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Riesten für Junge

von
Maria L.

ich meinte:

Opportunitätskosten

&#34;Opportunitätskosten sind der Nutzenentgang, der bei mehreren Alternativen durch die Entscheidung für die eine und gegen die anderen Möglichkeiten entsteht.&#34;

http://de.wikipedia.org/wiki/Opportunit%C3%A4tskosten

von
Rosanna

Hallo Maria L.,

im Großen und Ganzen sind wir uns ja einig. :-))

Aber Ihre Aussage: &#34;Er wird sie aber nicht bekommen, jedenfalls nicht in der Höhe wie Sie, sondern vielleicht nur in Höhe der Grundsicherung. Und unter diesen ZUKÜNFTIG geänderten Bedingungen erscheint die Anrechnung von privater Altersvorsorge doch ungerecht, denn dann wird &#34;bestraft&#34;, wer vorsorgt.&#34;

... &#34;wurmt&#34; mich ehrlich gesagt schon ein bißchen! Denn wer kann denn 20 oder 30 oder 40 Jahre im voraus wissen, ob er mal zum Sozialfall wird??? Und weshalb wird diese Person dann bestraft? Um´s mal ganz krass zu sagen, wird doch dann 1. JEDER &#34;bestraft&#34;, der sein Geld während der Arbeitsjahre für die zusätzliche Altersvorsorge ausgibt anstatt für irgend einen anderen Krimskrams, und 2. kann derjenige, der im Hinblick darauf, sowieso mal zum Sozialfall zu werden, sein Geld anderweitig ausgeben und lebt dann vom &#34;Staat&#34;? (Nein, von allen anderen arbeitenden, steuerzahlenden Bürgern!) DAS kann es doch wirklich nicht sein! Wenn alle so denken würden, dann armes Deutschland.

Ich habe extra betont, dass es natürlich Fälle gibt, wo es aus finanziellen Gründen unmöglich ist, für die zusätzliche Altersvorsorge etwas zu tun. Aber alle anderen sollen meiner Meinung nach gefälligst Eigenverantwortung übernehmen.

Sie glauben doch auch nicht, dass in ca. 10 Jahren die Rente noch so viel &#34;wert&#34; ist wie heute. Ich muss auch damit leben können, und werde es auch. Sicher wird es die heutige Jugend im Alter schwerer haben, aber ich jammere auch nicht rum, wenn ich sehe, welche 6-stelligen Beträge ich allein (ohne AG-Anteil) eingezahlt habe und was ich mal herausbekomme. Wenn ich lange genug lebe, rentiert es sich wenigstens. :-))

Und bis in 20, 30 oder 40 Jahren fließt noch so viel Wasser den Rhein runter, da gibt´s vielleicht gar keine Grundsicherung mehr, die Freibeträge ändern sich und und und.... Also das ist für mich kein besonders gutes Argument.

Na ja, da könnte man tagelang diskutieren. Ich denke, es reicht für heute.

Ein schönes WE,
VG Rosanna.

von
Maria L.

Hallo Rosanna :-),

Sie haben eigentlich recht, es reicht für heute, aber mich &#34;wurmt&#34;, daß Sie den Kern meiner Argumentation anscheinend mißverstanden haben. Wer GENAUSO VIEL und GENAUSO LANGE wie Sie eingezahlt hat, wird ab dem Jahr 20xx nur sagen wir mal DIE HÄLFTE IHRER RENTE erhalten. Oder nur EIN DRITTEL oder noch weniger. Das sind natürlich alles Spekulationen, aber der TREND ist doch eindeutig. Das RENTENNIVEAU sinkt nicht nur ein wenig, sondern ganz DRAMATISCH. Und NUR DESHALB werden zukünftig VIEL, VIEL MEHR Menschen als heute unter die Grundsicherung fallen (wenn sie nicht effektiv selber vorsorgen). Heute 2%. Zukünftig vielleicht 50%. Ich weiß, mit konkreten Zahlen mache ich mich angreifbar, es sind deshalb nur Beispiele für den doch eindeutig auszumachenden Trend.

Wenn das Rentenniveau nur WENIG sinken würde, würde ich Ihnen ja vollständig zustimmen. Ich gehe aber eben davon aus, daß es dramatisch abstürzt! Konnte ich mich jetzt verständlich machen?

