Rente,Vertrauensschutz,Schwerb.

von
Nobody

Tag auch. Legende, männlich
geb.(04.06).1950 ( fiktiv )
AlG II - Empfänger
Vertrauensschutz 01.01.2004
Schwerbehind. ( 60% ) seit /08.2008. Frage; wann könnte ich frühestens in Rente gehen und mit welchen Abschlägen müsste ich sodann rechnen. Danke

von
Schade

wenn Sie am 16.11.2000 bereits Schwerbehindert waren (min 50%), ist die Rente (AR wg Schwerbehinderung) mit 60 abschlagsfrei möglich.

Waren Sie an obigem Stichtag noch nicht schwerbehindert, ist die Rente erst ab 63 abschlagsfrei - gehen Sie mit 60 beträgt der Abschlag 10,8%.

Die 35 Jahre liegen nach der Ergänzung vor.

von
Nobody

Danke an Schade; aber aufgrund des Vertrauensschutzes könnte ich aus der Arbeitslosigkeit auch ohne die Schwerb. mit 60 in Rente gehen. Würden hier nicht zwei Rentenarten aufeinandertreffen ? danke

von
Schade

alles schön und recht - aber bei der Rentenart AR wg Arbeitslosigkeit hätten Sie 18% Abschläge und als Schwerbehinderter nur maximal 10,8%.

Ich wollte Ihnen die einfachste und für Sie finanziell günstigste Lösung anbieten und das ganze nicht allzu kompliziert machen....

alles klar?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Nobody,

die beiden Antworten von "Schade" bringen es auf den Punkt. Liegt die Schwerbehinderung auch noch zum Rentenbeginn vor, ist die Altersrente für schwerbehinderte Menschen die Rente mit dem geringsten Abschlag.

von
Nobody

Hier, wenn zwei Rentenarten aufeinandertreffen, habe ich eine andere Auskunft vorliegen. Mein Abschlag wird dabei beziffert auf 7,2 % -

Was bitte ist nun richtig ??

Das Gesetz (SGB VJ): § 89 Mehrere Rentenansprüche
(1) 1Bestehen für denselben Zeitraum Ansprüche auf mehrere Renten aus eigener Versicherung, wird nur die höchste Rente geleistet.

Also kommst Du nur auf 7,2 % Abschlag, weil Altersrente wg. AL höher sein wird als Altersrente wg. SB

von
Rosanna

AR wegen ALO mit 7,2 %, aber erst AB DEM 63. Lebensjahr! Ab dem 60. Lebensjahr = 18 %

AR wegen Schwerbehinderung 10,8 %, aber bereits ab dem 60. Lebensjahr, ABSCHLAGSFREI AB DEM 63. Lebensjahr.

Prinzipiell ist die AR wegen Schwerbehinderung IMMER die günstigste Altersrente.

von
Nobody

Danke f. d. Antworten, bleibt nur zu hoffen, dass das Verf. Gericht in Karlsruhe diese horrenden Abschläge in den anhängigen Verfahren kippt.

von
Schade

ich weiß ja nicht, wovon Sie träumen?

Es gibt zwar ein Verfahren wegen der Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten, dass jedoch die Abschläge bei den Altersrenten auch verfassungswidrig sein sollten, ist mir ganz neu - aber man lernt nie aus. :-)

von
Nobody

Das Bundessozialgericht hat nun mehr dem Bundesverfassungsgericht zwei Vorlagebeschlüsse zur Entscheidung vorgelegt (vom 28.Oktober 2004, Aktenzeichen:B 4 RA 42/02 R ;B 4 RA 44/02 R u. a.; und vom 23.August 2005 (Aktenzeichen:B 4 RA 28/03 R)). Jetzt muß das Bundesverfassungsgericht hierüber entscheiden.

von
Ulf

oh man(n),
das Regelrentenalter in Deutschland liegt bei 65 und ggf. bei 65 plus X!!!

Wer früher in Rente will hat eben Abschläge! Das können die Leute klagen bis sie "schwarz" werden!!!

Und wem das nicht passt, der kann ja gehen!

ich fasse diese unglaubliche Sturrheit hier einfach nicht. Das Klagen ist des Deutschen Lust und am Ende herrscht mal wieder Frust!

