Riester

von
Ri

Ich nehm mir eine berufliche "Auszeit". Da ich deshalb im nächsten Jahr nicht in der Rentenversicherung versicherungspflichtig bin hab ich mir überlegt ob ich für das Jahr 2008 Anspruch auf die Riesterzulage habe? Kann mir da jemand helfen?

von
Amadé

Da Sie nach Ihren Angaben im GESAMTEN Jahr 2008 nicht Pflichtbeiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung entrichten bzw. rentenversicherungspflichtige Lohnersatzleistungen beziehen werden, wird die nette Zulage wohl im Säckel des Finanzministers verbleiben.

Sollten Sie verheiratet sein, könnten Sie ja prüfen (lassen), ob wenigstens ein abgeleiteter Förderanspruch gegeben ist. In diesem Fall wäre aber mindestens der Sockelbeitrag zu entrichten.

Für den Fall, dass Ihnen das üppige "Geschenk" des Staates doch entgehen sollte, wird die Welt ihren Lauf jedoch nicht anhalten.

Für Leute, deren Sinnen und Trachten auf das "Einheimsen" von staatlichen Förderungen ausgerichtet ist, bietet sich ja ggf. als Trost noch die Möglichkeit, für das Jahr 2008 eine Sparprämie - z.B. auf einen Bausparvertrag- zu kassieren.

Sollten Sie ein ganz gewiefter "Spar-Fuchs" sein, beantragen Sie im Jahr 2008 einfach Wohngeld oder Lastenzuschuss nach dem Wohngeldgesetz (WoGG).

Das Perverse an diesem Gesetz ist, dass nicht das Vermögen selbst als Einkommen zählt, sondern nur die Erträge aus demselben.

Der Sozialstaatskrug geht eben solange zum Brunnen, bis er bricht. Die kommenden Generationen werden es uns noch danken, dass wir ihnen eine enorme Last von 1,5 Billionen + X an Schulden vermachen.

von
Was ist besser?

Was ist besser?

Die staatliche Zulage zu kassieren oder ohne sie zu sparen? Ich meine, dass trotz Amadés (teilw. berechtigter) Kritik es sinnvoll ist, zu riestern: Man muss nur ein Tag (!) im Jahr rentenversicherungspflichtig gearbeitet haben und schon hat man Recht auf mind. 114 Euro Zulage, bei einem Mindestbetrag von 60 Euro. Klar, dass bei dem Kleckerbetrag nicht viel zusammenkommt, aber man holt wenigstens das Maximum der Zulagen raus. Und in den nächsten Jahren verdient man wieder besser, spart mehr und auch das Riester-Rentchen wird zur Riester-Rente.

Amadés Kritik orientiert sich maßgeblich an Geringverdienern, die tatsächlich bei der Altersvorsorge gekniffen sind; nicht aber an der zahlenmäßig noch dominierenden Mittelschicht.

Ich weiß, dass es hier einige Diskutanten gibt, die dieses Thema gerne diskutieren würden. Lasst uns doch in einem Forum zusammenschließen, wo wir einen langen Thread schreiben können, ohne wie hier "Exoten" zu sein (denn die meisten hier haben Einzelfragen und haben nach meiner Einschätzung kein Interesse an einer solchen Fachdiskussion). Wie wärs? Welches Forum nehmen wir - macht Vorschläge!

Experten-Antwort

Unmittelbar förderberechtigt sind u.a. in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherte. Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, reicht es aus, wenn Sie im jeweiligen Beitragsjahr nur zu einem Bruchteil zum berechtigten Personenkreis gehören.

Falls Sie verheiratet sind, erwerben Sie auch in Jahren ohne eigene Rentenversicherungs-Pflichtbeiträge die Förderberechtigung, wenn der Ehepartner (nicht dauernd getrennt lebend) ebenfalls einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat. Sie wären dann mittelbar förderberechtigt.

Ansonsten würde im nächsten Jahr keine Zulage zustehen.

von
Maria L.

@"Was ist besser?"

Das ist ja eben das Problem: es ist schwierig, ein anderes Forum zu finden, in dem sich solche Fragen auf hohem Niveau diskutieren ließen. Deshalb hoffe ich, daß die Experten und die Redaktion auch weiterhin zumindest zeitweise entsprechende Beiträge zulassen.

Bei der Riesterförderung sehe ich das Problem, daß ein Eigenbeitrag in Höhe von mind. 3% (nächstes Jahr 4%) des Einkommens geleistet werden muß, um die volle Zulage zu bekommen. Dieses Geld fehlt dann, um es in eine besser rentierliche Vorsorge zu stecken.

Was habe ich von 114 € "geschenkter" Zulage, wenn ich dafür einen vierstelligen Betrag meines Gehalts in ein schlechtes Produkt investieren muß? (Das gilt zumindest fur Gutverdiener, oder solche, die es später mal werden, auch wenn sie zeitweise vielleicht durch geringes Einkommen eine hohe Förderquote haben. Riester macht man ja nicht für wenige Jahre, sondern wenn schon, dann bis zur Rente.)

Wenn ich ohne staatliche Förderung eine höhere Rendite erwarte (nach Steuern und nach Zahlung von Sozialabgaben - nicht vergessen, die Riesterrente muß nachgelagert voll versteuert werden, und wenn es über betriebliche Altersvorsorge läuft, müssen darauf auch noch volle KV- und PV-Beiträge bezahlt werden) als mit staatlicher Förderung, dann ist doch klar, daß ich auf dieses "Geschenk" dankend verzichte.

Und dann noch diese staatliche Gängelung. Vielleicht möchte ich ja mein Rentenalter im europäischen Ausland verbringen? In dem Fall muß alle Riester-Förderung zurückgezahlt werden.

von
Mittelschicht

Hallo,

was Bitte ist die sogenannte Mittelschicht und was verdient diese so im Durchschnitt?

Danke