Auch Ihre Rente wird im Verlauf der Rentenzahlung durch Inflationsverzehr immer weniger werden, da haben Sie recht. Es geht mir auch nicht darum, verschiedene Generationen gegeneinander auszuspielen. Es geht mir nur um Aufklärung über die Fakten, so wie diese sich mir darstellen. Dabei muß ich mich auf Aussagen von Wissenschaftlern verlassen, die sich mit der Materie beschäftigt haben - sowie auf eigenes Rechnen und Nachdenken.

Ich möchte eigentlich nur alle, die noch genug Zeit dafür haben, dringend auffordern, sich um eine rentable private Altersvorsorge zu kümmern. Wir alle werden diese bitter nötig haben. Und wenn man es richtig macht und auch ein bißchen Glück hat, kann man dabei sogar reich werden. Wenn das mal kein Anreiz ist!

Ich wünsche Ihnen auch ein schönes Wochenende,
Maria L.

von
Realist

Ich hatte meinen Riester-Vertrag damals beitragsfrei gestellt. Aber nicht etwa deshalb, weil ich ihn für unrentabel hielt, sondern weil ich es mir von meiner bescheidenen (Früh)rente einfach nicht mehr leisten konnte, den Vertrag weiter zu bedienen. Eine Kündigung würde in meinem Fall 150 &#8364; zzgl. der Zulagen kosten, weshalb ich auch nicht kündigen werde.
Die Verwaltungskosten liegen bei meinem Vertrag unter 2 &#8364; jährlich und somit deutlich unter den Kapitalerträgen.
Was nun die Rentabilität im Vergleich zu Aktienfonds etc. anbelangt, so mag es durchaus zutreffen, dass Riesterverträge nicht gerade die großen Renner sind. Andererseits ist ein Riester-Vertrag im Gegensatz zu Aktienfonds erheblich sicherer und aufgrund der nicht unerheblichen staatlichen Zulagen nicht unattraktiv. Ich persönlich bevorzuge ebenfalls sichere Geldanlagen, auch wenn man mit riskanten Aktienfonds langfristig mehr Profit erzielen kann. Aktienfonds sind nur etwas für Leute, die über so viel Kapital verfügen, dass sie eventuelle Verluste aus eigener Kraft wieder ausgleichen können. Dafür ist mir mein kleiner &#34;Notgroschen&#34; allerdings zu schade!

Weiterhin viel Spass beim &#34;Riestern&#34;!

von
Rosanna

Liebe Maria L.,

nein, ich habe den Kern Ihrer Argumentation nicht mißverstanden. Wie gesagt, im Großen und Ganzen sind wir uns ja einig.

Mir gefiel nur die Aussage nicht, im Hinblick auf die Grundsicherung nichts für die Altersvorsorge zu tun, weil diese dann angerechnet wird und die Betroffenen dann &#34;bestraft&#34; würden.

Nichts anderes.

Und übrigens, nach dem Krieg hätte auch niemand in D gedacht, dass es immer weiter und uns einmal so gut geht. Diese ganze Panikmache geht mir langsam an die Hutschnur (nicht von IHNEN). Verhungern muß noch niemand in D und wird es auch in Zukunft nicht.

Gott sei Dank gibt es noch junge Leute (wie @Ulf), der für sich selbst etwas tut und für seine Altersvorsorge.

MfG Rosanna.

von
blinkey

Sie verwechseln leider Sicherheit und Risiko. Warum ist denn Riester &#34;sicherer&#34;? Weil Sie schon &#34;jetzt&#34; wissen, was Sie später &#34;mindestens&#34; bekommen werden?

Und warum sind Aktien unsicher? Weil sie erst in der Zukunft wissen, wieviel die Papiere wert sein werden?

Ist &#34;sicher&#34; nicht vielmehr eine Frage, ob sie mit denen von Ihnen gewählten Mitteln auch tatsächlich Ihr gestecktes Ziel erreichen werden, nämlich ausreichend für das Alter vorzusorgen?

Bei einer &#34;garantierten&#34; Rendite unterhalb von 2,5 Prozent für Riesterversicherungen würde ich &#34;Sicherheit&#34; bei einer Inflation von derzeit über 3 Prozent schon sehr in Frage stellen...

von
Maria L.

