Rentenversicherung - Wunderheiler

von
franz52

Seit gestern ist mir endgültig klar geworden, das bei der Rentenversicherung Dilettantismus kein Fremdwort ist. In diesem Forum wird seitens der Experten immer wieder betont, man könne sich kein Urteil per Ferndiagnose bilden. Falsch gedacht, die RV kann das. Ohne mich und meinen jetzigen Gesundheitszustand gesehen zu haben, wird seitens einer sogenannten Prüfärztin entschieden, das ich ohne weiteres vollschichtig arbeiten kann, eine kleine Einschränkung "erkennbar" sei, meine eingereichten Arztberichte nicht verwertbar seien, mein letzter Rehabericht aussagt, das ich im günstigsten Fall in 4 - 5 Monaten wieder arbeiten könnte. 5 Knieoperationen, eine ACG-Schulter, Bandscheibenvorfall, reichen aus, um mich in Verpackungs-, Sortier-, Maschinenarbeiten wieder einzusetzen. Das ist sowas von daneben, momentan erlebe ich den Tag nur unter Einnahme stärkster Schmerzmittel, Morphium etc., laufen kann ich nur wenige 100 Meter und auch nur mit Gehhilfen, trotzdem wird behauptet, das im rentenrechtlichen Sinn eine Gehbehinderung 4 Wochen nach OP anzurechnen sei. Geht's noch, wenn in der RV Ärzte - so sie sich nennen - sind, die auch nur den Hauch einer Ahnung hätten, wüssten sie, das ein Knie wenigstens 6 Monate braucht, um überhaupt wieder belastbar zu sein. Was sind das für haltlose Aktionen, die hier angewendet werden. In akribischer Feinstarbeit werden meine Atteste und Entlassberichte regelrecht seziert, man holt sich "die Rosinen aus dem Kuchen", nur das für die RV positive wird geschrieben, alles andere wird weggeleugnet. Das ist so krank, was da abgeht. Ich laufe momentan auf 20%, unternehme wirklich alles, um wieder arbeitsfähig zu werden, nur, momentan geht es eben nicht. Laut Reha-Oberarzt werde ich um einen weiteren großen Eingriff nicht herumkommen, tut mir leid, in 4 Wochen ist auch die letzte Geldquelle - das Arbeitsamt - erschöpft, somit kann ich Angebote seitens erfahrener Ärzte nicht annehmen. Das ist ein Trauerspiel. Von der RV wird mir nun der Weg zum Sozialgericht gewiesen, ob ich bis dahin noch die Kraft aufbringe, mich weiter zu wehren, weiß ich nicht. Deine Gesundheit macht dich fertig, die Behörden zerstören dich.
Ich habe einen GdB 60 mit "G",
da heißt es, das "G" für Gehbehinderung muß nicht unbedingt auch Gehbinderung bedeuten, bei Antragstellung hätte ich nur 30% bekommen, erst im Nachhinein wären daraus 60% geworden. Warum erwähnen die das, ich hab doch hier schon gelesen, das der GdB uninteressant sei. Auf einmal doch nicht. Seit über 3 Jahren werde ich von vielen erfahrenen Ärzten betreut und operiert, da will ein Gutacher der RV in 10-minütiger völllig gelangweilter objektiver Untersuchung das Urteil über mich sprechen??? Solche Ärzte und Psychologen brauchen selber Hilfe. Leute, ich kann Euch nur warnen, nehmt Eure Behördengänge sehr sehr ernst, der kleinste Fehltritt, die noch so harmloseste Äusserung wird 100%ig gegen Euch verwendet. Es ist wie ein Gerücht, das holst du nie wieder zurück. Bereitet euch gut vor, nehmt Zeugen mit, und nicht vergessen, übertreiben, übertreiben und nochmals übertreiben!!!!!!!!!
Die RV verträgt alles, nur nicht die Wahrheit.

von
Realist

Na, geht´s uns jetzt besser?

Ich habe übrigens auch, auschließlich aufgrund meiner erheblichen Gehbehinderung, einen GdB von 60 % mit Mz. "G", bin auf dem ALLGEMEINEN Arbeitsmarkt aber trotzdem noch vollschichtig leistungsfähig. Das behauptet übrigens nicht nur die DRV, sondern ich selbst ebenfalls!

