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Rentenversicherung Minijob

von
Zuza

Guten Tag!

Meine Fragen zum Thema Minijob und Rentenversicherung:

1. Wann muss der Arbeitgeber den pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung von 15% nicht leisten? Dieser MUSS doch in jeder langfristigen geringfügigen Beschäftigung geleistet werden? Können Sie mir konkret sagen, wann der AG diesen pauschalen Beitrag nicht leisten muss, sondern die pauschale Lohnsteuer von 20% erheben kann?

2. Kann bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (z.b. nach dem Studium, sog. 400,- Job besteht bereits und soll erhalten werden) ein Wechsel in der Art der Besteuerung erfolgen? Während des Studiums erfolgt die Besteuerung über die Lohnsteuerkarte (Klasse 1), mit Aufnahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung soll auf die Pauschsteuer von 2% gewechselt werden. Oder ist dies analog zur Wahl der freiwilligen Aufstockung zur Rentenversicherung nicht möglich - sondern nur ein Wechsel der Steuerklassen und somit Klasse VI im 400,- Job?

Vielen Dank!

Zuza.

von
Schiko.

Die steuer bei einer geringfügigen beschäftigung,
dies ist ihr anliegen.

Hierzu gibt es zwei möglichkeiten,
• die paulschalversteuerung oder

• das übliche Steuerabzugsverfahren mit Lohn-

steuerkarte.
Bei der paulschalversteuerung zahlt der arbeitgeber
2 % , 15 % RV. und 13 % Krankenversicherung, gesamt
30% aus höchstens 400 euro zulässig. Es könnten ja
auch 340 sein, dann eben aus diesem betrag.

Für sie bleibt der betrag steuerfrei, wird also in der
steuererklärung bei bestehender hauptbeschäftigung
nicht mit einbezogen. Allerdings, arbeitsrechtlich ist
es zulässig im innenverhältnis, wenn der AG. diesen betrag
-gilt auch für 15 und 13 %, auf sie abwälzt.Der netto-
verdienst wird dadurch weniger, die praxis der über-
weisung von 30% bleibt beim arbeitgeber.
Der verzicht auf die versicherungsfreiheit - zuzahlung
von 4,90 % zur rentenkasse , wird damit nicht beeinflusst.

Erfolgt der verdienst auf steuerkarte- klasse I - wenn kein
zusatzverdienst vorhanden, wird ganz normal mit den
üblichen hälfteanteilen der arbeitgeber tätig. Bei nur
400 monatsverdienst fällt keine steuer an.

Kommt später eine hauptbeschäftigung dazu, bekommt
dieser arbeitgeber die steuerkarte mit I. Der nebenver-
dienst wird in steuerklasse VI verrechnet ca. 60 steuer
monatlich, bei steuerklasse I setzt die steuer erst bei mo-
natlich brutto 900 ein.
Am jahresende bei der steuererklärung wird der gesamt-
verdienst nach grundtabelle ( klasse I) abgerechnet, im nor-
mal fall fällt eine kleine erstattung wegen steuerklasse VI an.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Zuza

Hallo Schiko,

danke!

Allerdings: soweit ich weiss (zumindest habe ich bisher dazu nichts gegenteiliges gefunden), ist es dem AG zwar möglich, die 2% Pauschsteuer an den AN weiterzureichen, nicht jedoch die pauschalen Sozialabgaben - diese liegen immer auf Seiten des AG (so geht es zumindest auch aus den Infos der Minijobzentrale hervor). Ansonsten würde dies ja zu einer einseitigen Mehrbelastung des AN führen, zumal die Sozialabgabenpauschale ja die Umwandlung von sozialversicherungspflichtigen Jobs in mehrere 400,-Jobs verhindern soll. Also kann es ja nicht sein, dass die Gesamtsozialabgaben auf den AN abgewälzt werden können. Oder? (Gibt es hierzu bereits Urteile?)

Was verstehen Sie unter den üblichen Hälfteanteilen bei Steuerklasse I? die Teilung der Sozialabgaben in 50-50 AN/AG?