Hallo Rosanna :-),

Sie haben gewonnen, ich gebe nach. ;-) Ich bin ja auch für Selbstverantwortung. Auch Geringverdiener sollen und müssen für ihr Alter vorsorgen und sollten nicht auf zukünftige Grundsicherungsleistungen schielen. Das ist auch deshalb in deren eigenem Interesse, weil niemand vorhersagen kann, wieviel Grundsicherung sich unser Staat in 30 Jahren überhaupt noch leisten kann. Vielleicht ja viel weniger als heute.

Allerdings würde ich dann eines fordern: es muß endlich einmal die volle Wahrheit über die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung auf den Tisch, damit JEDER begreift, wie ernst die Lage ist! Sie sind vermutlich selber im öffentlichen Dienst, daher rühren doch Ihre Kenntnisse?

Was halten Sie von folgender Prognose eines Finanzwissenschaftlers?

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=52

Gruß,
Maria L.

von
Realist

Meine bisher erzielten Renditen lagen DEUTLICH über 2,5 Prozent. Glauben Sie es oder lassen Sie es! Mit einem Aktienfond hingegen, bin ich bereits schon mal bitter auf die Nase gefallen!

Im Übrigen wäre es paradox, wenn ich von meiner jetzigen &#34;Minirente&#34; Geld abzwacken würde, nur damit es mir im Alter besser geht als jetzt!

von
Rosanna

Hallo Maria L.,

zu Ihrer Frage: &#34;Was halten Sie von folgender Prognose eines Finanzwissenschaftlers?&#34;

Möchten Sie´s wirklich wissen? Nicht unbedingt viel.

Was die Altersvorsorge angeht, hat er natürlich recht. Nur war dies schon vor 20 Jahren immer wieder das Thema, dass die gesetzliche Rente nicht das einzige Standbein oder die einzige Säule im Alter ist/sein kann! Nur ging es uns damals allgemein noch zu gut, als dass sich die Leute darüber groß Gedanken gemacht haben.

Was ich gar nicht nachvollziehen kann und noch nie für gut befunden habe, ist die Errechnung der DURCHSCHNITTSRENTE.

Ein seröser Finanzexperte sollte damit keine &#34;Stimmung&#34; machen, denn eine Durchschnittrente zu nennen, mit der wir in Zukunft auskommen müssen, geht an den Tatsachen vollkommen vorbei!

Aus folgendem Grund:

Diese Durchschnittsrenten werden ja aus ALLEN Renten errechnet.

Es werden somit logischerweise auch die &#34;mickrigen&#34; Altersrenten von Beamte, von Selbständigen, von gutsituierten Hausfrauen (weil die Männer ausreichend für das Alter vorgesorgt haben) mit einbezogen, wobei für diesen Personenkreis die Renten sowieso meistens nur ein kleines Zubrot sind. Beamte beziehen eine Pension, die ihr Auskommen sichert, Selbständige, die meist nur in wenigen Jahren eingezahlt haben, haben sich überwiegend anderweitig abgesichert.

Mir ist natürlich auch bekannt, das sehr viele Rentner eine niedrige Rente haben. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel!

Wenn man aber diese Berichte liest, könnte man meinen, Deutschland stürzt auf einen finanziellen Abgrund zu. Sorry, ich halte das nicht für seriös.

Es werden vermutlich auch in den nächsten Jahrzehnten Renten nach den eingezahlten Beiträgen und den anderen rentenrechtlichen Zeiten berechnet. Das heißt doch, dass nur die, die wenig verdienen und entsprechend auch nur niedrige Beiträge zahlen, eine niedrige Rente erhalten. Schließlich ist für alle der Beitragssatz gleich. Das Einzige, was dazugekommen ist, sind die Abschläge und die Anhebung der Altersgrenzen, die es bei bestimmten Altersrenten aber auch schon seit über einem Jahrzehnt gibt. Ich meine, dass der Fehler woanders zu suchen ist. Wenn immer weniger Lohn/Gehalt gezahlt wird, kommt am Ende auch nur eine niedrige, auf Grundsicherungsniveau liegende Rente heraus.

Das ist ja auch schon heute so. Die Versicherten, die ihr Leben lang schwer und hart gearbeitet haben, ABER eben trotz allem einen (relativ) niedrigen Lohn hatten, können auch keine hohen Renten erwarten. So einfach ist das eigentlich.

Und jetzt möchte ich nur noch betonen, dass es mir absolut fernliegt, zu &#34;gewinnen&#34;. :-))

Ich versuche nur, meine Einstellung darzulegen. Ich möchte auch keine politischen Debatten führen (dazu sind andere da, die VIEL mehr Geld &#34;verdienen&#34;). Sind nur meine Gedanken.

