Rentenversicherungspflichtig als selbständige Tagesmutter?

von
Silvi

Hallo!
Ich bin qualifizierte Tagesmutter und betreue momentan 3 Kinder zu je 30 Stunden/Woche. Mein "Gehalt" bekomme ich für alle drei vom Jugendamt! Somit gelte ich als selbständig tätige Tagesmutter. Da dieses Gehalt ja seit dem 01.01.09 grundsätzlich steuer- und rentenversicherungspflichtig ist, nun meine Frage: Steuerlich kann ich pro Kind eine steuerfreie Pauschale von ca. 230 € (anteilmäßig für 30 Stunden/Volle Pauschale = 300€/40 Std.)abziehen, so dass ich unterm Strich für alle drei zusammen nicht über die 400 Euro-Grenze komme. Gilt diese Berechnung nun auch zur Ermittlung der Rentenversicherungspflicht? Wenn ja, muss ich trotzdem einen Antrag auf Überprüfung durch den Rentenversicherungsträger stellen?

von
Wolfgang Amadeus

Hallo Silvi,

die Berechnung Zahlungen vom Jugendamt abzüglich steuerfreie Pauschale gilt auch für die Rentenversicherung.

Wenn Du nach der Berechnung nicht über 400 € monatlich kommst, wirst Du nicht rentenversicherungspflichtig.

Du mußt Dich in dem Falle dann auch nicht bei der Rentenversicherung melden.

Allerdings wäre es vielleicht durchaus interessant für Dich, über 400 € zu kommen, zwar wirst Du dann rentenversicherungspflichtig, aber die Hälfte der Beiträge zahlt dann das Jugendamt, so dass das dann über längere Zeit für Dich durchaus attraktiv werden könnte, insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Versicherungsschutz für den Fall der Erwerbsminderung.

Vielleicht könntest Du ja zusätzlich noch ein Tagespflegekind aufnehmen?

Experten-Antwort

Hallo Silvi,

Tagesmütter sind rentenversicherungspflichtig, wenn ihre (steuerpflichtigen) Einkünfte nach Abzug der Betriebsausgaben regelmäßig 400 Euro monatlich überschreiten. Die Betriebsausgabenpauschale steigt ab 2009 von 246 Euro auf 300 Euro pro Kind und Monat, wenn das Kind acht Stunden und länger am Tag betreut wird. Bei einer geringeren Betreuungszeit ist die Pauschale anteilig zu kürzen.

Bei Tagesmüttern mit einem Arbeitseinkommen von nicht mehr als 400 Euro monatlich besteht wegen Geringfügigkeit Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung. Erst wenn die selbständige Tätigkeit mehr als geringfügig ausgeübt wird - das Einkommen also nach Abzug der Betriebsausgabenpauschale 400 Euro monatlich überschreitet, sind die Tagespflegepersonen gesetzlich verpflichtet, sich mit ihrem Rentenversicherungsträger in Verbindung zu setzen.

Im Übrigen kann ich dem Beitrag von Wolfgang Amadeus zustimmen (siehe auch hier: http://www.vorteil-kinderbetreuung.de/fuer_erzieherinnen_erzieher/kindertagespflege/rechtliche_situation/rentenversicherung/dok/140.php)