Meine sozialmedizinischen Leistungsbeurteilungen waren auch niemals ein Steitthema zwischen mir und der DRV. Dass ich dennoch zwei Jahre lang um meine BU-Rente "kämpfen" musste, lag einzig und allein an unseren unterschiedlichen Ansichten bzgl. zumutbarer Verweisungstätigkeiten. Schließlich überzeugte das Sozialgericht die DRV davon, dass es für mich keine sozial zumutbare Verweisungstätigkeit gab und meine Rente wurde bewilligt - sogar unbefristet!

Einerseits verstehe ich Ihren Ärger, andererseits finde ich es unmöglich, dass Sie Ihre negativen Erlebnisse als Regelfall darstellen. Die gesetzlichen Vorgaben für eine Erwerbsminderungsrente sind nunmal sehr streng. Und solange es auf dem ALLGEMEINEN Arbeitsmarkt auch nur eine einzige berufliche Tätigkeit gibt, die man zumindest theoretisch trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen mindestens sechs Stunden täglich ausüben kann, ist man eben nicht erwerbsgemindert im rentenrechtlichen Sinn - so bitter das für den Einzelnen auch klingen mag!

"....nur das für die RV positive wird geschrieben, alles andere wird weggeleugnet."

Machen SIE das nicht genauso, nur eben umgekehrt?

Da man Sie seitens der DRV bereits an das Sozialgericht verwiesen hat, hatte sich also bereits der Widerspruchsausschuss der DRV mit Ihrem Fall befasst. Ganz so eindeutig, wie Sie hier schreiben, scheint Ihr Fall also gar nicht zu sein!

Alles Gute!

von
franz52

Hallo,
ich gebe Ihnen vollkommen recht, als Betroffener ist es so, das man sich fragt: warum gerade ich - aber, wenn es - so wie sie sagen - so strenge Vorschriften gibt, dann möchte ich verdammt nochmal auch dementsprechend behandelt werden. Sinnlose Argumente, in dem 5-seitigen Schreiben der RV - hagelt es nur so davon, machen mich als Betroffener nur noch wütend, warum wird nach dem letzten Gutachten, danach waren noch 3 (!!!) Operationen kein neues Gutachten gemacht? Und glauben Sie mir, ich bin in Gedanken oft dabei, mir vorzustellen, meinen noch vorhandenen Job, der absolut keine Schwerstarbeit ist, wieder auszuüben, um aus dieser Sozialschiene auszusteigen, es geht aber nicht. Man hat bei mir ebenfalls auch eine BU-Rente in Betracht gezogen, Jahrgang und gelernte Tätigkeit sprechen dafür, und wurden seitens meiner behandelnden Ärzte und Reha-Oberarzt ebenfalls empfohlen, aber nicht einmal da war ein Entgegenkommen. Mit einem beiderseitigen schweren Knieschaden, einer Polyneuropathie und Gefäßleiden kann ich nunmal keinen stehenden Beruf als Werkzeugmacher ausüben - aber das begreifen die nicht. Maschinenbedienung in sitzender Tätigkeit - warum nicht gleich Fliesenleger - entschuldigen Sie diese Polemik, aber in mir kocht es. Ich will keine Rente auf Dauer, sondern nur eine Anerkenntnis und "Honorierung" - 1. damit endlich dieser psychische Druck weg ist, und 2. damit ich mir für meine Gesundheit die Zeit nehmen kann um endlich wieder gesund und arbeitsfähig zu werden. Wenn ich in meinem jetzigen Zustand in einen Job egal welcher Art reingepresst werde, ist mein nächstes körperliches Aus in naher Zukunft vorprogrammiert, aber vielleicht wäre es das, um eine weitere Glaubhaftigkeit zu signalisieren.
Gruß Franz

von
Schade

jetzt haben Sie sich zum 2. Mal den Frust von der Seele geschrieben, so weit so gut.

Nur, selbst wenn Ihnen hier jemand helfen wollte, wird man diese Problematik im Forum nicht lösen können, weil keiner den Einblick in den konkreten Vorgang hat, bzw. weiß was tatsächlich abläuft.

Und mit Ihnen "auf die böse RV" schelten, sorry, das löst Ihre Prolematik nicht.

Und wie letztlich ein Richter am SG entscheidet???