Ich möchte Sie am Schluß auch noch für Ihr Engagement in Sachen Altersvorsorge loben, auch wenn nicht alles nach meinem Geschmack ist.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

MfG Rosanna.

von
Ulf

Ja da stimme ich Ihnen voll und ganz zu, Rosanna.

Das Einzige, was mich extrem nervt in Sachen Rentenberechnung ist die Ermittlung des Durchschnittsentgeltes.
So wie ich das verstanden habe ermittelt das statistische Bundesamt immer das vorläufige und letztlich dann das entgültige Durchschn ittsentgelt (DEG).
Ich frage mich nur, warum bei dieser Ermittlung nicht auch teilzeit Arbeitnehmer und ALO Empfänger oder gar Rentner mit berücksichtigt werden?
Dann wäre der Durchschnitt nämlich wirklich aus allen Bundesbürgern ermittelt und weitaus geringer, so dass unsere Rentenbeiträge im Schnitt mehr Wert hätten!
Machbar anhand Schätzungen muss das ja sein, da in Deutschland irgendwie alles STATISTISCH funktioniert ;-)))

Also wenn der Durchschnitt nicht bei 30000.- &#8364; im Jahr liegen würde (Ermittlung eller Vollzeitbeschäftigten), sondern sagen wir mal bei 25000.-&#8364; , sind unsere Löhne auch rententechnisch wieder mehr wert. Ein Jahresbrutto von 30000.-&#8364; ergibt dann nämlich 1,2 Entgeltpunkte und nicht nur einen. Aber das ist nur meine Meinung und was zählt die schon???

MfG
Ulf

von
Rosanna

Hallo Ulf,

mit Ihrer Berechnung haben Sie vollkommen recht. Aber es heißt nicht umsonst: DuchschnittsENTGELT (ein Arbeitsloser oder Rentner erhält zwar Leistungen, aber kein ENTGELT/LOHN).

Ob das Entgelt auch aus ATZ mit berücksichtigt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Das würde natürlich das Durchschnittsentgelt senken. Ich denke aber mal, eher nicht. Ich habe mir aber darüber ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht. Vielleicht kann ein anderer User Ihnen diese Frage beantworten.

Andererseits werden ja viele Grenzen/Werte/Bezugsgrößen von Gesetz wegen festgelegt. Jetzt könnte man natürlich ALLES hinterfragen. Weshalb z.B. liegt die BBMG gerade bei 63.600,- &#8364; und nicht bei 80.000,- &#8364;? Dann wären die Besserverdiener auch mehr involviert! Oder der aktuelle Rentenwert bei 26,56 &#8364; und nicht bei 30 &#8364;? Dann wären die Renten auch höher.

Das ist m.E. nur durch statistische Auswertungen errechenbar. Ob diese Statistiken zutreffen oder richtig oder gerecht sind, bleibt die Frage, die Ihnen wahrscheinlich niemand beantworten kann.

Nur - wenn ein Finanzwissenschaftler solche Daten einer Durchschnittsrente bekannt gibt, die ja auch einer Statistik entnommen wurden, sollte der Hinweis, wie von mir verdeutlicht, nicht fehlen. In meinen Augen ist dies eine unzureichende Information (und eine Panikmache dazu).

Ist aber auch nur meine Meinung. :-))

MfG Rosanna.

von
Rosanna

Meine Aussage ....&#34;werden ja viele Grenzen/Werte/Bezugsgrößen von Gesetz wegen festgelegt.&#34; ist natürlich falsch.

Statt &#34;viele&#34; müßte es ALLE heißen.

von
Ulf

ok, das stimmt nun auch wieder...

aber wenn man alle Entgeltbezieher berücksichtigen würde (also ATZ und Teilzeitarbeitnehmer), dann würde der Durchschnitt doch gesenkt. Das fänd ich fair, aber nee so geht das ja nicht!

Schönen (warmen) Tag noch, ich muss jetzt los...

der Ulf

von
Maria L.

Hallo Rosanna :-),

herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung!

Ich verstehe Ihre Argumentation bzgl. der nicht aussagekräftigen Durchschnittsrente, weil andere Einkommen nicht berücksichtigt werden und auch über die Voraussetzungen der Rentenzahlung (wie lange eingezahlt in welcher Höhe) nichts gesagt wird.

