Riesten für Junge

von
Realist

"Es gibt Studenten, die von 500 Euro Monatseinkommen noch Geld sparen und in Aktienfonds investieren"

(Mindestens 10 Prozent, nehme ich an?)

Mag sein! Aber nur, wenn Papa die Unterkunftskosten, das Auto und was weiß ich sonst noch alles bezahlt!
Ein alleinstehender ALG_II-Empfänger kommt inklusive der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung auf "sogar" 650 - 700 Euro Gesamteinkommen. Nach Ihrer These müsste der also dazu in der Lage sein, monatlich 70 (!) Euro in Aktienfonds zu investieren. Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein!

Darin,dass jemand mit einem Monatseinkommen von 2000 Euro OHNE WEITERES 200 Euro sparen kann, stimme ich Ihnen vollkommen zu. Aber wer NUR 500 Euro zur Verfügung hat, erreicht mit Wohngeld oder ergänzender Grundsicherung, gerade mal das Existenzminimum. Wo soll so jemand bitteschön 50 Euro "abzwacken"?
So etwas ist Zynismus pur!

Meine Rente bewegt sich übrigens ebenfalls auf diesem Level. Nach Umwandlung in die Regelaltersrente wird sie sich allerdings, nach heutigem Stand (!), um 50 Prozent erhöhen. Aber es wäre doch wohl wirklich paradox, wenn ich, sollte es überhaupt möglich sein, von diesen paar Kröten 50 Euro abzwacke, nur damit ich im Alter ein besseres Leben führen kann als heute!
(Wie bereits erwähnt, wird meine Altersrente ohnehin höher sein als meine jetzige BU-Rente! Sollte die DRV bis dahin allerdings pleite sein und ich statt Rente nur noch einen Schlag aus der Gulaschkanone erhalten, dann ist es eben so!)

Schönen Abend noch!

von
Schwarzwälder

Wer solche Behauptungen zum Elterngeld aufstellt kann sich noch nie mit dem Thema Elterngeld befasst haben. Wer wegen Elterngeld ein Kind bekommt ist (mit Verlaub gesagt) nicht ganz dicht.
Elterngeld ist eine der größten Mogelpackungen der Regierung überhaupt. Was es dort an Begrenzungen, Anrechnungen etc. gibt spottet jeder Beschreibung. Wenn dann auch noch beide Elternteile Elterngeld nehmen ist einer nicht rentenversichert und unter Umständen auch nicht krankenversichert. Super Leistung der Regierung *Applaus*

von
Maria L.

Hallo Realist :),

ich möchte mich mit Ihnen nicht streiten, nur einen Punkt greife ich nochmal heraus. Zynismus liegt mir fern.

Für mich persönlich hat die Erkenntnis, daß jeder Mensch sich selber eine Altersvorsorge aufbauen kann, wenn er es schafft, 10% des Nettoeinkommens zu sparen und zu investieren, eine befreiende Wirkung.

Ich schrieb oben schon, daß ich Menschen bewundere, die von 500 Euro Monatseinkommen leben und davon sogar noch sparen. Ich bezweifele, daß ich das selber könnte. Wer es aber schafft, hat auch eine Chance auf ein eigenes kleines "Vermögen". Die Höhe des eigenen Sparbetrags hat gar nicht eine so hohe Bedeutung, weil sie nur proportional Einfluß auf das Ergebnis hat. Viel entscheidender ist die Ansparzeit (je länger, desto überproportional besser) sowie die Rendite (je höher, desto überproportional besser).

Deshalb haben auch Geringverdiener eine Chance. Daß das im Einzelfall sehr schwer ist oder gar unmöglich erscheint, stelle ich nicht in Abrede. Mit der eigenen Vorsorge muß man sich darüber hinaus ja auch selber wohlfühlen. Wer sowieso Zweifel daran hat, daß Aktienfonds "sicher" sind (wenn man es richtig macht), wird damit auch nicht glücklich werden. Aus emotionalen Gründen ist es dann vielleicht besser, mit einem Riestervertrag oder einer anderen Variante vorzusorgen, um überhaupt etwas für die eigene Altersvorsorge zu tun.

Ich denke, so langsam sollten wir die Diskussion hier beenden. Wir rutschen auch bald über die Grenze (10 Seiten), ab der keine neuen Beiträge mehr geschrieben werden dürfen.

Gruß,
Maria L.

von
Realist

"Wer wegen Elterngeld ein Kind bekommt ist (mit Verlaub gesagt) nicht ganz dicht."

Recht haben Sie! Trotzdem ist es eine unwiderlegbare Tatsache, dass das Elterngeld, genauso wie das frühere Erziehungsgeld, in nicht wenigen Fällen fester Bestandteil der Familienplanung ist. Mir persönlich sind mindestens drei(!) Fälle bekannt, in denen Paare OHNE Erziehungs-/Elterngeld kinderlos geblieben wären!

Im Übrigen halte auch ich die heutige "Elterngeld-Regelung" für ungerecht. Erstens profitieren davon Diejenigen am Meisten, denen es wirtschaftlich ohnehin nicht gerade schlecht geht, während Geringverdiener mit 300 Euro abgespeist werden. Für diese Personengruppe war die frühere "Erziehungsgeld-Regelung" mit bis zu 24 Monaten Laufzeit eindeutig gerechter. Zweiten ist nicht einzusehen, wieso sogar langzeitarbeitslose ALG_II-Empfänger diese "Lohnersatzleistung" erhalten. Deren Lebensunterhalt wird schließlich bereits VOLLSTÄNDIG durch die Grundsicherungsleistungen abgedeckt, während sich ein Arbeitnehmer bekanntlich erst einmal von seinem Arbeitgeber freistellen lassen muss, bevor er überhaupt Anspruch auf Elterngeld hat.

Applaudieren kann ich für diese "Glanzleistung der Regierung" ebenfalls nicht!

von
Realist

"Ich denke, so langsam sollten wir die Diskussion hier beenden."

DAS sehe ich genauso! Zumal NIEMAND mit seinen hiesigen Beiträgen irgendetwas Wesentliches bewirken kann. Dafür ist dieses SPARTEN(!)-Forum einfach zu unbekannt und unbedeutend! Es mag zwar sein, dass Sie eine Handvoll User tatsächlich zum Nach-/Umdenken animieren konnten/können. Ein großes Umdenken in der Bevölkerung werden Sie auf diese Weise jedoch NIEMALS erreichen. Dafür hat die "Riester-Fan-Gemeinde" immer noch viel zu viele Anhänger!

Alles Gute für Sie!