Und hilft Ihnen die halbe Rente tatsächlich weiter? Solange Sie nicht arbeiten, ist die (im Normalfall) nicht höher als Krankengeld oder Arbeitslosengeld.

von
Micha

Wenn man dem Schreiber unterstellt, nur das für Ihn Positive herauszustellen und dies der DRV aus zubilligt, dann ist das nicht ganz korrekt. Einem Betroffenen steht es ganz sicher zu, seine Positition mit einschlägigen Argumenten zu untermauern.
Dagegen ist die DRV kein Kriegsgegner, sondern zur Objektivität (im Zweifel für den Antragsteller) verpflichtet.
Wenn der eine oder andere hier herausstellt, wie wenig man doch an der Rente interessiert war und wie gern man doch hätte weiter arbeiten wollen, dann mögen diejenigen doch auf Ihren Rentenanspruch verzichten und sich wieder einen Job suchen. Die DRV wird diesen Vorschlag dankend akzeptieren.
Wenn hier Leuten mit körperlichen oder seelischen Gebrechen immer wieder unterschwellig unterstellt wird, diese wollten sich nur um die Arbeit drücken, indem sie die Rente beantragen, so sind diese Attacktierer nur unglücklich mit sich selber und würden dies im Zweifel am liebsten selbst (und dies tatsächlich) so machen.
Wo ich einem meiner Vor-Schreiber recht geben muss, ist folgender Aspekt:
Die Renten heute sind teils so niedrig, dass sich dieser Kampf meist nicht lohnt.
Wenn Sie ALG2 bekommen plus Mietzahlung und Heizkosten, dann liegen Sie schnell bei 900,00 Euro. Bekommen Sie soviel zuerst mal als Rente!
Einziger Vorteil: Sie haben mit dem Sozialamt nichts mehr zu tun. Wenn Sie aber Pesch haben, dann quält Sie die DRV alle paar Jahre mit Nachuntersuchungen, weil die Rente befristet ist, oder einfach nur 'mal so'.

von
Realist

Mir persönlich ist meine "kleine" BU-Rente tausendmal lieber, als ALG_II. Wer staatliche Grundsicherungsleistungen beanspruchen will, muss regelmäßig alle sechs Monate seine Bedürftigkeit nachweisen und sich intensivst um Arbeit bemühen. Man muss jede Zusatzeinnahme, also jeden ebay-Verkauf melden und sich sogar auf Kontrollbesuche der ARGE einrichten. Diese Schikanen bleiben einem Rentner erspart, selbst wenn die DRV hin und wieder die Rentenberechtigung überprüfen sollte.

Der ALG_II-Anspruch inklusive Unterkunftskosten eines Alleinstehenden beträgt übrigens, je nach Region, ca. 650 - 700 Euro und keinesfalls, wie Sie angeben, 900 Euro.

Was soll dieses maßlose Übertreiben?

von
Realist

"Dagegen ist die DRV kein Kriegsgegner, sondern zur Objektivität (im Zweifel für den Antragssteller) verpflichtet."

Ich kenne nur den Grundsatz: "Im Zweifel für den Angeklagten." Das heißt, dass die DRV als Beklagte, im Zweifelsfall vom Sozialgericht Recht bekommen muss. Dass aber Behörden in Zweifelsfällen ebenfalls zugunsten der Antragssteller entscheiden MÜSSEN, entbehrt jeglicher Logik! Wozu bräuchte man dann noch Rechtsmittel wie Widerspruch und Klage, wenn im Zweifelsfall IMMER zugunsten der Antragsteller entschieden werden müsste? Es ist völlig legitim, dass ein Versicherer, egal ob staatlich oder privat, ganz gezielt nach Ausschlussgründen sucht, während der Versicherte ganz gezielt nur die Argumente vorträgt, die für ihn positiv sind. Ich habe die DRV schließlich auch nur darauf hingewiesen was ich nicht mehr kann und ganz bewusst verschwiegen, was ich noch leisten kann. Genauso wenig wie die DRV von einem Rentenantragsteller erwarten kann, dass der sie bei der Suche nach einer passenden Verweisungstätigkeit tatkräftig unterstützt, kann der Versicherte von der DRV erwarten, dass die nur die für ihn positiven Fakten berücksichtigt!

Experten-Antwort

Ich denke wir sind uns alle einig, das bei Ihnen gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen. Die spricht Ihnen auch die Rentenversicherung nicht ab. Nach deren Verständnis reicht es aktuell aber noch nicht für eine Erwerbsminderung.

Ihr Problem ist möglicherweise folgendes:

Laut Rehabericht könnten Sie im günstigsten Fall in 4 - 5 Monaten wieder arbeiten. Dabei würde es sich nur um eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, die normalerweise mit Krankengeld überbrückt wird, handeln.

Gelegentlich wird übersehen, dass die Beeinträchtigungen bis dahin schon eine zeitlang anhalten, schon nicht mehr vorübergehend sind. Wenn dann noch ein Rehaoberarzt die Rente empfiehlt, könnte dies gut für eine Zeitrente sprechen. Nach meiner Erfahrung ist der "günstigste" Fall so auch noch nicht eingetreten.