Aber bitte lösen Sie sich einmal von dieser Betrachtung und auch von den aktuellen gesetzlichen Grundlagen.

Wenn zukünftig EIN Arbeitnehmer EINEN Rentner finanzieren muß, dann müssen doch logischerweise die durchschnittlichen Beiträge eines Durchschnittsverdieners in etwa die Durchschnittsrente ergeben. Wieviel zahlt ein Durchschnittsverdiener an Beiträgen? So etwa 20% von 30.000 Euro (Arbeitgeberbeiträge mitgerechnet), Sie wissen das sicher genauer: also etwa 6000 Euro. Davon müßte abzüglich Verwaltungskosten und abzüglich der Anteile für andere Rentenarten ein Durchschnittsrentner leben. Also weniger als 500 Euro im Monat. Dazu kommen dann vielleicht noch Steuerzuschüsse an die DRV. Die müssen aber letztlich von dem gleichen Arbeitnehmer aufgebracht werden, der auch nicht beliebig mit Steuern belastet werden kann.

Das läuft doch auf Grundsicherung für den Durchschnittsrentner hinaus. Die Gesetze müssen dann zukünftig eben passend gemacht werden, wenn heute noch höhere Renten versprochen werden. Wo soll das Geld denn herkommen, wenn sich das Verhältnis von Arbeitnehmern zu Rentnern tatsächlich auf 1:1 verändert?

Gruß,
Maria L.

von
Schwarzwälder

Der Zuschuss vom Staat wird aus Steuermitteln erbracht und somit nicht nur von Beitragszahlern, sondern auch von Selbständigen, Beamten und Rentnern (die dann zunehmend auch besteuert werden). Selbstverständlich ist auch dort nicht unbegrenzt möglich &#34;aufzustocken&#34;.
Ich würde dann eher in Frage stellen ob es sowas wie Grundsicherung (zumindest so wie wir sie heute kennen) noch geben wird wenn die Prognosen von manchen &#34;Experten&#34; eintreffen sollten und 30 % (und mehr) der Bevölkerung Grundsicherungsempfänger werden sollten. Wo soll denn das Geld dann herkommen?

von
Maria L.

Hallo Schwarzwälder,

nach meiner Vermutung wird bei allen Sozialleistungen drastisch gespart werden MÜSSEN, auch bei der Grundsicherung, wobei es da nach unten eine Grenze geben müßte, da das Existenzminimum gesichert werden muß. Vielleicht gibt es dann gewisse Leistungen ja nur noch als Sachleistung, über Gutscheine etc. Ich will mir das lieber gar nicht ausmalen.

Die gesetzliche Rente wird nach meiner Überzeugung entweder ganz von einer beitragsfinanzierten auf eine steuerfinanzierte Rente umgestellt werden (die dann auch nur das Existenzminimum abdeckt), oder die Leistungen werden soweit heruntergefahren, daß von einer &#34;Rendite&#34; der eigenen Einzahlung überhaupt nicht mehr gesprochen werden kann. Wenn die Höchstrente hypothetisch 600 Euro betragen würde und der Standard-Eckrentner 300 Euro erhalten würde, wäre die Beitragsäquivalenz der Leistungen ja auch gewahrt.

Wir alle gemeinsam müssen in den nächsten Jahrzehnten auch die gigantische Staatsverschuldung zurückzahlen, nachdem wir die vergangenen Jahrzehnte massiv über unsere Verhältnisse gelebt haben.

Zukünftiger Wohlstand kann nur entstehen aus heutigen Investitionen. Die Investitionen des Staates lagen teilweise unter der Neuverschuldung, so kann das nichts werden. Jeder Bürger muß für sein eigenes Alter mit eigenen Investitionen vorsorgen, denn nur daraus entsteht zukünftiges Wachstum und eine Rendite, die ausreicht, um den eigenen Lebensstandard zu sichern oder sogar zu steigern.

Sparen ist die Grundvoraussetzung für Vermögensbildung, aber das heute gesparte und nicht konsumierte Geld muß dann auch investiert werden. Mit Investitionen in Beteiligungspapiere wird der Wirtschaft Eigenkapital zur Verfügung gestellt, mit dem Sparen in z.B. Anleihen wird der Wirtschaft nur Fremdkapital zur Verfügung gestellt. Beides dient zur Finanzierung von Investitionen in die Zukunft, aber bei Eigenkapital sind die Interessen von Unternehmen und Anteilsinhabern gleichgerichtet, deshalb sind die Renditen für beide höher.