Ulf

von
Nobody

Verstehe die Aufregung nicht. Natürlich herrscht Frust - zu recht, wenn die Politik jede Woche eine andere Sau durchs Dorf treibt. Mithin hat man doch keine Lebensplanung mehr - wenn hier ständig Gesetzesänderungen greifen auf die sodann Mann/Frau reagieren muss. Es geht nicht um die Abschläge an sich - sondern um die Höhe Selbiger. Abschläge zu Gunsten der Solidargemeinschaft wenn früher Rente bezogen werden will,, ja - aber keine Abschläge jehnseits von Gut und Böse.

von
Claudia

Ob sie es glauben oder nicht die Abschläge sind finanzmathematisch gesehen sogar zu niedrig! Klar das man das als Betroffener nicht hören möchte, ist aber nun mal so.

von
Ulf

0,3 % Abschlag pro Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme ist eigentlich zu wenig! (s.Beitrag von @Claudia)
aber es ist doch auch eine Milchmädchenrechnung oder?
Wenn jemand eine hohe Rente hat, sind z.B. 14,4 % genauso viel wert, wie bei einer geringen Rente.

Die Frage der Gerechtigkeit stellt sich hier gar nicht, sondern die Gestaltungsmöglichkeiten müssen einfach erweitert werden! So sollte es m.M. nach auch über den 31.12.2009 hinaus eine (geförderte) Altersteilzeit geben und auch Sabbatical sollte viel öfter angeboten werden. Dann könnten sowohl AG als auch AN den Rentenbeginn ein wenig "hinausziehen" und entsprechende Abschläge "umgehen".
Aber wer fragt mich denn schon ;-)))

Ulf

von
Nobody

Keiner ;) mich ja auch Nicht. ;)
So hätte ich noch Verständnis dafür wenn man Finanz. Math. es so rechnen würde, das man f. d. vorgezogenen Jahre div Abschläge bezahlt, beim eigentlichen Rentenübertitt - meinetwegen mit 65 - diese Abschläge wieder zurück nimmt. So aber man sich vorgenommen hat dass Alter eines Heesters zu erreichen -man diese Abschläge sodann kontinuierlich schlucken muss. Gute Zeit und tschüss.

von
Schweizer

bei uns in der Schweiz beträgt der Abschlag 6,8% für ein Jahr Vorbezug - da habt Ihr es in Deutschland richtig gut.

von
Nobody

Tja, das ist aber nicht die ganze Wahreit ;) Die Schweiz hat ein sog. 3 Säulen Prinzip.
So z. B.
Die AHV sorgt dafür, dass es zwischen Zürich und Genf fast keine Altersarmut gibt. Die Durchschnittsrente beträgt 1632 Franken - und ist damit allein in der ersten Säule schon höher als in Deutschland. Auch wer 45 Jahre nur die Mindestbeiträge von zurzeit 353 Franken gezahlt hat, bekommt eine Mindestrente von 1055 Franken (680 Euro)

von
Schweizer

meinen Sie der Mensch, der in Deutschland nie auf die Idee gekommen ist privat fürs Alter vorzusorgen, hätte in der Schweiz in die 3. Säule = Private Vorsorge auch nur einen Rappen / Pfennig / cent eingezahlt?

Und wer in der Schweiz nur die Mindestrente bezieht, ist hier auch ein Sozialfall.

Wo die ganze Wahrheit liegt, werden wir nie erfahren.

von
Nobody

Richtig ! Nur gibt es Menschen in diesem unserem Lande, die es sich finanziell nicht leisten können,zusätzlich private Vorsorge zu betreiben. Wer mit 40-50 Wochenstunden Arbeit - gerade so über die Runden kommt - wenn nicht sogar zus. Hart4 bezogen werden muss - der ist nun mal aussen vor. Möchte dieses Thema jetzt beenden, danke für die Info,s und rege Teilnahme.

von
Claudia

Hier mal ein Rechenbeispiel zu Verdeutlichung.

Sie hätten Anspruch auf eine Altersrente in Höhe von 1000 Euro und beziehen diese jetzt 5 Jahe vorzeitig mit 18 % Abschlägen.
Diese bedeutet eine Reduzierung um 180 Euro, die Bruttorente beträgt 820 Euro, die sie 60 Kalendermonate vorzeitig beziehen. Dies ergibt eine Summe von 49.200 Euro. Da sich die Rente auch nach Vollendung des Regelalters um 180 reduziert, müssten sie ca. 22,3 Jahre Rente beziehen (49.200/180/12)- also bis zum 87. Lebensjahr, damit sich ihr vorzeitiger Rentenanspruch für die Solidargemeinschaft als neutral erweist. Hier sind jetzt mal die ganzen Dynamisierungen ausgeblendet.