Riester-Anbieterwechsel

von
Markus

Ich habe 2002 eine Riester-Vertrag über meinen Arbeitgeber im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen. Da die spätere Rente in diesem Fall (über AG abgeschlossen) nach heutigem Recht der Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung unterliegen würde, habe ich den Vertrag beitragsfrei gestellt und nun nicht über den AG, sondern privat einen neuen Riester-Vertrag abgeschlossen. Nun denke ich darüber nach, das angesparte Kapital des alten Vertrages auf den neuen übertragen zu lassen. Der Anbieter des alten Vertrages (MetallRente) teilte mir jedoch mit, dass eine Übertragung auf einen Privatvertrag nach dem Betriebsrentengesetz nicht zulässig sei. Stimmt das?

von
Amadé

Bedenken Sie! Im Jahre 2002 war von VOLLVERBEITRAGUNG bei der Betrieblichen Altersversorgung noch keine Rede.

Was macht Sie so sicher, dass die Sparer und Vorsorgenden im Jahre 20XX nicht nochmals zur Ader gelassen werden?

Sie können diesem Steuer-, Abgaben- und Totalüberwachungsstaat kein Schnippchen schlagen.

Wenn künftig genügend Riesterrenten zur Auszahlung anstehen, werden Sie erleben, dass Krankenkasse, Pflegekasse und Finanzamt auch bei "privaten" Riester-Renten unbarmherzig zuschlagen werden.

Wer anders als Sie und die anderen Riester-Sparer soll denn das kommende Beitragsdebakel bezahlen?

http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/gesundheitsfonds_aid_232523.html

Die für Sie negative Auskunft Ihres Anbieters ist so richtig.

Experten-Antwort

Die Aussage des Anbieters ist richtig. "Über den Arbeitgeber" abgeschlossene Riesterverträge (Nettoentgeltumwandlung) gelten rechtlich als Betriebsrenten und unterliegen damit den gleichen Regelungen.

von
Riestergeschädigter

Ich habe auch so einen Vertrag 2002 abgeschlossen, aufgeklärt hat da einen im Geschäft der "Experte" dafür natürlich nicht.
2003 als ich dann das erfuhr, habe ich den Vertrag sofort beitragsfrei gestellt.
Seither Riestere ich nicht mehr.
Ich laß mich nur einmal verarschen, aber garantiert kein zweites mal.

Riestergeschädigter

von
Markus

Hallo "Riestergeschädigter". Ich würde die Riesterrente auf keinen Fall verteufeln! Auch wenn später Beiträge und/oder Steuern zu entrichten sind, bleibt die Rendite trotzdem beträchtlich durch die Zulagen bzw. evtl. sogar zusätzlich durch die Sonderausgabenberücksichtigung.

von
Maria L.

Hallo Markus,

was nutzt die hohe Rendite im 1. Jahr der Anlage jedes Sparbetrags (durch den möglicherweise hohen prozentualen Anteil von Zulagen/Steuerersparnis am Beitrag), wenn in jedem folgenden Jahr die Rendite miserabel ist? Auf die neuen Beiträge gibt es dann wieder Zulagen/Steuerersparnis, aber die alten Beiträge aus den Vorjahren gammeln auf einem schlecht verzinsten Konto mit hohen Kosten herum, sofern es sich um einen festverzinslichen Riester-Vertrag handelt.

Man muß immer eine alternative hochrentable Anlage dagegenrechnen, um festzustellen, ob sich im Einzelfall der Riester-Vertrag tatsächlich lohnt.

Nur leider sind die meisten nicht in der Lage, eine Renditeberechnung durchzuführen. Man kann z.B. mit dem Sparplanrechner hier bei ihre-vorsorge.de ausrechnen, was aus 50 Euro monatlichem Sparbetrag in 20 Jahren wird bei einer hohen Rendite, z.B. bei 13%: fast 52.000 Euro (bei 12.000 Euro eigener Einzahlung). 13% ist in etwa der langjährig zu erwartende Durchschnittswert bei der Rendite internationaler Aktienfonds.

Gruß,
Maria L.

von
Amadé

Die Vollverbeitragung auf private Riester-Renten wird kommen, so wie das Amen in der Kirche.

KV/PV und Steuerabzug von ca.30% der künftig zu zahlenden monatlichen Riester-Rente ist also ein Bombengeschäft?

Na ja, für Fiskus und AOK/BEK/GEK/TKK/BKK/IKK & Co auf alle Fälle.

Wollten Sie nicht Altersvorsorge betreiben, statt Fiskus und Sozialkassen zu sanieren?

von
Ökonome

Das Problem ist eben die Leute glauben alles was der Staat ihnen vorgaukelt, ohne wirklich nachzurechnen.
Fakt ist, mit Riester wird nur einer Rendite haben und das ist der Staat.

Der Ökonome

von
lomilomi

Und wer ist "der Staat"? Wir, du Nase...