In jeder Krise liegt auch eine Chance. Ich habe jetzt verstanden, daß ich über Vermögensbildung für mein eigenes Alter weit besser vorsorgen kann, als es über die umlagefinanzierte Rente jemals möglich war - hätte ich das bloß vor 20 Jahren schon gewußt, dann wäre ich heute vermutlich schon finanziell unabhängig!

Gruß,
Maria L.

von
Rosanna

Liebe Maria L.,

@Schwarzwälder hat mir einen Teil der Antwort schon &#34;aus dem Mund genommen&#34;! :-))

Man könnte tage-, wochenlang über dieses Thema diskutieren. Und LEIDER können wir &#34;kleinen Lichter&#34; die Politik nicht verändern und nicht die Welt retten...

Vielleicht machen WIR (beide) uns auch zu viele Gedanken darüber, was in 20, 30, 40 Jahren passieren wird. Ich denke immer an den Spruch: Und 1. kommt es anders, 2. als man denkt. Mir ist mein Leben und meine Zeit zu schade, über alle Eventualitäten nachzudenken. Diejenigen, die es betrifft, sollen das gefälligst alleine tun, Hilfen gibt es genug.

Und wenn es &#34;nur&#34; eine Maria L. ist, die über Altersvorsorge so wunderbar aufklären kann. Ist jetzt ernst gemeint!! :-))

LG Rosanna.

von
Maria L.

Hallo Rosanna,

danke für Ihre Anerkennung für meine Aufklärungsarbeit! :-)

Ich kann verstehen, daß Sie nicht tiefer in das Thema einsteigen wollen, da Sie nur noch wenige Jahre bis zum Rentenalter haben. Falls Sie Kinder haben oder andere Menschen in Ihrem Umfeld, die noch mind. 15-20 Jahre Zeit haben: empfehlen Sie denen die Auseinandersetzung mit diesem Thema, das ist lebenswichtig!

Alle Prognosen sind zwar ungewiß. Für mich verdichten sich aber die Anzeichen, daß es wesentlich schlimmer kommen wird, als heute öffentlich zugegeben wird. Ist ja auch logisch: Politiker wollen wiedergewählt werden, die denken in 4-Jahres-Zyklen, nicht 20 Jahre voraus. Und selbst wenn sie vorausdenken, sagen sie öffentlich nur soviel, daß es heute keinen Volksaufstand gibt. Aber keine Partei kann an der Realität, an den Fakten etwas verändern. Die Kürzungen bei der gesetzlichen Rente und bei allen Sozialleistungen werden weitergehen, dessen bin ich mir gewiß.

Wer das einmal verstanden hat und noch entsprechend Zeit bis zur Rente hat, MUSS privat vorsorgen, und zwar rentabel vorsorgen. Mit Forderungspapieren (= festverzinslichen Verträgen aller Art) gewinnt man keinen Blumentopf! Ich argumentiere nur deswegen soviel gegen Riester und ähnliche Konstruktionen, weil ich davon überzeugt bin, daß diese Art der staatlich geförderten Vorsorge weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Damit wird niemand seine Altersvorsorge sicherstellen können. Aus diesem Topf wird nachher an alle anderen umverteilt werden, die nicht vorgesorgt haben (das Thema Sozialabgaben auf Betriebsrenten ist hier ja mittlerweile akzeptiert - den Riester-Rentnern wird es zukünftig ähnlich gehen!). Um von der eigenen Vorsorge selber mehr zu haben als Grundsicherung für alle, MUSS man hochrentabel vorsorgen.

Wir müssen alle umdenken!

Auf Sicht von 20 Jahren ist das Sparbuch UNSICHER! Und Aktienfonds sind SICHER! Das wollte ich anfangs auch nicht glauben, aber ich habe mich selbst überzeugt. Durch eigenes Nachdenken! Jeder kann das selber überprüfen, durch Studium der Fakten und eigenes Nachdenken. Das ist zwar anstrengend, aber es hilft.

