Rentenversicherungszeiten bei privater KV/PV während Langzeiterkrankung

von
Entgelt FFM

Sehr geehrtes Expertenteam,

wie verhält es sich bei einem privat versicherten Mitarbeiter,der Krankentagegeld bezieht. Müssen die Beiträge zur Rentenversicherung vom Mitarbeiter selbst in die Rentenversicherung eingezahlt werden? In der gesetzlichen Versicherung werden die Beiträge zur Rente bis zu 18 Monaten von der KK übernommen, ist dies bei der privaten analog zur gesetzlichen? Falls der Mitarbeiter die Beiträge in dieser Zeit selbst zahlen müsste und dies nicht macht, werden dann trotzdem Rentenversicherungszeiten für die Krankheit angerechnet?

Vielen Dank und Grüße

von
-_-

In § 58 Abs. 3 SGB 6 ist geregelt, dass Zeiten der Arbeitsunfähigkeit oder der Ausführung der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben bei Versicherten, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung oder zwar in der gesetzlichen Krankenversicherung, aber ohne Anspruch auf Krankengeld versichert waren, nur Anrechnungszeiten sind, wenn für diese Zeiten, längstens für 18 Kalendermonate, Beiträge in einer bestimmten Höhe gezahlt sind. Die Regelung findet auf Sachverhalte Anwendung, die ab 01.01.1998 zurückgelegt sind (vergleiche Urteil des Bundessozialgerichts vom 13. Dezember 2000 - B 5 RJ 18/99 R).

Die private Krankenversicherung zahlt keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Um die Beitragsleistung muss sich der Antragsberechtigte selbst bemühen. Antragsberechtigt ist die Person, für welche die Versicherung durchgeführt werden soll.

Merkblatt hier:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/de/Inhalt/04_Formulare_Publikationen/01_formulare/01_versicherung/V0031.html

Formular hier:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/de/Inhalt/04_Formulare_Publikationen/01_formulare/01_versicherung/V0030.html

Experten-Antwort

Hallo,

Nach § 4 Abs. 3 Nr. 2 können Sie sich auf Antrag Pflichtversichern. Die Versicherungspflicht beginnt mit Beginn der Arbeitsunfähigkeit, wenn der Antrag innerhalb von drei Monaten danach gestellt wird, andernfalls mit dem Tag, der dem Eingang des Antrages folgt, frühestens jedoch mit dem Ende der Versicherungspflicht aufgrund einer vorausgehenden versicherungspflichtigen Beschäftigung oder Tätigkeit ( § 4 Abs. 4 Nr. 2 SGB VI). Die Höhe der zu zahlenden Beiträge richtet sich nach § 166 Abs. 1 Nr. 5 und beträgt 80 Prozent des zuletzt für einen vollen Kalendermonat versicherten Arbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens. Erst nach Ablauf einer möglichen Antragspflichtversicherung nach § 4 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 SGB 6, entstehen bei dem von § 58 Abs. 3 SGB 6 erfassten Personenkreis Anrechnungszeiten i. S. d. § 58 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGB 6.
Den Antrag können sie unter folgendem Link herunterladen:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/54834/publicationFile/23729/V0030.pdf