Ist es nicht eher so, dass man bei Wahl der Steuerklasse I (als Student ...) die Kosten der Pauschsteuer von 2% "spart"? Meiner Meinung sind die pauschalen Sozialabgaben IMMER vom Ag zu zahlen und können auch nicht abgewälzt werden ... und 50/50 entfällt ohnehin.

Aber wie gesagt würde mich auch interessieren, wann der AG statt der 2% Pauschsteuer die 20% Pauschalsteuer einfach abführen kann - denn wann besteht bei einem Minijob denn keine pauschale Zahlung an die Rentenkasse?

Gruß, Zuza

von
Zuza

Noch als Zusatz:

Die Pauschalsteuer von 20% fällt an, wenn der AN nicht der Rentenkasse zugeordnet werden kann, oder? Also die Rentenversicherung über ein versorgungsständisches Werk erfolgt, z.B. bei Apothekenangestellten, oder?

Wie verhält es sich, wenn:

1. im Hauptjob in ein berufsständisches V-Werk einzahlt wird, der 400,-Job "irgendwo" erfolgt,

2. der Hauptjob "irgendwo" erfolgt, der Nebenjob bei einem AG erfolgt, der einem berufsständischen V-Werk zugeordnet wird,

3. Haupt- und Nebenjob bei AGern erfolgen, die den berufsständischen V-Werken zuzuordnen sind?

(Also was man doch alles bei 400,-Jobs beachten muss ... ist ja im Grunde ganz einfach ;-))

Gruß, Zuza

Experten-Antwort

Alle Fragen rund um die Minijobs beantwort die bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See angesiedelte Minijob-Zentrale.

Service-Telefon: 01801 200 504

von
Zuza

Hi,

die Minijobzentrale ist nicht dazu in der Lage, hierzu eine qualifizierte Anwort zu geben.

Als Rentenversicherung Bund können Sie doch sicherlich erläutern, wann welche Bemessung erfolgt?

Gruß, Zuza

von
bekiss

Die Minijobzentrale beanwortet sehr wohl Fragen aus ihrem Fachgebiet. Das Steuerrecht gehört dazu nicht. Sie dürfen auch nicht erwarten, dass dies immer unmittelbar am Servicetelefon möglich ist. Man ruft Sie aber zurück!

Schauen Sie auf der Seite https://www.minijob-zentrale.de/nn_10152/DE/Service/secure/ServiceCenterCottbus/ServiceCenter,param=10152.html nach!

Hier die Kontaktdaten:

Minijob-Zentrale
45115 Essen

Service-Center Cottbus
Tel. 01801 200 504
zum Ortstarif aus dem Festnetz der Deutschen Telekom
Mo - Fr 7.00h - 19.00h

Fax 0201 384 979797

von
Zuza

hier die antwort der minijob-zentrale:

"(...) wir nehmen Bezug auf Ihre oben genannte E-Mail und bedanken uns für Ihre Anfrage.
Zum Sachverhalt möchten wir Ihnen Folgendes mitteilen:

Auszug aus den Geringfügigkeitsrichtlinien

2.2 Pauschaler Lohnsteuersatz in Höhe von 20 v.H. Hat der Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 1 oder des § 8a SGB IV den (pauschalen) Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 15 v.H. nicht zu entrichten, kann er die pauschale Lohnsteuer mit einem Steuersatz in Höhe von 20 v.H. des Arbeitsentgelts erheben. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag (5,5 v.H. der Lohnsteuer) und die Kirchensteuer nach dem jeweiligen Landesrecht. Für weitere Fragen zum Steuerrecht (z.B. Wechsel der Versteuerung) wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Finanzamt.

Wir hoffen, Ihnen hiermit geholfen zu haben. (...)"