Gruß,
Maria L.

von
Realist

Unsere Familienministerin Ursula von der Leyen hat doch mit Ihrem Elterngeld bereits die Weichen dafür gestellt, dass künftig eben nicht EIN Arbeitnehmer Einen Rentner finanzieren muss! Die Geldgier der jungen Leute, die sich auf Staatskosten einen 12 monatigen Urlaub finanzieren lassen und als Gegenleistung ein Kind produzieren, ist ungebrochen. Und wenn die gute Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt anhält, haben wie bald Vollbeschäftigung in Deutschland. Es gibt also überhaupt keinen Grund, so pessimistisch in die Zukunft zu blicken!

(Von wegen Rente mit 77 usw.!)

von
Maria L.

Hallo Realist,

selbst wenn die Geburtenzahlen jetzt dramatisch ansteigen würden, würde es nicht viel helfen. Die geburtenstarken Jahrgänge haben wenig Kinder bekommen und sind jetzt überwiegend schon zu alt, um daran noch etwas wesentliches zu ändern. Ich gehöre selber zu den Jüngeren dieser Generation. Wer jetzt neu Kinder bekommt, gehört dagegen zu geburtenschwachen Jahrgängen, da können also in Summe nicht so viele Kinder hinzukommen. Als ich das Gymnasium besuchte, gab es dort erst 6, später sogar 7 Parallelklassen mit je 30-40 Schülern. Heute sind es noch zwei Parallelklassen mit unter 30 Schülern.

Ich müßte das genauer recherchieren, dazu fehlt mir im Moment die Zeit. Ich habe auch mal Zahlen gelesen, wie viele Einwanderer wir jährlich bräuchten, um die zu wenigen Kinder auszugleichen. Das waren Zahlen im Millionenbereich, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Es ist ganz und gar unrealistisch, daß wir genug Arbeitnehmer aus der Hutschnur zaubern können, um die massiven Probleme des Umlageverfahrens in 20-30 Jahren zu lösen. Auch Prof. Raffelhüschen sagt knallhart, daß die geburtenstarken Jahrgänge es &#34;verdient&#34; haben, später zu wenig Rente zu bekommen, weil sie eben zu wenig Kinder bekommen haben.

Wenn Sie heute als Erwerbsminderungsrentner von einer kleinen Rente leben (sofern ich das richtig verstanden habe), kann ich verstehen, daß Sie sich keine Gedanken über eine zusätzliche Altersvorsorge machen wollen. Ich kann auch verstehen, daß Sie optimistisch in Ihre eigene Rentenzukunft blicken möchten. Aber Sie bezeichnen sich doch als Realist. Es gibt Studenten, die von 500 Euro Monatseinkommen noch Geld sparen und in Aktienfonds investieren. Ich kann das nur bewundern, denn von so wenig Geld kann ich mir nicht vorstellen zu leben.

Die Methode, die ich hier weiterzuvermitteln versuche, geht davon aus, daß jeder Mensch, der ein regelmäßiges Einkommen hat, und sei es noch so gering, 10% davon regelmäßig sparen und investieren kann. Wer 500 Euro Einkommen hat, investiert monatlich 50 Euro, wer 2000 Euro Einkommen hat, investiert 200 Euro. Am Anfang ist es hart, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, merkt man es kaum noch. Das Sparen läuft dann ganz nebenbei. Bei sehr geringem Einkommen ist es natürlich besonders schwierig. Um das zu schaffen, braucht man dann zusätzlich eine hohe Motivation. Mich motiviert die Aussicht, nicht nur mit Ach und Krach meinen jetzigen Lebensstandard halten zu können, sondern diesen sogar steigern zu können, mit ein bißchen Glück sogar &#34;reich&#34; zu werden (wobei &#34;reich&#34; ein relativer Begriff ist). Und das sind keine unrealistischen Phantasien, das sind Fakten, die man allerdings erst mühsam nachvollziehen muß.

Aus 50 Euro monatlichem Sparbetrag werden in 20 Jahren bei 20% effektiver Durchschnittsrendite 124.148 Euro (Inflation unberücksichtigt). Diese Durchschnittsrendite ist nicht garantiert, aber sie ist möglich. Um sie wahrscheinlich zu machen, muß man die Methode allerdings vollständig selber nachvollzogen und verstanden haben und dann auch danach vorgehen. Es funktioniert nicht, wenn man einfach nur irgendeinen Aktienfonds auswählt, davor muß ich dringend warnen.

Versuchen Sie es doch mal mit diesem Artikel über Grund- und Zusatzsparen:

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=24

Sowie diesem über die Selbstmotivation zur Vermögensbildung:

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=49

Gruß,
Maria L.