohnte Angestellte haben.

Ich habe meine Praxis vor 2 Jahre geöffnet und erst seit September Angestellte über 450€ und da habe ich nicht gewusst das ich es melden sollte da ich sowieso Beitrag zahle.
Also sollte ich jetzt einen Antrag auf befreiung stellen und dann entscheiden ob ich doch was zahlen möchte oder? Und wenn ich mich entscheide was zu bezahlen kann ich später nicht mehr raus kommen?
Vielen Dank

von
W*lfgang

Hallo Sébastien Fournereau,

wenn Sie den halben Regelbeitrag zahlen, muss bei Ihnen bei Beginn der selbständigen Tätigkeit wohl Versicherungspflicht *) festgestellt worden sein - mit der Option, in den ersten 3 Jahren nur den halben Regelbeitrag zu zahlen. Eine 'eigene Befreiungsmöglichkeit' gibt es da nicht, auch heute nicht.

Versicherungsfrei werden Sie dann, wenn Sie einen versicherungspflichtigen Beschäftigten im Betrieb anstellen - dabei werden auch mehrere Mini-Jobber zusammengerechnet, Hauptsache in der Summe ist die 450-EUR-Grenze überschritten. Dafür ist allerdings eine Mitteilung an die DRV erforderlich, damit Ihr Versicherungsstatus neu festgelegt werden kann.

Wenn Sie dann versicherungsfrei sind, stehen Sie vor dem Problem, wie es mit Ihrer Rente weitergeht, welche Rentenansprüche noch zu erwarten/möglich sind, welche wegfallen (EM-Rente).

Ihren laufenden 450-EUR-Job können Sie nicht nach Bedarf 'umstellen', wenn der versicherungsfrei gewählt worden ist, bleibt der auch weiterhin versicherungsfrei. Nach Aufgabe dieses Jobs und einer 'Schamfrist' von 3 Monaten mit Wiederanfang können Sie die Versicherungspflicht wählen.

*) Wenn Sie allerdings nicht kraft Gesetz versicherungspflichtig waren und die Versicherungspflicht auf Antrag gewählt haben, wars das – da kommen Sie nicht wieder raus, dann wird der Regelbeitrag fällig/alternativ ein niedrigerer nach tatsächlichem Einkommen.

TIPP: ab in die nächste Beratungsstelle und Ihr Rentenversicherungsleben dort auf Reihe bringen lassen!

Gruß
w.

von
Sébastien Fournereau

Zitiert von: W*lfgang

wenn Sie den halben Regelbeitrag zahlen, muss bei Ihnen bei Beginn der selbständigen Tätigkeit wohl Versicherungspflicht *) festgestellt worden sein - mit der Option, in den ersten 3 Jahren nur den halben Regelbeitrag zu zahlen.

Das ist ja komplizierter wie gedacht...

Also ich habe 2012 als freier Mitarbeiter in der Physiotherapie begonnen, da habe ich eine Statusfestellung durchgeführt und wurde als Rentenversicherungspflichtig eingestuft da ich ja keine Angestellte hatte.
Jetzt habe ich seit September angestellte über 450€. Jetzt wäre meine Frage ob es sinnvoller ist weiterhin in der gesetzlichen RV einzuzahlen und wenn ja ob ich dann die höhe meines Beitrages selber aussuchen kann.
Vielen Dank.

von
Rentenfachrat

ja, es ist aber doch so: Sie müssen pro Verdienst-Euro eine Rentenmark zahlen, damit Sie das dann rauskriegen, was Sie zuvor reingesteckt haben. Aber wegen der Abwertung der Zinsen wird dann der aktuelle Rentenwert wieder auf 42,6 gesenkt, so dass dann voraussichtlich etwa ein Drittel dessen, was eingezahlt wurde, durch den Anpassungsquotienten und etwa ca. 30 % der Beitragsbemessungsgrenze ausgeschieden wird.
Die Rentenhöhe wird ja durch 4 Faktoren bestimmt:
den Vomhundertsatz, den Versicherungsjahren, dem Rentenwert und der Beitragsbemessungsgrenze.
Wenn Sie also das dann mit den Verdiensteuros erreicht und von der Rentenmark abgezogen haben, errechnet sich das dann so:

1/8tel vom Vomhundertsatz x Durchschnittsentgelt aller Versicherten x Versicherungsjahre : durch den hälftigen Betrag der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze

Sie können also die voraussichtliche Rente ohne Probleme selber berechnen und dann einfordern, siehe auch § 109 Abs. 3 Buchstabe d.

von
B´son

Zitiert von: Rentenfachrat

ja, es ist aber doch so: Sie müssen pro Verdienst-Euro eine Rentenmark zahlen, damit Sie das dann rauskriegen, was Sie zuvor reingesteckt haben. Aber wegen der Abwertung der Zinsen wird dann der aktuelle Rentenwert wieder auf 42,6 gesenkt, so dass dann voraussichtlich etwa ein Drittel dessen, was eingezahlt wurde, durch den Anpassungsquotienten und etwa ca. 30 % der Beitragsbemessungsgrenze ausgeschieden wird.
Die Rentenhöhe wird ja durch 4 Faktoren bestimmt:
den Vomhundertsatz, den Versicherungsjahren, dem Rentenwert und der Beitragsbemessungsgrenze.
Wenn Sie also das dann mit den Verdiensteuros erreicht und von der Rentenmark abgezogen haben, errechnet sich das dann so:

1/8tel vom Vomhundertsatz x Durchschnittsentgelt aller Versicherten x Versicherungsjahre : durch den hälftigen Betrag der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze

Sie können also die voraussichtliche Rente ohne Probleme selber berechnen und dann einfordern, siehe auch § 109 Abs. 3 Buchstabe d.

Da war wohl Glühwein im Spiel....

Experten-Antwort

Hallo Sébastien Fournereau,

Den Ausführungen von "Yann Baude" und "W*lfgang" ist nichts mehr hinzuzufügen.

Bitte wenden Sie sich zur Klärung der Versicherungspflicht an eine Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung. Dort werden Sie auch hinsichtlich der Frage Ihrer evtl. künftigen Absicherung in der Rentenversicherung beraten. Letztlich wird die Entscheidung "gesetzlich" oder "privat" aber immer Ihre eigene individuelle Entscheidung ggf. unter Berücksichtigung evtl. Vorerkrankungen usw. bleiben.