Riester: Erziehungszeit bei Freiberuflern?

von
Frederik

Hallo,

wir (Ehepaar, er Angestellter, sie Freiberuflerin, 2 Kinder 1 + 4 Jahre) stehen vor dem Abschluss (je) eines Riestervertrags. Mir ist noch nicht klar, was für einen Vertrag meine Frau bekommen wird: einen reinen Zulagenvertrag (weil sie als selbständig tätige Ehegattin eines RV-pflichtigen Angestellten nur mittelbar zulageberechtigt ist) oder muss sie auf ihren Vertrag eigene Einzahlungen vornehmen (weil sie in der Erziehnungszeit unmittelbar zulageberechtigt ist)?
-- Wie hoch wären ggfs. die eigenen Einzahlungen (min, max)?
-- Hängt die Antwort davon ab, ob die Kindererziehungszeiten rententechnisch der Mutter oder dem Vater zugeordnet sind?
Danke und Grüße, Frederik

Experten-Antwort

Sollte die Kindererziehungszeit bei Ihrer Frau anerkannt werden, wäre sie in dieser Zeit den Pflichtversicherten gleichgestellt und unmittelbar berechtigt. Die Einzahlungen richten sich immer nach dem rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommen. War im Vorjahr keins vorhanden, kommt bei unmittelbar Berechtigten der Sockelbetrag (60,00 Euro im Jahr) zum Tragen. Wird die Kindererziehungszeit nicht anerkannt, kann Ihre Frau nur den mittelbaren Anspruch über Sie erwerben und muss in den Vertrag nichts einzahlen, um die Zulage zu bekommen. Der Höchstbetrag der als Sonderausgabenabzug berücksichtigt wird liegt 2007 bei 1575 und ab 2008 bei 2100 Euro.

von
Frederik

Danke für die Auskunft, aber ganz verstanden habe ich es immer noch nicht: "Sollte anerkannt werden" ... "wird nicht anerkannt" -- heißt das, wir können dies selbst wählen und hätten die Alternative zwischen
-- reinem Zulagenvertrag für meine Frau (als mittelbar Zulagenberechtigte)
-- unmittelbar zulagenberechtigter Stellung meiner Frau mit 60€ eigener Einzahlung (sie hat kein eigenes rentenversicherungspflichtiges Einkommen)
Oder gibt es da kein Wahlrecht?
Die Frage ist natürlich nur für 2007 und 2008 relevant, danach ist die Erziehungszeit abgelaufen.
Danke und Grüße, Frederik

Experten-Antwort

Die Kindererziehungszeit wird nur einem Elternteil zugeordnet - und zwar demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat. Erziehen die Eltern ihr Kind gemeinsam, erhält grundsätzlich die Mutter die Kindererziehungszeit. Soll der Vater die Kindererziehungszeit erhalten, müssen die Eltern eine gemeinsame Erklärung abgeben. Die Anerkennung der Kindererziehungszeiten ist an gewisse Voraussetzungen gebunden, die Sie in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung abklären sollten. Die nächste Beratungsstelle finden Sie unter:

http://www.ihre-vorsorge.de/Beratungsstellen.html