Eine Klage vorm Sozialgericht scheint mir durchaus sinnvoll: werden doch dort auch medizinische Unterlagen angefordert (eventuell ein weiteres Gutachten).

von
Franz52

Frage an den Experten: Sozialgericht - schon - nur, das wird wohl noch einige Wochen dauern. Ich habe mich auf dem Arbeitsamt dem Arbeitsmarkt für mehr als 3 aber weniger als 6 Stunden zur Verfügung gestellt. obwohl ich eigentlich arbeitsunfähig bin. Greift denn da nicht der §125 SGB III, im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung. Es wäre eine große Beruhigung für mich, bis über den Antrag gerichtlich entschieden worden ist. Wenn ja, wie lange ist den der Überbrückungszeitraum.
Vielen Dank

von
Rosanna

Hallo Franz52,

nur eine "Aufklärung" zu Ihrem Beitrag:

"Mit einem beiderseitigen schweren Knieschaden, einer Polyneuropathie und Gefäßleiden kann ich nunmal keinen stehenden Beruf als Werkzeugmacher ausüben - aber das begreifen die nicht. Maschinenbedienung in sitzender Tätigkeit - warum nicht gleich Fliesenleger -... "

Wenn Sie gelernter Werkzeugmacher sind, können Sie u.a. auf den Beruf des PFÖRTNERS verwiesen werden (selbst dann, wenn Ihnen dieser Beruf nicht gefällt oder zusagt). Dies ist eine leichte Tätigkeit, die ÜBERWIEGEND im Sitzen ausgeübt wird. Aus diesem Grund erhalten Sie evtl. auch keine teilweise EM-Rente wegen Berufsunfähigkeit. Auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gibt es leichte Tätigkeiten und nicht nur körperlich Schwere. Evtl. ist die DRV auch der Ansicht, dass Sie eine solche Tätigkeit mehr als 6 Stunden ausüben können. OB man einen solchen Arbeitplatz dann tatsächlich auch findet, ist widerum nicht Aufgabe der gesetzlichen RV, sondern der Arbeitsverwaltung.

Wenn sich die gesundheitlichen Einschränkungen nach einer (für die DRV-Ärzte) absehbaren Zeit bessern oder sie ganz wegfallen, würden Sie, falls das Leistungsvermögen unter 3 Stunden oder bei 3 - 6 Stunden liegt, evtl. einen Anspruch auf eine VOLLE EM-Rente AUF ZEIT. Dies würde aber bedeuten, dass die Rente auch erst mit dem 7. Kalendermonat nach Eintritt des Leistungsfalles beginnen würde. Es wäre also auch dann ein Zeitraum von 6 Monaten, in welchem Sie nach Wegfall des Krankengeldes ODER des ALG KEINE GELDLEISTUNGEN AUSSER ALG II HÄTTEN! Oder - was auch möglich ist - Ihr Gesundheitszustand hätte sich in diesen 6 Monaten zumindest wieder soweit verbessert, dass auch Ihr Leistungsvermögen mehr als 6 Stunden betragen würde.

Jeder Arzt (auch Ihr Hausarzt) geht ja wohl auch davon aus, dass nach 3 OP`s eine Besserung des Gesundheitszustandes eintritt. Sonst bräuchte man ja nicht 3 mal operieren.

Also alles in allem ist Ihr Fall bestimmt kein "Standard-Fall". Und im Forum sowieso nicht zu lösen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg im Klageverfahren.

MfG Rosanna.

Experten-Antwort

Was erwarten Sie von § 125 SGB III beziehungsweise einem Überbrückungszeitraum? Nach Ihren Angaben wäre in vier Wochen die Leistung durch die Agentur für Arbeit ausgelaufen. Meines Wissens nach ist eine Verlängerung von Arbeitslosengeld I aus Nahtlosigkeitsgründen nicht möglich.

von
Franz52

ich meine diesen Beitrag:
http://www.carmilo.de/index.php?showtopic=3560

von
franz52

Was erwarte ich vom §125 SGB III - die Antwort liegt in Ihrem Beitrag weiter oben - ich hoffe auf eine Anerkenntnis vor dem Sozialgericht. Das ALG endet laut Arbeitsamt "voraussichtlich" in 4 Wochen - ist es nicht eine Taktik der Rentenversicherung, ich unterstelle denen das mal, jemanden solange hinzuhalten, bis alle finanziellen Mittel erschöpft sind, und der Patient "freiwillig" wieder in die Arbeit gezwungen wird, um dann festzustellen, na also, geht doch!!!

