Riester-Neuvertrag, arbeitslos im Vorjahr, was zählt?

von
Heinz_Nbg

Liebes Forum,

habe vor, evtl. heuer noch einen Riester-Vertrag abzuschliessen.

Mindestbeitrag ist ja 3 % vom Vorjahresbrutto.

Nun gibt es im konkreten Fall kein sozialversicherungspflichtiges Brutto aus einem Arbeitslohn, sondern nur ALG1.

Ein SV-pflichtiger Job liegt erst seit 2007 wieder vor.

Wieviel müsste ich denn jetzt heuer noch schnell in einen Riester-Vertrag einzahlen, um die Förderung möglichst maximal zu nutzen?

Danke im voraus
LG
Heinz

PS: 2 Kinder, Ehepartner verdient oberhalb Beitragsbemessungsgrenzen, ist aber nicht gesetzlich RV-pflichtig wg. Versorgungswerk.

Experten-Antwort

Als RV pflichtig Beschäftigter sind Sie unmittelbar Förderberchtigt. Weil davon auszugehen ist, dass das der Bemessung des ALG I zugrunde liegende SV Brutto höher ist, kommt hier § 86 II Satz 2 EstG zur Anwendung, d.h. die 3 % für 2006 bestimmen sich aus dem Ihnen tatsächlich zugeflossenen ALG I.

Davon sind dann die Grund/- und Kinderzulagen zum Abzug zu bringen, die Ihnen zustehen.

Schließt Ihre Frau als mittelbar Berechtigte (§ 79 Satz 2 EstG) einen eigenen Riester Vertrag ab, sind dies für die Bemessung des von Ihnen zu leist. Mindesteigenbeitrags dann 2 x 114 Euro und 2 x 138 Euro die insoweit zum Abzug zu bringen sind.

Im Rahmen der Günstigerprüfung mit dem Ihnen zustehenden eigenen Riester Sonderausgabenabzug kommt (derzeit 1.575 Euro), werden die Ihnen gewährten Zulagen für die steuerliche Bemessungsgrundlage berücksichtigt, vgl. § 10a II EstG.

Info zum Mindesteigenbeitrag: Sofern 3 % des Ihnen 2006 ausbezahlten ALG I abzüglich der Ihnen zustehenden Zulagen (maximal 504 Euro) einen Wert unter Null ergibt, wäre dann zumindest der Sockelbeitrag von 60 Euro zu bezahlen (um die ungekürzten Zulagen zu erhalten).

Aussagen zur maximalen Förderquote des Produkts Riester in der Ansparpahse (Stichwort "Riestermeister" etc.) sind nur ein Teil des Punkts "rentiert sich das Ganze?".

Weil indes Zuflüsse aus Riester Verträgen im Alter mit dem individ. Satz zu versteuern sind, ist darauf zu achten, ob sich die steuerliche Belastung im Vergleich Arbeits vs. Rentenphase erheblich (d.h. mehr als 10 %) reduziert.

Dies kann im Falle Verdienst oberhalb der BBG in der Ansparphase der Fall sein - ist es aber dann nicht, wenn sich die Steuergesetze in den kommenden Jahren/Jahrzehneten ändern, bzw. auch im Alter insgesamt hohe Alterseinkünfte vorliegen.

MfG

von
Heinz_Nbg

und schöne Grüße.