Hier sehe ich keinerlei Antwort auf meine Fragen - auch wenn ich beide Augen zudrücke! ;-)

Wenn die Minijobzentrale nicht für ALLE Fragen hinsichtlich Minijob zuständig ist, sich die Rentenversicherung Bund nicht für Fragen der Rentenversicherung im Rahmen Minijob zuständig fühlt (zumindest wenn aufgestockt wird, sollte sie dies doch wohl?), dann denke ich mir meinen Teil und wundere mich, was doch für recht viel Geld auf die Beine gestellt wird ... Anscheinend ist man ja nirgendwo bereit, auf klare Fragen auch klare Antworten zu geben.

Nun ja, so viel zum Thema Beratungspflicht ....

Zuza

von
Zuza

ach ja, die Antworten auf die von mir gestellten Fragen kann man übrigens beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales finden - nur für den, der sich mit dem Thema Minijob VOR der Aufnahme eines solchen mal gründlicher informieren und nicht im Nachhinein sein blaues Wunder erleben möchte ....

von
M.F.

Hallo Zuza,

es gibt zwei Arten von &#38;#8222;Aushilfs-&#38;#8220; oder &#38;#8222;Minijobs&#38;#8220;, einmal die geringfügig entlohnte Beschäftigung (400-Euro-Job) und die so genannte &#38;#8222;kurzfristige Beschäftigung&#38;#8220;. Beide Beschäftigungen sind sozialversicherungsfrei für den Arbeitnehmer. Die kurzfristige Beschäftigung muss von vorneherein auf 2 Monate oder 50 Tage begrenzt sein und gilt nur für Personen, die nicht berufsmäßig tätig sind, also praktisch nur für Hausfrauen, Schüler, Studenten und Rentner.Für beide Beschäftigungen, für die geringfügig entlohnte und die kurzfristige, gibt es steuerlich die Wahlmöglichkeit: Vorlage einer Steuerkarte oder pauschale Lohnsteuer durch den Arbeitgeber. Bei der geringfügig entlohnten zahlt der Arbeitgeber dann, wenn keine Lohnsteuerkarte vorliegt 2% Pauschalsteuer, bei der kurzfristigen allerdings 25%, plus Solidaritätszuschlag und ggfls. Kirchensteuer, wenn keine Lohnsteuerkarte vorliegt.

Die von Ihnen angesprochenen 20% Pauschalsteuer gibt es überhaupt nicht.

Bei der kurzfristigen fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an (ggfls. 0,1% Umlagebeiträge für die Lohnfortzahlungsversicherung, je nach Größe des Arbeitgebers), bei der geringfügig entlohnten pauschal für den Arbeitgeber 28 % oder 30 % (13% Krankenversicherung, 15% Rentenversicherung und 2% Pauschalsteuer, wenn keine Steuerkarte vorgelegt wird. Plus auch hier ggfls. 0,1% Umlage.

Bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gibt es keine Möglichkeit der Pauschalversteuerung. Hier muss zwingend eine Steuerkarte vorgelegt werden. Daneben kann selbstverständlich eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausgeübt werden, für die 2% pauschale Lohnsteuer gezahlt werden kann.

In Ihrer Situation ist es erkennbar sinnvoll, dass Sie den Arbeitgeber bei dem Sie eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausüben bitten, 2% Pauschalsteuer zu zahlen (sind dann 8 Euro bei einem Lohn von 400 Euro).

Bei dem Arbeitgeber bei dem Sie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausüben, legen Sie dann die Lohnsteuerkarte, Klasse 1, vor.

Noch Fragen ?

MfG M.F.

von
M.F.

Hallo Zuza,

mein erster Satz ist wohl bedingt durch Zeichensetzung ziemlich unleserlich, deshalb hier noch einmal:

es gibt zwei Arten von Aushilfs- oder Minijobs, einmal die geringfügig entlohnte Beschäftigung (400-Euro-Job) und die so genannte kurzfristige Beschäftigung

von
-

Vielleicht liegt es gelegentlich auch an Umfang, Klarheit oder Art der Fragestellung, wenn wirklich keiner so richtig eine dem Fragesteller angemessen erscheinende Antwort gibt?