Experten-Antwort

Wer sind Sie jetzt eigentlich? Franz52 oder franz52 oder beide? Zumindest die IP ist unterschiedlich.

Experten-Antwort

Der Beitrag unter carmilo.de nennt an keiner Stelle die Verlängerung des Anspruchs auf ALG I. Nach Angaben von franz52 läuft das ALG in vier Wochen aus; nach meiner Kenntnis bewirkt § 125 SGB III keine Verlängerung. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit.

Die Tatsache, dass eine Nahtlosigkeit nach § 125 SGB III seitens der Agentur für Arbeit unterstellt wird, heißt nicht, dass Rente wegen Erwerbsminderung zu zahlen ist. Vielmehr soll Sie die Agentur für Arbeit unverzüglich auffordern, eine Rehabilitation zu beantragen. Ersatzweise können Sie auch Rente beantragen.

von
franz52

Ich bin erst vor 8 Wochen nach 4-wöchigem Reha-Aufenthalt arbeitsunfähig entlassen worden. Im Entlassbericht steht, das ich in voraussichtlich 4 - 6 Monaten wieder arbeitsfähig sein könnte. Dies hat sich bis heute nicht bestätigt. Einen Antrag auf Rehabilitation - verstehe ich das richtig? - keine REHA in dem Sinn wieder in eine Kureinrichtung zu gehen - ein Antrag auf Rente - läuft doch seit Februar 2007

von
Ulf

Lieber Franz,

ich habe wirklich versucht aus Ihren Beiträgen zu erlesen was eigentlich los ist.

Ist mir nicht gelungen!

Sie haben einen Rentenantrag gestellt welcher abgelehnt wurde.
Dann haben Sie Widerspruch eingelegt.
Nun klagen Sie.
(Zwischendurch waren Sie in Reha)
Ist das so richtig?

Wenn ja, dann warten Sie doch einfach ab welches Ergebnis aus der Klage hervorgeht. Eine andere Wahl haben Sie und auch die DRV sowieso nicht.

Und ob Ihnen weiterhin ALO-Geld zusteht kann doch der Experte der DRV nicht wissen. Da müssen Sie sich schon wohl oder übel selbst mit de AfA in Verbindung setzen.

Und da Sie ja eine Klage eingereicht haben, steht es Ihnen frei Ihre Argumente vor dem Sozialgericht explizit vorzutragen. Der Richter wird Ihnen sicherlich die Gelegenheit geben, sich über die Ihrer Ansicht nach inkompetente Bearbeitung zu äußern.

MfG
Ulf

p.s. Es gibt ganz viele Menschen, die Gehbehindert sind oder noch schlimmere Krankheiten haben und arbeiten trotzdem. Es geht vielleicht nicht mehr als Werkzeugmacher, da stimme ich Ihnen zu. Jedoch hindert Sie doch nix daran eine andere Arbeit zu verrichten (s.Beitrag von Rosanna)

von
Realist

...........wird LÄNGSTENS bis zur rechtswirksamen Entscheidung des Rentenverfahrens gezahlt, solange die individuelle Anspruchsdauer, im Regelfall 360 Tage, noch nicht überschritten ist. Das heißt: Wenn Ihr persönlicher ALG_I-Bewilligungszeitraum ohnehin in vier Wochen endet, nützt Ihnen die Nahtlosigkeitsregelung nach dem § 125, SGB_III auch nichts mehr!

von
Realist

"Wenn Sie gelernter Werkzeugmacher sind, können Sie u.a. auf den Beruf des PFÖRTNERS verwiesen werden...... Aus diesem Grund erhalten Sie eventuell auch keine teilweise EM-Rente wegen Berufsunfähigkeit."

PFÖRTNER ist eine ANLERNTÄTIGKEIT, auf die ein Facharbeiter, gemäß dem Mehrstufenschema des BSG, NICHT sozial zumutbar verwiesen werden kann, sofern er "nur" Rente wegen Berufsunfähigkeit begehrt und die übrigen Zugangsvoraussetzungen erfüllt. Volle- oder teilweise Erwerbsminderung liegt allerdings nicht vor, wenn eine solche Tätigkeit noch ausgeübt werden kann, egal ob man Ungelernter, Facharbeiter oder Akademiker ist.

Ich hoffe, Sie nehmen mir diesen Hinweis nicht übel!

Ansonsten kann ich mich Ihren Ausführungen nur anschließen!

Ein freundlicher Gruß